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Mittwoch, 22. November 2017
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Know-how für Papas: Das sollten werdende Väter über die Schwangerschaft wissen

Know-how für Papas: Das sollten werdende Väter über die Schwangerschaft wissen
Mit einem positiven Schwangerschaftstest ändert sich auch für werdende Väter viel
(c) iStockphoto/AleksandarNakic

Vater werden ist nicht schwer? Von wegen! Dass der eigene Nachwuchs zur Welt kommt, wirft Männer häufig erst einmal aus dem Konzept. Denn auch für werdende Väter ändert sich das Leben schon mit der Schwangerschaft der Frau. Zur Vorbereitung auf die nächsten neun Monate haben wir Tipps und Tricks für alle Papas in spe.

Liebe werdende Väter, vorab erst einmal zu Ihrer Beruhigung: Die hechelnden Ehegatten im Geburtsvorbereitungskurs sind nur ein Klischee und die vielen ohnmächtigen Männer im Kreißsaal eher ein alter Hebammenwitz. Was allerdings stimmt: Ab jetzt wird sich einiges ändern. Die Nachricht über die Schwangerschaft hat Sie gefühlstechnisch wahrscheinlich schon übermannt – auf der einen Seite sind die Freude und der Stolz groß, auf der anderen entsteht die Angst vor der Verantwortung. Und Sie rücken plötzlich in den Hintergrund – alles dreht sich nur noch um Frau und Baby. Umso wichtiger ist es, dass Sie mit Ihrer Partnerin über Ihre Gefühle reden und verstehen, was Ihre Frau in der Schwangerschaft alles durchmacht. So können Sie sich gegenseitig unterstützen und bis zur Geburt eine wunderschöne Zeit zu zweit genießen.

Übelkeit und Erbrechen machen das Leben schwer

Kein Gerücht, kein Klischee – Übelkeit und Erbrechen sind echte Schwangerschaftsbeschwerden, unter denen viele Frauen in den ersten Schwangerschaftswochen leiden. Für Ihre Frau ist das ziemlich belastend. Sein Sie also für sie da, indem Sie die Beschwerden ernst nehmen: trösten, Tee und Zwieback reichen, Kopf streicheln – all das hilft.

Wie ein Murmeltier im Winterschlaf

Während Sie früher bis zum Morgengrauen um die Häuser gezogen sind, schläft Ihre schwangere Frau spätestens um 21 Uhr vor dem Fernseher ein oder gähnt unaufhörlich, obwohl Sie ihr gerade etwas Wichtiges erzählen? Schon in der Frühschwangerschaft sorgen die Hormone dafür, dass Ihre Frau die Augen kaum offen halten kann. Wahrscheinlich fällt es ihr aufgrund der Müdigkeit ohnehin schwer, den Tag auf der Arbeit zu überstehen und am Abend sind die Energiespeicher komplett leer. Gönnen Sie ihr diese Ruhe. Der Körper bereitet sich gerade auf Ihr Baby vor und das ist ein echter Kraftakt.

Achterbahnfahrt der Gefühle

Ihre Liebste entpuppt sich plötzlich als Zicke? Schuld daran sind ebenfalls die Hormone. Deshalb gehören Stimmungsschwankungen zu den klassischen Schwangerschaftsbeschwerden. Da müssen Sie also leider einfach durch. Nehmen Sie Ihre Frau in den Arm, selbst wenn ihr vielleicht unbegründet die Tränen über die Wangen laufen. Werden die Zickereien zu viel, gehen Sie dem Konflikt aus dem Weg und zeigen Sie Verständnis. Streit und Stress sollten Sie Mutter und Kind zuliebe vermeiden. Aber keine Sorge, das Wechselbad der Gefühle bleibt nicht für die gesamten neun Monate bestehen.

Das Phänomen von sauren Gurken mit Schokocreme

Früher war Ihre Partnerin eine Kaffee-Liebhaberin und jetzt wird ihr schon beim Geruch schlecht? Dafür werden Sie ständig in den Supermarkt geschickt, um ihr saure Gurken, Leberwurst oder Rollmops zu besorgen? Bei den merkwürdigen Gelüsten in der Schwangerschaft handelt es sich nicht etwa um einen Mythos. Durch die hormonelle Umstellung ändern sich Geruchs- und Geschmackssinn. Tun Sie Ihrer Frau den Gefallen und besorgen Sie ihr bei einer Heißhungerattacke, wonach ihr der Sinn steht, statt sie schief anzugucken. Sie machen ihr damit eine große Freude.

Gedächtnis wie ein Sieb

Der Autoschlüssel ist unauffindbar und die letzte Verabredung wurde vergessen - wer ist schuld? Die Schwangerschaftsdemenz! Dass schwangere Frauen öfter etwas vergessen, ist typisch. Auch, wenn die Existenz dieses Phänomens in Expertenkreisen heiß diskutiert wird und bisher keine körperlichen Ursachen herausgefunden werden konnten, steht fest: Werdende Mütter konzentrieren sich jetzt auf die anstehenden Herausforderungen und sind mit den Umbaumaßnahmen ihres Körpers mehr als gut beschäftigt. Da ist es vollkommen normal, dass ein paar andere Dinge in Vergessenheit geraten. Gleiches gilt übrigens für die Vergesslichkeit in der Stillzeit - hier leben Mama und Baby im eigenen Kosmos und vergessen den Rest der Welt für eine Weile. Zwar besteht kein Grund zur Sorge, Sie können die Mutter Ihres Kindes aber trotzdem dabei unterstützen, ihr Gedächtnis wieder aufzubessern. Helfen Sie Ihrer Frau, mal auszuspannen - dann kommt auch die Konzentration zurück.

Keine Lust auf Sex

Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten – bei all dem, was der Körper Ihrer Frau gerade durchmacht, bleibt die Lust auf Sex in der Schwangerschaft erst einmal auf der Strecke. Machen Sie Ihrer Partnerin keinen Stress. Bis die typischen Beschwerden überstanden sind, sollten Sie die Zeit zum Kuscheln nutzen und Ihrer Frau die Zärtlichkeit geben, die sie gerade braucht. Viele Frauen fühlen sich nicht mehr besonders attraktiv, wenn sie aufgrund der Schwangerschaft runder werden. Machen Sie Ihrer Frau Komplimente, wie schön sie ist und wie gut ihr die Schwangerschaft steht.

Sexstellungen in der Schwangerschaft

Einmal alles neu, bitte!

Umräumen, renovieren und dann gleich alles noch einmal umräumen – Frauen packt in der Schwangerschaft der Nestbautrieb. Bevor das Baby geboren wird, muss alles auf Vordermann gebracht und oft mehr als nur die Erstausstattung für das Baby besorgt werden. Jetzt können Sie sich so richtig einbringen. Streichen Sie das Kinderzimmer, bauen Sie Wickelkommode, Babybett und Co. auf. Spätestens wenn Ihre Frau keine schweren Dinge mehr heben darf, sollten Sie ihr in diesem Punkt jeden Wunsch von den Augen ablesen.

Urlaub mit Babybauch

Die Urlaubsreise ist gebucht und Ihre Frau ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob die Strahlung oder der Kabinendruck im Flugzeug für das Ungeborene nicht vielleicht doch schädlich sein könnten? Natürlich möchte eine werdende Mutter ihrem Kind kein Risiko aussetzen. Raten Sie Ihrer Frau, dass Sie mit ihrer Ärztin sprechen soll, statt sie wegen übertriebener Fürsorge zu tadeln. Sie wird ihr die Unbedenklichkeit bestätigen. Achten Sie bei Reisen mit dem Auto darauf, dass Ihre Frau mit Babybauch richtig angeschnallt ist.

Hecheln – ja oder nein?

Wir haben es eingangs schon erwähnt – Männer, die ihre schwangeren Frauen zum Geburtsvorbereitungskurs begleiten, müssen – entgegen aller Klischees – nicht hechelnd hinter der Frau sitzen. Begleiten Sie Ihre Partnerin ruhig dorthin. Sie werden viel über Geburt und Wochenbett erfahren und sind vorbereitet, wenn es losgeht.

Auf Schritt und Tritt dabei

Apropos begleiten: Nicht nur beim Geburtsvorbereitungskurs können Sie mitmachen. Sein Sie dabei, wenn Sie bei der Vorsorgeuntersuchung das erste Ultraschallbild zu sehen bekommen, das Geschlecht erfahren oder Sie die Herztöne Ihres Babys hören. Fühlen Sie von außen, wie Ihr Kind sich im Bauch bewegt und sprechen Sie mit Ihrem Baby – es wird Ihre Stimme nach der Geburt von anderen unterscheiden können. Und sein Sie bei der Geburt dabei, wenn Ihre Frau das auch möchte! Auch wenn die Mutter Ihres Kindes bei der Entbindung die ganze Arbeit leistet und Sie "nur" daneben stehen, Sie sind trotzdem eine wichtige Unterstützung. Der Moment, an dem Ihr Baby das Licht der Welt erblickt, ist so unbeschreiblich, dass Sie ihn hinterher niemals missen wollen. Hebammen empfehlen Männern auch nach der Geburt die ersten Stunden mit der neuen Familie zu verbringen, da diese besonders wichtig sind.

Übrigens: Falls Sie Ihren eigenen Zustand gerade in den typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Müdigkeit, Heißhunger, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme wiedererkannt haben, sind Sie wahrscheinlich tatsächlich selbst ein bisschen "schwanger". Das Phänomen wird als Couvade-Syndrom bezeichnet. Wissenschaftler vermuten, dass schwangere Frauen Sexuallockstoffe aussenden, die den Hormonhaushalt der werdenden Väter durcheinander bringen. Bei ihnen wurde im Blut vermehrt das Stresshormon Cortisol und das milchbildende Hormon Prolaktin gefunden. Und noch etwas fand die Forschung heraus: Eine Studie mit 1.686 unverheirateten Vätern zeigte, dass sich haltbarere Familienbande knüpfen lassen, wenn der Vater sich schon während der Schwangerschaft in das Familienleben einbringt und Aufgaben erledigt.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. September 2017
Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Ich bin dabei! – Vater werden. Köln 2012; Höfer, S., Scholz, A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer Verlag, München 2014

Beiträge im Forum "Geburtstermin Januar/Februar 2018"
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