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Mittwoch, 26. Juli 2017
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Risikoschwangerschaft

Risikoschwangerschaft
Verschiedene Kriterien können zur Einstufung einer Risikoschwangerschaft führen
iStock/Halfpoint

Es gibt bestimmte Kriterien, die zu einer Einstufung einer Risikoschwangerschaft führen. Eine Risikoschwangerschaft liegt dann vor, wenn bei einer Schwangeren bestimmte Risikofaktoren wie beispielsweise chronische Krankheiten oder akute Infektionen vorliegen.

Die Einstufung erfolgt durch den behandelnden Arzt, der die Risikoschwangerschaft im Mutterpass einträgt. Eine Risikoschwangerschaft erfordert - je nach Ausgangssituation - besondere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen. So können unter anderem Untersuchungen der pränatalen Diagnostik oder auch ein stationärer Aufenthalt der angehenden Mutter notwendig werden.

Was bedeutet Risikoschwangerschaft?

Ungefähr 20 Prozent der Schwangerschaften gelten als Risikoschwangerschaft. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass immer auch eine akute Gesundheitsgefahr für die Schwangere und das Ungeborenen besteht. Eine Risikoschwangerschaft bedeutet auch nicht zwangsläufig, dass es zu Komplikationen im Schwangerschaftsverlauf kommen muss. Die Einstufung als Risikoschwangerschaft bedeutet normalerweise nur, dass es Grund dazu gibt, die Schwangerschaft besonders intensiv zu überwachen und deshalb bestimmte Untersuchungen zusätzlich von der Krankenkasse übernommen werden. Dank der heutigen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten können mittlerweile auch viele chronisch kranke Frauen ihren Kinderwunsch erfüllen und gesunde Kinder zur Welt bringen.

Wie wird eine Risikoschwangerschaft festgestellt?

Im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen erfasst der Arzt anhand von zwei Fragebögen den allgemeinen Gesundheitszustand der Frau und Komplikationen im Verlauf der aktuellen Schwangerschaft. Folgende Kriterien können - teilweise in Kombination - zu einer möglichen Einstufung als Risikoschwangerschaft führen:

Die Ergebnisse werden im Mutterpass auf den Seiten fünf und sechs festgehalten. In Deutschland sind die Fragebögen im Vergleich zu anderen Ländern besonders umfangreich, was dazu führt, dass hierzulande jede fünfte Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird. Die Einstufung kann zu Unsicherheiten bei den werdenden Eltern führen, weshalb der Befund des Arztes genau erklärt werden sollte.

Risikoschwangerschaft - was zahlt die Krankenkasse?

Die Krankenkassen kommen während einer Schwangerschaft für die drei Vorsorgeuntersuchungen auf. Ziel ist es, Risikoschwangerschaften und -geburten frühzeitig zu erkennen und zu überwachen. Liegt eine Risikoschwangerschaft vor, werden die Kosten für weiterführende notwendige Untersuchungen wie die Fruchtwasseruntersuchung, weitere Ultraschall-Untersuchungen oder die Kardiotokographie (CTG) übernommen. Diesen muss die Frau jedoch nach ausführlicher Aufklärung über Sinn und Zweck sowie Ablauf der Untersuchung durch den Arzt ausdrücklich zustimmen.

Checkliste: Bestimmen Sie Ihr persönliches Risiko (für eine Risikoschwangerschaft)

Gemeinsam mit Ihrer Ärztin können Sie Ihr persönliches Risiko für Ihre Schwangerschaft ermitteln. Zur Unterstützung der Beratung können Sie die folgende Liste ausfüllen und zum Gespräch mitnehmen. Anhand der Liste kann die Ärztin einen ersten Überblick über Sie und Ihre Situation gewinnen.

Medizinische Vorgeschichte Ja Nein

Bemerkung

Hatten Sie oder haben Sie zur Zeit irgendeine Krankheit z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Epilepsie, Anämie?      
Nehmen Sie zur Zeit irgendwelche verschreibungspflichtigen Medikamente?      
Hatten Sie kürzlich irgendeine Infektionskrankheit?      
Wann wurden Sie das letzte Mal geröntgt?      
Wurden Sie erst kürzlich operiert?      
Wurde bei Ihnen schon einmal eine Bluttransfusion vorgenommen?      
Hatten Sie kürzlich einen Unfall?      
Hatten Sie jemals eine Thrombose?      
Sind Sie gegen irgend etwas allergisch?      
Sind Sie gegen Mumps, Masern und Windpocken geimpft?      
Hatten Sie jemals Herpes?      
Hatten Sie schon einmal Röteln?      
Wurde bei Ihnen ein HIV-Bluttest durchgeführt?      
Wurde bei Ihnen ein Hepatitis-Bluttest durchgeführt?      
Wurde ein Toxoplasmose-Bluttest durchgeführt?      
Gynäkologische/Geburtshilfliche Vorgeschichte Ja Nein

Bemerkung

Wie alt waren Sie, als Sie zum ersten Mal Ihre Periode hatten?      
Wie lang ist Ihr Der weibliche Zyklus ?      
Wie lange dauert Ihre Periode?      
Haben Sie die Antibabypille genommen?      
Welche Verhütungsmittel haben Sie benutzt?      
Hatten Sie Schwierigkeiten, schwanger zu werden?      
Haben Sie während der Periode Schmerzen?      
Hatten Sie eine Geschlechtskrankheit oder eine Krankheit, die durch den Geschlechtsverkehr übertragen wird?      
Hatten Sie Unterleibsoperationen?      
War ein Befund des Pap-Tests auffällig?      
Ist wegen des auffälligen Pap-Testes eine Behandlung durchgeführt worden?      
Waren Sie schon schwanger?      
Falls ja, wie oft?      
Haben Sie mit Entbindung & Kaiserschnitt entbunden?      
Wie viele lebende Kinder haben Sie?      
Gab es während Ihrer Schwangerschaften und Entbindungen irgendwelche Komplikationen?      
Hatten Sie jemals eine Bauchhöhlen- oder Eierleiterschwangerschaft?      
Hatten Sie jemals eine Fehlgeburt? Wenn ja, wann?      
Haben Sie eine oder mehrere Abtreibungen hinter sich? Wenn ja, wann waren diese und wie wurden sie durchgeführt?      
Hatten Sie eine Frühgeburt?      
Sind Ihre früheren Babys gesund?      
Haben Sie Ihre Babys gestillt?      
Gab es nach den früheren Entbindungen irgendwelche Komplikationen?      
Fragen zu Ihrer sozialen Situation      
Sind Sie sportlich?      
Treiben Sie mindestens zwei- bis dreimal wöchentlich Sport?      
Haben Sie Ihr Idealgewicht?      
Trinken Sie mehr als zwei Tassen Kaffee pro Tag?      
Trinken Sie Alkohol?      
Nehmen Sie freiverkäufliche Medikamente ein?      
Rauchen Sie oder Ihr Partner?      
Nehmen Sie oder Ihr Partner Marihuana, Kokain, Heroin, Amphetamine, Barbiturate oder andere Drogen?      
Leben Sie in gesicherten familiären Verhältnissen?      
Leben Sie mit dem Vater des Kindes zusammen?      
Haben Sie finanzielle Probleme?      
Sind Sie während Ihrer Arbeit potenziell gefährlichen Substanzen oder radioaktiver Bestrahlung ausgesetzt?      
Welche berufliche Tätigkeit üben Sie aus?  
Arbeiten Sie mit kleinen Kindern oder haben Sie häufig Kontakt mit kleinen Kindern?      
Haben Sie Haustiere?      
Genetische Vorgeschichte      
Sind Sie oder der Kindsvater auf genetische Krankheiten untersucht worden?      
Leidet in Ihrer Familie jemand an Diabetes, Bluthochdruck oder anderen vererbbaren Krankheiten?      
Gibt es in Ihrer Familie jemanden mit Zystischer Fibrose, Tay-Sachs-Syndrom, Hämophilie oder ähnlichem?      
Kommen in Ihrer Familien Mehrlingschwangerschaften vor?      
Ist jemand in der Familie geistig zurückgeblieben oder hat einen anderen Geburtsschaden?      
Hatte Ihre Mutter in einer ihrer Schwangerschaften eine Schwangerschaftsvergiftung oder Bluthochdruck?      
Kommt in Ihrer Familie gehäuft Krebs vor?      
Fragen zu Ihrer Ernährung      
Ernähren Sie sich gesund?      
Wie viele Mahlzeiten essen Sie täglich?      
Sind Sie Vegatarierin oder essen Sie eine andere Diät?      
Bekamen Sie bei einer früheren Schwangerschaft eine besondere Diät verordnet?      

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2017
Durch: Miriam Funk
Quellen: Online-Informationen des Gemeinsamen Bundesausschuss: http://www.g-ba.de (Stand: März 2013); Breckwoldt, M. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2008; Diedrich K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007

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