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Dienstag, 21. August 2018
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Was sie fördert und was sie hemmt

Einflüsse auf die Fruchtbarkeit

Die Fruchtbarkeit hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Bei Frauen hat wohl das Alter den größten Einfluss, aber auch Umweltgifte, manche Medikamente, Erkrankungen und das Körpergewicht wirken sich negativ auf den Hormonhaushalt und damit auf die Empfängnisbereitschaft aus – sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Andere Faktoren sind der Fruchtbarkeit dagegen sehr zuträglich.

Einflüsse auf die Fruchtbarkeit
Eine ausgewogene, gesunde Ernährung wirkt sich positiv auf die Fruchtbarkeit aus.
© iStock.com/RossHelen

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Tipps, um die Fruchtbarkeit zu steigern

Ärztliche Beratung bei Kinderwunsch

Stellt sich auch nach längerer Zeit und nach dem Absetzen von Verhütungsmitteln keine gewünschte Schwangerschaft ein, sollten sich sowohl die Frau als auch der Mann ärztlich beraten lassen und die Gründe für die Kinderlosigkeit klären. Im Gespräch und bei einer Untersuchung können störende Einflüsse auf die Fruchtbarkeit ermittelt und mögliche Erkrankungen wie eine Endometriose, Schilddrüsenfehlfunktion oder psychische Belastungen ermittelt und behandelt werden.

Einflüsse der Ernährung auf die Fruchtbarkeit

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, trägt zur allgemeinen Gesundheit bei – und diese ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Schwangerschaft. Bestimmte Nährstoffe wie Zink, Selen oder Omega-3-Fettsäuren haben sogar nachweislich positive Effekte auf den Zellstoffwechsel und damit auf die Reproduktionsfähigkeit des Körpers. In manchen Lebensmitteln finden sich allerdings auch Schadstoffe, die der Fruchtbarkeit nicht zuträglich sind, zum Beispiel Quecksilber in manchen Fischsorten (vor allem Thunfisch), Pestizide in Obst und Gemüse oder zu viel Koffein. Alkohol und Nikotin bringen den Hormonhaushalt durcheinander, deshalb empfehlen Experten, bereits in der Kinderwunschzeit auf diese Genussmittel zu verzichten.

Lesen Sie hier mehr über Ernährung und Fruchtbarkeit.

Folsäure: Diese 15 Lebensmittel sind Toplieferanten!

Bewegung ist gut für die Fruchtbarkeit

Körperliche Aktivität kräftigt den gesamten Organismus, regt den Stoffwechsel an und verbessert so die Fruchtbarkeit. Leistungssport dagegen kann die Fruchtbarkeit bei Frauen vorübergehend herabsetzen, da das intensive Training den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringt. Gleichzeitig sind Leistungssportlerinnen häufig sehr schlank und Untergewicht kann den Hormonhaushalt massiv stören. Anzeichen für intensives Training auf Kosten der Fruchtbarkeit können ausbleibende Regelblutungen oder ein extrem langer Zyklus sein. Dieser Effekt ist jedoch nur vorübergehend. Wird das Training wieder moderater, kommen auch die Hormone ins Gleichgewicht.

Lesen Sie hier mehr über Hormon-Yoga bei Kinderwunsch.

Naturheilkunde, Natureinflüsse und Traditionelle Chinesische Medizin

Verfahren der Naturheilkunde bauen auf eine gesunde Lebensführung auf. Das Anwenden von Heilkräutern beispielsweise soll gesundheitliche Störungen und Ungleichgewichte beseitigen, während ayurvedische Kuren der Körperreinigung dienen. Kinderwunschtees oder Zyklustees enthalten hormonähnlich wirkende Pflanzenstoffe mit zyklusregulierenden Eigenschaften und sollen dadurch die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen. Auch pflanzliche Medikamente arbeiten mit diesen Phytohormonen, zum Beispiel dem Mönchspfeffer, und werden deshalb zur "sanften" Zyklusregulierung eingesetzt.

Bei zu viel Stress setzen einige Frauen ihren natürlichen Biorhythmus zur Planung von Regenerationsphasen ein. Die Traditionelle Chinesischen Medizin (TCM) sowie die Akupunktur setzen auf die Wiederherstellung eines energetischen Gleichgewichts von Körper und Geist. In immer mehr Kinderwunschkliniken werden Fruchtbarkeitsbehandlungen durch Elemente aus der TCM ergänzt.

Lesen Sie hier mehr über TCM bei Kinderwunsch.

Medikamente und Fruchtbarkeit

Medikamente, vor allem Mittel gegen Bluthochdruck, Antidepressiva, Medikamente gegen Rheuma, aber auch Schmerzmittel, können die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern herabsetzen. Auch die im Rahmen einer Krebstherapie verordneten Mittel (etwa bei Chemotherapie) haben einen negativen Effekt. Neue Studien weisen darauf hin, dass manche Asthma-Medikamente die Fruchtbarkeit von Frauen massiv negativ beeinträchtigen, während andere (darunter Kortison) sie sogar schützen.

Auch andere Medikamente unterstützen die Fruchtbarkeit. Je nach Ursache für die Probleme, schwanger zu werden, können die Wirkstoffe Utrogest oder Clomifen vom Arzt verordnet werden. Sie wirken harmonisierend auf den Hormonhaushalt. Auch naturheilkundliche Medikamente können die Hormone wieder ins Gleichgewicht bringen.

Lesen Sie hier mehr über Medikamente und Fruchtbarkeit.

Umweltgifte und Fruchtbarkeit

Umweltgifte wie Schwermetalle und Chemikalien stehen schon lange im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu schädigen. Zahlreiche Studien liefern Hinweise auf einen Zusammenhang. Vor allem Schwermetalle, aber auch im menschlichen Organismus hormonähnlich wirkende Kunststoffe sowie Pestizidrückstände in Obst und Gemüse scheinen Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit zu nehmen.

Lesen Sie hier mehr über Umweltgifte und Fruchtbarkeit.

Alter des Paares beeinflusst die Fruchtbarkeit

Mit dem Alter nimmt die Fruchtbarkeit ab – bei Frauen und bei Männern. Während die Spermienqualität etwa ab dem dem 55. bis 60. Lebensjahr sinkt, können Männer theoretisch bis ins hohe Alter Kinder zeugen. Bei Frauen sieht das schon anders aus: Die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, sinkt ab dem 30. Lebensjahr langsam und etwa ab dem 35. Lebensjahr schnell. Wie rasch die Fruchtbarkeit von Frauen mit zunehmendem Alter sinkt, hängt von vielen Faktoren ab. Vor allem Genetik und der Lebensstil entscheiden darüber, ob und wie eine "ältere" Frau schwanger wird. Manche Frauen werden auch mit 45 Jahren noch auf natürlichem Wege schwanger, das ist aber eher der Ausnahmefall. Theoretisch kann eine Frau etwa bis zum 50. Lebensjahr mithilfe der Reproduktionsmedizin ein Kind bekommen. Die Zahl der Schwangerschaftskomplikationen steigt jedoch mit dem Alter der Frau ebenfalls an.

Lesen Sie hier mehr über späte Schwangerschaften.

Stress oder seelische Belastungen und Fruchtbarkeit

Bei chronischem Stress, ob im Privatleben oder im Beruf, schüttet der Körper permanent Stresshormone, allen voran Cortisol und Adrenalin, aus. Sie stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit von Frauen herabzusetzen. Wissenschaftlich eindeutig bewiesen ist das bislang nicht. Amerikanische Forscher konnten jedoch in einer im Mai 2014 veröffentlichten Studie nachweisen, dass ein anderer Stressmarker im Blut, das Enzym Alpha-Amylase, zu einer Herabsetzung der Fruchtbarkeit führt. Frauen, deren Alpha-Amylase-Werte besonders hoch waren, waren im Durchschnitt knapp 30 Prozent weniger fruchtbar als die Frauen mit Werten im unteren Bereich. Auch der Zusammenhang mit Cortisol wurde in dieser Studie untersucht. Die Forscher fanden jedoch keine Hinweise darauf, dass es Cortisol war, das die Fruchtbarkeit der Frauen herabsetzte.

Diese Studienergebnisse sind vor dem Hintergrund der Ergebnisse einer anderen Forschungsreihe an der Universität Zürich besonders interessant: Dabei wurde der ganz konkrete Zusammenhang zwischen Alpha-Amylase und psychosozialen Stressfaktoren (bei Stress steigt der Anteil von Alpha-Amylase im Körper) untersucht und bestätigt. Die Forscher schlossen daraus, dass sich der Wert dieses Enzyms sehr gut zur Erfassung körperlicher Auswirkungen durch Stress eignet. Aus diesen beiden Studien lässt sich schließen: Stress und psychische Belastungen beeinflussen die Fruchtbarkeit negativ.

Zu wenig oder schlechter Schlaf setzt die Fruchtbarkeit herab

Bereits in mehreren Studien konnte ein Zusammenhang zwischen zu wenig oder qualitativ minderwertigem Schlaf und der Fruchtbarkeit nachgewiesen werden. Grund ist das "Schlafhormon" Melatonin. Es wird nachts, im Dunkeln, ausgeschüttet und sorgt für eine erholsame Nachtruhe. Melatonin ist aber auch an zahlreichen anderen Prozessen im Körper beteiligt, unter anderem schützt und repariert es die Zellen. Höhere Konzentrationen des Hormons finden sich auch in den Eizellen. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass ein ausgeglichener Melatoninspiegel der Reproduktionsfähigkeit zuträglich ist.

Um eine möglichst ungestörte Melaninproduktion zu gewährleisten, empfehlen Experten, mindestens acht Stunden pro Nacht zu schlafen und dabei Störfaktoren möglichst zu vermeiden. Vor allem Licht unterbricht die Melaninproduktion, denn es signalisiert dem Körper, dass es Tag ist und er aufwachen soll. Vermeiden Sie daher am besten den nächtlichen Blick auf das Smartphone und dunkeln Sie Ihr Schlafzimmer mit Vorhängen oder Jalousien gut ab.

Bei Männern: Was schadet den Spermien?

Ein heißes Bad am Abend zur Entspannung oder der Gang in die Sauna können entgegen häufiger Behauptungen die Spermienqualität nicht dauerhaft beeinträchtigen. Dagegen bringt zum Beispiel Schichtarbeit aufgrund der damit einhergehenden Störung des Biorhythmus die Hormone durcheinander. Auch Weichmacher aus Plastik greifen in das männliche Hormonsystem ein. Sie wirken im Körper wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen, was für die Spermienproduktion ungünstig ist.

Auch Infektionen schwächen Spermien. Sie können in den Hoden oftmals lange unbemerkt bestehen, vom Urologen aber per Abstrich oder Untersuchung des Ejakulats leicht entdeckt werden. Die Langlebigkeit der Spermien wird auch durch dauerhafte Strahlung geschädigt. Stecken Sie also Ihr Mobiltelefon besser nicht die Hosentasche. Durchblutungsstörungen, wie sie etwa durch Krampfadern in den Hoden hervorgerufen werden, können, müssen aber die Spermienqualität nicht beeinflussen.

Einflüsse auf die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen die Fruchtbarkeit beim Mann zwar nicht direkt, sie wirken sich aber erschwerend auf die Zeugung aus. Erektionsstörungen haben viele Ursachen. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung sind sie aber meist organisch. Neben Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder höherem Alter sind unter anderem Arteriosklerose, Bluthochdruck, Probleme mit der Prostata oder Schilddrüsenfunktionsstörungen in der Lage, die Erektionsfähigkeit zu beeinträchtigen.

Körpergewicht und Fruchtbarkeit

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Körpergewicht und Fruchtbarkeit sind eng miteinander verbunden. Als ideales Gewicht bei Kinderwunsch gilt das Normalgewicht (Body-Mass-Index (BMI) von 18,5 bis 24,9) – für Männer und Frauen.

Untergewicht bringt vor allem den Hormonhaushalt von Frauen durcheinander. Sind eine Mangelernährung oder exzessives körperliches Training die Ursache des Untergewichts, "spart" der Körper an der Reproduktionsfähigkeit, schließlich kostet eine Schwangerschaft viel Energie, die ihm gerade nicht zur Verfügung steht. Umgekehrt ist Übergewicht mit zusätzlichem Körperfett verbunden, sodass dem Körper zwar reichlich "Reserve" im Falle einer Schwangerschaft zur Verfügung steht, das Fett ist aber auch an zahlreichen hormonellen Prozessen beteiligt, die durch ein Übermaß davon aus dem Gleichgewicht geraten. Übergewichtige Frauen leiden zudem häufiger unter dem PCO-Syndrom und haben einen Überschuss an Testosteron, was einen normalen Zyklus verhindert.

Übergewichtige Männer haben häufig einen Östrogen-Überschuss, da Körperfett unter anderem männliche in weibliche Geschlechtshormone umwandelt. Darunter leidet auch die Spermienqualität.

Tipps zum Schwanger werden

 

Chemotherapie und Fruchtbarkeit

Bei einer Chemotherapie werden Zyostatika verabreicht, die unmittelbar in die Zellteilung eingreifen. Sie zerstören nicht nur Krebs-, sondern auch gesunde Körperzellen. Das betrifft besonders solche, die sich schnell teilen, wie zum Beispiel die Schleimhäute in den Hoden und der Gebärmutter sowie die Eizellen. Wie stark sich eine Chemotherapie auf die Fruchtbarkeit auswirkt, ist abhängig vom Geschlecht, dem Alter bei der Behandlung sowie Dosierung und Art der eingesetzten Zyostatika.

Statistisch gesehen ist die Reproduktionsfähigkeit von Männer nach einer Krebsbehandlung eher wiederhergestellt. Frauen, die bei der Therapie unter 30 Jahre alt sind, haben eine größere Chance, noch ein Kind zu bekommen als ältere Frauen. Hinzu kommt, dass Zytostatika bei Frauen ein vorzeitiges Eintreten der Wechseljahre auslösen können.

Unter den Zyostatika rufen die sogenannten alkylierenden Substanzen, die Platinverbindungen und einige Kombinations-Chemotherapien die größte Schädigung der Zellen hervor. Frauen und Männern, deren Kinderwunsch noch nicht abgeschlossen ist, empfehlen Experten die Entnahme und Kryokonservierung von Eizellen oder Eierstockgewebe, das unreife Eizellen enthält, beziehungsweise Spermien vor Beginn der Chemotherapie. Im Rahmen einer künstlichen Befruchtung können diese später verwendet werden. In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten dafür aber nicht. Empfehlenswert ist bei Frauen das Abwarten von mindestens 24 Monaten nach Abschluss der Behandlung.

Die Methoden der künstlichen Befruchtung im Überblick

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. August 2018
Quellen

Beiträge im Forum "Kinderwunsch: Ich will schwanger werden - wer noch?"
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