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Babys erster Brei

Beikost einführen: So klappt es mit dem Babybrei

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 25. April 2019

Beikost enthält wichtige Nährstoffe für die Entwicklung Ihres Babys. Ab wann Sie Beikost einführen sollten, was Vegetarier und Veganer beachten müssen und was besser ist – selbst gekochter oder fertig gekaufter Babybrei.

Beikost einführen
Mit einigen Tipps und Tricks gelingt das Einführen von Beikost ganz entspannt
© iStock.com/elenaleonova
Artikelinhalte auf einen Blick:

Was ist Beikost?

Als Beikost wird die Nahrung bezeichnet, die Ihr Baby zusätzlich zur Muttermilch oder zur Säuglingsmilchnahrung bekommt. Nach der Geburt ist Muttermilch die wertvollste Nahrung für Ihr Baby: Sie liefert dem Kind alle Nährstoffe, damit es wachsen und sich entwickeln kann. Zur optimalen Versorgung reichen Energie und Nährstoffe der Muttermilch mit zunehmendem Kindesalter allerdings nicht mehr aus. Dann ist es wichtig, die Beikost einzuführen. Sie erfüllt somit eine wichtige Aufgabe in der Kindsentwicklung.

Beikost besteht aus Grundzutaten, die Ihrem Baby weitere Nährstoffe – wie etwa Eisen – zuführen. Sie kann sich als Brei aus Gemüse, Obst, Fleisch, Kartoffeln, Getreide und Ölen zusammensetzen.

Fünf Tipps zur Einführung von Beikost

Ab wann sollten Sie Beikost einführen?

Über den Beikoststart wurde in Expertenkreisen schon viel diskutiert. Junge Eltern sind daher häufig verunsichert, wann Sie tatsächlich Beikost einführen sollen. Während früher die Empfehlung galt, dass Kinder in den ersten sechs Monaten ausschließlich durch das Stillen ernährt werden sollen, wurde der Beikoststart im Jahr 2010 neu definiert.

In den aktuellen Handlungsempfehlungen der Initiative "Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie" (Stand September 2016) heißt es nun, dass mit Einführen der Beikost frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Ende des 6. Monats gestartet werden soll.

Es handelt sich hierbei um ein Zeitfenster, in dem Sie mit Beikost beginnen können – einen Stichtag gibt es nicht. Das Baby zeigt selbst an, wann genau es bereit für feste Nahrung ist. Sie müssen also nicht pro forma ab dem fünften Monat ausprobieren, ob das Kind Brei isst.

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, bereits früher mit der Beikost zu beginnen – zum Beispiel, wenn das Baby aufgrund einer Erkrankung mehr Energie benötigt. Sollte dies auf Ihren individuellen Fall zutreffen, wird Sie Ihr behandelnder Arzt dazu beraten.

Wann sollte bei erhöhtem Allergierisiko mit Beikost begonnen werden?

Es ist für Babys mit erhöhtem Allergierisiko nicht erforderlich, sie zu Beginn des fünften Monats zur Beikost zu drängen. Sind sie jedoch bereits reif für ihren ersten Brei, sollte die Beikosteinführung auch nicht weiter verzögert werden. Nahrungsmittel wie Ei oder Fisch müssen laut "Netzwerk Gesund ins Leben" auch bei erhöhtem Allergierisiko nicht gemieden werden – dies hat keinen allergievorbeugenden Effekt.

Wie erkennen Sie, dass Ihr Baby für Beikost bereit ist?

Der richtige Zeitpunkt Beikost einzuführen, unterscheidet sich je nach Entwicklung und Bedürfnissen der Kinder. Interessiert sich Ihr Baby für Ihr Essen? Kann es selbst schon Dinge in den Mund stecken und drückt es den Brei nicht mehr mit der Zunge heraus? Kann es den Kopf aufrecht und stabil halten? Wenn Sie diese Fragen mit "Ja" beantworten können, ist Ihr Baby wahrscheinlich bereit für die erste Beikost.

Laut "Netzwerk Gesund ins Leben" gibt es fünf Reifezeichen, die darauf hinweisen, dass der Start für die Beikost nun günstig ist:

  1. Das Baby kann mit Hilfe aufrecht sitzen und den Kopf selbstständig halten.

  2. Es interessiert sich dafür, was Eltern, Geschwister und andere Personen essen.

  3. Es verlangt nach dem, was andere essen.

  4. Es öffnet den Mund, wenn der Löffel kommt.

  5. Es drückt den Brei nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund.

Wenn Ihr Baby überhaupt nichts mit dem Löffel anfangen kann, braucht es vielleicht noch etwas mehr Zeit. Versuchen Sie es dann nach ein bis zwei Wochen Pause noch einmal. Sie sind sich unsicher, ob Ihr Kind schon so weit ist? Bitten Sie Ihren Kinderarzt oder Ihre Hebamme um Rat.

Wie wird Beikost eingeführt?

Um Beikost einzuführen, können Sie sich an folgenden vier Schritten orientieren:

  1. Zur Einführung der Beikost verwenden Sie erst einmal ausschließlich fein püriertes Gemüse wie Karotten oder Kürbis. Geben Sie dem Baby einige Löffel davon und füttern Sie es dann wie gewohnt mit Milch, bis es satt ist. Die Gemüsemenge können Sie nach und nach steigern und dann auch die weiteren Zutaten für den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ergänzen.

  2. Klappt das problemlos, füttern Sie etwa einen Monat nach der Einführung der Beikost ausschließlich Brei bei der Mittagsmahlzeit. Zu den anderen Mahlzeiten stillen Sie Ihr Kind wie gewohnt weiter.

  3. Einen Monat nachdem Sie die Beikost eingeführt haben, wird es dann Zeit für einen weiteren Brei. Mit einem Milch-Getreide-Brei ersetzen Sie die Abendmahlzeit.

  4. Nach Ablauf eines weiteren Monats, führen Sie wieder einen neuen Brei ein. Der Getreide-Obst-Brei wird bevorzugt am Nachmittag gegeben. Natürlich klappt das Einführen der Beikost in der Realität selten so reibungslos wie hier beschrieben. Machen Sie sich keine Sorgen: Bis das Essen vom Löffel funktioniert, erfordert es Geduld und Gelassenheit – das ist ganz normal.

Wie Sie die Babybreie für die Beikost selbst herstellen und aus welchen Zutaten die einzelnen Breie genau bestehen, erfahren Sie hier in unseren Rezepten.

Wird trotz Beikost weiter gestillt?

Wenn Sie die Beikost einführen, bedeutet dies nicht, dass Sie die Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung sofort vollständig ersetzen. Das Weiterstillen wird von den Fachgesellschaften sogar ausdrücklich empfohlen. Während Sie weiterhin stillen oder füttern, starten Sie schrittweise mit dem Beikostplan und der Brei wird nach und nach in den Speiseplan Ihres Babys eingeführt. Mit der Zeit lösen die Breimahlzeiten die Stillmahlzeiten dann komplett ab.

Tipps, um das Abstillen zu unterstützen

Beikost selber kochen oder fertig kaufen?

Grundsätzlich können Sie Beikost sowohl selbst herstellen als auch fertig kaufen – beides hat seine Vorteile. Ob selbst gemacht oder gekauft, für alle Beikost-Varianten gilt: Würzen oder süßen Sie die Breie nicht nach, auch wenn es für Sie fad schmeckt.

  • Babybrei selber machen: Achten Sie darauf, dass Sie Beikost immer frisch zubereiten. Selbstgemachter Brei bietet die Möglichkeit, verschiedene Geschmacksrichtungen zu kombinieren. Die wichtigsten Zutaten wie Gemüse, Kartoffeln und Fleisch sollten regelmäßig enthalten sein. Für Abwechslung sorgen Sie, indem Sie immer wieder andere Gemüse- und Obstsorten auswählen oder statt Fleisch gelegentlich Fisch verwenden. Füttern Sie glutenhaltiges Getreide in kleinen Mengen und führen Sie es in den Speiseplan ein, solange noch gestillt wird. Brei, den Sie selbst herstellen, können Sie auch einfrieren.

  • Babybrei fertig kaufen: Babybrei aus dem Gläschen eignet sich oft besonders für den Anfang, wenn das Kind noch keine großen Portionen isst. Wenn Sie Breie fertig kaufen, werfen Sie unbedingt einen Blick auf die Zutatenliste. Salze oder Aromen als Zusätze sind nicht empfehlenswert. Auch auf Rohmilch sollten Sie verzichten, da sie gesundheitliche Risiken für das Baby birgt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät außerdem von Trink-Breien ab, da sie schnell zur Überfütterung führen.

Babybrei-Rezepte: Die besten Zutaten für einen leckeren und gesunden Brei

Welche Getränke zur Beikost?

Bekommt Ihr Baby drei Mal Brei pro Tag, dann ist es nötig, dass es zusätzlich ausreichend trinkt. Dafür geeignet sind Trinkwasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Vollmilch eigent sich als Flaschengetränk hingegen im gesamten ersten Lebensjahr nicht und sollte auch danach nur zur Brotmahlzeit in einem Becher und nicht in der Nuckelflasche angeboten werden.

Was müssen Vegetarier und Veganer beim Einführen von Beikost beachten?

Eltern, die Ihre Kinder ausschließlich vegan (also ganz ohne tierische Produkte) ernähren wollen, sollten dies mit ihrem Kinderarzt besprechen, denn einige Fachgesellschaften raten davon ab. Gegebenenfalls ist in solchen Fällen eine Nährstoffsupplementierung erforderlich – zum Beispiel mit Vitamin B12. Auch Vegetarier müssen genau auf die Auswahl der Lebensmittel achten, damit das Kind genügend Eisen aufnimmt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, den fleischhaltigen Brei als vegetarischen Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei zuzubereiten und ihn gegebenfalls durch einen Vitamin-C-haltigen Saft oder Obstpüree zu ergänzen. Bitte besprechen Sie das genaue Vorgehen mit Ihrem Kinderarzt.

Zehn Tipps zum Beikost einführen

  1. Bieten Sie den ersten Brei vor der anstehenden Milchmahlzeit an, wenn Ihr Kind ohnehin hungrig ist. Zu hungrig sollte das Baby allerdings nicht sein.

  2. Bleiben Sie geduldig: Nicht bei allen Kindern klappt das Breiessen sofort.

  3. Nehmen Sie sich Zeit für die Mahlzeiten, denn es kann dauern, bis Ihr Kind fertig ist. Unternehmen Sie die ersten Breiversuche also nicht unter Zeitdruck.

  4. Schützen Sie Kleidung mit Lätzchen und füttern Sie an einem Ort, an dem Sie Flecken leicht wieder entfernen können. Es ist ganz normal, dass mit der Beikost anfangs viel gekleckert wird.

  5. Stellen Sie Kontakt mit Ihrem Kind her: Reden Sie mit ihm oder nehmen Sie es zum Füttern auf den Schoß.

  6. Geben Sie etwas Brei auf die Lippen und warten Sie, bis das Kind seinen Mund von selbst öffnet. Versuchen Sie nicht zwanghaft, den Löffel in den Mund zu schieben.

  7. Führen Sie neue Lebensmittel einzeln ein, um die Verträglichkeit zu testen.

  8. Ihr Baby weiß, wenn es satt ist, drängen Sie es deshalb nicht zum Weiteressen.

  9. Wenn Ihr Kind Ihrer Meinung nach zu früh mit dem Essen aufhört, unternehmen Sie ein bis zwei Versuche, es erneut zu motivieren. Möchte es dann immer noch nicht, reicht es für dieses Mal.

  10. Auch Väter sollten sich aktiv an der Einführung von Beikost beteiligen. Für sie ist es ebenfalls eine schöne Erfahrung, die zusammenschweißt.

Baby-Ernährung: Die besten Ernährungstipps für die Kleinsten
Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 25. April 2019
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