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Beikost einführen – Babys erster Brei

Autor: Viola Booth, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 04. September 2018

Beikost kann je nach Entwicklung und Bedürfnissen des Babys etwa ab dem fünften Lebensmonat gefüttert werden. Spätestens zum Ende des 6. Lebensmonats reicht die Zusammensetzung der Mutter- oder Flaschenmilch nicht mehr aus und es sollte mit dem Einführen der Beikost begonnen werden. Ideal ist es, wenn Ihr Baby schon Interesse an Lebensmitteln hat. Es sollte außerdem schon eigenständig gerade sitzen und den Kopf oben halten können.

Beikost einführen
Mit dem Einführen der Beikost eröffnen sich Ihrem Baby ganz neue Geschmackswelten.
© iStock.com/Geber86

Als Beikost wird die Nahrung bezeichnet, die Ihr Baby zusätzlich zur Muttermilch oder zur Säuglingsmilchnahrung bekommt. Sie kann sich als Brei aus Gemüse, Obst, Fleisch, Kartoffeln, Getreide und Ölen zusammensetzen.

Fünf Tipps zur Einführung von Beikost

Beikost einführen: Warum ist das wichtig?

Nach der Geburt ist Muttermilch die wertvollste Nahrung für Ihr Baby. Sie liefert dem Kind alle Nährstoffe, damit es wachsen und sich entwickeln kann. Zur optimalen Versorgung reichen Energie und Nährstoffe der Muttermilch mit zunehmendem Kindesalter allerdings nicht mehr aus. Dann ist es wichtig, die Beikost einzuführen. Beikost besteht aus Grundzutaten, die Ihrem Baby weitere Nährstoffe – wie etwa Eisen – zuführen. Sie erfüllt somit eine wichtige Aufgabe in der Kindsentwicklung.

Beikost selber kochen oder fertig kaufen?

Grundsätzlich können Sie Beikost sowohl selber herstellen als auch fertig kaufen – beides hat seine Vorteile. Achten Sie darauf, dass Sie Beikost immer frisch zubereiten. Selbstgemachter Brei bietet die Möglichkeit verschiedene Geschmacksrichtungen zu kombinieren und so für Vielfalt und Abwechslung zu sorgen. Die wichtigsten Zutaten wie Gemüse, Kartoffeln und Fleisch sollten regelmäßig enthalten sein. Brei, den Sie selbst herstellen, können Sie auch einfrieren. Wenn Sie Breie fertig kaufen, werfen Sie unbedingt einen Blick auf die Zutatenliste. Salze oder Aromen als Zusätze sind nicht empfehlenswert. Ob selbst gemacht oder gekauft, für alle Beikost-Varianten gilt: Würzen oder süßen Sie die Breie nicht nach, auch wenn es für Sie fad schmeckt. Bekommt Ihr Baby drei Mal Breie pro Tag, dann ist es nötig, dass es zusätzlich ausreichend trinkt. Trinkwasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees eignen sich dafür.

Wann sollten Sie Beikost einführen?

Über den Beikoststart wurde in Expertenkreisen schon viel diskutiert. Junge Eltern sind daher häufig verunsichert, wann Sie tatsächlich Beikost einführen sollen. Während früher die Empfehlung galt, dass Kinder in den ersten sechs Monaten ausschließlich durch das Stillen ernährt werden sollen, wurde der Beikoststart im Jahr 2010 neu definiert. In den aktuellen Handlungsempfehlungen zur "Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen" der Initiative "Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie" (Stand September 2016) heißt es nun, dass mit Einführen der Beikost frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Ende des 6. Monats (nicht vor dem Alter von 17 Wochen und nicht später als mit 26 Wochen) gestartet werden soll.

Beikost einführen - so geht's

Wenn Sie die Beikost einführen, bedeutet dies nicht, dass Sie die Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung sofort vollständig ersetzen. Das Weiterstillen wird von den Fachgesellschaften sogar ausdrücklich empfohlen. Während Sie weiterhin stillen oder füttern, starten Sie schrittweise mit dem Beikostplan und der Brei wird nach und nach in den Speiseplan Ihres Babys eingeführt. Nach und nach lösen die Breimahlzeiten die Stillmahlzeiten dann komplett ab.

Zur Einführung der Beikost können Sie Ihrem Baby vor der Milchmahlzeit am Mittag einige Löffel Gemüse-Kartoffel-Fleisch(oder Fisch)-Brei anbieten. Bei vegetarischer Ernährung kann ein Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei angeboten werden. Klappt das problemlos, füttern Sie langsam ausschließlich Brei bei der Mittagsmahlzeit. Zu den anderen Mahlzeiten stillen Sie Ihr Kind wie gewohnt weiter. Einen Monat nachdem Sie die Beikost eingeführt haben, wird es dann Zeit für einen weiteren Brei. Mit einem Milch-Getreide-Brei ersetzen Sie die Abendmahlzeit. Nach Ablauf eines weiteren Monats, führen Sie wieder einen neuen Brei ein. Der Getreide-Obst-Brei wird bevorzugt am Nachmittag gegeben.

Eltern, die Ihre Kinder ausschließlich vegan (also ganz ohne tierische Produkte) ernähren wollen, sollten dies mit ihrem Kinderarzt besprechen. Ggf. ist eine Nährstoffsupplementierung erforderlich.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Beikost?

Interessiert sich Ihr Baby für Ihr Essen? Kann es selbst schon Dinge in den Mund stecken und drückt es den Brei nicht mehr mit der Zunge heraus? Kann es den Kopf aufrecht und stabil halten? Wenn Sie diese Fragen mit "Ja" beantworten können, ist Ihr Baby wahrscheinlich bereit für die erste Beikost.

Diese Zeichen [4, 5] zeigen, dass Ihr Baby bereit für den Beikost-Start ist:

  • Das Baby kann mit Hilfe aufrecht sitzen und den Kopf selbstständig halten.
  • Es interessiert sich dafür, was Eltern, Geschwister und andere Personen essen.
  • Es verlangt nach dem, was andere essen.
  • Es öffnet den Mund, wenn der Löffel kommt.
  • Es drückt den Brei nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund.

Der richtige Zeitpunkt Beikost einzuführen, unterscheidet sich aber je nach Entwicklung und Bedürfnissen der Kinder. Wenn Ihr Baby überhaupt nichts mit dem Löffel anfangen kann, braucht es vielleicht noch etwas mehr Zeit. Sie sind sich unsicher, ob Ihr Kind schon so weit ist? Bitten Sie Ihren Kinderarzt oder Ihre Hebamme um Rat.

Baby-Ernährung: Die besten Ernährungstipps für die Kleinsten

Autor: Viola Booth, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 04. September 2018
Quellen

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