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Babys erster Brei

Beikost einführen: So klappt es mit dem Babybrei

Beikost enthält wichtige Nährstoffe für die Entwicklung deines Babys. Ab wann du Beikost einführen solltest, was Vegetarier und Veganer beachten müssen und was besser ist – selbst gekochter oder fertig gekaufter Babybrei.

Beikost
© GettyImages/Emely
Artikelinhalte auf einen Blick:
Fünf Tipps zur Einführung von Beikost

Was ist Beikost?

Als Beikost wird die Nahrung bezeichnet, die dein Baby zusätzlich zur Muttermilch oder zur Säuglingsmilchnahrung bekommt. Nach der Geburt ist Muttermilch die wertvollste Nahrung für dein Baby: Sie liefert dem Kind alle Nährstoffe, damit es wachsen und sich entwickeln kann. Zur optimalen Versorgung reichen Energie und Nährstoffe der Muttermilch mit zunehmendem Kindesalter allerdings nicht mehr aus. Dann ist es wichtig, die Beikost einzuführen. Sie erfüllt somit eine wichtige Aufgabe in der Kindsentwicklung.

Beikost besteht aus Grundzutaten, die deinem Baby weitere Nährstoffe – wie etwa Eisen – zuführen. Sie kann sich als Brei aus Gemüse, Obst, Fleisch, Kartoffeln, Getreide und Ölen zusammensetzen.

Ab wann solltest du Beikost einführen?

Über den Beikoststart wurde in Fachkreisen schon viel diskutiert. Junge Eltern sind daher häufig verunsichert, wann sie tatsächlich Beikost einführen sollen. Während früher die Empfehlung galt, dass Kinder in den ersten sechs Monaten ausschließlich durch das Stillen ernährt werden sollen, wurde der Beikoststart im Jahr 2010 neu definiert.

In den aktuellen Handlungsempfehlungen der Initiative "Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie" (Stand September 2016) heißt es nun, dass mit Einführen der Beikost frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Ende des 6. Monats gestartet werden soll.

Es handelt sich hierbei um ein Zeitfenster, in dem du mit Beikost beginnen kannst – einen Stichtag gibt es nicht. Das Baby zeigt selbst an, wann genau es bereit für feste Nahrung ist. Du musst also nicht pro forma ab dem fünften Monat ausprobieren, ob dein Kind Brei isst.

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, bereits früher mit der Beikost zu beginnen – zum Beispiel, wenn dein Baby aufgrund einer Erkrankung mehr Energie benötigt. Sollte dies auf euren individuellen Fall zutreffen, wird dich dein behandelnder Arzt dazu beraten.

Füttern: Daran erkennst du, ob dein Baby satt ist

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Erhöhtes Allergierisiko: Wann mit Beikost beginnen?

Es ist für Babys mit erhöhtem Allergierisiko nicht erforderlich, sie zu Beginn des fünften Monats zur Beikost zu drängen. Sind sie jedoch bereits reif für ihren ersten Brei, sollte die Beikosteinführung auch nicht weiter verzögert werden. Nahrungsmittel wie Ei oder Fisch müssen laut "Netzwerk Gesund ins Leben" auch bei erhöhtem Allergierisiko nicht gemieden werden – dies hat keinen allergievorbeugenden Effekt.

Beikost: Ist dein Baby bereit für Brei?

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Wie erkennst du, dass dein Baby für Beikost bereit ist?

Der richtige Zeitpunkt Beikost einzuführen, unterscheidet sich je nach Entwicklung und Bedürfnissen der Kinder. Interessiert sich dein Baby für dein Essen? Kann es selbst schon Dinge in den Mund stecken und drückt es den Brei nicht mehr mit der Zunge heraus? Kann es den Kopf aufrecht und stabil halten? Wenn du diese Fragen mit "Ja" beantworten kannst, ist dein Baby wahrscheinlich bereit für die erste Beikost.

Laut "Netzwerk Gesund ins Leben" gibt es fünf Reifezeichen, die darauf hinweisen, dass der Start für die Beikost nun günstig ist:

  1. Das Baby kann mit Hilfe aufrecht sitzen und den Kopf selbstständig halten.

  2. Es interessiert sich dafür, was Eltern, Geschwister und andere Personen essen.

  3. Es verlangt nach dem, was andere essen.

  4. Es öffnet den Mund, wenn der Löffel kommt.

  5. Es drückt den Brei nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund.

Wenn dein Baby überhaupt nichts mit dem Löffel anfangen kann, braucht es vielleicht noch etwas mehr Zeit. Versuche es dann nach ein bis zwei Wochen Pause noch einmal. Du bist dir unsicher, ob dein Kind schon so weit ist? Bitte deinen Kinderarzt oder deine Hebamme um Rat.

Wie wird Beikost eingeführt?

Um Beikost einzuführen, kannst du dich an folgenden vier Schritten orientieren:

  1. Zur Einführung der Beikost verwende erst einmal ausschließlich fein püriertes Gemüse wie Karotten oder Kürbis. Gib dem Baby einige Löffel davon und füttere es dann wie gewohnt mit Milch, bis es satt ist. Die Gemüsemenge kannst du nach und nach steigern und dann auch die weiteren Zutaten für den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ergänzen.

  2. Klappt das problemlos, füttere etwa einen Monat nach der Einführung der Beikost ausschließlich Brei bei der Mittagsmahlzeit. Zu den anderen Mahlzeiten stillst du dein Kind wie gewohnt weiter.

  3. Einen Monat nachdem du die Beikost eingeführt hast, wird es Zeit für einen weiteren Brei. Mit einem Milch-Getreide-Brei ersetzt du die Abendmahlzeit.

  4. Nach Ablauf eines weiteren Monats führst du wieder einen neuen Brei ein. Der Getreide-Obst-Brei wird bevorzugt am Nachmittag gegeben. Natürlich klappt das Einführen der Beikost in der Realität selten so reibungslos wie hier beschrieben. Mach dir keine Sorgen: Bis das Essen vom Löffel funktioniert, erfordert es Geduld und Gelassenheit – das ist ganz normal.

Babybrei für die Beikost selbst kochen und welche Zutaten du brauchst: Hier gibt's unsere Rezepte!

Wird trotz Beikost weiter gestillt?

Wenn du die Beikost einführst, bedeutet dies nicht, dass du die Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung sofort vollständig ersetzt. Das Weiterstillen wird von den Fachgesellschaften sogar ausdrücklich empfohlen. Während du weiterhin stillen oder die Flasche gibst, startest du schrittweise mit dem Beikostplan und der Brei wird nach und nach in den Speiseplan deines Babys eingeführt. Mit der Zeit lösen die Breimahlzeiten die Stillmahlzeiten dann komplett ab.

Tipps, um das Abstillen zu unterstützen

Beikost selber kochen oder fertig kaufen?

Grundsätzlich kannst du Beikost sowohl selbst herstellen als auch fertig kaufen – beides hat seine Vorteile. Ob selbst gemacht oder gekauft, für alle Beikost-Varianten gilt: Würze oder süße die Breie nicht nach beziehungsweise nur mit Kräutern statt Salz, auch wenn es für dich fad schmeckt.

Babys ersten Brei selber kochen: So simpel funktioniert es
  • Babybrei selber machen: Achte darauf, dass du Beikost immer frisch zubereitest. Selbstgemachter Brei bietet die Möglichkeit, verschiedene Geschmacksrichtungen zu kombinieren. Die wichtigsten Zutaten wie Gemüse, Kartoffeln und Fleisch sollten regelmäßig enthalten sein. Für Abwechslung sorgst du, indem du immer wieder andere Gemüse- und Obstsorten auswählst oder statt Fleisch gelegentlich Fisch verwendest. Füttere glutenhaltiges Getreide in kleinen Mengen und führe es in den Speiseplan ein, solange noch gestillt wird. Brei, den du selbst herstellst, kannst du auch einfrieren.

  • Babybrei fertig kaufen: Babybrei aus dem Gläschen eignet sich oft besonders für den Anfang, wenn das Kind noch keine großen Portionen isst. Wenn du Breie fertig kaufst, werfe unbedingt einen Blick auf die Zutatenliste. Salze oder Aromen als Zusätze sind nicht empfehlenswert. Auch auf Rohmilch solltest du verzichten, da sie gesundheitliche Risiken für das Baby birgt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät außerdem von Trink-Breien ab, da sie schnell zur Überfütterung führen.

Babybrei-Rezepte: Die besten Zutaten für einen leckeren und gesunden Brei

Welche Getränke zur Beikost?

Bekommt dein Baby drei Mal Brei pro Tag, dann ist es nötig, dass es zusätzlich ausreichend trinkt. Dafür geeignet sind Trinkwasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Vollmilch eigent sich als Flaschengetränk hingegen im gesamten ersten Lebensjahr nicht und sollte auch danach nur zur Brotmahlzeit in einem Becher und nicht in der Nuckelflasche angeboten werden.

Vegetarische oder vegane Beikost: Das musst du beim Einführen von Beikost beachten

Eltern, die ihre Kinder ausschließlich vegan (also ganz ohne tierische Produkte) ernähren wollen, sollten dies mit deiner*deinem Kinderärztin*Kinderarzt besprechen, denn einige Fachgesellschaften raten davon ab. Gegebenenfalls ist in solchen Fällen eine Nährstoffsupplementierung erforderlich – zum Beispiel mit Vitamin B12. Auch Vegetarier*innen müssen genau auf die Auswahl der Lebensmittel achten, damit das Kind genügend Eisen aufnimmt.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, den fleischhaltigen Brei als vegetarischen Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei zuzubereiten und ihn gegebenfalls durch einen Vitamin-C-haltigen Saft oder Obstpüree zu ergänzen. Bitte bespreche das genaue Vorgehen mit deiner*deinem Kinderärztin*Kinderarzt.

Zehn Tipps zum Beikost einführen

  1. Biete den ersten Brei vor der anstehenden Milchmahlzeit an, wenn dein Kind ohnehin hungrig ist. Zu hungrig sollte das Baby allerdings nicht sein.

  2. Bleibe geduldig: Nicht bei allen Kindern klappt das Breiessen sofort.

  3. Nehmt euch Zeit für die Mahlzeiten, denn es kann dauern, bis dein Kind fertig ist. Unternehme die ersten Breiversuche also nicht unter Zeitdruck.

  4. Schütze Kleidung mit Lätzchen und füttere an einem Ort, an dem du Flecken leicht wieder entfernen kannst. Es ist ganz normal, dass mit der Beikost anfangs viel gekleckert wird.

  5. Stelle Kontakt mit deinem Kind her: Rede mit ihm oder nehme es es zum Füttern auf den Schoß.

  6. Gebe etwas Brei auf die Lippen und warte, bis das Kind seinen Mund von selbst öffnet. Versuche nicht zwanghaft, den Löffel in den Mund zu schieben.

  7. Führe neue Lebensmittel einzeln ein, um die Verträglichkeit zu testen.

  8. Dein Baby weiß, wenn es satt ist, dränge es deshalb nicht zum Weiteressen.

  9. Wenn dein Kind deiner Meinung nach zu früh mit dem Essen aufhört, unternehme ein bis zwei Versuche, es erneut zu motivieren. Möchte es dann immer noch nicht, reicht es für dieses Mal.

  10. Auch Väter sollten sich aktiv an der Einführung von Beikost beteiligen. Für sie ist es ebenfalls eine schöne Erfahrung, die zusammenschweißt.

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