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Gefährlicher Säuglingsbotulismus

Kein Honig für das Baby

Honig ist für Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren nicht empfehlenswert. Grund sind die Sporen eines Bakteriums, dessen Gift bei ihnen zu lebensbedrohlichen Atemlähmungen führen kann.

Kein Honig für Babys
Honig für Babys? Besser erst nach dem zweiten Geburtstag.
© iStock.com/Lisa5201

Wie in allen Naturprodukten können auch im Honig Bakterien stecken. Besonders Clostridium botulinum ist für Babys gefährlich: Der unreife Darm des Babys kann das Bakterium nicht abwehren. Dabei bilden die Clostridien Giftstoffe, die das Nervensystem angreifen. Diese Toxine führen zu Muskellähmungen und in der Folge auch zu einer lebensbedrohlichen Lähmung der Atemmuskulatur.

In diesem Artikel lesen Sie:

Säuglingsbotulismus durch Honig

In den ersten beiden Lebensjahren, besonders in den ersten sechs Lebensmonaten, ist der Darm von Babys besonders anfällig für Sporen von Clostridium botulinum in Lebensmitteln wie Honig. Die Bakterien bilden Gifte, die zu Lähmungen der Muskulatur führen. Auch die Atemmuskulatur ist davon betroffen. Unbehandelt führt diese als Botulismus bezeichnete Erkrankung in den meisten Fällen zum Tode.

Botulismus beim Säugling äußert sich zunächst durch unklare Symptome. Als erstes tritt eine hartnäckige Verstopfung auf.

Betroffene Babys:

  • sind ruhelos
  • verweigern die Nahrung
  • machen einen "schlappen" Eindruck
  • haben Probleme beim Schlucken
  • können die Augen nicht richtig öffnen.

Säuglingsbotulismus ist ein medizinischer Notfall, weshalb bei Verdacht sofort ein Arzt aufgesucht werden sollte. Das Baby wird intensivmedizinisch überwacht und eventuell beatmet. Je nachdem, wann das kontaminierte Lebensmittel gegessen wurde, kommt auch eine Magenspülung in Betracht. Antitoxine können gegeben werden, um eine weitere Aufnahme von Toxin durch die Körperzellen zu verhindern.

Nicht nur Honig kann Babys gefährlich werden

Laut Robert Koch-Institut steht zwar Honig bei Babys in einigen Fällen mit Säuglingsbotulismus in Verbindung steht, in vielen Fällen wurde jedoch kein Honig vom Baby konsumiert. Andere Quellen für Clostridien können Naturprodukte wie Kräuter oder Tee sein. Um mögliche Sporen abzutöten, sollte Babytee immer mit sprudelnd kochendem Wasser gebrüht werden.

Kochen und Backen: Sicherer Honig für Babys?

Clostridien gehören zu den hitzebeständigen Bakterien. Lebensmittel müssen über einen ausreichenden Zeitrum mindestens auf 100 Grad Celsius erhitzt werden, um die Bakterien abzutöten. Das Robert Koch-Institut empfiehlt "keine zu kurzen Garzeiten" und mindestens 85 Grad Celsius beim Aufwärmen von Speisen. Das Einfrieren überstehen die Bakterien problemlos.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Speisen mit Honig nicht von Babys verzehrt werden – selbst wenn sie vorher erhitzt wurden. Das gilt besonders für Fertignahrungsmittel beziehungsweise nicht selbst zubereitete Speisen.

Honig: Beim Baby konsequent vermeiden

Manchmal wird Honig für Babys als "Heilmittel" empfohlen. Tatsächlich enthält er viele wertvolle Inhaltsstoffe. Trotzdem schaden Hausmittel bei Erkältungen wie Kräutertee mit Honig, dem Baby mehr, als dass sie ihm nützen.

Auch das Gerücht, der süße Honig auf den Brustwarzen stillender Mütter oder auf dem Schnuller sei gut, um das Saugen anzuregen, hält sich hartnäckig. Lassen Sie sich durch solche gut gemeinte Ratschläge nicht verunsichern und vermeiden Sie Honig bei Ihrem Baby konsequent.

Alternative Ahornsirup?

Als natürliches Süßungsmittel wird Ahornsirup immer beliebter. Viele Eltern setzen auf die natürliche Süße und verwenden ihn gern wie Honig. Doch auch Ahornsirup ist ein Naturprodukt und als solches kann er schädliche Bakteriensporen enthalten, denen der Darm des Babys noch nicht gewachsen ist. Auch hier gilt: Ahornsirup nicht für Kinder unter zwei Jahren.

Baby-Ernährung: Die besten Ernährungstipps für Säuglinge

Ist Honig für Kleinkinder erlaubt?

Ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr dürfen Kleinkinder Honig genießen. Sie verfügen nun über eine stabile Darmflora, in der sich krank machende Keime nicht mehr so ungebremst vermehren können. Die Gefahr eines Säuglingsbotulismus mit Atemlähmungen besteht bei ihnen nicht mehr. Denken Sie jedoch daran: Honig enthält Zucker und gilt damit als Süßigkeit, die Kinder nur in Maßen erhalten sollten.

Unterschiedliche Empfehlungen zum Honig für Babys

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie als Herausgeberin der wissenschaftlichen Leitlinien für Botulismus sieht Honig für Kinder unter zwei Jahren grundsätzlich als nicht geeignet an. Währenddessen empfehlen andere Fachgesellschaften wie das Robert Koch-Institut, Honig Babys lediglich im ersten Lebensjahr nicht zu geben. In diesem Artikel beziehen wir uns auf die Leitlinien und empfehlen daher, Babys erst ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr mit Honig zu füttern.

Botulismus bei älteren Kindern und Erwachsenen

Botulismus kann auch ältere Kinder und Erwachsene treffen. Sie sind allerdings weniger anfällig dafür als Säuglinge mit ihrer noch unreifen Darmflora.

Das Bakterium Clostridium botulinum benötigt nämlich keinen Sauerstoff und vermehrt sich deshalb gut in vakuumverpackten Lebensmitteln. Bei Temperaturen zwischen minus einem und sieben Grad Celsius wird die Vermehrung aber gehemmt. Es empfiehlt sich daher, Räucherfisch und Wurstwaren immer gut zu kühlen und die Kühlkette nicht zu unterbrechen.

Auch in Konserven und vor allem selbst eingemachten oder eingelegten Marmeladen oder Gemüsen können krank machende Bakterien enthalten sein. Diese sollten beim Einwecken deshalb am besten mindestens zwei Mal gut erhitzt werden.

Symptome von Botulismus

Wann die ersten Symptome von Botulismus auftreten, ist abhängig von der Giftmenge. Bereits zwölf bis 36 Stunden und in leichteren Fällen bis zu acht Tagen nach Aufnahme der Bakterien kommt es zu:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall

Zudem treten neurologische Symtpome, vor allem Sehstörungen (Doppelbilder, Verschwommensehen), auf. Sprech- und Schluckstörungen sowie Lähmungen von Armen und Beinen bis hin zu Lähmungen der Atemmuskulatur sind die Folge. Bei Botulismus handelt es sich auch bei Erwachsenen um einen medizinischen Notfall, es sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Beikost: Ist Ihr Baby bereit für Brei?

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