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Milcheinschuss: Wann beginnt die Milchproduktion?

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2020

Brüste und Brustwarzen werden prall und größer, die Haut fühlt sich warm und gespannt an: Etwa zwei bis drei Tage nach der Geburt kommt es zum Milcheinschuss. Er ist das Zeichen dafür, dass die Milchproduktion nun richtig losgeht.

Milcheinschuss: Wann beginnt die Milchproduktion?
Etwa zwei bis drei Tage werden die Brüste noch einmal deutlich größer und fühlen sich geschwollen an: Der Milcheinschuss beginnt und die Milchproduktion nimmt richtig Fahrt auf.
© iStock.com/skynesher

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Was ist der Milcheinschuss?

Als Milcheinschuss wird der Moment bezeichnet, ab dem die Produktion der Muttermilch in den Brüsten so richtig in Gang kommt. Das geschieht aber noch nicht unmittelbar nach der Geburt.

In den ersten Stunden und Tagen nach der Entbindung produzieren die Brüste der Mutter die sogenannte Vormilch (Kolostrum). Vormilch hat eine andere Zusammensetzung als die reife Muttermilch, sie ist gelblich und beim Stillen kommen nur wenige Tropfen mit einer eher klebrigen Konsistenz heraus. Sie ist aber für Neugeborene genau die richtige Nahrung, denn sie steckt voller Immunstoffe und ist durch ihren hohen Eiweiß- und geringen Kohlenhydrateanteil leicht verdaulich. Außerdem ist der Magen eines Neugeborenen noch sehr klein (etwa so groß wie eine Murmel) und fasst ohnehin noch keine größeren Mengen.

Kurz darauf beginnen die Brüste jedoch, wesentlich mehr Milch zu produzieren. Diesen Zeitpunkt nennt man Milcheinschuss. Gleichzeitig sammelt sich mehr Gewebeflüssigkeit (Lymphe) in den Brüsten und die Durchblutung erhöht sich. Die Brüste fühlen sich prall und regelrecht geschwollen an, werden größer und schwerer.

Lesen Sie hier mehr über die Ernährung Neugeborener.

Wann kommt es zum Milcheinschuss?

Durchschnittlich zwei bis drei Tage, manchmal auch später, nach der Geburt beginnt der Milcheinschuss. Ausgelöst wird er durch das Zusammenspiel verschiedener Hormone: Während der Schwangerschaft sorgen die Schwangerschaftshormone, allen voran Progesteron und Östrogen, für das Wachstum der Brustdrüsen und die Bildung von neuen Milchgängen. Sie unterdrücken aber auch das Hormon Prolaktin, das vor allem für die Milchbildung verantwortlich ist.

Nach Entbindung des Babys und der vollständigen Geburt der Plazenta fällt der Spiegel der Schwangerschaftshormone ab – nun kann das Prolaktin ungehindert seine Funktion erfüllen. Wann genau der Milcheinschuss stattfindet, ist verschieden. Geburtsinterventionen wie die Gabe von Schmerzmitteln (PDA) oder Kaiserschnitt sind tendenziell mit einem etwas späteren Milcheinschuss verbunden.

Wann der Milcheinschuss nach einer Frühgeburt auftritt, hängt damit zusammen, ob die Mutter nach der Geburt regelmäßig stillen oder Milch abpumpen konnte. Ideal ist es, so früh wie möglich damit anzufangen. Frühchen, die noch zu schwach zum Stillen an der Brust sind, profitieren aufgrund der Nährstoffzusammensetzung besonders von der abgepumpten Muttermilch.

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Anzeichen für den Milcheinschuss

Das deutlichste Anzeichen für die initiale Brustdrüsenschwellung, wie der Milcheinschuss medizinisch heißt, ist ein starkes Spannungsgefühl in den Brüsten. Bei vielen Frauen zeichnen sich die Venen unter der Haut nun deutlich ab, die Brüste nehmen noch einmal deutlich an Volumen zu – bis zu eine BH-Größe ist drin. Besonders der Bereich um den Warzenhof kann sich knotig anfühlen. Manche Frauen haben eine leicht erhöhte Körpertemperatur. Auch das ist im Rahmen normal und als Milchfieber bekannt.

In der Regel legen sich diese Symptome relativ schnell wieder. Wichtigste Maßnahme ist jetzt das Stillen: Legen Sie Ihr Baby so oft es geht an. Das reguliert die Milchproduktion und nach einigen Tagen haben die Brüste ihre "normale" Stillgröße erreicht. Um Ihrem Baby das Andocken an die geschwollene Brust zu erleichtern, kann es hilfreich sein, die Brust vor dem Stillen sanft auszustreichen oder ganz wenig Milch abzupumpen.

Beschwerden durch den Milcheinschuss sanft lindern

Die Brüste sind jetzt sehr empfindlich. Manchmal fühlen sich die Symptome auch sehr unangenehm an. Die beste Vorbeugung gegen eine zu starke Brustdrüsenschwellung ist häufiges Stillen des Babys – und zwar am besten ab kurz nach der Geburt. Selbst, wenn nur wenige Tropfen herauskommen, wird Ihr Baby durch die Vormilch ideal versorgt. Sein Magen ist ohnehin sehr klein und kann gar nicht mehr Milch aufnehmen.

Um die Beschwerden zu lindern können Sie:

  • Die Brüste lauwarm wärmen: Sanfte Wärme kann während dieser Zeit guttun. Zimmertemperatur oder lauwarm reicht aus, wenn die Haut sich sehr warm anfühlt. Außerdem regt Wärme den Milchspendereflex an, was dazu beitragen kann, dass sich die Milchproduktion nach dem Milcheinschuss schneller reguliert. Verzichten Sie lieber auf das Kühlen, denn es kann die Milchbildung kurzzeitig hemmen.
  • Sich flach auf den Rücken legen: Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung werden die Brüste nicht allein durch die Milch so schwer. Vielmehr wird sie auch besser durchblutet und mehr Lymphflüssigkeit wandert in die Brüste. Um den Lymphabfluss durch die Schwerkraft natürlich zu fördern, legen Sie sich einfach ab und zu flach auf den Rücken.
  • Sich schonen: Das beste Mittel gegen Beschwerden durch den Milcheinschuss sind Erholung und Ruhe. Lassen Sie sich im Wochenbett nach Möglichkeit verwöhnen, legen Sie sich öfter hin. Das gilt vor allem, wenn Sie sich etwas unwohl fühlen. Das ist im gewissen Rahmen ganz normal.
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Den Milcheinschuss fördern

Beim Stillen regelt die Nachfrage das Angebot: Je öfter und mehr ein Baby trinkt, desto mehr Milch produzieren die Brüste. Der Milcheinschuss lässt sich fördern, indem das Neugeborene in den ersten Lebenstagen möglichst häufig angelegt wird. Ideal ist bereits kurz nach der Geburt. Das Saugen an der Brustwarze fördert die Ausschüttung von Prolaktin, was wiederum den Milcheinschuss und die Milchbildung (Laktation) fördert.

Zusätzlich kann Wärme die Milchproduktion ankurbeln. Legen Sie dafür einen feucht-warmen Umschlag um Ihre Brüste oder setzen Sie sich vor eine Rotlichtlampe. Schon wenige Minuten genügen. Auch das sanfte Schaukeln der Brüste und sanfte(!) Massage können den Milcheinschuss unterstützen.

Lesen Sie hier mehr darüber, wie Sie die Milchbildung anregen können.

Milcheinschuss nach Kaiserschnitt

Frauen, die ihr Baby per Kaiserschnitt geboren haben, können grundsätzlich ganz normal stillen. Bei ihnen tritt der Milcheinschuss tendenziell etwas verzögert ein, durchschnittlich 24 Stunden später. Die Ursache dafür ist noch nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich hängt der spätere Milcheinschuss mit dem etwas späteren Bonding nach einem Kaiserschnitt zusammen. Auch eine etwas veränderte Hormonausschüttung wird als Ursache diskutiert. Experten empfehlen ein möglichst frühes Bonding und nach Möglichkeit einen frühen Stillbeginn auch nach Kaiserschnitt.

Lesen Sie hier mehr über das Stillen nach Kaiserschnitt.

Das passiert beim Stillen in der Brust

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Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2020
Quellen
Beiträge im Forum "Babyernährung"
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