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Methoden der künstlichen Befruchtung

Reproduktionsmedizin

Die Reproduktionsmedizin setzt dann an, wenn es auf natürlichem Wege nicht zu einer Schwangerschaft (und Geburt) kommt. Heute sind die Methoden der Reproduktionstechnik sehr vielversprechend.

Reproduktionsmedizin: Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch
© iStock.com/Vesnaandjic

In deutschen Kinderwunschzentren wurden im Jahr 2017 laut Deutschen IVF-Registers e.V. über 68.000 Frauen behandelt und fast 110.000 Zyklen erfasst. Das ist eine gewaltige Zunahme im Vergleich zu den Anfangsjahren der Reproduktionsmedizin: Die Aufzeichnungen für das Deutsche IVF-Register starteten 1982 mit gerade einmal 742 Zyklen, im Jahr 1990 waren es noch knapp über 8.500. Besonders in den letzten Jahren sind die Methoden der künstlichen Befruchtung immer vielversprechender geworden: Bei knapp 30 Prozent lagen im Jahr 2016 die Erfolgschancen (= geborene Kinder) durch In-Vitro-Fertilisation (IVF), Samenübertragung (ICSI) und Kryo-Embryotransfer.

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Methoden der Reproduktionsmedizin

Sie werden oft unter der Bezeichnung "künstliche Befruchtung" zusammengefasst, genauer wäre aber der Begriff "assistierte Reproduktionstechniken". Denn in der Reproduktionsmedizin geht es darum, ungewollt kinderlose Menschen bei der Befruchtung zu unterstützen, da diese aus verschiedenen Gründen nicht auf natürlichem Wege, also durch vaginalen Geschlechtsverkehr, zustande kommen kann.

Die erste überhaupt angewandte Methode der Reproduktionsmedizin ist die In-Vitro-Fertilisation (IVF). Bei der IVF werden der Frau Eizellen entnommen und im Reagenzglas mit Spermien des Partners oder eines Samenspenders zusammengebracht. Die Befruchtung findet also in vitro, das ist lateinisch für "im Glas", statt. Anschließend werden der Frau eine oder zwei befruchtete Eizellen in die Gebärmutter gesetzt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Schwangerschaft ist nun, dass sich mindestens eine der Eizellen in der Gebärmutterwand einnistet.

Seit der ersten erfolgreichen IVF-Schwangerschaft und Geburt 1978 hat die Reproduktionsmedizin große Fortschritte gemacht und damit zahlreiche weitere Methoden und Varianten hervorgebracht. Eine Übersicht:

  • In-Vitro-Fertilisation (IVF): Ei- und Samenzellen werden außerhalb des Körpers zusammengebracht und maximal zwei bis drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutter gesetzt.

  • Insemination (Samenübertragung oder IUI): Bei der am häufigsten angewandten Methode der Reproduktionsmedizin wird das vorher aufbereitete Sperma zum Zeitpunkt des Eisprungs in den Eileiter, die Gebärmutter oder vor den Muttermund gespritzt.

  • ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion, Mikroinjektion): Nach Entnahme wird eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle gebracht und die befruchtete Eizelle anschließend in die Gebärmutter gesetzt.

  • Intratubarer Gametentransfer (GIFT): Bei dieser Mischform aus Insemination und IVF werden vorher entnommene Ei- (maximal drei) und Samenzellen vermischt und zusammen wieder in den Eileiter gebracht. Die Befruchtung findet also im Inneren des Körpers statt.

  • TESE: Werden in den Hoden des Mannes keine Spermien produziert, kann mittels Hodenbiopsie versucht werden, Samenzellen aus dem Hodengewebe zu gewinnen. Dieses Verfahren wird Testikuläre Spermienextraktion, kurz: TESE, genannt.

  • Dehydroepiandrosteron (DHEA): Das Geschlechtshormon DHEA kann unterstützend zur Kinderwunschbehandlung verabreicht werden, um die Eizellqualität zu verbessern. Sein Einsatz ist nicht unumstritten.

Die Methoden der künstlichen Befruchtung im Überblick

Umstrittene Methoden in der Reproduktionsmedizin

Es gibt zahlreiche Reproduktionstechniken, die in Deutschland aus ethischen Gründen nicht erlaubt sind.

  • Leihmutterschaft: Eine Leihmutter trägt das Kind eines anderen Paares aus und bekommt dafür entweder eine bereits befruchtete Eizelle, die nicht von ihr stammt, eingesetzt. Eine andere Variante der Leimutterschaft ist, dass die Leihmutter auch die biologische Mutter des Kindes ist und mit dem Samen des Vaters befruchtet wird (meist per IVF oder Insemination). In Deutschland ist Leihmutterschaft nicht erlaubt.

  • Eizellspende: Bei der Eizellspende wird die befruchtete Eizelle einer anderen Frau in die Gebärmutter der Empfängerin eingesetzt, die das Kind austrägt, aber nicht die biologische Mutter ist. Auch die Eizellspende ist in Deutschland nicht erlaubt.

  • Embryonenspende : Paare, die nach einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung noch befruchtete Eizellen auf Eis liegen haben, können diese spenden. So eine Embryonenspende ist in Deutschland nur zu nichtkommerziellen Zwecken an andere Paare, die sonst keine Chance auf biologisch eigenen Nachwuchs haben, erlaubt.

  • Künstliche Befruchtung im Ausland: Immer mehr Paare zieht es zur Fruchtbarkeitsbehandlung raus aus Deutschland. Was ist dran an dem Gerücht, dass die Reproduktionsmedizin im Ausland fortschrittlicher ist?

Erfolgschancen der Reproduktionsmedizin verbessern?

Inzwischen bieten zahlreiche sogenannte Kinderwunschzentren mit Spezialisierung auf die assistierten Reproduktionstechniken ihre Dienste an. Menschen mit Kinderwunsch können hier auf gebündeltes Expertenwissen aus einer Hand zurückgreifen. Teilweise werden hier auch spezielle und neue Techniken angewendet, wenn die üblichen Methoden nicht erfolgreich waren. 

  • Kinderwunschzentrum: In solchen Fachpraxen und -kliniken sind die Ärzte auf die Behandlungen der Reproduktionsmedizin spezialisiert. Kinderwunschzentren gelten als erste Anlaufstelle für Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch.

  • Spezielle Techniken bei künstlicher Befruchtung: Blastozystentransfer, Assisted Hatching und EmbryoGlue – diese Methoden sollen die Erfolgschancen anderer Reproduktionstechniken erhöhen.

  • Einfrieren von Keimzellen (Kryokonservierung): So funktioniert das Einfrieren von Samen- oder Eizellen für den späteren Kinderwunsch.

  • Social Freezing: Das Einfrieren von Eizellen für den späteren Kinderwunsch wird längst nicht mehr nur vor der Behandlung von schweren Erkrankungen (wie Chemotherapie) durchgeführt.

Medikamente in der Reproduktionsmedizin

Verschiedene Medikamente zur Fruchtbarkeitsbehandlung können unterstützen, indem sie zum Beispiel den Eisprung auslösen (wie Clomifen oder Metformin) oder den Zyklus regulieren (wie Mönchspfeffer).

  • Clomifen: Clomifen ist ein Antiöstrogen. Es suggeriert dem Körper, dass er zu wenig Östrogen produziert. In der Folge werden vermehrt Hormone ausgeschüttet, die indirekt den Eisprung auslösen können.

  • Metformin: Bei Frauen mit Insulinresistenz, Diabetes oder PCO-Syndrom kann das Diabetesmedikament Metformin zur Senkung des Blutzuckerspiegels und Zyklusnormalisierung eingesetzt werden.

  • Mönchspfeffer: Der pflanzliche Wirkstoff wirkt zyklusregulierend, unterstützt den Eisprung und verlängert die zweite Zyklushälfte – die Chancen auf eine Einnistung werden so erhöht.

Wiederherstellung der Fruchtbarkeit

Nach einer Sterilisation kann bei erneut aufkommendem Kinderwunsch die Fruchtbarkeit teilweise wiederhergestellt werden. Bei Männern ist dieser Eingriff etwas leichter und erfolgsversprechender als bei Frauen. Solche Refertilisierungen sind zwar streng genommen kein Teil der Reproduktionsmedizin, lassen sich aber mit bestimmten Techniken kombinieren, um die Erfolgschancen zu erhöhen.

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