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Freitag, 23. Juni 2017
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Einnistungsblutung (Nidationsblutung)

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Eine Einnistungsblutung kann, aber muss kein Hinweis auf eine Schwangerschaft sein - Aufschluss gibt erst der Schwangerschaftstest
(c) iStockphoto/Daniela Jovanovska-Hristovska

Wenn sich in der Gebärmutterschleimhaut eine befruchtete Eizelle einnistet, findet eine Einnistungsblutung statt. Diese ist allerdings in den seltensten Fällen äußerlich sichtbar.

Ja, es gibt sie wirklich - die ominöse Einnistungsblutung (Nidationsblutung), über die in Kinderwunsch-Foren so viel diskutiert wird. Sie ist ein völlig normaler Vorgang, der etwa fünf bis zehn Tage nach dem Eisprung stattfindet, wenn sich nämlich der Embryo, der zu dem Zeitpunkt noch Blastozyste heißt, über die Gebärmutterschleimhaut Zugang zu den mütterlichen Gefäßen verschaffft, sich also in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Allerdings kommt es nur in wenigen Fällen dazu, dass sie auch äußerlich sichtbar wird, nämlich dann, wenn es bei dem Vorgang der Einnistung zu einer stärkeren Blutung kommt. Laut Expertenmeinung tritt eine sichtbare Einnistungsblutung eher selten auf.

Wie lange dauert sie und wie sieht sie aus?

Die sichtbare Einnistungsblutung ist eine eher schwache und schnell wieder abnehmende Blutung mit wenig und eher rosa bis hellrotem Blut. Auf die Farbe kommt es dabei aber gar nicht an. So kann eine bräunliche, leichte Blutung ebenfalls durch die Einnistung verursacht werden, nämlich dann, wenn die Blutung eher schwach ist und daher nur sehr langsam abläuft. In dieser Zeit kann sich die Farbe der Blutung an der Luft bereits verändert haben. Die Dauer ist sehr kurz. Schmerzen sind in der Regel nicht mit dieser Einnistungsblutung verbunden.

Die Einnistungsblutung spielt aus medizinischer Sicht keine Rolle, weshalb es zu diesem Thema auch keine umfassende wissenschaftliche Literatur gibt. Vermutlich ist das Thema im Internet ziemlich stark aufgekommen, da Frauen mit Kinderwunsch sich intensiv mit ihrem Körper befassen und schon früh nach Schwangerschaftsanzeichen suchen und Veränderungen ihres Körpers deuten.

Kann man daran eine Schwangerschaft erkennen?

Leider ist eine vermeintliche Einnistungsblutung überhaupt kein verlässliches Zeichen für eine Schwangerschaft. Im Gegenteil: Eine Blutung um diesen Zeitpunkt herum kann ebenso durch den Hormonabfall in der zweiten Zyklushälfte hervorgerufen werden oder ein Zeichen für Progesteronmangel sein.

Eine Studie zum Thema Einnistungsblutung nach künstlicher Befruchtung kam zu dem Ergebnis, dass es keinen Zusammenhang zwischen erfolgreicher Behandlung (also intakter Schwangerschaft) und einer kurzen Blutung in der zweiten Zykushälfte gibt. Auch Frauen, die nicht schwanger waren, hatten solche vermeintlichen Einnistungsblutungen.

Unterschied: Periode oder Einnistungsblutung?

Normalerweise kann eine Einnistungsblutung nicht mit der Periode verwechselt werden. Der Unterschied liegt schon im Zeitraum: Die Einnistungsblutung findet fünf bis zehn Tage nach dem Eisprung statt, die Periode hingegen kommt üblicherweise etwa 14 Tage nach dem Eisprung. Selbst wenn eine Schwangerschaft eingetreten ist, wäre eine Blutung 14 Tage nach dem Eisprung bereits zu spät, denn dann ist die Einnistung bereits geschehen. Zudem besteht eine Einnistungsblutung oft nur aus wenigen Tropfen oder Schlieren. Die Farbe ist dabei zweitrangig, denn je schwächer die Blutung ist, desto langsamer läuft sie ab. Je länger sie "an der Luft" ist, desto eher verändert sich noch die Farbe. Vor allem aber wird sie in den darauffolgenden Tagen nicht stärker, wie das bei einer normalen Periodenblutung zu erwarten wäre.

Fazit

Eine (vermeintliche) Einnistungsblutung kann, aber muss kein Hinweis auf eine Schwangerschaft sein - Aufschluss gibt letztendlich nur ein Schwangerschaftstest.  Sehr oft gibt es auch eine andere Ursache für die Zwischenblutung. Sollte dies öfters auftreten, sollte dies dem Arzt berichtet werden.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. Februar 2017
Quellen: Luteal Phase Bleeding Does Not Accurately Predict Ongoing Pregnancy In IVF: http://www.medicalnewstoday.com/releases/129618.php (Abruf: Dezember 2015); Höfer, S., Scholz, A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer Verlag, München 2014

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