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Androgene der Frau

Androstendion (ASD): Wichtiges Hormon für die Frau

Wie viele Androgene hat auch das das Prohormon Androstendion wichtige Funktionen im weiblichen Zyklus. Doch was bedeuten zu hohe oder zu niedrige Werte?

Selbstbewusste junge Frau
© Getty Images/Oliver Rossi

Artikelinhalte auf einen Blick:

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Was ist Androstendion?

Androstendion ist neben Testosteron und Dehydroepiandrosteron (DHEA) ein wichtiges Androgen der Frau. Es kann bei bestimmten Hormonstörungen zur Behandlung bei Kinderwunsch eingesetzt werden. Androstendion ist ein Prohormon (Vorläuferhormon) und wird im Fettgewebe zu Testosteron und Estron, einem Östrogen, umgebaut.

Im Gegensatz zum stark wirkenden Testosteron kommt Androstendion im Körper der geschlechtsreifen Frau in sehr viel größerer Menge vor, hat jedoch auch die schwächere Wirkung. Es wird etwa zu gleichen Teilen in den Nebennieren und in den Eierstöcken unter dem Einfluss des luteinisierenden Hormons (LH) gebildet. Mit zunehmendem Alter sinkt der Androstendionspiegel, das Hormon wird nach der Menopause auch nur noch zu einem kleinen Teil in den Eierstöcken produziert.

Auch für Männer ist Androstendion ein wichtiges Sexualhormon. Bei ihnen wird es primär in den Hoden gebildet.

Androstendion-Werte: Wie werden sie bestimmt?

Androstendion wird immer dann bestimmt, wenn der Verdacht auf eine androgenabhängige Störung vorliegt bzw. diese ausgeschlossen werden soll. Bei Frauen ist das oft die sogenannte Vermännlichung (Virilisierung), die mit Haarausfall, einer tiefer werdenden Stimme oder auch männlicher Körper- und Gesichtsbehaarung einhergeht.

Androstendion kann zusammen mit Testosteron oder alternativ zu diesem in der Primärdiagnostik des gestörten Androgenhaushalts eingesetzt werden (zum Beispiel bei einem PCO-Syndrom und wann immer die Eireifung gestört ist, inklusive Amenorrhoe (Ausbleiben der Periode)).

Die Menge von Androstendion im Blut verändert sich im Laufe des Tages, die Werte liegen in den frühen Morgenstunden etwa 30 Prozent höher als in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden.

Auch der weibliche Zyklus hat einen Einfluss auf den Androstendion-Wert. So sind die Konzentrationen des Hormons in der ersten Zyklushälfte (Follikelphase) höher als in der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase). Die Blutentnahme sollte deshalb möglichst in der frühen Follikelreifungsphase erfolgen (Zyklustag 3), da außerhalb dieses Zeitraums die Konzentrationen von Androgenen, auch die des Androstendions, in größerem Ausmaß schwanken.

Warum ist das Androstendion erhöht?

Ist das Androstendion zu hoch, hat das verschiedene Gründe. Bei Frauen können die Androstendionspiegel unter Medikamenten wie zum Beispiel Clomifen bzw. Metapiron ansteigen. Weitere Erkrankungen und Zustände, die mit erhöhten Androstendion-Werten einhergehen:

Wann sind die Androstendion-Werte zu niedrig?

Bestimmte Medikamente wie Ovulationshemmer oder Glukokortikoide (Kortison) können eine Erniedrigung der Androstendionspiegel im Blut zur Folge haben. Nebennierenschwäche oder Sichelzellenanämie sind ebenfalls mögliche Gründe für einen niedrigen Androstendionwert.

Nach der Menopause sinkt die Produktion von Androstendion natürlicherweise ab. Die Referenzbereiche der jeweiligen Labore liegen für Frauen in/nach den Wechseljahren daher niedriger als bei jüngeren Frauen.

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