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Frühchen

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 14. Juli 2017

Als Frühchen werden Babys bezeichnet, die mehr als drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin (vor der 37. Schwangerschaftswoche) geboren werden.

Frühchen
Frühchen können heute in Krankenhäusern optimal versorgt werden
© iStock/cdwheatley

In Deutschland kommen neun Prozent aller Babys als Frühgeburt auf die Welt. Das aktuell kleinste Frühchen, das in Deutschland und Europa überlebt hat, hatte ein Gewicht von 460 Gramm bei der Geburt und kam in der 23.  Schwangerschaftswoche  bei 22+5 zur Welt.

Frühchen: Tipps und Infos

 

Frühchen-Versorgung im Krankenhaus

Wird ein Baby zu früh geboren, kann es sein, dass noch nicht alle Organe eigenständig funktionieren. Häufig kommt das Frühchen daher nach der Geburt in den Inkubator (Brutkasten). Hier liegt es vor Infektionen geschützt, warm und ruhig und kann medizinisch überwacht und versorgt werden. Das ist besonders wichtig, wenn die Lungen noch nicht voll funktionsfähig sind (Atemnotsyndrom). Bei dieser relativ häufig vorkommenden Komplikation wird das Frühchen beatmet, bis die Lungen ihre Funktion ohne Hilfsmittel aufnehmen können.

Wie lange der Aufenthalt auf der Frühchen-Station nötig ist, hängt davon ab, wie viel zu früh das Baby geboren wurde und wie weit die Entwicklung ist.

Je nachdem, ob das Baby natürlich geboren oder per auf die Welt geholt wurde, liegt die Mutter noch Krankenhaus oder wird nach einigen Tagen wieder entlassen. Da Frühchen nicht im Mutter-Kind-Zimmer liegen dürfen, bieten viele Kliniken mittlerweile Gästezimmer für Eltern an. Hier können Eltern übernachten, frischgebackene Mütter die Hebamme empfangen oder sich einfach zurückziehen, ohne weit von ihrem Kind entfernt zu sein.

Was dem Frühchen in der ersten Zeit hilft

Viel Hautkontakt mit den Eltern tut dem Frühchen (nicht nur) in der ersten Zeit gut. Laut verschiedener Studien entwickeln sich Frühchen mit viel Hautkontakt und häufiger Ansprache durch die Eltern schneller, können eher gestillt werden und haben seltener Atempausen. Auch, wenn das Kind zerbrechlich wirkt: Streicheln Sie es, sprechen Sie mit Ihm und wenn es nicht an Geräte angeschlossen ist, nehmen Sie es für einige Zeit auf den Bauch, die Brust oder auf den Arm („Känguruhen“). Die Kinderkrankenschwestern auf der Station helfen Ihnen dabei.

Wichtig ist, das Frühchen in der ersten Zeit nicht durch Reize zu überfordern – viel hilft nicht viel. Achten Sie auf Ihr Kind, lernen Sie es kennen und lernen Sie, seine Signale zu deuten. Ein Wechsel zwischen Anregung und Beruhigung ist ideal.

Stillen von Frühchen

Auch Frühchen können mit Muttermilch ernährt werden, sofern sie das Saugen und Schlucken schon beherrschen. Andernfalls werden Frühgeborene über eine Magensonde mit einer Nährlösung oder mit abgepumpter Muttermilch versorgt.

Wenn Sie es schaffen, die Milchbildung anzuregen und Ihre Muttermilch abzupumpen, so können  Sie oder die Krankenschwestern Ihrem Baby die Muttermilch mit der Flasche füttern. Um die Milchbildung beim Abpumpen in der ersten Zeit anzuregen, kann es hilfreich sein, dabei an das Baby zu denken und sich beispielsweise ein Foto anzusehen. Mit der weiteren Entwicklung des Babys wird es sogar möglich sein, es direkt an der Brust zu stillen, auch wenn es noch auf der Frühchen-Station liegt.

Einige Krankenhäuser verfügen auch über Muttermilchbanken. Wenn Sie keine oder zu wenig Muttermilch produzieren, kann gespendete, im Labor geprüfte Muttermilch mit der Flasche oder per Magensonde gefüttert werden.

Mit dem Frühchen zu Hause

Obwohl man sich schon etwas länger kennt, ist die erste Zeit zu Hause mit dem Frühchen für alle Familienmitglieder aufregend. Ihr Baby wird vielleicht in den ersten Tagen dieser neuen, ruhigen Umgebung etwas unruhiger sein. Vielleicht haben Sie einen Heimmonitor zur Überwachung von Herzschlag und Atmung mit nach Hause gebracht. In diesem Fall wurden Sie in der Klinik über Erste-Hilfe-Maßnahmen aufgeklärt.

Es ist völlig normal, wenn Sie in der ersten Zeit „allein“ zu Hause unsicher sind. Vergessen Sie nicht: Ihr Kind und Sie haben es bis hierhin geschafft. Sie können als Eltern nicht alles vorhersehen oder beeinflussen. Lassen Sie sich Zeit, genießen Sie Fortschritte. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Nachsorgehebamme oder bei Ihrem betreuenden Arzt oder Ärztin nach. Frühchen werden ohnehin engmaschiger medizinisch betreut.

Entwicklung von Frühgeborenen

Wie die Entwicklung eines Frühchens verläuft, kann niemand mit Sicherheit voraussagen. Einige Frühchen entwickeln sich wie reif geborene Kinder, andere hinken etwas oder mehr hinterher, einige haben vielleicht sogar Einschränkungen oder Behinderungen. Viele Frühchen sind zum Beispiel schlechte Esser. Auch Erkältungskrankheiten kommen bei Frühgeborenen häufiger vor. Das liegt zum einen daran, dass gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel Immunzellen von der Mutter zum Kind übergehen. Zum anderen kommen viele Frühchen mit unreifen Atemwegsorganen zur Welt. Eine Frühchen haben auch Probleme mit den Augen. Sie bleiben vor allem in den ersten Lebensjahren anfälliger für Infektionen. Das gibt sich aber mit zunehmendem Alter.

Ratgeber "Frühgeburt & Frühchen"

Weiter unten finden Sie in unserem großen Ratgeber zum Thema Frühgeburt und Frühchen noch mehr interessante Artikel.

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 14. Juli 2017
Quellen

Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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