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Dienstag, 21. August 2018
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Vorzeitiger Blasensprung

Bei einem vorzeitigen Blasensprung reißt die Fruchtblase, die das ungeborene Kind im Mutterleib umgibt, einige Zeit vor dem errechneten Geburtstermin statt kurz vor oder während der Geburt.

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Bei einem Blasensprung ab der 34. Schwangerschaftswoche kommt es meist zur Geburt
(c) iStockphoto/RealCreation

Ein vorzeitiger Blasensprung ist eine Komplikation während der Schwangerschaft. Dabei reißt die Fruchtblase vor Beginn der Wehentätigkeit. Die Schwangere verliert dadurch das Fruchtwasser. Das geschieht bei etwa 20 Prozent aller Schwangerschaften. Dabei spielt der Zeitpunkt eine große Rolle, denn umso früher ein vorzeitiger Blasensprung eintritt, desto risikoreicher kann die Restzeit der Schwangerschaft werden. Ein vorzeitiger Blasensprung kann die Schwangere und das Ungeborene gefährden. Daher ist es ratsam, möglichst rasch einen Arzt aufzusuchen.

Neben dem vorzeitigen Blasensprung gibt es noch den frühzeitigen Blasensprung, der zwar erst nach Einsetzen der Wehen stattfindet, jedoch bei noch geschlossenem Muttermund. Der „normale“ Blasensprung hingegen tritt bei vollständig geöffnetem Muttermund eben rechtzeitig ein. Als weitere Abweichung gibt es den verspäteten Blasensprung, der erst nach der Geburt des Kindes stattfindet. Etwa ein Drittel aller Frühgeburten finden aufgrund eines vorzeitigen Blasensprungs statt.

Welche Ursachen hat ein vorzeitiger Blasensprung?

Die Hauptursache eines vorzeitigen Blasensprungs ist meist eine aufsteigende Infektion innerhalb des Genitalbereiches, die sich bis zur Hülle der Fruchtblase (Eihülle) ihren Weg bahnt. Diese Infektion führt zur Freisetzung von Stoffen (Prostaglandinen), die eine Aufweichung der Eihülle zur Folge haben. Somit ist die Stabilität der Fruchtblase gefährdet. Eine weitere Ursache für einen vorzeitigen Blasensprung kann eine Druckerhöhung innerhalb der Fruchtblase sein. Dies kann mit Wehentätigkeit, einer abnormen Erhöhung der Fruchtwassermenge (Hydramnion) oder einer Schwäche des Gebärmutterhalses einhergehen. Auch ein so genanntes Bauchtrauma kann einen vorzeitigen Blasensprung auslösen. Bei Mehrlingsschwangerschaften oder bei Querlage des Kindes steigt die Spannung auf die Fruchtblasenhülle ebenfalls.

Welche Symptome zeigen sich bei einem vorzeitigen Blasensprung?

Beim vorzeitigen Blasensprung verliert die Schwangere unwillkürlich plötzlich Fruchtwasser. Dies kann tröpfchenweise oder schwallartig abgehen. Idealerweise wird sofort ein Arzt oder das Krankenhaus aufgesucht. Dabei sollte die Schwangere liegend transportiert werden, um das Risiko eines Nabelschnurvorfalls zu reduzieren.

Wie wird ein vorzeitiger Blasensprung diagnostiziert?

Manchmal ist die Diagnose eines vorzeitigen Blasensprungs schwierig. In erster Linie lässt er sich jedoch durch Abgang von Fruchtwasser während der Untersuchung durch den Arzt nachweisen. Mit Ultraschall kann die verminderte Fruchtwassermenge innerhalb der Fruchtblase nachgewiesen werden. Auch eine mikroskopische Untersuchung des Scheidensekrets kann Aufschluss geben. Dieses wird auf Enzyme untersucht, die sonst nur im Fruchtwasser vorhanden sind. Die so genannte Lackmusprobe misst mit dem Lackmuspapier den pH-Wert des Scheidensekrets und verfärbt sich bei Verdacht. Diese Methode wird allerdings als unsicher eingeschätzt.

Welche Therapie gibt es beim vorzeitigen Blasensprung?

Tritt der Blasensprung vor der 34. Schwangerschaftswoche auf, ist die Gefahr einer Sepsis hoch. Hier werden durch den Arzt zur Vorbeugung Antibiotika verordnet, um dies zu vermeiden. Außerdem wird der Frau Bettruhe verordnet und regelmäßig die Fruchtwassermenge und der Gesundheitszustand des Kindes kontrolliert. Hat die Wehentätigkeit bereits eingesetzt, wird die Geburt eingeleitet. Hat die Schwangere noch keine Wehen, wartet man für gewöhnlich noch ab und es folgen weitere Untersuchungen. Bei einem zwischen der 34. und 36. Schwangerschaftswoche auftretenden vorzeitigen Blasensprung wird nur beim Nachweis eines Erregers (Streptokokken) ein Antibiotikum gegeben. Bei Wehentätigkeit kommt es dann zur Geburt. Sollte noch keine Wehentätigkeit vorhanden sein, wird die Geburt künstlich eingeleitet. Auch nach der 37. Schwangerschaftswoche kommt es bei Wehentätigkeit zur Geburt. Wird bei der Untersuchung verunreinigtes Fruchtwasser festgestellt, wird meist sofort die Wehentätigkeit künstlich eingeleitet. Eine drohende Sepsis ist eine Gefahr für Mutter und Kind. Der jeweils genaue Ablauf der Therapie richtet sich nach der Schwangerschaftswoche und danach, ob eine Wehentätigkeit vorhanden ist. Darüber hinaus ist der bakteriologische Befund genauso wichtig.

Wie verläuft ein vorzeitiger Blasensprung?

Ein vorzeitiger Blasensprung ist in jedem Fall eine Situation, die ärztlichen Beistand erfordert. Der Verlauf richtet sich nach dem Zeitpunkt des Blasensprungs. Umso früher er in der Schwangerschaft auftritt, desto risikoreicher ist der weitere Verlauf der Schwangerschaft. Weitere Risiken wie ungünstige Lageveränderung des Kindes oder ein Nabelschnurvorfall werden bei einem vorzeitigen Blasensprung begünstigt. Auch die Sauerstoffversorgung von Mutter zu Kind kann hier gefährdet sein. Oftmals kommt es bei einem vorzeitigen Blasensprung zu einer Frühgeburt.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. Dezember 2016
Quellen

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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