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Ausfluss in der Schwangerschaft: Was ist normal?

Vermehrter Ausfluss in der Schwangerschaft kommt häufig vor – er ist ein ganz typisches Schwangerschaftssymptom. Doch verändert sich der Ausfluss ungewöhnlich, kann er auf eine Infektion hinweisen. Wie Sie solche Anzeichen erkennen und wann eine ärztliche Behandlung erforderlich ist.

Ausfluss in der Schwangerschaft: Was ist normal?
Durch die Hormonumstellung kommt es in der Schwangerschaft zu stärkerem Ausfluss.
© GettyImages/Lauren Bates

Es ist eine schlaue Erfindung der Natur: Um Scheide und Gebärmutter vor Keimen zu schützen, wird fortwährend Schleim abgesondert, der Milchsäure bildende Bakterien enthält. Er sorgt für ein saures Milieu, das Krankheitserreger an der Ausbreitung hindern soll.

Wer in der Schwangerschaft vermehrt Ausfluss feststellt, ist oft verunsichert: Welche Menge, welche Farbe und welche Konsistenz sind normal? Und wann besteht die Gefahr, dass eine Infektion vorliegt?

In diesem Artikel lesen Sie:

Ausfluss: Das können Farbe und Geruch bedeuten

Ausfluss in der Frühschwangerschaft

Neben morgendlicher Übelkeit, extremer Müdigkeit und spannenden Brüsten gehört vermehrter Ausfluss schon in der Frühschwangerschaft zu den klassischen Symptomen. Der Grund: Die Hormonveränderungen in der Schwangerschaft bewirken, dass die Scheide verstärkt durchblutet wird und infolgedessen auch mehr Ausfluss austritt. Ein klarer, dünnflüssiger und geruchloser Ausfluss stellt keinen Grund zur Sorge dar.

Mögliche Ursachen für veränderten Ausfluss in der Schwangerschaft

Verfärbt sich der Ausfluss in der Schwangerschaft oder nimmt einen fischartigen Geruch an, sollte die Ursache dafür in der frauenärztlichen Praxis abgeklärt werden. Auch wenn Beschwerden wie Jucken, Brennen, Schmerzen oder Blutungen auftreten, ist dies ein Grund für eine Vorstellung in der betreuenden Praxis. Hinter solchen Beschwerden können verschiedene Ursachen stecken – zum Beispiel eine Scheidenpilzinfektion mit Candida albicans oder eine bakterielle Vaginose.

Was bedeutet der Ausfluss? Auf einen Blick:

  • Farbloser bis milchiger und geruchloser Ausfluss: Diese Art von Ausfluss in der Schwangerschaft ist vollkommen normal und hat keinen Krankheitswert. Sollten Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen auftreten, ist die frauenärztliche Praxis zu kontaktieren.

  • Weißer Ausfluss: Weiß-bröckeliger Ausfluss kann ein Anzeichen für eine Scheidenpilzinfektion sein. Zusätzlich treten häufig Beschwerden wie Juckreiz und Brennen auf. Ein grau-weißlicher oder gelb-weißlicher und schlecht riechender Ausfluss kann auf eine bakterielle Vaginose hindeuten.

  • Gelber oder grüner Ausfluss: Ein gelb-grüner Ausfluss kann zum Beispiel das Symptom einer Trichomonaden-Infektion darstellen. Der Ausfluss ist dann oft schaumig-schleimig und riecht stark. Eitriger Ausfluss kann auf Gonorrhö (Tripper) hinweisen.
    Gelblicher Ausfluss kann sich darüber hinaus auch bei einer B-Streptokokken- oder Chlamydien-Infektion bemerkbar machen, allerdings verlaufen diese Infektionen in der Regel symptomlos. Da sie aber eine Gefahr für Komplikationen darstellen, werden Schwangere auf das Vorhandensein dieser Infektionen getestet.

  • Brauner Ausfluss: Dieser Ausfluss in der Schwangerschaft ist ein Zeichen für Schmierblutungen. Sie können aus verschiedenen Gründen auftreten: aufgrund von hormonellen Umstellungen in der Frühschwangerschaft, als Folge einer Kontaktblutung bei einer vaginalen Untersuchung oder nach dem Sex oder auch in Form einer Einnistungsblutung. Wenn sich das befruchtete Ei in der Gebärmutter einnistet, ist die Blutung meist eher hell. Im Zweifelsfall sollte bei Blutungen in der Schwangerschaft immer die gynäkologische Praxis um Rat ersucht werden.

Ungewöhnlicher Ausfluss in der Schwangerschaft: Was tun?

Besonders in der Schwangerschaft ist es wichtig, Scheideninfektionen zu erkennen und sie korrekt zu behandeln. Denn je nach Krankheitserreger stellen einige Infektionen wie die bakterielle Vaginose ein mögliches Risiko für das Ungeborene dar: Steigen die Keime in die Gebärmutter auf, können sie vorzeitige Wehen oder einen vorzeitigen Blasensprung auslösen und so zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen.

Um welchen Krankheitserreger es sich handelt, können Mediziner*innen unter anderem durch einen Abstrich feststellen. Dabei lässt sich auch der vaginale pH-Wert bestimmen: Ist er auf über 4,5 angestiegen, kann dies ein mögliches Zeichen für eine Infektion sein. Abstrichproben dienen außerdem zum direkten Erregernachweis – etwa bei dem Verdacht auf eine Chlamydien-Infektionen oder Streptokokken der Gruppe B.

Durch eine passende Antibiotikatherapie lassen sich solche Erkrankungen in der Regel auch in der Schwangerschaft gut behandeln. Bei einer sexuell übertragbaren Erkrankung muss der Partner gegebenenfalls mitbehandelt werden. Frei verkäufliche Mittel aus der Apotheke sollten nur nach ärztlicher Absprache zum Einsatz kommen. Denn es muss zuerst geklärt werden, ob sie überhaupt das geeignete Mittel für die individuelle Ursache sind. Um das Scheidenmilieu wieder ins Gleichgewicht zu bringen, können Vaginalzäpfchen hilfreich sein. Wie bei allen Arzneimitteln in der Schwangerschaft gilt aber: besser nur nach ärztlicher Absprache anwenden.

Krankhaftem Ausfluss in der Schwangerschaft vorbeugen

Da vermehrter Ausfluss in der Schwangerschaft vollkommen normal ist, sind hierzu keinerlei vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Stört der starke Ausfluss sehr, kann für einige Zeit eine Slipeinlage getragen werden, um diesen aufzufangen. Es empfiehlt sich jedoch, Slipeinlagen nicht dauerhaft zu verwenden, um Infektionen vorzubeugen.

Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung einer Scheideninfektion:

  • atmungsaktive Unterwäsche aus Baumwolle tragen

  • Whirlpools in öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern oder Fitnessstudios meiden

  • keine übertriebene Intimhygiene mit Sprays oder ähnlichem betreiben – besser nur mit Wasser und einem milden Waschngel mit passendem pH waschen

  • auf der Toilette stets von vorne nach hinten abwischen

  • bei Antibiotika-Einnahme gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen zum Schutz des Scheidenmilieus ergreifen – zum Beispiel in Form von speziellen Milchsäurebakterien-Präparaten

Kurz vor der Geburt: Ausfluss oder Schleimpfropf?

Einige Frauen bemerken kurz vor der Geburt einen Schleimpfropf, der sich plötzlich im Slip befindet oder beim Duschen oder auf der Toilette abgeht. Auch dies ist ein ganz normaler Vorgang in der Schwangerschaft. Der Schleimpfropf hat während der Schwangerschaft den Muttermund abgedichtet, um die Gebärmutter vor aufsteigenden Keimen zu schützen. Wenn sich der Muttermund in der Zeit vor der Geburt bereits etwas weitet, löst sich dieser Schleimpfropf.

Sein Abgang wird als klassisches Anzeichen dafür gewertet, dass die Geburt bald losgeht. Dennoch besteht noch kein Handlungsbedarf: Erst wenn die Wehen einsetzen, Blutungen auftreten oder die Fruchtblase platzt, ist es Zeit, Kontakt mit der Klinik oder der Hebamme aufzunehmen. Auch besteht kein Anlass zur Sorge, wenn der Abgang des Schleimpfropfs überhaupt nicht bemerkt wurde.

Ausfluss, Urin oder Fruchtwasser?

Gerade zum Ende der Schwangerschaft ist die Verunsicherung oft groß, wenn eine Frau plötzlich ein nasses Gefühl im Slip verspürt. Gründe dafür kann es viele geben – zum Beispiel:

  • normaler, vermehrter Ausfluss in der Schwangerschaft

  • Abgang des Schleimpfropfs

  • unwillkürlicher Urinverlust (etwa aufgrund eines geschwächten Beckenbodens)

  • Abgang von Fruchtwasser

Im Zweifelsfall sollte stets die gynäkologische Praxis kontaktiert werden. Um den Unterschied zwischen Ausfluss, Urin und Fruchtwasser festzustellen, empfehlen einige Hebammen, einen pH-Selbsttest zu Hause durchzuführen. Solche sogenannten Lackmustests gibt es in verschiedenen Ausführungen in Apotheken oder Drogerien. Die Flüssigkeit wird auf das Lackmuspapier aufgetragen – zum Beispiel mit der Hilfe eines Applikators – und die Farbveränderung zeigt den pH-Wert an.

Ein pH-Wert von 3,8 bis 4,4 gilt als normaler Wert für eine gesunde Scheidenflora, Urin hat einen höheren pH-Wert von etwa sechs und Fruchtwasser einen noch höheren von etwa sieben. Zwischen Urin und Fruchtwasser besteht bei einem solchen Test daher ein gewisses Verwechslungsrisiko. Deshalb sollte auf zusätzliche Symptome geachtet werden: Fruchtwasser ist klar bis rosa, wässrig in der Konsistenz und der Abgang kann im Gegensatz zu Urin nicht willentlich kontrolliert werden.

Solche pH-Selbsttests anzuwenden, um in der Schwangerschaft regelmäßig zu messen, ob der Ausfluss auf eine Infektion hindeutet, wird derzeit nicht empfohlen: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass dies Vorteile bietet.

Wochenfluss: Ausfluss nach der Schwangerschaft

Nach der Geburt kommt es zum sogenannten Wochenfluss (Lochien). Etwa sechs Wochen lang hält diese Art von Ausfluss an. Es handelt sich dabei um ein Zeichen der Wundheilung, bei dem unter anderem Gewebereste, Blut und Schleim ausgestoßen werden.

Die Farbe und die Konsistenz verändern sich im Verlauf des Wochenbetts – meist von blutig über gelblich bis hin zu weißlich-klarem Ausfluss. Werden hier Auffälligkeiten bemerkt oder wenn zusätzlich Krankheitszeichen auftreten, sollte die Frau ihre Hebamme oder gynäkologische Praxis zu Rate ziehen.

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