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Gesunde Schwangerschaft

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft: Wie viel ist normal?

Wohl kaum ein Thema beschäftigt Schwangere wie die optimale Gewichtszunahme in der Schwangerschaft. Dabei lässt sich die Frage, wie viel eigentlich normal ist, gar nicht pauschal beantworten.

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft
© iStock.com/gpointstudio

Als empfehlenswerte Gewichtszunahme in der Schwangerschaft gelten 10 bis 16 Kilogramm. Übergewichtige sollten laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) maximal 10 Kilogramm zunehmen. Doch die Realität zeigt: Wie viel Körpergewicht Schwangere an Gewicht zulegen, ist sehr individuell. Vor allem das Ausgangsgewicht vor der Schwangerschaft sowie das Alter der Schwangeren spielen dabei eine Rolle.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Was sollte man in der Schwangerschaft nicht essen?

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft: Überblick

  • Durchschnittlich 12 Kilogramm beträgt die Gewichtszunahme am Ende einer Schwangerschaft. Die Bandbreite ist jedoch wesentlich größer.
  • Wie viel eine Frau zunimmt, hängt unter anderem von ihrem Ausgangsgewicht bzw. ihrem BMI vor der Schwangerschaft ab.
  • Viele Frauen nehmen im ersten Trimester nur mäßig oder gar nicht zu, manche sogar leicht ab (zum Beispiel aufgrund von Übelkeit und Erbrechen).
  • Im zweiten und dritten Trimester nimmt das Wachstum des Kindes richtig Fahrt auf, hier findet die größte Gewichtszunahme statt.
  • Die regelmäßige Kontrolle des Gewichts ist wichtig, da ein sprunghafter Anstieg bedingt durch Wassereinlagerungen ein Hinweis auf eine ernsthafte Komplikation wie die Präeklampsie (Gestose) sein kann.

Empfehlungen: So viel solltest du in der Schwangerschaft zunehmen

Die Empfehlungen zur Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sind zunächst einmal Durchschnittswerte. Entscheidend ist, ob es sich um eine Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft handelt und wie hoch das Ausgangsgewicht vor der Schwangerschaft war. Aktuelle Modelle orientieren sich am Body-Mass-Index (BMI), teilweise auch am Alter der Schwangeren, so wie hier:

19 bis 24 Jahre

  • Untergewicht (Body-Mass-Index unter 19): 12,5 bis 18 Kilogramm
  • Normalgewicht (Body-Mass-Index 19-24): 11,5 bis 16 Kilogramm
  • Übergewicht (Body-Mass-Index über 24): 7 bis 11,5 Kilogramm

25 bis 34 Jahre

  • Untergewicht (Body-Mass-Index unter 20): 12,5 bis 18 Kilogramm
  • Normalgewicht (Body-Mass-Index 20-25): 11,5 bis 16 Kilogramm
  • Übergewicht (Body-Mass-Index über 25): 7 bis 11,5 Kilogramm

35 bis 44 Jahre

  • Untergewicht (Body-Mass-Index unter 21): 12,5 bis 18 Kilogramm
  • Normalgewicht (Body-Mass-Index 21-26): 11,5 bis 16 Kilogramm
  • Übergewicht (Body-Mass-Index über 26): 7 bis 11,5 Kilogramm

(Quelle: New York Institute of Medicine, in: Mändle/Opitz-Kreuter: Das Hebammenbuch. Schattauer, Stuttgart 2015)

Der Body-Mass-Index (BMI) ist eine geläufige Formel zur Einschätzung des Gewichts. Dabei wird das Körpergewicht in Kilogramm zur Körpergröße in Zentimetern ins Verhältnis gesetzt.

Hier geht es zum BMI-Rechner für Kinder und Erwachsene

Eine etwas einfachere Empfehlung zur Gewichtszunahme in der Schwangerschaft wird vom amerikanischen Institute of Medicine (IOM) ausgesprochen und ist auch international (mit geringfügigen Abweichungen) weit verbreitet:

  • Ausgangs-BMI unter 18,5 (untergewichtig): 13 bis 18 kg
  • Ausgangs-BMI 18,5-24,9 (normalgewichtig): 11 bis 16 kg
  • Ausgangs-BMI 25-29,9 (übergewichtig): 7 bis 11 kg
  • Ausgangs-BMI ab 30 (stark übergewichtig): 5 bis 9 kg

(Quelle: Institute of Medicine and National Research Council, via: Mayo Clinic: Pregnancy weight gain: What's healthy?)

Gewichtszunahme in einer Schwangerschaft mit Zwillingen

Bei einer Mehrlingsschwangerschaft ist die Gewichtszunahme zwangsläufig höher – allerdings nicht einfach doppelt so hoch wie bei einer Einlingsschwangerschaft. Zur Orientierung dienen die folgenden Werte:

  • Ausgangs-BMI 18,5 bis 24,9 (normalgewichtig): 17 bis 25 kg
  • Ausgangs-BMI 25-29,9 (übergewichtig): 14 bis 23 kg
  • Ausgangs-BMI ab 30 (stark übergewichtig): 11 bis 19 kg

(Quelle: Institute of Medicine and National Research Council, via: Mayo Clinic: Pregnancy weight gain: What's healthy?)

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft pro Monat: Tabelle

Es gibt nicht die ideale Gewichtszunahme für jeden Monat, jede Woche und für alle Schwangeren. Jede Schwangerschaft verläuft von Frau zu Frau individuell, und selbst, wenn eine Frau in der einen Schwangerschaft sehr wenig zugenommen hat, kann sie in der nächsten sehr viel zulegen und umgekehrt.

Zur Orientierung hat das US-amerikanische Institute of Medicine eine Tabelle zur durchschnittlichen Gewichtszunahme in der Schwangerschaft herausgegeben – auch hier wird wieder nach dem Ausgangs-BMI unterschieden.

Im ersten Trimester nehmen schwangere Frauen eher wenig bis gar nicht zu, so geht das Institute of Medicine in seinen Empfehlungen auch nur von einer Gewichtszunahme von insgesamt 0,5 bis 2 Kilogramm in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft aus.

Erst ab dem zweiten Trimester steigt die Gewichtszunahme deutlicher an. Auch das ist ein sehr individueller Prozess. Zur Orientierung bietet das IOM hier eine Auflistung von Durchschnittswerten, die den Body-Mass-Index der Schwangeren berücksichtigt:

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft im zweiten und dritten Trimester:

  • Untergewicht (Ausgangs-BMI unter 18,5): 2 bis 2,4 Kilogramm pro Monat, 500 bis 600 Gramm pro Woche
  • Normalgewicht (Ausgangs-BMI 18,5 bis 24,9): 1,6 bis 2 Kilogramm pro Monat, 400 bis 500 Gramm pro Woche
  • Übergewicht (Ausgangs-BMI 25 bis 29,9): 0,8 bis 1,2 Kilogramm pro Monat, 200 bis 300 Gramm pro Woche
  • starkes Übergewicht (Ausgangs-BMI ab 30): 0,8 bis 1,2 Kilogramm pro Monat, 200 bis 300 Gramm pro Woche

(Quelle: Institute of Medicine and National Research Council, via: DGGG/AGG: S3-Leitlinie Adipositas und Schwangerschaft)

Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto mehr Gewicht legen Schwangere in der Regel zu. Das gilt besonders für das dritte Trimester: Jetzt geht es bei der kindlichen Entwicklung vor allem um ausreichendes Wachstum.

Dem regelmäßigen Wiegen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft kommt eine besondere Bedeutung zu: Der*die Gynäkologe*Gynäkologin oder die Hebamme kann die individuelle Situation der Schwangeren, ihre Gewichtszunahme und den Verlauf der Gewichtskurve richtig einschätzen.

Warum ist Kontrolle der Gewichtszunahme in der Schwangerschaft wichtig?

Die Kontrolle des Körpergewichts ist fester Bestandteil der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft. Das hat einen wichtigen Grund: Eine zu schnelle, übermäßige oder auch zu geringe Gewichtszunahme kann auf ernsthafte Schwangerschaftskomplikationen hinweisen und sich auch auf das Baby auswirken.

Gleichzeitig gilt es, sich nicht unter Druck gesetzt zu fühlen, gerade, wenn man vorher penibel auf sein Gewicht geachtet hat. Hier ist ein gesunder Mittelweg angesagt: Eine Gewichtszunahme ist in der Schwangerschaft unumgänglich. Reduktionsdiäten sind also tabu. Entscheidend ist auch die Zusammenstellung der Lebensmittel, denn der Bedarf an vielen Vitaminen, Mineralstoffen und gesunden Fettsäuren ist in der Schwangerschaft erhöht.

Plötzliche Gewichtszunahme in der Schwangerschaft: Ab zur ärztlichen Untersuchung

Jede plötzliche starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sollte ärztlich abgeklärt werden. Dies gilt besonders, wenn weitere Symptome auftreten oder man sich insgesamt unwohl fühlt.

Eine deutliche Gewichtszunahme in kurzer Zeit kann ein Hinweis auf große Wassereinlagerungen und damit auf Präeklampsie (Gestose) sein. Diese ernste Schwangerschaftskomplikation geht außerdem mit Bluthochdruck einher. In schweren Fällen kommen Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen hinzu.

Eine starke Gewichtszunahme kann auch Anzeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes sein.

Babybäuche 31. bis 36. Schwangerschaftswoche (im 7./8./9. Monat)

Verteilung des Gewichts zum Zeitpunkt der Geburt

Nicht nur die Mutter, auch das Kind nimmt im Laufe der 40 Schwangerschaftswochen zu. Trotzdem macht das Gewicht des Babys im Bauch nur etwa ein Viertel des zusätzlichen Gewichts aus. Auf Plazenta, Fruchtwasser sowie Gebärmutter, Brüste und das erhöhte Blutvolumen entfällt ein Großteil des zusätzlichen Körpergewichts. Auch Wassereinlagerungen sowie Fettreserven für die Stillzeit können zu einer Gewichtszunahme führen.

Zusammensetzung des Gewichts zum Zeitpunkt der Geburt (Durchschnittswerte zur Veranschaulichung)

Gesamt-Gewichtszunahme: 12.500 g

  • Baby: 3.300 g
  • Plazenta: 650 g
  • Fruchtwasser: 800 g
  • Gebärmutter: 900 g
  • Brust- und Milchdrüsen: 400 g
  • Blutvolumen: 1.200 g

(Quelle: Elmadfa, I., Leitzmann, C.: Ernährung des Menschen. Eugen Ulmer, Stuttgart 2019)

Die restlichen rund 40 Prozent der Gewichtszunahme in der Schwangerschaft entfallen auf Wasser- und Fetteinlagerungen.

Zusätzlicher Kalorienbedarf in der Schwangerschaft

"Doppelt so gut statt doppelt so viel" – dieser in puncto Lebensmittelauswahl und Nährstoffe gern zitierte Spruch ist eine gute Orientierung. Schließlich steigt der Bedarf an Mikronährstoffen, also an Vitaminen, Mineralstoffen und guten Fettsäuren, in der Schwangerschaft teilweise stark an. So verdoppelt sich etwa der Eisenbedarf in der Schwangerschaft.

Der Bedarf an zusätzlichen Kalorien ist dagegen überschaubar. Als Richtwert gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) an:

  • 250 kcal zusätzlich im 2. Trimester
  • 500 kcal zusätzlich im 3. Trimester

Diese Werte gelten allerdings für körperlich gleichbleibende Aktivität. Die meisten Schwangeren reduzieren ihre körperliche Aktivität im zunehmenden Verlauf der Schwangerschaft allerdings eher. Manche Schwangerschaftskomplikationen wie vorzeitige Wehen oder Blutungen können sogar Bettruhe nötig machen.

Es empfiehlt sich daher, das eigene Aktivitätslevel im Blick zu behalten. Eine Schwangerschaft ist zwar nicht die Zeit für körperliche Höchstleistungen. Moderate, angepasste Bewegung ist in den meisten Fällen aber erlaubt und empfehlenswert. Gleichzeitig hilft sie, exzessiver Gewichtszunahme vorzubeugen.

Lies hier mehr über Sport in der Schwangerschaft.

Die 10 wichtigsten Nährstoffe in der Schwangerschaft
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