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Mittwoch, 22. November 2017
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Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft
In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nehmen die meisten Frauen nur sehr wenig oder nichts zu
iStock/Nastco

Wie groß die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist, kann man nicht pauschal sagen, denn sie ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Durchschnittlich zwischen zwölf und 13,5 Kilogramm nehmen Frauen während der Schwangerschaft zu. Auch das Ausgangsgewicht vor der Schwangerschaft spielt eine Rolle.

Zudem verläuft die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft nicht konstant: Im ersten Trimester nehmen manche Frauen gar nicht oder nur sehr wenig zu und erst im zweiten und dritten Trimester beträgt die Zunahme durchschnittlich zwei Kilo monatlich. Dieses Gewicht entfällt jedoch nicht allein auf das Ungeborene. Auch Plazenta und Fruchtwasser sowie Gebärmutter und Brüste, nehmen an Gewicht zu. Hinzu kommt das erhöhte Blutvolumen in der Schwangerschaft.

Empfehlungen zur Gewichtszunahme

Die Empfehlungen zur Gewichtszunahme während der Schwangerschaft (Einling) orientieren sich am Body-Mass-Index (BMI):

BMI (unschwanger) Empfohlene Gewichtszunahme
BMI unter 18,5 (Untergewicht) 12,5 bis 18 Kilogramm
BMI 18,5-24,9 (Normalgewicht) 11,5 bis 16 Kilogramm
BMI 25-29,9 (Übergewicht) 7 bis 11,5 Kilogramm

BMI 30 und mehr (Adipositas)

7 Kilogramm oder weniger

Wie viel eine Schwangere an Gewicht zunehmen sollte, ist daher von den persönlichen Voraussetzungen abhängig. Werden Mehrlinge erwartet, ist die durchschnittliche Gewichtszunahme jedoch höher. Sie liegt bei Schwangerschaften mit Zwillingen bei etwa 15,5 bis 20 Kilogramm und bei Drillingen bei ungefähr 20,5 bis 23 Kilogramm. Die Schwangere wird bei den Terminen beim Arzt gewogen und das Gewicht im Mutterpass notiert.

Wie verläuft die Gewichtskurve in der Schwangerschaft?

Ab wann eine Gewichtszunahme in der Schwangerschaft erfolgt, ist bei jeder Frau anders. In den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft (1. Trimester) ist die Zunahme bei Frauen normalerweise nicht besonders viel. Es kann sogar zu einem Gewichtsverlust kommen, wenn die Schwangere unter Übelkeit und Schwangerschaftserbrechen (Emesis gravidarum) zu leiden hat. In diesem Fall sollte die Frau darauf achten, sich gesund zu ernähren und eine ausreichende Menge an Nährstoffen und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel beträgt die wöchentliche Gewichtszunahme etwa 400 bis 500 Gramm oder entsprechend zwei Kilogramm pro Monat Gewichtszunahme. Individuell entscheidet der Gynäkologe, ob die Gewichtszunahme und der Verlauf der Gewichtskurve adäquat ist.

Schwangere sollten ein Gespür für ihr Gewicht entwickeln und zusätzlich auch selber Gewichtskontrollen durchführen. Denn durch das gesteigerte Hungergefühl kann es rasch zu einer übermäßigen Gewichtszunahme kommen. Die Schwangerschaft ist allerdings auch nicht der geeignete Zeitpunkt für eine selbst angeordnete Diät.

Gewichtsschwankungen - wann zum Arzt?

Wenn es zu Schwierigkeiten mit dem eigenen Körpergewicht oder Unsicherheiten kommt, sollten Schwangere mit ihrem Arzt darüber sprechen. Dies gilt vor allem auch wenn:

  • Die Gewichtszunahme plötzlich stockt oder die Frau nicht mehr als 7,5 Kilogramm zunimmt. Dies könnte für eine Mangelernährung oder Wachstumsprobleme des Ungeborenen sprechen.
  • Das Gewicht plötzlich rasch ansteigt - vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft. Dies könnte ein Anzeichen für eine Flüssigkeitsansammlung (Ödem), Gestose oder Schwangerschaftsdiabetes sein.

Zusammensetzung des Gewichts

Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft setzt sich aus verschiedenen Punkten zusammen. So wird beispielsweise die Blutmenge stark erhöht, was 1,5 kg mehr auf der Waage bedeuten. Zum Zeitpunkt der Geburt setzt sich das zugenommene Körpergewicht durchschnittlich etwa wie in der folgenden Tabelle dargestellt zusammen. Im Einzelfall kann es hiervon natürlich Abweichungen geben:

Zusammensetzung des Gewichts zum Zeitpunkt der Entbindung
Baby etwa 3,5 kg
Gebärmutter etwa 1 kg
Plazenta etwa 0,6 kg
Fruchtwasser etwa 1 kg
Zunahme des Blutvolumens etwa 1,5 kg
Wassereinlagerungen etwa 2 kg
Brüste etwa 1 kg
Fetteinlagerungen als Polster für die Stillzeit etwa 2 kg
Insgesamt etwa 12,6 kg

Heißhunger in der Schwangerschaft

Etwa ab der 9. Schwangerschaftswoche nimmt der Appetit bei manchen Frauen deutlich zu, es kommt auch mal zu den sogenannten Heißhungerattacken. Was letztlich für Heißhunger in der Schwangerschaft verantwortlich ist, konnte bislang noch nicht eindeutig belegt werden. Man vermutet, dass zum einen hormonelle Veränderungen dahinter stecken, zum anderen sinkt der Blutzuckerspiegel in der Schwangerschaft deutlich schneller. Das Baby im Bauch benötigt für sein Wachstum neben Nährstoffen aber auch eine kontinuierliche Glukosezufuhr.

Es besteht auch die Annahme, dass Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel mit deren Inhalts- bzw. Nährstoffen zusammenhängt. Demnach soll der Körper gerade die Nährstoffe, die in einem bestimmten Lebensmittel enthalten sind, gerade benötigen und ein Heißhunger darauf entsteht. In Studien konnte diese Theorie allerdings nie eindeutig bewiesen werden.

Babybäuche 31. bis 36. Schwangerschaftswoche (im 7./8. Monat)
Ernährung in der Schwangerschaft: Was tut dem Baby gut, was ist verboten?

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. November 2017
Durch: Karin Wunder

Beiträge im Forum "Geburtstermin Januar/Februar 2018"
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