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Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Bluthochdruck in der Schwangerschaft gehört zu den häufigsten Komplikationen. Wie hoch der Blutdruck ist, wird zur Kontrolle bei den Vorsorgeuntersuchungen gemessen.

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Bluthochdruck in der Schwangerschaft muss engmaschig kontrolliert werden
(c) iStockphoto/MartinPrescott

Der gesunde Blutdruck eines Erwachsenen liegt zwischen 110-140/50-90 mmHg (mmHg = Abkürzung für die Druckeinheit Millimeter-Quecksilbersäule). Der erste erfasste Wert ist der systolische: Er beschreibt den Druck, der bei der Kontraktion der linken Herzkammer erzeugt wird. Der zweite Wert ist der diastolische: Dieser zeichnet den Dauerdruck im Gefäßsystem aus. Schwangere Frauen haben normalerweise einen Blutdruck im Bereich von 90-135/50-85 mmHg. Im Verlauf der Schwangerschaft unterliegt der Blutdruck Schwankungen.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft feststellen

Es gibt unterschiedliche Formen von Bluthochdruck (Hypertonie) in der Schwangerschaft. Bei einer schwangerschaftsunabhängigen Hypertonie besteht schon vor Beginn der Schwangerschaft Bluthochdruck oder er tritt bis zur 20. Schwangerschaftswoche (20. SSW) auf. Dies ist bei ein bis fünf Prozent der Schwangerschaften der Fall. Eine schwangerschaftsbedingte Hypertonie (SIH) entwickelt sich nach der 20. Schwangerschaftswoche – dies passiert in fünf bis zehn Prozent aller Schwangerschaften.

Nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht Bluthochdruck in der Schwangerschaft, wenn mehrere Messungen innerhalb einiger Stunden Werte von (und über) 140/90 mmHg anzeigen. Der Blutdruck wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung mittels Blutdruckmessgerät erfasst. Die Messung kann im Liegen oder Sitzen erfolgen. Um ein realistisches Ergebnis zu bekommen, sollten Frauen nach Ankunft in der Praxis erst ein paar Minuten entspannen. Neben Müdigkeit, Stress und Angst kann nämlich auch die körperliche Anstrengung zum Beispiel durch Treppensteigen zu einem höheren Ergebnis führen. Ist der diastolische Wert bei der Messung erhöht, kann dies auf eine beginnende Präeklampsie – auch bekannt als Schwangerschaftsvergiftung –  hinweisen.

Präeklampsie: Eine Folge von Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft sind die Blutgefäße der Mutter verengt. Dies kann dazu führen, dass die Organe – auch die Plazenta – schlechter durchblutet werden. Es besteht die Gefahr, dass Kinder untergewichtig geboren werden oder zu früh zur Welt kommen. Außerdem können Gerinnungsstörungen und gefährlichen Blutungen auftreten. Geht mit dem Bluthochdruck eine verstärkte Eiweißausscheidung im Urin (> 300 mg/24 Stunden), eine schnelle Gewichtszunahme (> 0,5 kg/Woche) und Schwellungen/Wassereinlagerungen in Gesicht und an den Händen, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel einher, weist dies auf eine Präeklampsie hin. In der schwersten Ausprägung (Eklampsie) kann dies für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Behandlung

In leichten Fällen von schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck im letzten Schwangerschaftsdrittel können Maßnahmen wie Ruhe und Stressvermeidung helfen, die Werte wieder zu senken. Der Blutdruck der Mutter wird regelmäßig kontrolliert und die Gesundheit des Kindes mittels CTG und Ultraschall überprüft. Zur Sicherheit sollte die Entbindung in einer Klinik erfolgen und auf außerklinische Geburtsformen verzichtet werden. Nach der Geburt (etwa innerhalb von sechs Wochen) sinken die Blutdruckwerte wieder in den Normalbereich.

In schweren Fällen muss die Mutter ihren Blutdruck neben den ärztlichen Untersuchungen auch regelmäßig selbst messen und blutdrucksenkende Medikamente einnehmen. Die Werte, der Zustand der Mutter und das Wachstum des Babys werden engmaschig kontrolliert und die Geburt ggf. früher eingeleitet.

Bluthochdruck senken in der Schwangerschaft: Welche Medikamente?

Bei Blutdruckwerten über 160/95 mmHg werden auch in der Schwangerschaft Medikamente verordnet. Die Empfehlung des Berufsverbands Deutscher Internisten e. V. lautet: „Der Blutdrucksenker Alpha-Methyl-Dopa ist noch immer die Therapie der ersten Wahl, so genannte Beta1-selektive-Rezeptorenblocker ("Betablocker") und Dihydralazin können ebenfalls eingesetzt werden.“ Auskunft zu weiteren Medikamenten gegen Bluthochdruck in der Schwangerschaft gibt Embryotox.

Bluthochdruck vor Schwangerschaft

Wenn bei Ihnen schon Bluthochdruck bei Kinderwunsch besteht, sollten Sie vor einer geplanten Schwangerschaft mit Ihrem Arzt sprechen. Möglicherweise muss Ihre Behandlung auf andere Medikamente umgestellt werden, die für das Ungeborene unbedenklich sind. Während der Schwangerschaft ist eine engmaschige Kontrolle notwendig. Übrigens, gut zu wissen: In den ersten Schwangerschaftswochen sinkt der Blutdruck erst einmal ab, er steigt im zweiten Schwangerschaftsdrittel sehr wahrscheinlich aber wieder an.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft vorbeugen

Mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und Ruhe können Sie Bluthochdruck in der Schwangerschaft vorbeugen. Gehen Sie außerdem regelmäßig zu Ihren Vorsorgeuntersuchungen und suchen Sie bei Beschwerden unbedingt einen Arzt auf.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Besser kein Salzverzicht

Menschen mit Bluthochdruck und Wassereinlagerungen im Gewebe sollen sich normalerweise salzarm ernähren. Bei Frauen, die erst in ihrer Schwangerschaft Bluthochdruck bekommen haben, ist das anders: Schwangere sollten Wasser und Salz besser weiter im üblichen Umfang zu sich nehmen – sonst droht ihnen und ihrem ungeborenen Baby Gefahr. Gerade bei sommerlicher Hitze verliert der Körper durchs Schwitzen viel Flüssigkeit und Mineralien. Diese Verluste müssen durch ausreichendes Trinken und Salz in der Nahrung ausgeglichen werden. Schwangere mit Bluthochdruck sollten außerdem keinen echten Lakritz essen, da dieser den Blutdruck zusätzlich erhöht.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 23. Februar 2017
Quellen: Geist, C., Harder, U., Stiefel, A.: Hebammenkunde. Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2013; Höfer, S., Scholz, A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer Verlag, München 2014; Höfer, S., Szász, N.: Hebammen Gesundheitswissen. Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. Gräfe und Unzer Verlag, München 2015; Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abruf 18.09.2015)

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