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Kaffee in der Schwangerschaft: Ist Koffein erlaubt?

Für viele Menschen gehört Kaffee ganz selbstverständlich als tägliches Genussmittel dazu. Doch wie sieht es mit Koffein in der Schwangerschaft aus? Die europäische Fachgesellschaft gibt aktuelle Empfehlungen, wie viele Tassen Kaffee täglich in Ordnung sind.

Kaffee in der Schwangerschaft: Ist Koffein erlaubt?
Ein Kaffee ab und zu ist auch in der Schwangerschaft erlaubt – bis maximal zwei Tassen täglich.
© Getty Images/Willie B. Thomas

Manche Schwangere verspüren von sich aus keine Lust mehr auf Kaffee, für andere wiederum gehört er als Wachmacher in der Früh oder als Cappuccino am Nachmittag einfach dazu. Die gute Nachricht: Kaffee ist in Maßen auch in der Schwangerschaft erlaubt. Es gibt jedoch zahlreiche Hinweise auf einen negativen Einfluss von Koffein auf das Baby und die Schwangerschaft.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Koffein in der Schwangerschaft: So viel davon steckt drin

Wie viel Kaffee ist in der Schwangerschaft erlaubt?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit "European Food Safety Authority" (EFSA) empfiehlt Schwangeren, pro Tag maximal 200 mg Koffein zu sich zu nehmen. Das entspricht je nach Kaffeesorte und Zubereitungsart etwa zwei bis drei Tassen Kaffee täglich. Doch auch schwarzer oder grüner Tee, Energy Drinks, Cola-Getränke und sogar Schokolade enthalten Koffein. Es empfiehlt sich deshalb, nicht nur die Kaffeemenge, sondern den Konsum koffeinhaltiger Getränke insgesamt über den Tag verteilt im Blick zu haben.

So wirkt Koffein

Koffein ist eine chemische Verbindung, die natürlicherweise in manchen Lebensmitteln, allen voran in der Kaffeebohne, enthalten ist. Kakaobohnen, Teeblätter, Guaranabeeren und Kolanüsse enthalten ebenfalls Koffein.

Auch als Lebensmittelzusatz in Getränken (zum Beispiel in Energy Drinks oder koffeinhaltigen Sofdrinks) und manchen Nahrungsergänzungsmitteln zur Leistungssteigerung ist Koffein enthalten.

Koffein wird als Wachmacher genutzt, da es das zentrale Nervensystem anregt. Es kann die Wachsamkeit erhöhen und Müdigkeitsgefühle verringern. Auf das Herz wirkt Koffein ebenfalls stimulierend, erhöht Herzfrequenz und Blutdruck. Frauen, die unter Bluthochdruck leiden, sollten deshalb lieber auf Koffein und Kaffee in der Schwangerschaft verzichten.

Nicht nur bei Kaffee in der Schwangerschaft aufpassen: Koffeingehalt im Überblick

Auch, wer in der Schwangerschaft keinen Kaffee trinkt, kann Koffein über andere Getränke und Lebensmittel zu sich nehmen. So enthalten manche Colasorten und vor allem Energy Drinks oft sogar mehr Koffein als Kaffee – in der Schwangerschaft kann das gefährlich werden. Bis zu 320 mg Koffein sowie zahlreiche weitere für Schwangere nicht empfehlenswerte Inhaltsstoffe dürfen in Energy Drinks enthalten sein.

Bei Getränken und Lebensmitteln, die natürlicherweise Koffein enthalten, lassen sich beim Koffeingehalt nur Durchschnittswerte angeben. Er kann aufgrund des Anbaus, der Zubereitungsart und Sorte, sogar von Pflanze zu Pflanze, stark variieren.

  • Filterkaffee (200 ml): 80 mg Koffein
  • Energy Drink (250 ml): 80 mg Koffein
  • Espresso (60 ml): 80 mg Koffein
  • Schwarzer Tee (220 ml): 50 mg Koffein
  • Cola (355 ml, Dose): 40 mg Koffein
  • Grüner Tee (200 ml): 30 mg Koffein
  • Mate (200 ml): 25 bis 100 mg Koffein
  • Zartbitterschokolade (50 g): 25 mg Koffein
  • Vollmilchschokolade (50 g): 10 mg Koffein
  • Kakao-Getränk (200 ml): 8 bis 35 mg Koffein

Quelle: European Food Safety Authority (EFSA)/Netzwerk Gesund ins Leben

Entkoffeinierter Kaffee in der Schwangerschaft

Entkoffeinierter Kaffee enthält nur noch Spuren von Koffein – maximal 0,1 Prozent Koffein sind erlaubt, damit ein Kaffee in Deutschland als "entkoffeiniert" deklariert werden darf. Entkoffeinierter Kaffee ist deshalb eine gute Alternative für Schwangere, die auf ihren Kaffeegenuss nicht verzichten, aber Koffein vermeiden möchten.

Bedenken Sie auch bei entkoffeiniertem Kaffee, dass er die Eisenaufnahme hemmen kann. Da gerade Schwangere oft ohnehin einen Eisenmangel haben, empfiehlt es sich, mindestens zwei Stunden vor und nach einer eisenhaltigen Mahlzeit auf (entkoffeinierten) Kaffee zu verzichten.

Welche Auswirkungen hat Kaffee in der Schwangerschaft auf das Baby?

Über Plazenta und Nabelschnur ist der Blutkreislauf des Babys während der Schwangerschaft mit dem der Mutter verbunden. Trinkt eine Schwangere Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke, passiert das enthaltene Koffein die Plazentaschranke. Der Koffeinspiegel im Blut des Babys ist dabei etwa 40 bis 60 Minuten nach Genuss ähnlich hoch wie der der Mutter. Auch die Effekte sind gleich: Der Herzschlag erhöht sich und das Nervensystem wird angeregt.

Koffein bewirkt zudem ein Zusammenziehen der Plazentagefäße. Gleichzeitig erhöht sich die Herzfrequenz des Babys – als Folge kann die Sauerstoffversorgung des Babys beeinträchtigt werden. Außerdem wird Koffein im Blut des Babys wesentlich langsamer abgebaut als bei der Mutter. Die Wirkung bleibt daher länger bestehen.

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Schaden Koffein und Kaffee in der Schwangerschaft?

Die Frage, ob und ab welcher Menge sich Koffein beziehungsweise Kaffee auf die Schwangerschaft und das Baby auswirkt, war bereits Gegenstand zahlreicher Studien. Wissenschaftler der Universität Reykjavik haben nun 37 Beobachtungsstudien aus den letzten 20 Jahren ausgewertet. In 32 Studien fanden sie Hinweise auf einen negativen Einfluss von Koffein in der Schwangerschaft:

  • Fehlgeburt: Acht Studien enthielten Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen (erhöhtem) Koffeinkonsum und Fehlgeburten. In zwei Studien zeigte sich ein höheres Risiko von 32 beziehungsweise 36 Prozent ab einem täglichen Koffeinkonsum von mehr als 150 mg. Bei einer Studie zeigte sich ein um sieben Prozent höheres Fehlgeburtsrisiko je 100 mg Koffein, bei einer weiteren ein um 14 Prozent erhöhtes Risiko.
  • Stille Geburt: Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen stiller Geburt und Koffeinkonsum fanden sich in vier von fünf Studien. Dabei reichten die Ergebnisse von einem zwei- bis zu einem fünffach erhöhten Risiko. In zwei Studien wurde eine Erhöhung des Risikos um 9 beziehungsweise um 19 Prozent je 100 mg Koffein geschätzt.
  • niedriges Geburtsgewicht/Mangelgeburt: Elf von 13 Studien berichteten über einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Geburtsgewicht und/oder einer zu geringen Größe des Babys am Geburtstermin und Koffein.
  • Akute Leukämie im Kindesalter: In drei von sechs Studien wurden signifikante Zusammenhänge zwischen akuter Leukämie im Kindesalter und hohem Koffeinkonsum gefunden. Demnach stieg in einer Studie das Risiko um 67 Prozent (kein Koffein versus drei Tassen Kaffee täglich), in zwei weiteren um 57/72 Prozent bei einem hohen gegenüber einem niedrigen Koffeinkonsum. Zwei weitere Studien fanden einen Zusammenhang bei nichtrauchenden Müttern mit hohem Koffeinkonsum, bei einer weiteren Studie war das Ergebnis unklar.

Ein möglicher Zusammenhang zwischen erhöhtem Konsum von Koffein/Kaffee in der Schwangerschaft und Frühgeburten zeigte sich dagegen nicht. Auf die Dauer der Schwangerschaft insgesamt scheint Koffein demnach keinen Einfluss zu haben.

Koffeinhaltige Erfrischungsgetränke und ADHS

Ob zu viel Kaffee in der Schwangerschaft zu ADHS beim Kind führen kann, ist umstritten. Ein deutlicher Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken und ADHS im Kleinkindalter konnte jedoch bei verschiedenen Untersuchungen gefunden werden. Ursprünglich lag der Fokus dabei auf Kaffee in der Schwangerschaft und ADHS beim Kind, jedoch zeigte sich, dass eher diese koffeinhaltigen Erfrischungsgetränke die Wahrscheinlichkeit einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung erhöhen.

Die Forscher schließen daher auf einen anderen Inhaltsstoff dieser Getränke als Ursache. Vermutet wird ein Zusammenhang mit künstlichen Süßstoffen, dieser konnte bislang jedoch nicht eindeutig belegt werden.

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Tee in der Schwangerschaft

Er enthält zwar weniger Koffein als Kaffee, aber auch Tee sollte in der Schwangerschaft nicht in rauen Mengen getrunken werden. Das häufig genannte Argument, der Tee enthalte Teein und kein Koffein, ist schlicht falsch. Chemisch handelt es sich um den exakt gleichen Wirkstoff, nur die Bezeichnung variiert.

Grüner Tee ist in der Schwangerschaft besonders beliebt. Er enthält Aminosäuren und viele Mineralien, schmeckt mild und gilt als "sanfter Wachmacher". Je nach Teesorte und Zubereitungsart schwankt der Gehalt. Grundsätzlich gilt: Je länger er ziehen darf, desto mehr Koffein enthält der Tee. Genau wie schwarzer oder weißer Tee enthält auch grüner Tee Koffein.

Kräutertees können ebenfalls eine Alternative zu Kaffee in der Schwangerschaft sein. Berücksichtigt werden sollte dabei, dass Kräuter auch Wirkungen haben. So kann Eisenkraut oder Salbei zum Beispiel wehenanregend wirken und sollte deshalb in der Schwangerschaft gemieden werden. Aber auch zahlreiche andere Kräutertees sind nicht geeignet. Informieren Sie sich deshalb genau über die Wirkweisen.

Was sollte man in der Schwangerschaft nicht essen?
Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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