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Sonntag, 18. Februar 2018
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Kaffee in der Schwangerschaft

Kaffee in der Schwangerschaft kann sich ungünstig auf das Ungeborene auswirken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher moderaten Genuss von Kaffee in der Schwangerschaft. Eine Menge von bis zu drei Tassen pro Tag ist jedoch vertretbar.

Kaffee in der Schwangerschaft
Bis zu drei Tassen Kaffee dürfen auch in der Schwangerschaft genossen werden - wenn sonst kein Koffein aufgenommen wird
(c) iStockphoto

Empfehlung für Kaffee-Konsum in der Schwangerschaft

Die Weltgesundheitsorganisation WHO legt als vertretbare Höchstgrenze in der Schwangerschaft eine tägliche Menge Koffein von 300 mg fest. Dies entspricht in etwa drei Tassen Kaffee pro Tag. Da Tee in etwa halb so viel Koffein enthält wie Kaffee, ist hier eine Menge von bis zu sechs Tassen in Ordnung. Eine Dose Energydrink kann etwa 80 mg Koffein enthalten, die vertretbare Tagesmenge entspricht hier etwa vier Dosen. Es empfiehlt sich, die jeweilige Koffeinmenge eines Lebensmittels auf der Packung abzulesen und die vertretbare Höchstmenge nicht zu überschreiten. Auch bei Frauen mit  Schwangerschaftsdiabetes spricht nichts gegen das tägliche Tässchen Kaffee - sofern er nicht übermäßig gezuckert wird.

Idealerweise verzichten Schwangere auf Kaffee oder wechseln während der Schwangerschaft zu koffeinfreiem Kaffee. Verantwortungsvoller Umgang mit der Ernährung in der Schwangerschaft kann dazu beitragen, unnötige Risiken zu vermeiden.

Embryo wird über Blutkreislauf der Mutter ernährt

In der Frühschwangerschaft wächst der Embryo stetig und ist dabei sehr empfindlich. Viele Substanzen, die Schwangere zu sich nehmen, sind innerhalb einer Stunde bei ihm: Alkohol, Nikotin, Koffein und manche Medikamente werden über die Plazenta direkt dem Blutkreislauf des Ungeborenen zugeführt. Daher sollte auf die unnötige beziehungsweise übermäßige Einnahme verzichtet werden. Kaffee gehört zu Genussmitteln, die in der Schwangerschaft begrenzt konsumiert werden sollten.

Was ist Koffein?

Koffein ist ein sogenanntes Alkaloid. In der Natur kommt es in verschiedenen Pflanzen vor. Hierzu zählen Kaffee- oder Kakaobohnen und Teeblätter. Röstung, Art und Mischung der verwendeten Kaffeesorten, die Partikelgröße des Kaffeepulvers und das Mengenverhältnis zum gebrühten Wasser kann den Koffeingehalt im Kaffee beeinflussen. 

Was bewirkt Koffein?

Das im Kaffee enthaltene Koffein wirkt sich in der Schwangerschaft auf das Ungeborene aus. Es verengt die kindlichen Blutgefäße und kann die Aufnahme von Eisen hemmen. Trinkt eine Schwangere Kaffee, dauert es keine Stunde und das Koffein geht über den Mutterkuchen (Plazenta) in den kindlichen Blutkreislauf über. Dazu kommt die Tatsache, dass Koffein während der Schwangerschaft vom kindlichen Organismus langsamer abgebaut wird, da dieser die zum Abbau benötigten Enzyme noch nicht in angemessener Konzentration besitzt. Dies bedeutet, dass auch das Ungeborene länger der Wirkung des Koffeins ausgesetzt ist. Schwangere, die ohnehin mit Schlaflosigkeit zu tun haben, würden diesen Umstand noch deutlicher spüren.

Welche Auswirkungen kann erhöhter Koffeinkonsum auf das Baby haben?

In der Fachliteratur finden sich Hinweise auf eine schädliche Wirkung des Koffeins während der Schwangerschaft. Hierzu zählen unter anderem Fehlbildungen des Kindes, Wachstumsdefizite, niedriges Geburtsgewicht oder spontane Fehlgeburten. Aus diesen Erkenntnissen ergab sich dann die Empfehlung, dass Schwangere nicht mehr als drei Tassen Kaffee täglich trinken sollen. Dass zu viel Kaffee in der Schwangerschaft zu ADHS beim Kind führen kann, lässt sich jedoch nicht beweisen.

Wie viel Koffein ist worin enthalten?

Auch wenn Schwangere keinen Kaffee trinken, können sie Koffein über andere Lebensmittel zu sich nehmen. Außer Kaffee gibt es einige andere Getränke, die ebenfalls Koffein enthalten. Colasorten, Schwarzer Tee und verschiedene Energydrinks enthalten Koffein, manche davon sogar mehr als Kaffee. Auch Kakaobohnen können Koffein enthalten. Mit einem Schokoladenkonsum von 400 g kann der empfohlene Höchstwert an Koffein erreicht werden. Schwangere sollten die Angaben über den Koffeingehalt auf Getränken beachten, um zu vermeiden, dass das Kind zu viel davon aufnimmt. Natürlich muss auch bedacht werden, dass von Cola allein wegen des Zuckergehalt nicht zu große Menge getrunken werden. Koffeinfreier Kaffee ist natürlich unbedenklich.

Koffeingehalt in Lebensmitteln im Überblick

Was? Koffeingehalt pro

Portion

Wie viel bis zur

empfohlenen Menge in der Schwangerschaft?

Instant-Kaffee Tasse: 75 mg, gr. Tasse:

100 mg Koffein

4 Tassen oder 3 Becher
aufgebrühter Kaffee Tasse: 100 mg 3 normale Tassen
Tee Tasse: 50 mg bis zu 6 Tassen
Coca-Cola Glas (200 ml): 16 mg -
Afri Cola Glas (200 ml): 50 mg max. 6 Gläser
Energydrink Dose: bis zu 80 mg max. 4 Dosen
Schokolade 50 g: bis zu 50 mg max. 400 g

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 18. November 2016
Quellen: Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.: www.dge.de (Stand: März 2015); Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: www.bzga.de (Stand: März 2015)

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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