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Donnerstag, 16. August 2018
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Kaffee in der Schwangerschaft

Kaffee in der Schwangerschaft kann sich ungünstig auf das Ungeborene auswirken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher moderaten Genuss von Kaffee in der Schwangerschaft. Eine Menge von bis zu drei Tassen pro Tag ist jedoch vertretbar. Besser ist jedoch ein vollständiger Verzicht auf Kaffee, da ein hoher Koffeinkonsum in der Schwangerschaft in Verbindung mit niedrigem Geburtsgewicht steht.

Kaffee in der Schwangerschaft
Bis zu drei Tassen Kaffee dürfen auch in der Schwangerschaft genossen werden - wenn sonst kein Koffein aufgenommen wird
(c) iStockphoto

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Empfehlungen für den Konsum von Kaffee in der Schwangerschaft

Die Weltgesundheitsorganisation WHO legt als vertretbare Höchstgrenze in der Schwangerschaft eine tägliche Menge Koffein von 300 mg fest. Dies entspricht in etwa drei Tassen Kaffee pro Tag. Da Tee in etwa halb so viel Koffein enthält wie Kaffee, ist hier eine Menge von bis zu sechs Tassen in Ordnung. Eine Dose Energydrink kann etwa 80 mg Koffein enthalten, die vertretbare Tagesmenge entspricht hier etwa vier Dosen. Es empfiehlt sich, die jeweilige Koffeinmenge eines Lebensmittels auf der Packung abzulesen und die vertretbare Höchstmenge nicht zu überschreiten. Auch bei Frauen mit  Schwangerschaftsdiabetes spricht nichts gegen das tägliche Tässchen Kaffee - sofern er nicht übermäßig gezuckert wird.

In manchen Ländern, unter anderem den USA und Schweden, liegen die Empfehlungen für die tägliche Koffeinzufuhr niedriger: bei maximal 200 mg, also zwei Tassen Kaffe, täglich, liegen hier in der Schwangerschaft noch im grünen Bereich.

Idealerweise verzichten Schwangere auf Kaffee oder wechseln während der Schwangerschaft zu entkoffeiniertem Kaffee. Verantwortungsvoller Umgang mit der Ernährung in der Schwangerschaft kann dazu beitragen, unnötige Risiken zu vermeiden.

Koffein in der Schwangerschaft: So viel davon steckt drin

 

Embryo wird über Blutkreislauf der Mutter ernährt

In der Frühschwangerschaft wächst der Embryo stetig und ist dabei sehr empfindlich. Viele Substanzen, die Schwangere zu sich nehmen, sind innerhalb einer Stunde bei ihm: Alkohol, Nikotin, Koffein und manche Medikamente werden über die Plazenta direkt dem Blutkreislauf des Ungeborenen zugeführt. Daher sollte auf die unnötige beziehungsweise übermäßige Einnahme verzichtet werden. Kaffee gehört zu Genussmitteln, die in der Schwangerschaft begrenzt konsumiert werden sollten: Die Koffeinkonzentration im Blut des Babys gleich nämlich dem der Schwangeren. Beide, Schwangere und Baby, bauen Koffein nur sehr langsam ab.

Was bewirkt Koffein?

Koffein ist ein sogenanntes Alkaloid. In der Natur kommt es in verschiedenen Pflanzen vor. Hierzu zählen Kaffee- oder Kakaobohnen und Teeblätter. Röstung, Art und Mischung der verwendeten Kaffeesorten, die Partikelgröße des Kaffeepulvers und das Mengenverhältnis zum gebrühten Wasser kann den Koffeingehalt im Kaffee beeinflussen. 

Das im Kaffee enthaltene Koffein wirkt sich in der Schwangerschaft auf das Ungeborene aus. Es verengt die kindlichen Blutgefäße und kann die Aufnahme von Eisen hemmen. Trinkt eine Schwangere Kaffee, dauert es keine Stunde und das Koffein geht über den Mutterkuchen (Plazenta) in den kindlichen Blutkreislauf über. Dazu kommt die Tatsache, dass Koffein während der Schwangerschaft vom kindlichen Organismus langsamer abgebaut wird, da dieser die zum Abbau benötigten Enzyme noch nicht in angemessener Konzentration besitzt. Dies bedeutet, dass auch das Ungeborene länger der Wirkung des Koffeins ausgesetzt ist. Schwangere, die ohnehin mit Schlaflosigkeit zu tun haben, würden diesen Umstand noch deutlicher spüren.

Welche Auswirkungen kann zu viel Kaffee in der Schwangerschaft auf das Baby haben?

In der Fachliteratur finden sich Hinweise auf eine schädliche Wirkung des Koffeins während der Schwangerschaft. Hierzu zählen unter anderem Fehlbildungen des Kindes, Wachstumsdefizite, niedriges Geburtsgewicht oder spontane Fehlgeburten. Aus diesen Erkenntnissen ergab sich dann die Empfehlung, dass Schwangere nicht mehr als drei Tassen Kaffee täglich trinken sollen. Ob zu viel Kaffee in der Schwangerschaft zu ADHS beim Kind führen kann, ist umstritten.

Ein deutlicher Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken und ADHS im Kleinkindalter konnte jedoch bei verschiedenen Untersuchungen gefunden werden. Ursprünglich lag der Fokus dabei auf Kaffee in der Schwangerschaft und ADHS beim Kind, jedoch zeigte sich, dass eher diese koffeinhaltigen Erfrischungsgetränke die Wahrscheinlichkeit einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung erhöhen. Die Forscher schließen daher auf einen anderen Inhaltsstoff dieser Getränke als Ursache. Vermutet wird ein Zusammenhang mit künstlichen Süßstoffen, dieser konnte bislang jedoch nicht eindeutig belegt werden.

Auswirkungen hat Kaffee aber in jedem Fall auf das Baby: In Untersuchungen zeigte sich, dass Babys im Mutterleib bereits 20 Minuten nach Kaffeekonsum viel stärker bewegen als vorher. Auch das Herz schlägt schneller. Die anregende Wirkung des Koffein betrifft also auch das Baby.

Niedriges Geburtsgewicht und höhere Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt bei hohem Koffeinkonsum

Studien zeigen außerdem, dass sich Koffein in der Schwangerschaft auch auf das Geburtsgewicht auswirken kann: Demnach steigt das Risiko eines niedrigen Geburtsgewichts ab eine Konsum von mehr als 100 mg Koffein täglich: je 100 mg täglich zusätzlich konsumierten Koffeins um drei Prozent. Forschungsergebnisse aus kleineren Studien, unter anderem auch aus Japan, wo eher Tee konsumiert wird, der aber trotzdem Koffein enthalten kann, zeigen auch einen Zusammenhang zwischen der Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburten und erhöhtem Koffeinkonsum. Laut einer Übersichtsarbeit, in der alle Studien (mit insgesamt über 130.000 Schwangerschaften) der letzten Jahr zu Kaffee beziehungsweise Koffein und Schwangerschaft ausgewertet wurden, steigt das Risiko einer Fehl- oder Totgeburt um sieben Prozent je 100 mg täglich mehr konsumierten Koffeins.

Wie viel Koffein ist worin enthalten?

Auch wenn Schwangere keinen Kaffee trinken, können sie Koffein über andere Lebensmittel zu sich nehmen. Außer Kaffee gibt es einige andere Getränke, die ebenfalls Koffein enthalten. Colasorten, Schwarzer Tee und verschiedene Energydrinks enthalten Koffein, manche davon sogar mehr als Kaffee. Energydrinks sind aufgrund des hohen Koffeingehalts und teilweise anderer Inhaltsstoffe, die in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert sind, auf jeden Fall zu meiden. Auch Kakaobohnen können Koffein enthalten. Mit einem Schokoladenkonsum von 400 g kann der empfohlene Höchstwert an Koffein erreicht werden. Hier empfiehlt sich aufgrund des hohen Zuckergehalts aber Zurückhaltung.

Schwangere sollten die Angaben über den Koffeingehalt auf Getränken beachten, um zu vermeiden, dass das Kind zu viel davon aufnimmt. Natürlich muss auch bedacht werden, dass von Cola allein wegen des Zuckergehalt nicht zu große Menge getrunken werden. Koffeinfreier Kaffee ist natürlich unbedenklich.

Tee in der Schwangerschaft

Er enthält zwar weniger Koffein als Kaffee, aber auch Tee sollte in der Schwangerschaft nicht in rauen Mengen getrunken werden. Das häufig genannte Argument, der Tee enthalte Teein und kein Koffein, ist schlicht falsch. Chemisch handelt es sich um den exakt gleichen Wirkstoff, nur die Bezeichnung variiert.

Grüner Tee ist in der Schwangerschaft besonders beliebt. Er enthält Aminosäuren und viele Mineralien, schmeckt mild und gilt als "sanfter Wachmacher". Je nach Teesorte und Zubereitungsart schwankt der Gehalt. Grundsätzlich gilt: Je länger er ziehen darf, desto mehr Koffein enthält der Tee. Genau wie schwarzer oder weißer Tee enthält auch grüner Tee Koffein.

Kräutertees können ebenfalls eine Alternative zu Kaffee in der Schwangerschaft sein. Berücksichtigt werden sollte dabei, dass Kräuter auch Wirkungen haben. So kann Eisenkraut oder Salbei zum Beispiel wehenanregend wirken und sollte deshalb in der Schwangerschaft gemieden werden. Aber auch zahlreiche andere Kräutertees sind nicht geeignet. Informieren Sie sich deshalb genau über die Wirkweisen.

Koffeingehalt im Überblick

Was? Koffeingehalt pro

Portion

Wie viel bis zur von der WHO empfohlenen Menge in der Schwangerschaft?

Instant-Kaffee Tasse: 75 mg, gr. Tasse:

100 mg Koffein

4 Tassen oder 3 Becher
Espresso Tasse: 50-60 mg maximal 5 kleine Espressi (á 30 ml)
Cappuccino Tasse: 30-50 mg maximal 6 Tassen (á 200 ml)
Filterkaffee Tasse: 80-120 mg bis zu 3 Tassen
Tee Tasse: 50 mg bis zu 6 Tassen
Coca-Cola Glas (200 ml): 16 mg nicht empfehlenswert
Afri Cola Glas (200 ml): 50 mg nicht empfehlenswert
Energydrink Dose: bis zu 80 mg nicht empfehlenswert
Schokolade 50 g: bis zu 50 mg max. 400 g
Kakao Tasse: 10-15 mg bis zu 6 Tassen

 

Was sollte man in der Schwangerschaft nicht essen?

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2018
Quellen

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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