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Untersuchung bei Kinderwunsch

Zyklusmonitoring: Ablauf, Werte und Kosten

Bei unerfülltem Kinderwunsch kann in der frauenätztlichen Praxis ein Zyklusmonitoring stattfinden. Dabei wird ein Zyklus der Frau darauf kontrolliert, ob und welche Probleme dem Schwangerwerden im Wege stehen. Ein Ultraschall der Eierstöcke und der Gebärmutter gibt Aufschluss über die Follikelreifung und den Zustand der Uterusschleimhaut. Darüber hinaus werden in mehreren Zyklusphasen verschiedene Hormonwerte bestimmt, die für eine Schwangerschaft ausschlaggebend sind.

Zyklusmonitoring
© GettyImages/Dean Mitchell

Viele Frauenärzt*innen führen ein Zyklusmonitoring durch, wenn eine Frau seit einiger Zeit erfolglos versucht, schwanger zu werden. Auch in Kinderwunschzentren wird die Untersuchung angeboten. Zum Zyklusmonitoring gehören Hormonbestimmungen und Ultraschalluntersuchungen zur Überwachung der Eizellreifung vor dem Eisprung. Auch die Schleimhaut in der Gebärmutter wird ärztlich begutachtet. Nur wenn diese genügend aufgebaut ist, kann eine Schwangerschaft eintreten und bestehen bleiben. Durch die Untersuchungen lässt sich zusätzlich der ideale Zeitpunkt für eine Befruchtung (Geschlechtsverkehr nach Plan) bestimmen.

Artikel-Inhalte im Überblick:

Fruchtbare Tage erkennen: So klappt es!

Wie oft in die Arztpraxis? Ablauf & Termine des Zyklusmonitorings

Üblicherweise soll ein Paar ein Jahr lang versuchen, schwanger zu werden, bis von ärztlicher Seite geschaut wird, ob es Probleme gibt, die dem Kinderwunsch im Wege stehen. Um bei unerfülltem Kinderwunsch aussagekräftige Werte zur Diagnostik zu bekommen, sind für das Zyklusmonitoring idealerweise drei Termine innerhalb eines Zyklus zu vereinbaren. Diese Termine können natürlich je nach Zykluslänge variieren. Je besser die Frau ihren Zyklus bereits kennt oder je länger sie Temperaturkurven geführt hat, desto passender können die Termine gelegt werden!

  • 1. Termin am 3.-5. Zyklustag: Blutentnahme zur Bestimmung der Hormonwerte
  • 2. Termin am 10.-12. Zyklustag: Ultraschalluntersuchung und Bestimmung der Blutwerte
  • 3. Termin 5-8 Tage nach dem Eisprung: Blutentnahme

Ausgehend von einem 28 Tage dauernden Zyklus erfolgt die Ultraschallkontrolle und Blutentnahme am 10. Zyklustag. Dabei wird die Größe des heranwachsenden Follikels und die Höhe der Gebärmutterschleimhaut beurteilt und im Blut werden die Konzentrationen der Hormone Estradiol und LH bestimmt. Zeigt sich bei dieser Untersuchung noch kein sprungbereiter Follikel, wird die Untersuchung zwei Tage später, am 12. Zyklustag, wiederholt.

Steigt im Blut die LH-Konzentration stark an, ist der Eisprung in etwa 30 Stunden zu erwarten. Mit dem Nachweis dieses Anstiegs von LH arbeiten auch Ovulationstests. Dann ist bei Kinderwunsch der optimale Zeitpunkt für Sex gekommen. Steht der Eisprung nachweislich kurz bevor, kann von der*dem Gynäkologin*Gynäkologen auch der Zervixschleim und der Muttermund hinsichtlich Öffnung begutachtet werden.

Follikel beim Zyklusmonitoring: Alles Wissenswerte

Das Eibläschen, auch Follikel genannt, umgibt die Eizelle. Normalerweise bilden sich pro Zyklus in den Eierstöcken mehrere solcher Follikel aus, aber nur eines der Eibläschen entwickelt sich zum dominanten (Leit-)Follikel. Er setzt bei der Ovulation (Eisprung) die Eizelle frei, die daraufhin innerhalb weniger Tage durch den Eileiter "wandert". Wird sie auf diesem Weg von einem Spermium befruchtet, kann es zur Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut kommen und eine Schwangerschaft beginnt.

Ein sprungreifer Follikel misst meist um die 20 mm. Optimal wäre der Nachweis eines 18 bis 22 mm großen Leitfollikels per Ultraschall in der Zyklusmitte mit entsprechenden Estradiol- und LH-Werten. Die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchung und der Hormone im Blut sollten idealerweise zusammenpassen. Ist dies nicht der Fall, kann das ein Hinweis auf eine Störung im Zyklus sein, deren Ursache herausgefunden werden sollte.

Zeigt sich beim Zyklusmonitoring wiederholt kein Follikel (Anovulation), so ist dies eine Indikation zur hormonellen Stimulation, beispielsweise mit Clomifen. Grundsätzlich sollten aber immer die Ursachen hierfür geklärt und wenn möglich behandelt werden. Werden viele kleine Follikel, aber kein "führender", sprungreifer Follikel beim Zyklusmonitoring gesichtet, kann dies ein erster Hinweis auf PCO sein, dem mit weiteren Untersuchungen nachgegangen werden muss.

Zyklusmonitoring: Diese Hormonwerte werden bestimmt

Beim Zyklusmonitoring werden die Hormone FSH, LH, Estradiol und Progesteron im Blut bestimmt. Häufig werden im Rahmen der Hormonanalyse im Blut zusätzlich noch die Parameter Testosteron, DHEA, Prolaktin, Androstendion, Cortisol und das Schilddrüsenhormon TSH gemessen.

Die Hormone, die den Zyklus der Frau im gebärfähigen Alter mitsteuern, schwanken im Zyklusverlauf physiologisch. Normwerte schwanken von Labor zu Labor und die eigenen Ergebnisse sollten immer mit den individuellen Normwerten verglichen werden, aber bewegen sich durchschnittlich in folgendem Referenzbereich:

FSH

  • Follikelphase (1. Zyklushälfte): 2 - 10 IU/ml
  • Ovulationsphase (kurz vor bis ES): 8-20 IU/ml
  • Lutealphase (2. Zyklushälfte): 2-8 IU/ml

LH

  • Follikelphase (1. Zyklushälfte): 2-6 U/l
  • Ovulationsphase (kurz vor bis ES): 6-20 U/l
  • Lutealphase (2. Zyklushälfte): 3-8 U/l

Estradiol/Östradiol

  • Follikelphase (1. Zyklushälfte): 20-190 pg/ml
  • Ovulationsphase (kurz vor bis ES): 150-530 pg/ml
  • Lutealphase, Mitte (Mitte der 2. Zyklushälfte): 55-210 pg/ml

Progesteron

  • Follikelphase (1. Zyklushälfte): < 1 µg/l = ng/ml
  • Ovulation (Eisprung): 1-2 ng/ml
  • Lutealphase, frühe (frühe 2. Zyklushälfte, bis ES+4): > 5 µg/l
  • Lutealphase, mittlere (mittlere 2. Zyklushälfte, ES+5 bis ES+8): > 12 µg/l

Beim Vergleich von Werten muss außerdem immer auf die angegebene Einheit geachtet werden.

Umrechnungsfaktoren:

  • pg/ml x 3,67 = pmol/l
  • pmol/l x 0,272 = pg/ml (ng/l)
  • pg/ml x 0,00367 = nmol/l

Kosten für das Zyklusmonitoring trägt meist die Kasse

Die Kosten für ein Zyklusmonitoring aufgrund von unerfülltem Kinderwunsch werden üblicherweise von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Eine Ausnahme kann sein, wenn die Untersuchung im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung als Selbstzahlerleistung durchgeführt wird.

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