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Mittwoch, 21. Februar 2018
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Hämatom in der Gebärmutter

Ein Hämatom in der Gebärmutter tritt bei manchen Frauen in der Frühschwangerschaft auf. Meist entsteht es während der Einnistung und wird später vom Körper resorbiert.

Hämatom in der Schwangerschaft
Körperliche Schonung ist bei einem Hämatom in der Gebärmutter wichtig, um das Risiko einer Fehlgeburt möglichst klein zu halten
iStock/PeopleImages

Normalerweise werden Hämatome (Blutergüsse) eher durch einen Sturz oder Aufprall verursacht. In der Schwangerschaft kann es aufgrund verschiedener Begebenheiten aber auch zu einem Hämatom in der Gebärmutter kommen. Solche Blutergüsse treten gelegentlich auf und äußern sich oft durch Blutungen. Je nach Sitz des Hämatoms innerhalb der Gebärmutter (meist tritt es in der Nähe des Fruchtsacks auf) kann es zu Problemen bis hin zur Fehlgeburt führen. Meist verschwindet es aber auch nach einigen Wochen von alleine. Körperliche Schonung ist in dieser Zeit enorm wichtig.

Wie äußert sich ein Hämatom in der Gebärmutter?

Schmierblutungen und Blutungen in der Schwangerschaft, besonders in der Frühschwangerschaft (bis zur 12. Schwangerschaftswoche), können ein Zeichen für ein Gebärmutterhämatom sein. Die Blutungsstärke ist dabei recht unterschiedlich. Auch Schmerzen im Unterleib, manchmal auch ein harter Bauch, können auf ein Hämatom hinweisen. Diese Symptome können vor allem in der Frühschwangerschaft auch auf eine Fehlgeburt hinweisen. Bei Schmerzen oder Blutungen ist es deshalb ratsam, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Beschwerden abzuklären.

Manchmal verursacht das Hämatom aber auch gar keine Beschwerden und wird erst während einer Ultraschall-Untersuchung entdeckt.

Was ist die Ursache für ein Hämatom in der Gebärmutter?

Während der Schwangerschaft ist die Gebärmutter viel stärker durchblutet und so können sich auch schneller Hämatome bilden. Während der Einnistung kann es zum Beispiel zu leichten Blutungen kommen, wenn Zellen der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut eindringen. Einige Frauen bemerken das an einer Einnistungsblutung. Das Blut aus den verletzten Gefäßen der Gebärmutterschleimhaut sammelt sich manchmal im Gewebe an und es entsteht ein Hämatom.

Gerinnungsstörungen, Bluthochdruck oder auch die hormonellen Umstellungen zu Beginn der Schwangerschaft werden als Risikofaktoren für eine Hämatombildung genannt.

Was bedeutet das Hämatom für die Schwangerschaft?

Der Verlauf ist vor allem abhängig vom Sitz des Hämatoms in der Gebärmutter. Die meisten Gebärmutterhämatome bilden sich im Laufe der Schwangerschaft von allein zurück. Bei manchen Schwangeren kommt es über einige Wochen hinweg immer wieder zu Blutungen. Trotzdem heißt das nicht automatisch, dass es auch zu einer Fehlgeburt kommt. Vor allem wenn das Hämatom direkt hinter der Plazenta sitzt, kann es eine vorzeitige Plazentaablösung verursachen.

Meist tritt das Hämatom in der Frühschwangerschaft auf. Körperliche Schonung ist während dieser Zeit besonders wichtig, um das Risiko einer Fehlgeburt möglichst zu minimieren. Nach den ersten zwölf Schwangerschaftswochen treten neue Gebärmutterhämatome eher selten auf.

Gebärmutterhämatom in der Schwangerschaft – wie sieht die Behandlung aus?

Um das ungeborene Baby nicht zu gefährden, sind Ruhe und möglichst wenig Bewegung das A und O bei einem Hämatom in der Gebärmutter. Dazu gehört auch der Verzicht auf Sex. Sport und anstrengende Tätigkeiten sollten ebenfalls vermieden werden.

Möglicherweise erfolgt die Einweisung ins Krankenhaus, um den Verlauf des Hämatoms besser beobachten zu können. Bei einer Behandlung in der Klinik lässt sich auch die Bettruhe sicherstellen. Besonders Frauen, die schon Kinder haben und denen deshalb das Einhalten der Bettruhe zu Hause schwer fällt, profitieren hiervon. Zudem gibt es für gesetzlich versicherte Schwangere die Möglichkeit, in bestimmten Fällen eine Haushaltshilfe zur Unterstützung gestellt zu bekommen. Auskunft hierüber gibt die jeweilige Krankenkasse.

In der Regel erfolgt eine Krankschreibung über mehrere Wochen. Magnesium und gegebenenfalls weitere Mineralien werden verabreicht. Manche Frauenärzte verschreiben auch ein Medikament mit künstlichem Progesteron (z. B. Utrogest), da es die Schwangerschaft aufrechterhalten und die Auflösung des Hämatoms fördern soll. Ob Progesteron sich konkret positiv auf das Hämatom auswirkt, ist aber umstritten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. Januar 2018
Quellen: Murkoff, H.: Schwangerschaft und Geburt. mvg Verlag, München 2014; Pedain, C., Herrero Garcia, J.: Fallbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2012

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