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Placenta praevia

Plazenta Praevia beschreibt eine bestimmte Lage des Mutterkuchens (Plazenta) innerhalb der Gebärmutter (Uterus) oder am Gebärmutterhals (Zervix). Manche betroffene Schwangere müssen bei dieser Komplikation strenge Bettruhe halten.

Plazenta Prävia
© iStock.com/simonmasters

Mehr- oder Vielgebärende sind ebenso häufiger betroffen wie Frauen, die mehrere Ausschabungen hatten. Bei Placenta praevia kommt es fast immer zum Kaiserschnitt.

Regulärer Sitz der Plazenta

In der Regel sitzt die Plazenta im oberen Teil der Gebärmutter. Von hier aus gewährleistet sie die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Ungeborenen. Im oberen Teil der Gebärmutter ist ausreichend Platz vorhanden und während der Geburt behindert die Plazenta nicht den Geburtskanal.

Tief sitzende Plazenta

Eine sogenannte tief sitzende Plazenta ist noch keine Plazenta Praevia. Das untere Ende des Mutterkuchens ragt jedoch ein wenig in das untere Segment der Gebärmutter. Selbst wenn in der Frühschwangerschaft eine Placenta praevia festgestellt wird, besteht noch kein Grund zur Unruhe. Im weiteren Schwangerschaftsverlauf wächst die Gebärmutter mit, insbesondere der untere Teil. Dadurch kann sich die Lage der Plazenta mit der Zeit nach weiter oben verändern. 

Bei einer Placenta praevia ragt die Plazenta deutlich in das sogenannte untere Uterinsegment hinein, also in den unteren Teil der Gebärmutter, der nah am Muttermund liegt. Hier haftet sie an der Gebärmutterwand und sorgt für die Versorgung des Ungeborenen mit Nährstoffen. Dieser Teil der Gebärmutter bietet der Plazenta jedoch nicht genügend Platz. Besonders während der Geburt kann es unter Umständen zu lebensgefährlichen Blutungen für Mutter und Kind kommen. Betroffene Schwangere stehen deshalb unter besonderer ärztlicher Beobachtung und bekommen oft strenge Bettruhe verordnet.

Zwei Arten der Placenta praevia

Die Placenta praevia wird medizinisch in zwei Unterformen eingeteilt. Bei der Placenta praevia totalis ist der gesamte Muttermund von Plazentagewebe bedeckt. Placenta praevia marginalis bedeutet, dass das untere Ende der Plazenta bis an den Muttermund heranreicht. Außerdem spricht der Arzt auch von einer Placenta praevia partialis, wenn der Muttermund teilweise von der Plazenta bedeckt wird.

Ursachen der Placenta praevia

Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die das Risiko für eine Placenta praevia erhöhen. Hierzu gehören:

  • Mehrfachgebärende: Placenta praevia tritt sehr selten in der ersten Schwangerschaft auf
  • (Mehrfache) Kaiserschnitte: Durch die Kaiserschnittnarbe an der Gebärmutter kann es in nachfolgenden Schwangerschaften häufiger zu einer Einnistungsstörung des Mutterkuchens kommen
  • Höheres Alter der Mutter: Bei unter 30-Jährigen tritt die Placenta praevia deutlich seltener auf als bei über 40-Jährigen.
  • Frühere Operationen an der Gebärmutter: Bei Operationen, in denen die innere Schleimhaut der Gebärmutter betroffen war (z. B. Ausschabungen), erhöhen ebenfalls das Risiko für eine Plazenta Prävia.
  • Faktoren, die die Plazenta und ihre Lage allgemein beeinträchtigen: Mehrlinge, Rauchen etc.

Diagnose der Placenta praevia

Eine Placenta praevia kann bei der routinemäßigen Ultraschalluntersuchungen zu Beginn der Schwangerschaft bereits festgestellt werden. Da sich die Lage der Plazenta jedoch noch verändern kann, muss dies noch nichts Schlimmes heißen. Wenn bei Frauen mit ungünstiger Plazentalage in der zweiten Schwangerschaftshälfte schmerzlose vaginale Blutungen auftreten, werden diese im Rahmen einer Plazenta Praevia als Warnblutungen bezeichnet, wenn andere Blutungsursachen ausgeschlossen werden können.

Risiken bei Placenta praevia

Bei einer Placenta praevia bestehen verschiedene Risiken. So kann es bereits bei der Einnistung zu Problemen kommen, da die Plazenta sich nicht richtig an die Gebärmutterwand anhaften kann. Es besteht dadurch auch das Risiko, dass die Nabelschnur nicht wie üblich verläuft und auch die in ihr befindlichen Gefäße abweichend als vorgesehen verlaufen.

Um diese Risiken im Blick zu haben, überwacht der Frauenarzt die Schwangere mit Placenta praevia totalis streng ab der 32. Schwangerschaftwoche, bei einer Placenta praevia marginalis/partialis ab der 36. Schwangerschaftswoche. Treten vorher bereits Komplikationen auf, wie beispielsweise Blutungen, muss die Schwangere im Krankenhaus vorübergehend überwacht werden, um einen Blasensprung auszuschließen und strenge Bettruhe zu gewährleisten.

Behandlung einer Placenta praevia

Die Therapiemaßnahmen bei der Placenta praevia richten sich nach der genauen Lage des Mutterkuchens. Umso tiefer er im Uterus liegt, umso genauer muss der Verlauf beobachtet werden. Um Verletzungen der Plazenta und damit verbundene Blutung möglichst zu vermeiden, wird Betroffen oftmals strenge Bettruhe verordnet. Bei der Geburt ist auch die Lage der Plazenta entscheidend. Bei Placenta praevia totalis wird immer per Kaiserschnitt entbunden, bei Placenta praevia marginalis/partialis meistens.

Bei einer tief sitzenden Plazenta kann, wenn unter der Geburt Blutungen auftreten, auch per Kaiserschnitt entbunden werden. Wird die Plazenta unter der Geburt durch Reißen verletzt, können Blutungen auftreten, die für Mutter und Kind bedrohlich sein können. Die Operation sollte zum Wohl des Kindes möglichst erst ab der 37. Schwangerschaftswoche erfolgen. Bei frühen Operationen kann der Schwangeren ein Mittel zur Lungenreifung des Säuglings verabreicht werden. Für den Zeitpunkt eines Kaiserschnitts ist jedoch in erster Linie die Stärke der Blutung relevant.

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