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Mittwoch, 22. November 2017
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Toxoplasmose

Toxoplasmose
Frauen, in deren Haushalt Katzen leben, sollten in der Schwangerschaft die Katzentoilette nicht selbst reinigen, um sich vor Toxoplasmose zu schützen
iStock/NiDerLander

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den einzelligen Parasiten Toxoplasma gondii ausgelöst wird. Sie gehört zu den Zoonosen und ist besonders gefährlich für Schwangere. Zoonosen sind Infektionen, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können.

Toxoplasmose kommt in allen Regionen der Welt vor. Entsprechend weit ist sie verbreitet: Man schätzt, dass in Deutschland über 70 Prozent der Menschen mit Toxoplasmose infiziert sind.

Wie kommt man mit Toxoplasmose in Kontakt?

Toxoplasmose wird von einem kleinen Parasiten, dem Toxoplasma gondii, verursacht. Eine weithin bekannte Überträgerin der Toxoplasmose ist die Katze. Viel wahrscheinlicher ist eine Ansteckung mit Toxoplasmose jedoch über den Verzehr von rohem Fleisch, ungewaschenem Gemüse oder über die Erde, denn Toxoplasmose kann viele Monate in der Erde überleben. So kann man etwa auch bei der Gartenarbeit mit dem Parasiten in Kontakt kommen. Toxoplasmose ist eigentlich eine harmlose Infektionskrankheit, die jedoch in der Schwangerschaft zu schweren Komplikationen führen kann.

Um sich vor einer Ansteckung mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft zu schützen, empfehlen wir folgende Maßnahmen:

  • Reinigen Sie die Katzentoilette nicht selbst bzw. tragen Sie dabei Handschuhe.
  • Einige Ärzte empfehlen sogar, Mundschutz beim Reinigen der Katzentoilette zu tragen. Untersuchungen über die Wirksamkeit gibt es allerdings nicht.
  • Tragen Sie auch bei der Gartenarbeit Handschuhe.
  • Waschen Sie Gemüse und Obst, vor allem jenes, das in oder knapp über der Erde wächst, besonders gründlich.
  • Verzichten Sie auf rohes oder geräuchertes Fleisch.

Diese Vorsichtsmaßnahmen empfehlen sich auch zur Vorbeugung von Listeriose.

Manche Frauen fragen sich, ob Sie wegen der Gefahr einer Toxoplasmose in der Schwangerschaft ihre Katze abschaffen sollen. Das ist aber absolut nicht erforderlich. Sie können ganz normal mit Ihrer Katze schmusen und sie pflegen. Im Gegenteil - es gibt Hinweise darauf, dass Kinder, die in einem Haushalt mit Tieren aufwachsen, nicht so anfällig für Allergien sind.

Ursache von Toxoplasmose: der Parasit Toxoplasma gondii

Der Parasit Toxoplasma gondii ist der Verursacher von Toxoplasmose. Es wird auf vielfältigen Wegen übertragen. Besonders groß ist die Ansteckungsgefahr durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend gegartem Fleisch. Schweine- und Schaffleisch ist eine häufige Toxoplasma gondii-Quelle. Weitere mögliche Ansteckungswege sind unzureichend gewaschenes rohes Gemüse und Salat, sowie Früchte, die in der Nähe des Erdbodens wachsen, zum Beispiel Erdbeeren. Auch über die Erde kann man sich mit Toxoplasmose anstecken, etwa bei der Gartenarbeit.

Auch im Kot von frisch mit Toxoplasmose infizierten Katzen können sich Toxoplasma gondii-Parasiten befinden. Diese können unter günstigen Bedingungen einige Monate überleben und sind damit ein möglicher Übertragungsweg. Vor allem in feuchter Erde können die Einzeller lange überleben.

Das Toxoplasma gondii befällt nach einer Inkubationszeit von etwa zwei bis drei Wochen überall im Körper Zellen und ruft Entzündungen hervor.

An welchen Symptomen erkennt man die Toxoplasmose?

Die Erstinfektion mit Toxoplasmose verläuft in der Regel ohne oder nur mit geringen Symptomen. Zeigen sich Beschwerden, sind sie meist nicht eindeutig zuzuordnen. Häufig kommt es zu einem grippeähnlichen Gefühl mit leichtem Fieber und besonders am Hals vergrößerten Lymphknoten. Meist wird die Toxoplasmose-Infektion nicht als solche bemerkt.

Bei Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem verläuft die Toxoplasmose-Infektion schwerer mit ausgeprägten Symptomen. Dazu gehört ein schweres Grippegefühl mit starken Kopf- und Gliederschmerzen und hohem Fieber. Es kann außerdem zu Nackensteifheit, Bewusstseinsstörungen und Lähmungen kommen.

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Tritt eine Erstinfektion mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft auf, kann das Ungeborene geschädigt werden. Je nach Stadium der Schwangerschaft sind Schädigungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) oder der Organe möglich. Das Risiko einer Tot- oder Fehlgeburt steigt an. In der Schwangerschaft kann ein Antikörper-Suchtest per Blutuntersuchungdurchgeführt werden. Wird eine frische Toxoplasmose-Infektion dabei entdeckt, besteht bei sofortiger Behandlung eine gute Prognose für das ungeborene Kind. Anhand des Antikörper-Suchtests in der Schwangerschaft kann auch gesagt werden, ob Immunität gegenüber Toxoplasmose besteht oder ob Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Wie diagnostiziert man Toxoplasmose?

Die Diagnose von Toxoplasmose erfolgt über eine Blutuntersuchung. Dafür werden Antikörper gegen den ursächlichen Parasiten Toxoplasma gondii im Blut nachgewiesen. Befinden sich sowohl das IgG- also auch das IgM-Antigen in der Blutprobe, gilt eine Infektion mit Toxoplasmose-Erregern als sicher. Schwangere können sich als Igelleistung darauf testen lassen.

Wie sieht die Therapie bei Toxoplasmose aus?

In den meisten Fällen ist eine Behandlung von Toxoplasmose nicht notwendig. Bei einem gesunden Abwehrsystem wird der Körper mit der Infektion alleine fertig, zumal die Erstinfektion mit Toxoplasmose-Erregern häufig gar nicht bemerkt wird. Zeigen sich starke Symptome (in der Regel bei abwehrgeschwächten Menschen), werden Medikamente eingesetzt.

Alle Medikamente, die zur Behandlung der Toxoplasmose eingesetzt werden, hemmen bestimmte Stoffwechselvorgänge der Toxoplasmose-Erreger. Es empfiehlt sich der Einsatz der Wirkstoffe Pyrimethamin mit Folsäure und Sulfonamid. Sulfonamid ist ein Antibiotikum, das den Stoffwechsel der Parasiten gezielt hemmt.

Toxoplasmose-Therapie in der Schwangerschaft

Kommt es während der Schwangerschaft zu einer Erstinfektion mit Toxoplasmose, ist eine Behandlung zwingend erforderlich. Auch hier empfiehlt sich die Kombination von Pyrimethamin mit Folsäure, sowie die Gabe eines Antibiotikums mit dem Wirkstoff Sulfonamid. Die Therapie wird mindestens vier Wochen lang durchgeführt.

Verlauf von Toxoplasmose: lebenslanger Immunschutz

In der Regel verläuft Toxoplasmose harmlos. Lediglich die angeschwollenen Lymphknoten können noch mehrere Wochen nach Abheilung der Infektion fortbestehen. Nach der Erstinfektion mit Toxoplasmose besteht ein lebenslanger Immunschutz. Bei einer Immunschwäche ist die Prognose abhängig von der Schwere der Infektion sowie vom Allgemeinzustand.

Kann man Toxoplasmose vorbeugen?

Eine Infektion mit Toxoplasma gondii lässt sich nicht sicher verhindern. Jedoch verringert man bei fehlender Immunität gegen Toxoplasmose das Risiko erheblich, wenn man bestimmte Risikofaktoren meidet. Dies sollte vor allem in der Schwangerschaft beachtet werden, um das Risiko einer Toxoplasmose möglichst gering zu halten. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Genuss von rohem oder ungenügend gegartem Fleisch
  • Kontakt mit Katzenkot
  • Verzehr von ungenügend gewaschenes Gemüse und Obst

Es ist außerdem sinnvoll, sich vor dem Essen gründlich die Hände zu waschen. Auch nach der Gartenarbeit, bzw. dem Kontakt mit Erde ist es ratsam, die Hände gründlich zu waschen. Empfehlenswert ist die regelmäßige Reinigung der Katzentoilette mit heißem Wasser.

Während einer Schwangerschaft sollte auf das Säubern der Katzentoilette verzichtet werden. Wenn das nicht möglich ist, ist es ratsam, dabei Handschuhe zu tragen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. November 2017
Quellen: Classen, M. et al: Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2004; Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: Januar 2015); Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2014

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