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Schwangerschaft

Mutterpass: Was bedeuten die Abkürzungen?

Der Mutterpass ist ein wichtiges Dokument, das Schwangeren bei der ersten Vorsorgeuntersuchung ausgehändigt wird. Hier werden die Ergebnisse aller Untersuchungen während der Schwangerschaft festgehalten. Alle Abkürzungen und Einträge erklären wir hier.

Mutterpass
Der Mutterpass enthält viele wichtige Informationen über den Verlauf der Schwangerschaft sowie Labor- und Kontrolldaten.
© mmphoto/Fotolia

Der Mutterpass ist für Schwangere eines der wichtigsten Dokumente. Hier werden alle wichtigen Informationen zum Verlauf der Schwangerschaft, Untersuchungsergebnisse sowie ggf. Komplikationen eingetragen.

Es empfiehlt sich, den Mutterpass immer bei sich zu tragen. Er kann in einem Notfall den behandelnden Ärzt*innen aufgrund der Einträge wichtige Informationen liefern.

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Ab wann bekommt man den Mutterpass?

Den Mutterpass erhalten Schwangere in der Regel von Ihrer*Ihrem Ärztin*Arzt oder Hebamme nach der ersten Vorsorgeuntersuchung oder Feststellung der Schwangerschaft. Er sollte immer mitgeführt werden.

Da der Mutterpass viele wertvolle Informationen durch die Eintragungen enthält, sollte er auch noch in der Zeit nach der Geburt aufbewahrt werden. Die Daten sind auch noch für weitere Schwangerschaften von Bedeutung und der Mutterpass wird dann auch weitergenutzt. Maximal zwei Schwangerschaften finden in einem Mutterpass Platz. Bei mehr Schwangerschaften wird dann ein neuer Mutterpass ausgestellt.

Mutterpass: Abkürzungen und Eintragungen im Mutterpass

Auf insgesamt 16 Seiten werden im Mutterpass unterschiedliche Aspekte des Gesundheitszustandes von Mutter und Kind eingetragen. Der Verlauf der Schwangerschaft und mögliche Risiken können eingetragen und später nachverfolgt werden.

  • Seite 1: Alle Termine

    Auf der ersten Seite des Mutterpasses werden übersichtlich alle Vorsorge- und Untersuchungstermine notiert. So sind die nächsten Termine immer auf den ersten Blick ersichtlich. Außerdem ist hier Platz für den Stempel der*des Gynäkolog*in und/oder der Hebamme.

  • Seite 2: Untersuchung auf Röteln und Blutgruppenunverträglichkeit

    Erkrankt die Mutter während der Schwangerschaft an Röteln, kann das schwere körperliche und geistige Beeinträchtigungen des Kindes zur Folge haben. Mithilfe einer Blutuntersuchung wird daher untersucht, ob die Mutter ausreichend gegen eine mögliche Infektion geschützt ist. In einer weiteren Untersuchung werden die Blutgruppe und der Lesen Sie hier mehr über die Rhesusfaktorunverträglichkeit der Mutter festgestellt und in den Mutterpass eingetragen.

  • Seite 3: Untersuchungen auf Infektionen

    Im Mutterpass werden auf Seite drei die Ergebnisse verschiedener Tests auf Infektionskrankheiten festgehalten. Dazu gehören unter anderem Infektionen mit Chlamydien, Lues-Bakterien (Syphillis), Hepatitis B, HIV und Toxoplasmose.

  • Seite 4: Zurückliegende Schwangerschaften

    Aus zurückliegenden Schwangerschaften können Informationen zu bestehenden Risiken gezogen werden. Daher wird auf im Mutterpass auf der vierten Seite erfasst, ob es in der Vergangenheit bereits Fehlgeburten, Schwangerschaftsabbrüche, Kaiserschnitte, Eileiterschwangerschaften oder andere Komplikationen gegeben hat.

  • Seite 5: Allgemeine Befunde und Bestimmung des Entbindungstermins

    Im Rahmen einer gründlichen Untersuchung und Befragung wird der allgemeine Gesundheitszustand der Schwangeren im Mutterpass festgehalten und geprüft, ob Risiken für die aktuelle Schwangerschaft bestehen. Anhand des ersten Tages der letzten Regelblutung kann der Geburtstermin errechnet werden. Oft wird dieser später bei einer Ultraschall-Untersuchung korrigiert. Der errechnete Termin dient jedoch nur zur groben Orientierung. Denn die meisten Kinder kommen einige Tage früher oder später zur Welt.

  • Seite 6: Besondere Befunde und Beratung

    Im Mutterpass auf der Seite sechs werden besondere Befunde wie Bluthochdruck, Blutungen, frühzeitige Wehen aber auch Drogen- oder Tabakkonsum der Schwangeren festgehalten. Ein Kriterienkatalog dient dem Arzt dazu, das Risiko der Schwangerschaft zu bewerten. Im Mutterpass wird auch dokumentiert, dass die Schwangere zu gesundheitlichen Fragen beraten wurde.

  • Seiten 7 und 8: Das Gravidogramm

    Diese Seiten im Mutterpass geben einen Überblick über alle Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen. Dokumentiert werden hier unter anderem Bewegungen des Kindes und die die Lage des Kindes in der Gebärmutter, die Pulsfrequenz des Ungeborenen, der Gesundheitszustand der Mutter und die Ergebnisse der regelmäßigen Urinuntersuchungen. Die Einträge werden laufend aktualisiert.

  • Seite 9: Besondere Risiken und kardiotokographische Befunde

    Auf der neunten Seite im  Mutterpass werden Ergänzungen zu den beiden Risikokatalogen auf der fünften und sechsten Seite hinzugefügt. Zusätzlich wird mittels eines Kardiotokographen (CTG), einem kleinen Gerät mit Ultraschall-Kopf und Wehendruckmesser, die Herztöne des Babys und die Wehenbereitschaft der Gebärmutter überprüft.

  • Seiten 10 bis 12 und 14: Die Ultraschall-Untersuchungen

    Während der Schwangerschaft werden drei Ultraschall-Untersuchungen als Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Die Ergebnisse werden auf den Seiten 10 bis 12 im Mutterpass festgehalten. Kommt es bei den Untersuchungen (Screenings) zu Auffälligkeiten, werden auch die Ergebnisse weiterer Untersuchungen an dieser Stelle dokumentiert.

  • Seite 13: Kurven für einen normalen Verlauf der Kindesentwicklung

    Auf dieser Seite tragen die behandelnden Ärzte die Ergebnisse der drei Ultraschall-Untersuchungen in eine Kurve ein. Daraus lässt sich im Mutterpass ablesen, ob das Wachstum des Kindes normal verläuft.

  • Seiten 15 und 16: Abschließende Untersuchung und Gesamtbeurteilung

    Die Seiten 15 und 16 im Mutterpass dokumentieren zunächst eine Zusammenfassung des bisherigen Schwangerschaftsverlaufs. Hinzu kommen Messdaten des Kindes wie Größe, Gewicht oder Lage vor der Geburt. Weitere Informationen zu Komplikationen im Wochenbett, einem bestehenden Dammriss oder zur Rückbildung der Gebärmutter werden eingetragen, bevor die Mutter aus der Klinik entlassen wird. Auch die Ergebnisse der Abschlussuntersuchung sechs bis acht Wochen nach der Geburt werden auf Seite 16 festgehalten.

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Wichtige Mutterpass-Abkürzungen

Der Mutterpass enthält – häufig auch aus Platzgründen – zahlreiche Abkürzungen, die nicht immer auf den ersten Blick verständlich sind. Hier finden Sie deshalb die wichtigsten verwendeten Abkürzungen:

  • Rh pos./Rh neg.: Hier ist der Rhesusfaktor gemeint. Neben der Blutgruppe ist der Rhesusfaktor eines der wichtigsten Merkmale des Blutes. In Europa sind etwa 15 Prozent der Frauen rhesus-negativ. Sie erhalten während der Schwangerschaft eine Sensibilisierung mit Anti-D-Immunglobulinen, um zu verhindern, dass der mütterliche Körper Abwehrstoffe gegen das Kind bildet.
    Lesen Sie hier mehr über die Rhesusfaktorunverträglichkeit.
  • LSR: LSR ist die Abkürzung für Lues-Such-Reaktion. Bei dieser Blutuntersuchung wird nach Lues-Bakterien (Syphillis) gesucht. In den Mutterpass wird nur eingetragen, ob der Test durchgeführt werden, nicht das Ergebnis.
  • HBs-Antigen: Nach der 32. Schwangerschaftswoche, möglichst nah am Geburtstermin, wird das Blut der Schwangeren auf Hepatitis B untersucht. Bei einem positiven Ergebnis erhält das Neugeborene nach der Geburt eine Hepatitis-B-Impfung.

Zahlreiche Abkürzungen im Mutterpass betreffen die Messdaten der Ultraschall-Untersuchungen. 

Lesen Sie hier mehr mehr über die Messdaten in der Schwangerschaft.

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