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Geht es dem Baby gut?

CTG: Das verrät der Wehenschreiber über die Herztöne

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin / Theresa Nikley, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 24. April 2019

Eine CTG (Kardiotokografie) misst die Herztöne des ungeborenen Babys und hilft auf diese Weise, den Herzschlag des Kindes während der Schwangerschaft zu überprüfen. Außerdem werden die Wehen der Mutter bei der CTG aufgezeichnet.

CTG: Das verrät der Wehenschreiber über die Herztöne
Ein CTG dient dazu, die Herztöne des Ungeborenen aufzuzeichnen
© iStock.com/Topalov
Artikelinhalte auf einen Blick:

Was ist eine CTG?

Die CTG (Kardiotokografie) gehört zu den Standarduntersuchungen während der Schwangerschaft – sie wird auch als Wehenschreiber bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine einfache und schmerzlose Untersuchung, die vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen und während der Geburt zum Einsatz kommt. Sie dient dazu, das Wohlbefinden des Kindes anhand der Ergebnisse des Kardiotokogramms zu überwachen. Das Kardiotokogramm ist eine graphische Darstellung der Wehentätigkeit und der Herztöne des Babys in Form einer Kurve.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Kardiotokografie bereits vor Beginn der Geburt sinnvoll. Das ist beispielsweise der Fall bei

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Ab wann wird eine CTG gemacht?

Zu Beginn jeder Geburt – wenn regelmäßige, starke und anhaltende Wehen auftreten – wird routinemäßig eine CTG durchgeführt. Bei einer Risikoschwangerschaft oder bei Problemen während der Schwangerschaft kann die CTG bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche eingesetzt werden. Denn mit einer CTG lassen sich Notfall- oder Gefahrenzustände des Ungeborenen feststellen und kontrollieren. Ist das Wohlbefinden des Babys gefährdet, kann der Arzt oder die Hebamme sofort eingreifen.

Wie häufig eine CTG durchgeführt wird, hängt stark von der individuellen Situation ab. Eine einmalig ambulant – das heißt ohne Krankenhausaufenthalt – durchgeführte CTG kann bereits ausreichend sein. Bei einem stark erhöhten Risiko kann eine Dauerüberwachung der kindlichen Herztöne nötig sein.

Wie lange dauert eine CTG?

Die Aufzeichnung der kindlichen Herztöne (fetale Herzfrequenz) erfolgt in der Regel mindestens 30 Minuten bis maximal eine Stunde lang und wird bis zur Entbindung in regelmäßigen Abständen wiederholt. Während der späten Eröffnungs- und Austreibungsphase erfolgt eine kontinuierliche CTG. Bei einer Risikoschwangerschaft wird während der gesamten Eröffnungs- und Austreibungsphase ein Kardiotokogramm geschrieben.

Wie läuft eine CTG ab?

Es gibt zwei Methoden der CTG: Eine Kardiotokografie über die Bauchdecke der Schwangeren (externe CTG) oder eine direkte Messung in der Gebärmutter (interne CTG), die allerdings nur sehr selten durchgeführt wird.

  • Externe CTG: Die Schwangere liegt währenddessen auf der linken Seite. Um ihren Bauch wird ein Gurt mit zwei Messfühlern gelegt, um die kindlichen Herztöne und die Wehen aufzuzeichnen.

  • Interne CTG: Sie kann nur durchgeführt werden, wenn die Fruchtblase gesprungen ist oder der Arzt diese gesprengt hat. Er führt eine Elektrode durch die Scheide der Schwangeren ein und befestigt sie am Kopf oder Steiß des Ungeborenen. Dadurch können die Herztöne aufgezeichnet werden. Die interne Kardiotokografie ist zuverlässiger und exakter als die externe. Besonders bei häufigen Lageveränderungen kann sie sinnvoll sein. Die interne Kardiotokografie ist jedoch aufwendiger als die externe und wird aufgrund des Verletzungsrisikos nur bei speziellen Indikationen, wie vorangegangenem Kaiserschnitt, durchgeführt. Bei einer internen CTG kann das Ungeborene oder der Mutterkuchen (Plazenta) verletzt werden, wenn die Elektrode befestigt wird. Zudem können Infektionen auftreten.

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Was wird bei einer CTG gemessen?

  • Registrierung der kindlichen Herztöne: Einer der Messfühler, die auf dem Bauch befestigt werden, ist der sogenannte Doppler-Ultraschall-Transducer. Dieser sendet gepulste Ultraschallsignale an das Herz des Ungeborenen. Das kindliche Herz reflektiert diese und die Ultraschallsonde empfängt sie. Die empfangenen Signale zeichnet das Untersuchungsgerät automatisch als Kurve auf. Der Wehenschreiber spiegelt die Herzschläge meist nicht eins zu eins wider, da bestimmte Einflussfaktoren die Signale stören können. Etwa fünf Herzzyklen in Folge sind notwendig, um den tatsächlichen Verlauf der Herzfrequenz des Ungeborenen rekonstruieren zu können.

  • Registrierung der Wehen: Der zweite auf dem Bauch der Schwangeren befestigte Messfühler ist der sogenannte Wehenaufnehmer. Dieser nimmt das Zusammenziehen (Kontraktion) der Gebärmuttermuskulatur wahr und sendet es als elektrisches Signal an den Papierschreiber, der dies als Wehenkurve aufzeichnet.

Welche CTG-Werte sind normal?

Das Muster der fetalen Herzfrequenz gibt Aufschluss darüber, ob das Ungeborene ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist. Die Methode gilt dann als zuverlässig, wenn Ärzte und Hebammen damit vertraut sind, die Daten korrekt interpretieren zu können. Bei einer normalen CTG liegen keine Abweichungen in folgenden Bereichen vor:

  • mittlere fetale Herzfrequenz während der Wehenpause (Basalfrequenz): 110-150 Schläge pro Minute
  • Differenz zwischen höchster und tiefster Schwankung (Bandbreite): > 5 Schläge pro Minute
  • Abfall der Herzfrequenz (Dezelerationen): kein Abfall der fetalen Herzfrequenz, > 15 Schläge pro Minute länger als 10 Sekunden Dauer
  • Beschleunigung der Herzfrequenz (Akzelerationen): sporadisch vorhanden

Welche Probleme können bei einer CTG auftreten?

Das Ergebnis einer CTG kann von zahlreichen Stör- und Einflussfaktoren wie der körperlichen Aktivität der Schwangeren oder Verhaltenszuständen des Ungeborenen beeinflusst werden. In folgenden Fällen können beim CTG Probleme auftreten – sie erfordern deshalb gegebenenfalls besondere Aufmerksamkeit von Hebamme oder Arzt:

  • Adipositas: Bei sehr starkem Übergewicht besteht die Möglichkeit, dass das CTG misslingt. Beim Anbringen der Knöpfe wird deshalb darauf geachtet, dass sie ausreichend auf die Bauchdecke drücken.

  • Zwillingsschwangerschaft: Moderne CTG-Geräte ermöglichen es, die Herztöne beider Kinder gleichzeitig zu überwachen.

  • Aktives Baby: Die Auswertung wird erschwert, wenn das Kind zum Zeitpunkt der Messung sehr aktiv ist.

  • Lage des Kindes: Je nachdem wie das Kind liegt, können die Herztöne schon einmal schwerer einzufangen sein. In solchen Fällen hilft eine Ultraschalluntersuchung dabei, die Lage des Kindes genau zu ermitteln.

Welche Ergänzungen zur CTG gibt es?

Ist das Ergebnis der CTG auffällig, führt der Arzt zusätzliche Untersuchungen durch, um das Wohlbefinden des Ungeborenen zu überprüfen. Dies können beispielsweise folgende Untersuchungen sein:

  • Dopplerultraschall: Er dient dazu, den Blutfluss in den Gefäßen und die Entwicklung des Herzens darzustellen.
  • fetale Stimulation: Der Arzt stimuliert das Ungeborene mit manuellen, akustischen und/oder lichtoptischen Impulsen und prüft erneut die Herzfrequenz.
  • Kineto-Kardiotokogramm (K-CTG): Mit einem dritten Messfühler wird während der CTG die Bewegungsintensität und -dauer des Ungeborenen geprüft.

Eine Telemetrie-Kardiotokografie (Telemetrie-CTG) ist eine Weiterentwicklung des CTG: Mit ihrer Hilfe kann auf die Verkabelung der Schwangeren verzichtet werden. Die CTG-Signale werden dabei über Funk an das Untersuchungsgerät übermittelt. Besonders bei Langzeitüberwachungen ist ein Telemetrie-CTG sinnvoll, damit die Schwangere sich möglichst frei bewegen kann. Zudem wird ein Telemetrie-CTG bei einer Wassergeburt angewendet.

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Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin / Theresa Nikley, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 24. April 2019
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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