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Montag, 19. November 2018
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Wassergeburt

Autor: Jessica Schmid, Medizinautorin / Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 11. September 2018

Wassergeburt ist eine Geburtsmethode, bei der die Schwangere die Wehenzeit im Wasser verbringt. Sie kann auch ihr Baby im Wasser gebären. Das Badewasser entspannt während des Geburtsprozesses die Muskeln, wirkt beruhigend, kann die Wehentätigkeit erleichtern, den Geburtsvorgang beschleunigen und Dammverletzungen vermeiden.

Wassergeburt
Manche Frauen entscheiden sich ganz bewusst für eine Wassergeburt
(c) iStockphoto

Wasserentbindungen können in einer Klinik, in einem Geburtshaus, im Rahmen einer Hausgeburt oder einer ambulanten Geburt stattfinden. Doch nicht jede Klinik und jedes Geburtshaus verfügen über eine spezielle Geburtswanne. In Deutschland werden jedes Jahr knapp 5.000 Kinder im Wasser entbunden.

Wie wird eine Wassergeburt vorbereitet?

Wassergeburten werden von Hebammen in Geburtshäusern oder Kliniken begleitet. Schwangere können sich ganz bewusst für diese Geburtsmethode entscheiden. Zeitig vor dem Geburtstermin müssen jedoch eine Hebamme und eine Klinik gefunden werden, die diese Geburtsmethode unterstützen. Bei einem Informationstermin vor Ort können Schwangere dann eventuell bereits in der Geburtswanne probesitzen und verschiedene Gebärpositionen austesten. Außerdem ist es sinnvoll, einen speziellen Kurs zur Vorbereitung auf die Wassergeburt zu besuchen. Dort erfahren Schwangere unter anderem, wie sich der Einfluss des Wassers in den verschiedenen Phasen der Geburt auswirkt. So können sie entscheiden, wie und wann sie das Wasser im Geburtsprozess unterstützend einsetzen möchten.

Wenn die Wassergeburt im Rahmen einer Hausgeburt stattfinden soll, können die werdenden Eltern die Wanne oder das Becken etwa einen Monat vor dem errechneten Geburtstermin zuhause austesten. Sie sollten sich beraten lassen, welche Vorkehrungen zuhause für eine Wassergeburt zu treffen sind.

Findet die Wassergeburt in einer Klinik oder einem Geburtshaus statt, kann das Paar Meersalz, Düfte, Musik, Haargummis, Badebekleidung für den Partner, eine Videokamera und andere persönliche Gegenstände zum Geburtstermin mitbringen.

Wie läuft eine Wassergeburt ab?

Bei einer Wassergeburt befindet sich die Schwangere sowohl in der Eröffnungs- als auch in der Austreibungsphase in der Gebärwanne und kann hier auch bis zur Nachgeburtsphase verbleiben. Es gibt unterschiedlich große und verschieden geformte Gebärwannen, die der Schwangeren ausreichend Bewegungsfreiräume bieten sollten, damit sie sich während der Geburt in eine für sie angenehme Position begeben kann. Je nachdem, in welcher Phase der Geburt sich die Frau befindet, können die Eigenschaften des Wassers unterschiedlich zur Unterstützung der Geburtsvorgänge genutzt werden. In der Eröffnungsphase kann warmes Wasser beispielsweise zur Entspannung beitragen, während etwas kälteres Wasser die Nachgeburtsphase beschleunigen kann.

Die Hebamme und eventuell ein Arzt betreuen und bewachen den Geburtsablauf. Dies geschieht auch mittels CTG. Hierbei werden die Herztöne des Ungeborenen und die Wehentätigkeit der Frau aufgezeichnet und kontrolliert. Daneben muss immer eine weitere Person anwesend sein, um die Schwangere bei Komplikationen aus der Wanne heben zu können. Falls die Entbindung nicht im Wasser möglich ist oder die Schwangere dort nicht mehr entbinden möchte, kann die Geburt auch außerhalb des Wasserbeckens in einem Bett oder in einer anderen Position beendet werden. Schwangere, die im Wasserbad entbinden möchten sollten wissen, dass bei einer Wassergeburt keine Spinal- oder Periduralanästhesie (PDA) zur Schmerzdämpfung durchgeführt werden kann.

Nach der Geburt wird das Kind innerhalb weniger Sekunden aus dem Wasser zur Oberfläche gehoben, wo es zum ersten Mal eigenständig Luft einatmet. Neugeborene haben einen Tauchreflex. Das bedeutet, dass sie erst zu atmen beginnen wenn sie die kühlere Luft an der Wasseroberfläche erreichen. Solange das Baby noch nicht abgenabelt ist, wird es über die Nabelschnur von der Mutter unter Wasser mit Sauerstoff versorgt. Sobald das Kind aus dem Wasser gehoben wurde, wird es auf den Bauch der Mutter gelegt. Die Nachgeburtsphase, in der die Plazenta (Mutterkuchen) ausgestoßen wird, kann ebenfalls im Wasser stattfinden.

Welche Vorteile bietet die Wassergeburt?

  • weniger Schmerzen und oft auch kürzere Wehen
  • Risiko für Dammrisse ist geringer
  • die Frau kann im Wasser leichter Positionswechsel vornehmen
  • Vorteil fürs Kind: sanfter Übergang aus dem Mutterleib ins warme Wasser

Was spricht gegen eine Wassergeburt?

Eine Wassergeburt sollte nur dann geplant werden, wenn die Schwangerschaft bislang ohne Komplikationen verlaufen ist und auch keine Komplikationen zu erwarten sind.

Kontraindikationen für eine Wassergeburt sind:

Dagegen ist eine Wassergeburt unter bestimmten Umständen auch dann möglich, wenn die Frau gesunde Zwillinge erwartet, bereits einen oder mehrere Kaiserschnitte hatte oder sich das Kind in der Steißlage befindet. Dazu sind dann allerdings erfahrene Geburtshelfer notwendig.

Birgt eine Wassergeburt Risiken?

Eine Wassergeburt birgt nur sehr geringe Risiken für die Gesundheit von Mutter und Kind. Kritiker befürchten, dass das Baby gleich nach der Geburt Wasser einatmen könnte. Auf der anderen Seite verfügen Neugeborene jedoch über einen Tauchreflex, der sie unter Wasser den Atem anhalten lässt.

Die Tatsache, dass sich die Schwangere nicht nur während der Eröffnungs- sondern auch der Austreibungsphasedes Kindes im Wasser befindet, wird teilweise kritisch bewertet. Es wird angenommen, dass sich über austretendes Blut und andere Körperflüssigkeiten Infektionen verbreiten. Vor allem das neugeborene Kind könnte in Ausnahmefällen hiervon betroffen sein.

Alternativen zur Wassergeburt

Eine Wassergeburt gilt bereits als Alternative zur Geburt in einem Bett.

Autor: Jessica Schmid, Medizinautorin / Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 11. September 2018
Quellen

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