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Vorteile und Risiken

Hausgeburt: In vertrauter Atmosphäre entbinden

Autor: Jessica Schmid, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 16. Oktober 2019

Bei einer Hausgeburt bringt eine Schwangere ihr Kind im eigenen Zuhause und häufig im Beisein von Familienmitgliedern auf die Welt. Die Hausgeburt erfreut sich bei uns immer größerer Beliebtheit.

Hausgeburt
Bei einer Hausgeburt sind auch Wassergeburten im Pool möglich
© iStock.com/ideabug

Heute werden in Deutschland die allermeisten Kinder in einer Klinik geboren. 2017 waren es nur knapp 1,3 Prozent, die "außerklinisch", also zu Hause oder im Geburtshaus, auf die Welt kamen. Eine Hausgeburt findet in der Regel ganz bewusst nicht in einem Krankenhaus statt. Allerdings gibt es auch unfreiwillige Hausgeburten, wenn die Frau es unter den Wehen nicht mehr ins Krankenhaus schafft. Solche Sturzgeburten sind aber eher selten.

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Hebamme finden für die Hausgeburt

Bei einer Hausgeburt sollte immer eine Hebamme anwesend sein. Jedoch führt nicht jede Hebamme auch Hausgeburten durch. Es empfiehlt sich bereits frühzeitig nach einer Hebamme zu suchen, die auch Hausgeburten betreut. Die Hebammenhilfe steht jeder Frau zu, die gesetzlich versichert ist. Lediglich die Rufbereitschaft durch die Hebamme ab der 37. Schwangerschaftswoche müssen Sie teilweise oder vollständig selbst zahlen. Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, denn manche Kassen übernehmen zumindest anteilig die Kosten für die Rufbereitschaft.

Wie bei ambulanten Geburten sollte auch bei der Hausgeburt die Betreuung durch eine Nachsorgehebamme zumindest im frühen Wochenbett (die ersten zehn Tage nach der Geburt) gewährleistet sein. Meist übernimmt das die Hebamme, die auch die Geburt betreut hat.

Manche Frauen möchten sich auch von einer Doula unterstützen lassen. Doulas sind geburtserfahrene Frauen, die der Frau bei der Geburt zur Seite steht. Als Ersatz für die Hebamme eignet sie sich aber keinesfalls, da sie nicht über eine medizinische Ausbildung verfügt.

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Vorbereitung auf eine Hausgeburt

Bei einer Hausgeburt gibt es vor dem errechneten Geburtsstermin einiges vorzubereiten. Daher ist es ratsam, schon einige Wochen vorher bei einem Hausbesuch der Hebamme mit ihr den genauen Ablauf zu besprechen.

Es ist beispielsweise empfehlenswert, genügend Getränke und Lebensmittel für die ersten ein bis zwei Tage nach der Geburt vorrätig zu haben und zu planen, wer kocht oder sich ums Aufräumen kümmert. Da es während der Geburt angenehm sein kann, ein entspannendes Bad zu nehmen, sollte die Badewanne hergerichtet werden. Alternativ kann auch eine große Schüssel vorbereitet werden. Für das Wochenbett werden weite T-Shirts und Binden sowie Stilleinlagen benötigt.

Das Geburtszimmer sollte nach den Wünschen der Schwangeren eingerichtet werden, denn sie soll sich während der Geburt wohl fühlen. Das Zimmer muss beheizbar sein und auch dem Partner oder anderen Personen, die während der Geburt anwesend sein werden, genügend Platz bieten. Sinnvoll ist es, den Fußboden mit Folie abzudecken und einen Wärmestrahler bereit zu halten. Es ist außerdem ratsam, das Bett so aufzustellen, dass die Hebamme während der Geburt von beiden Seiten Zugang zur Entbindenden haben kann. Die Hebamme bringt zur Hausgeburt ihren Hebammenkoffer und weitere Ausrüstungsgegenstände mit. Hierfür benötigt sie ein kleines Tischchen neben dem Bett und ausreichend Licht.

Neben dem Bett sollten folgende Gegenstände bereit liegen:

  • Handtücher und Waschlappen
  • Schüssel mit Wasser zum Waschen
  • Getränke und Traubenzucker
  • Einige Erfrischungstücher
  • Massageöl
  • Wärmflasche und warme Socken
  • Fotoapparat für die ersten Babybilder

Falls die Schwangere bereits ältere Kinder hat oder Tiere mit im Haushalt leben, ist es sinnvoll vorab zu klären, wer sie während der Geburt betreuen kann.

Wenn es während einer Hausgeburt zu unvorhersehbaren Komplikationen kommt, muss die Schwangere möglicherweise auf die Geburt zuhause verzichten und in der Klinikgeburt entbinden. Es ist daher ratsam, sich bereits einige Tage vor der Geburt im nächstgelegenen Krankenhaus anzumelden, sodass dort schon die persönlichen Daten vorliegen. Es sollte nach Möglichkeit nicht weiter als 20 Minuten Fahrtzeit entfernt liegen.

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Ablauf einer Hausgeburt

Die Geburt beginnt mit regelmäßig auftretender Wehentätigkeit und endet mit dem Ausstoßen der Plazenta. Sobald die Wehen eintreten oder wenn die Fruchtblase vorzeitig platzt, ist es Zeit, die betreuende Hebamme zu informieren. Diese hält sich bereits drei Wochen vor und bis zu zehn Tage nach dem errechneten Entbindungstermin Tag und Nacht in Rufbereitschaft.

Die Hebamme bringt verschiedene Gegenstände mit, die während der Geburt gebraucht werden oder nützlich sein könnten. Das sind beispielsweise ihr Hebammenkoffer mit Desinfektionsmitteln oder Medikamenten, ein Gebärhocker und ein tragbarer Kardiotokograph zum Aufzeichnen der Wehentätigkeit und der Herztöne des Kindes.

Jede normale Geburt verläuft in drei Phasen – der Eröffnungsphase, der Austreibungsphase mit Pressphase sowie der Nachgeburtsphase. Die Gebärende kann sich zuhause in eine für sie bequeme Position zum Entbinden begeben. Viele Frauen wünschen sich zu Hause eine Wassergeburt.

Die Hebamme unterstützt die Gebärende, leitet sie beim Pressen an und gibt Dammschutz. Auch die erste Untersuchung des Neugeborenen, die U1, kann die Hebamme durchführen. Im Rahmen einer Hausgeburt kommen keine starken Schmerzmittel zum Einsatz, denn die Gebärende soll wach und aktiv an der Geburt ihres Babys teilnehmen können.

Welche Gründe sprechen für eine Hausgeburt?

Schwangere entscheiden sich ganz bewusst für eine Hausgeburt, beispielsweise weil sie im gewohnten Umfeld entbinden möchten. Viele Frauen möchten nach der Geburt nicht vom Neugeborenen getrennt werden oder es sollen neben ihrem Partner noch weitere Personen bei der Geburt anwesend sein. Vor allem der Wunsch nach einer intimeren Atmosphäre, weit weg von der Klinikatmosphäre, weckt in vielen Frauen den Wunsch nach einer Geburt zu Hause.

Generell kann sich jede Frau frei entscheiden, an welchem Ort und in welcher Position sie ihr Kind zur Welt bringen möchte. Wenn es während der Schwangerschaft zu Komplikationen kommt, es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt oder Komplikationen bei der Geburt erwartet werden, kann eine Hausgeburt nicht empfohlen werden.

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Komplikationen und Risiken während einer Hausgeburt

Vorbereitung ist alles: Durch eine engmaschige Betreuung und regelmäßige Kontakte zwischen Hebamme, der Schwangeren und deren Familie kann ein vertrauensvolles Klima und für die Schwangere das Gefühl der Geborgenheit entstehen. Dies kann sich positiv auf den Verlauf der Geburt auswirken und die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen verringern.

Auch wenn die komplette Schwangerschaft ohne Risiken verlaufen ist, kann es bei der Geburt zu Komplikationen kommen. Um die Gesundheit des Kindes nicht zu gefährden, muss die Geburt dann möglicherweise doch in einer Klinik zu Ende gebracht werden. Gründe für eine Verlegung in die Klinik sind beispielsweise:

  • Stillstand der Geburt
  • ein Geburtsverlauf, der sich sehr in die Länge zieht
  • schlechte Herztöne des Kindes

Trotz der möglichen Komplikationen findet mit etwa 86 Prozent die überwiegende Mehrheit aller außerklinisch geplanten Geburten am gewünschten Geburtsort statt. Nur ungefähr zwölf Prozent der Frauen müssen während der Geburt in ein Krankenhaus verlegt werden.

Welche Alternativen zur Hausgeburt sind möglich?

Schwangere können grundsätzlich frei entscheiden, an welchem Ort sie entbinden möchten. Als Alternative zur Hausgeburt existieren die Klinikgeburt, die ambulante Geburt oder die Entbindung im Geburtshaus.

Hausgeburt im Video

Schauen Sie sich hier das überwältigende Video einer Hausgeburt an - die kleine Adalynn Rose kommt als drittes Kind in die Familie.

Hausgeburt
Autor: Jessica Schmid, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 16. Oktober 2019
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