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Schwangerschaft und Geburt

Grünes Fruchtwasser: Was sind die Folgen?

Grünes Fruchtwasser kommt bei bis zu 22 Prozent aller Geburten vor. Verursacht wird es durch Kindspech (Mekonium) aus dem Darm des Babys, das vorzeitig in das Fruchtwasser gelangt und dieses verfärbt.

Grünes Fruchtwasser: Was sind die Folgen?
Grünes Fruchtwasser wird häufig erst unter der Geburt festgestellt.
© GettyImages/Cavan Images

Artikelinhalt auf einen Blick:

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Wie entsteht grünes Fruchtwasser?

Grünes Fruchtwasser bedeutet zunächst einmal, dass ein Baby noch im Mutterleib seinen Darm teilweise entleert hat. Das sogenannte Kindspech (Mekonium) bildet sich etwa ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel im Darm des Babys und wird in den meisten Fällen erst nach der Geburt ausgeschieden.

Es handelt sich bei Kindspech um ein keimfreies, schwarz-grünliches und zähes Sekret, das oft auch als Babys "erster Stuhlgang" bezeichnet wird. Es enthält Hautzellen, Lanugohaare und verschiedene Enzyme, die durch das regelmäßige Schlucken des Fruchtwassers entstehen.

Entleert Ihr Baby seinen Darm vorzeitig ins Fruchtwasser, verfärbt sich das Fruchtwasser grün. Je nach abgegebener Menge reicht die Farbskala dabei von leicht grünlich bis bräunlich-grün.

Bei bis zu 22 Prozent aller Geburten kommt grünes Fruchtwasser vor. Bei Terminüberschreitung, also nach dem Verstreichen des errechneten Geburtstermins, ist grünes Fruchtwasser mit 40 Prozent besonders häufig.

Grünes Fruchtwasser: Ursache ist oft Stress des Babys

Vor allem kurz- oder langfristiger Sauerstoffmangel des Babys während der Schwangerschaft oder unter der Geburt kann zu Darmbewegungen führen, wodurch Kindspech in das Fruchtwasser gelangt.

Solche Stresssituationen können beispielsweise im Rahmen schwerer und langer Geburten oder bei vorzeitigem Blasensprung auftreten. Auch ein kurzfristiges Abknicken der Nabelschnur oder eine Plazentainsuffizienz gehören zu den möglichen Ursachen grünen Fruchtwassers.

Der Organismus des Babys reagiert auf den Sauerstoffmangel, indem er in den "Sparmodus" schaltet. So sichert er die Versorgung lebenswichtiger Organe (Herz und Gehirn). Im Darm kommt es daraufhin zu einer Gefäßverengung und Erschlaffung der Muskulatur, wodurch Darminhalt in das Fruchtwasser gelangt und dieses grün verfärbt.

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Grünes Fruchtwasser erkennen

In der Regel wird grünes Fruchtwasser erst nach dem Blasensprung festgestellt. Sehr dickliches, stark verunreinigtes Fruchtwasser lässt sich in manchen Fällen auch per Ultraschalluntersuchung erkennen.

Erfordert grünes Fruchtwasser einen Kaiserschnitt?

Ein Kaiserschnitt ist allein aufgrund des grünen Fruchtwassers nicht nötig. Allerdings kann es sein, dass lange und schwere Geburten oder ein Geburtsstillstand einen Kaiserschnitt erfordern. Auch Komplikationen beim Baby können manchmal einen Kaiserschnitt nötig machen.

Ist grünes Fruchtwasser gefährlich?

Tritt grünes Fruchtwasser auf, müssen die weitere Schwangerschaft sowie die Geburt intensiver betreut werden, da das Risiko für Komplikationen etwas erhöht ist. So kommen beispielsweise bakterielle Entzündungen der Fruchtblase (Chorioamnionitis) oder Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut nach der Geburt häufiger vor.

Aus diesem Grund geben Ärzt*innen bei grünem Fruchtwasser häufig vorbeugend Antibiotika. Auch eine engmaschige Überwachung der kindlichen Herztöne mittels Wehenschreiber (CTG) kann bei signifikant grünem Fruchtwasser erfolgen.

Nach der Geburt des Köpfchens werden bei grünem Fruchtwasser häufig schon Mund, Nase und Rachen des Babys vorbeugend abgesaugt.

In sehr seltenen Fällen kommt es vor, dass das Baby grünes Fruchtwasser vor oder während der Geburt einatmet (Mekoniumaspirationssyndrom). Das im Fruchtwasser enthaltene zähe Kindspech kann die Lungenfunktion des Babys beeinträchtigen. In der Folge treten dann Lungenschäden und/oder Entzündungen der Lunge auf. Das Neugeborene muss dann beatmet bzw. intensivmedizinisch betreut werden.

Trotz aller Maßnahmen: Grünes Fruchtwasser ist nicht per se eine Notfallsituation. Ärzt*innen und Hebammen wissen, was zu tun ist und werden den weiteren Verlauf der Schwangerschaft und Geburt betreuen. Das gefürchtete Mekoniumaspirationssyndrom tritt sehr selten auf und lässt sich heute sehr gut behandeln.

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