Suchen Menü
Wenn der Eisprung ausbleibt

Clomifen bei Kinderwunsch

Clomifen gehört zu den am häufigsten verschriebenen Wirkstoffen, um den Eisprung auszulösen. Wie wirkt das Mittel eigentlich und wie groß sind die Chancen, damit schwanger zu werden?

Clomifen bei Kinderwunsch
© GettyImages/mihailomilovanovic

Vor allem für Frauen, die einen unregelmäßigen Zyklus und keinen oder seltenen Eisprung haben, ist Clomifen das Mittel der Wahl, da es indirekt den Eisprung auslösen kann. Auch seine unkomplizierte Anwendung spricht für Clomifen: Fünf Tage hintereinander, beginnend je nach Zykluslänge zwischen dem zweiten und fünften Zyklustag, wird jeweils eine Tablette Clomifen eingenommen.

In diesem Artikel lesen Sie:

Tipps, um die Fruchtbarkeit zu steigern

Clomifen hilft dem Ei auf die Sprünge

Jede Frau trägt seit ihrer Geburt eine große Anzahl an Eibläschen (Follikeln) in den Eierstöcken in sich. Bis zu 100 dieser Eibläschen reifen ab der Geschlechtsreife monatlich in den Eierstöcken heran. Verantwortlich dafür ist das Follikelstimulierende Hormon (FSH), welches in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert wird. Die heranreifenden Eibläschen wiederum schütten das weibliche Geschlechtshormon Östrogen aus, dessen Konzentration kurz vor dem Eisprung normalerweise stark ansteigt.

Der starke Anstieg des Östrogens führt wiederum zu einer vermehrten Ausschüttung des Luteinisierenden Hormons (LH) und des Gestagens Progesteron. Beide lösen gemeinsam den Eisprung aus: Eine, gelegentlich auch mehrere, reife Eizelle löst sich aus dem Eibläschen und wandert im Eileiter in Richtung Gebärmutter. Während dieser etwa zwölf bis 24 Stunden anhaltenden Wanderung kann die Eizelle durch Spermien befruchtet werden.

Wie wirkt Clomifen?

Clomifen ist ein Hormonpräparat (Antiöstrogen), das die Eizellreifung an den Eierstöcken auslösen soll. Es suggeriert der Hirnanhangsdrüse, dass sich im Körper zu wenig Östrogen befindet. Daraufhin schüttet die Hypophyse vermehrt LH und FSH aus. Die verstärkte Ausschüttung dieser beiden Hormone soll dann den Eisprung auslösen.

Wie genau Clomifen im Gehirn wirkt, ist noch nicht restlos geklärt. Wahrscheinlich ist aber, dass in der Hirnanhangsdrüse die Rezeptoren für Östrogen blockiert werden. Weil die heranreifenden Eibläschen das – vermeintlich fehlende – Östrogen produzieren, wird vermehrt LH und FSH ausgeschüttet, um den Reifungsprozess zu beschleunigen und zu verstärken. Dadurch wird der Eisprung stimuliert, das LH löst ihn schließlich bei erfolgreicher Behandlung aus.

Die Methoden der künstlichen Befruchtung im Überblick

Schnell schwanger werden mit Clomifen?

Clomifen kommt im Rahmen einer Fruchtbarkeitsbehandlung zum Einsatz. Es wird beispielsweise bei einem fehlenden Eisprung oder einer Eizellreifestörung eingesetzt. Zudem ist es häufig Teil der ovariellen Stimulationstherapie, die zum Beispiel beim PCO-Syndrom angewendet wird.

Unter dem Begriff "ovarielle Stimulationstherapie" fasst man alle Behandlungsmethoden zusammen, bei denen Hormone verabreicht werden, um das Heranreifen von Eibläschen in den Eierstöcken und einen Eisprung stimulieren. Häufig folgt auf solch eine Stimulation eine Insemination (Samenübertragung). Bevor Clomifen eingesetzt wird, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Nachweis einer der genannten Funktionsstörungen der Frau per Blutuntersuchung
  • Meidung von Giften wie Nikotin, Alkohol und Drogen
  • Vorliegen eines Spermiogramms des Partners, welches die Zeugungsfähigkeit belegt
  • Einnahme von Folsäure und ggf. Jod
  • Vorliegen eines ausreichenden Röteln-Titers

Der Wirkmechanismus beruht darauf, dass durch das Medikament der Hirnanhangdrüse gemeldet wird, dass im Körper zu wenig Östrogen produziert wird. Die Hirnanhangdrüse schüttet daraufhin vermehrt die eizellstimulierenden Hormone FSH und LH aus.

Clomifen: Einnahme und Behandlungsverlauf

Der größte Vorteil einer Behandlung mit Clomifen ist die einfache Handhabung: Im Gegensatz zu vielen anderen Präparaten wird das Präparat als Tablette eingenommen; Spritzen sind nicht erforderlich.

Wie wird Clomifen eingenommen?

Meist erfolgt die Einnahme über einen Zeitraum von fünf Tagen hinweg, beginnend mit einer Dosis von 50 Milligramm/Tag. Beginn der Behandlung (also die Einnahme der ersten Clomifen-Tablette) ist in der Regel zwischen dem zweiten und fünften Zyklustag, also vom:

  • 2. bis 6.,
  • 3. bis 7.,
  • 4. bis 8. oder
  • 5. bis 9. Zyklustag

wird Clomifen eingenommen. Die genaue Dosis wird zuvor vom Arzt festgelegt, in der Regel wird täglich eine Tablette mit 50 Milligramm eingenommen. Knapp die Hälfte aller behandelten Frauen bekommt durchschnittlich durch die Einnahme von Clomifen einen Eisprung.

Spricht die Clomifen-Einnahme nicht an – sprich: es findet in dem Behandlungszyklus kein Eisprung statt –, kann die Dosis auf 100 oder sogar 150 Milligramm Clomifen täglich erhöht werden. Die Chancen auf Erfolg der Behandlung sinken damit aber auch kontinuierlich. Aufgrund der niedrigen Erfolgsrate kommt eine Dosierung mit 150 Milligramm Clomifen nur äußerst selten vor.

Wie lange dauert die Behandlung mit Clomifen?

Clomifen wird fünf Tage hintereinander eingenommen. Etwa eine Woche nach Einnahme der letzten Tablette sollte bei Erfolg der Eisprung einsetzen. Tritt er 20 Tage nach der Einnahme noch nicht auf, wird die nächste Regelblutung abgewartet oder ausgelöst und nach Beginn des nächsten Zyklus die Behandlung mit Clomifen fortgesetzt.

Während der Einnahme wird das Reifen der Eibläschen vom Arzt überwacht. Das geschieht durch mehrere Ultraschall-Untersuchungen zu Beginn und zum Ende der Einnahmezeit. Dadurch lässt sich die Menge der heranreifenden Eibläschen kontrollieren und die Clomifen-Dosis wird gegebenenfalls angepasst.

Eisprung nach Clomifen

Wird mit der Einnahme von Clomifen am 3. Zyklustag begonnen, erfolgt der Eisprung meist zwischen dem 12. und 14. Zyklustag. Ab dem zwölften Zyklustag wird außerdem alle zwei Tage eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt, um den Eisprung zu überprüfen. Nur so kann bestimmt werden, ob tatsächlich ein Eisprung stattfindet oder stattgefunden hat.

Der Eisprung kann nach Einnahme von Clomifen auch mittels Ovolulationsspritze (HCG) ausgelöst werden. Voraussetzung dafür ist, dass sich im Ultraschall ein Follikel mit einer Größe von 20 mm zeigt. Wann genau der richtige Zeitpunkt für das Setzen der Spritze ist, wird die*der Ärztin*Arzt festlegen. Es spricht außerdem auch nichts dagegen, bei Gelbkörperschwäche die zweite Zyklushälfte mit der Gabe von Gelbkörperhormonen zu unterstützen.

Tipps, um die Fruchtbarkeit zu steigern

Wie viele Zyklen lang kann die Einnahme von Clomifen erfolgen?

Clomifen soll nicht länger als sechs Zyklen angewendet werden. Die Einnahme sollte außerdem niemals ohne ärztliche Kontrolle erfolgen.

Der Körper reagiert sehr individuell und unterschiedlich, häufig auch von Zyklus zu Zyklus, auf Clomifen. Um die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen, werden deshalb in jedem Einnahme-Intervall die Ultraschall-Untersuchungen durchgeführt. Außerdem erfolgt jedes Mal eine Blutuntersuchung, bei der die Hormonkonzentration im Blut genau bestimmt wird.

Clomifen hat Nebenwirkungen

Da während der Einnahme von Clomifen vermehrt Eibläschen innerhalb eines Zyklus heranreifen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht. Etwa ein Fünftel aller mithilfe von Clomifen entstandenen Schwangerschaften sind Mehrlingsschwangerschaften, meist Zwillinge.

Es kann vorkommen, dass sich die Schleimhaut des Muttermunds unter Einfluss von Clomifen so verändert, dass Spermien schlecht durch sie hindurch kommen. In diesem Fall verringert sich die Chance auf eine Schwangerschaft entsprechend. Außerdem ist gelegentlich die Schleimhaut in der Gebärmutter gestört. Es kann also sein, dass sich befruchtete Eizellen nicht einnisten können.

Während der Einnahme von Clomifen kann es außerdem zu den folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Hitzewallungen
  • Unterleibsschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Sehstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Störungen
  • Schlafstörungen
  • Hautausschläge
  • Übellaunigkeit
  • Nervosität

In der Regel verschwinden diese unerwünschten Nebenwirkungen innerhalb weniger Tage. Clomifen muss in der Regel deshalb nicht abgesetzt wird.

Schwanger nach einer Clomifen-Behandlung

Die meisten Schwangerschaften, die nach der Einnahme von Clomifen auftreten, verlaufen normal, es gibt kein erhöhtes Risiko für Schädigungen oder Krankheiten. Allerdings besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, weshalb eine lückenlose Vorsorge während der Schwangerschaft erfolgen sollte.

Sobald Sie schwanger sind, dürfen Sie Clomifen nicht weiter einnehmen.

Spermienqualität verbessern: So klappt es
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Expertise bei unerfülltem Kinderwunsch

Wir beantworten die wichtigsten Fragen. → Weiterlesen

Wann eine Operation sinnvoll ist

Eine Krampfader im Hodensack muss nicht zwangsläufig behandelt werden. Doch könnte eine Operation die Fruchtbarkeit des Mannes verbessern? → Weiterlesen

In Deutschland nicht erlaubt

Leihmutterschaft als moderner Weg zum Kind für ungewollt kinderlose Paare? Alles über Formen, Ablauf und rechtliche Situation. → Weiterlesen

Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen sicherst du dir hochwertige Preise für dich und deine Liebsten!

Jetzt gewinnen
Weitere interessante Themen