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Sonntag, 19. November 2017
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Abstillen

Abstillen
In der Phase des Abstillens kann es sinnvoll sein, den Vater Füttern zu lassen
(c) iStock

Abstillen bedeutet das Beenden des Stillens. Es kann verschiedene Gründe geben, warum die Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind beendet werden soll. Wichtig ist, ein paar Dinge zu beachten, wenn abgestillt werden soll.

Wann ist der beste Zeitpunkt für das Abstillen?

Der "richtige" Zeitpunkt für das Abstillen ist heute immer noch umstritten - während einige Experten dazu raten, ab dem fünften Lebensmonat mit Einführung der Beikost das Entwöhnen des Babys zu beginnen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Stillzeit von zwei Jahren. Mit der Initiative Babyfreundliches Krankenhaus, initiiert von der WHO und UNICEF, soll sogar weltweit das lange Stillen gefördert werden.

Zehn Tipps, um das Abstillen zu unterstützen

 

Fest steht: Den Zeitpunkt für das Abstillen entscheidet meist die Mutter. Diese Entscheidung hängt häufig von vielen verschiedenen Faktoren ab, die unabhängig voneinander oder gemeinsam zur Entscheidung für das Abstillen führen:

  • Berufliche Situation
  • Druck oder "gute Ratschläge" aus dem Umfeld
  • Wunsch des Partners
  • Ernsthafte Erkrankungen der Mutter
  • Medikamenteneinnahme der Mutter
  • Sinkende Milchproduktion der Brust
  • Nachlassendes Interesse des Babys am Stillen

Die drei Arten des Abstillens

Je nach Veranlassung für das Abstillen unterscheidet man:

1. Natürliches Abstillen

Beim natürlichen Abstillen entscheidet das Kind selbst, wann es entwöhnt wird - es stillt sich sozusagen selbst ab. Der Zeitpunkt dafür ist sehr unterschiedlich und reicht von einem bis drei Jahren. Weil das Kind nicht abrupt aufhört, von der Mutterbrust zu trinken, sondern von allein über einen gewissen Zeitraum immer weniger Muttermilch trinkt, lässt automatisch auch die Milchproduktion in den Brüsten der Mutter nach. Durch die sinkende Nachfrage sinkt also auch das Milchangebot, bis es irgendwann ganz versiegt.

2. Allmähliches Abstillen

Das allmähliche Abstillen funktioniert ähnlich wie das natürliche Abstillen. Der Unterschied besteht darin, dass nicht das Kind, sondern die Mutter über den Zeitpunkt der Entwöhnung entscheidet. Hier ist es deshalb besonders ratsam, das Abstillen vorzubereiten, indem über einen längeren Zeitraum das Stillen nach und nach reduziert und gleichzeitig die Ernährung mit Beikost erhöht wird. Auch das allmähliche Abstillen hat den Vorteil, dass sich die Milchmenge reduzieren kann, bis die Milchproduktion, mit der vollständigen Entwöhnung, vollständig zurückgeht.

Empfehlenswert ist anfangs das Ersetzen einer Stillmahlzeit täglich über mehrere Wochen hinweg. Sobald das Kind diese Reduktion akzeptiert, können weitere Mahlzeiten ersetzt werden, bis die Mutter irgendwann entscheidet, das Stillen ganz aufzugeben.

3. Abruptes Abstillen

Manchmal ist es notwendig, das Stillen abrupt zu beenden. Diese Art des Abstillens sollte nur durchgeführt werden, wenn es absolut notwendig ist, zum Beispiel bei einer ernsthaften Erkrankung der Mutter. Beim plötzlichen Abstillen kann es zu einer Reihe von Nebenwirkungen kommen: Babys werden völlig unvorbereitet mit der Situation konfrontiert und können darunter leiden. Deshalb ist es hier besonders wichtig, sich dem Kind nicht vollständig körperlich zu entziehen, weil es eventuell nach der Brust greifen könnte, im Gegenteil - Körperkontakt und kuscheln wird nun besonders wichtig für Mutter und Kind, um mit der neuen Situation besser fertig werden zu können.

Der Mutter kann das rasche Abstillen auch körperliche Probleme bereiten, weshalb unbedingt auch eine Hebamme Hebamme zu Rate gezogen werden sollten.

Was kann man selbst tun, um das Abstillen zu unterstützen?

Vor allem beim abrupten Abstillen kann es zu einer Reihe von Nebenwirkungen für die Mutter kommen, denen sich aber in der Regel mit altbewährten Methoden wie Quark- oder Kühlwickeln entgegentreten lässt. Medikamente werden nur im Notfall eingesetzt und entsprechend verordnet.

Milchstau

Wenn die Brustdrüsen immer noch vermehrt Muttermilch produzieren, für die keine "Nachfrage" besteht, kann es zu einem Milchstau kommen. Der Milchstau äußert sich durch verhärtete und schmerzende Stellen in der Brust. Häufig fühlt man sich dabei schlapp und kränklich, gelegentlich tritt Fieber auf.

Bei Milchstau helfen kühlende, feuchte Wickel, zum Beispiel Quarkwickel. Da sich aus einem unbehandelten Milchstau eine Brustentzündung (Mastitis) entwickeln kann, sollte immer auch ein Arzt aufgesucht werden, wenn sich die Symptome nach einiger Zeit nicht legen.

Tipps um den "richtigen" Zeitpunkt fürs Abstillen zu finden

Viele Mütter sind verunsichert, wenn ihr Baby lange gestillt werden möchte oder sehr früh das Interesse am Stillen verliert. Dazu besteht aber keine Veranlassung. Jedes Baby is(s)t anders. Solange das Kind aufgeweckt, gesund und zufrieden ist, besteht kein Grund zur Sorge.

Es gibt jedoch auch Hinweis darauf, dass das Kind sich selbst abstillen möchte. Wenn es zum Beispiel immer weniger trinkt und sich bald nach dem Anlegen von der Brust abwendet, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass es mehr feste Nahrung zu sich nehmen möchte. Das aufmerksame Beobachten der Nahrungsaufnahme Erwachsener kann ebenfalls ein Zeichen dafür sein, dass das Abstillen naht. Grundsätzlich aber gilt: Mütter sollten ihrem Gefühl vertrauen, sich nicht verunsichern lassen und sich erst dann zum Abstillen entscheiden, wenn es für sie und ihr Kind in Ordnung ist.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. Juli 2017
Quellen: Online-Informationen der Initiative Babyfreundliches Krankenhaus: http://www.babyfreundlich.org/ (Stand: August 2013) Compact Verlag: Das neue große Babybuch. Compact, München 2006 Gillesen, R., Huft, G.W., Lehnert, S.: 300 Fragen zum Baby. Gräfe und Unzer, München 2004 Largo, R.H.: Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. Piper, München 2007 Lothrop, H.: Das Stillbuch. Kösel, München 2007

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