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Dienstag, 19. Juni 2018
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Fieber bei Kindern

Fieber bei Kindern ist die Bezeichnung für erhöhte Körpertemperatur. Man spricht bei einer Körpertemperatur ab 38 Grad Celsius von leichtem Fieber.

Fieber bei Kindern
Fieber ist ein häufiges Symptom bei Infektionserkrankungen
(c) iStockphoto/tatyana_tomsickova

Bis 39 Grad Celsius handelt es sich um mäßiges Fieber, darüber spricht man von hohem Fieber. Nur in seltenen Fällen steigt Fieber über 41 Grad Celsius an.

Als Symptom verschiedener Krankheiten hat Fieber eine wichtige Funktion: Durch den Anstieg der Körpertemperatur schafft der Körper des Kindes ein ungünstiges "Klima" für Viren. Fieber hilft also bei der Bekämpfung von Krankheiten.

Welche Ursachen hat Fieber bei Kindern?

Fieber ist bei Kindern keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom. Genau genommen ist Fieber eine Abwehrreaktion des Körpers. Entsprechend vielfältig sind die Ursachen. Die häufigste Ursache von Fieber bei Kindern sind Infektionskrankheiten, zum Beispiel Grippe oder Mandelentzündung. Man unterscheidet Fieber mit oder ohne Leitsymptome. Diese Kategorisierung spielt vor allem bei der Diagnose eine Rolle; Fieber mit zusätzlichen Leitsymptomen erleichtert die Bestimmung der Ursache erheblich.

Fieber bei Kindern ohne und mit weiteren Symptomen

Es kann vorkommen, dass Fieber bei Kindern das alleinige Symptom (Leitsymptom) für eine Krankheit ist. Dann spricht man von Fieber ohne lokalisierte Symptome. Meist zeigen sich neben Fieber aber noch weitere Symptome. Dann handelt es sich um Fieber mit assoziierten Leitsymptomen. Eine Reihe weiterer Beschwerden kommen je nach ursächlicher Erkrankung infrage:

  • Glieder-, Kopf- und Muskelschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Hautausschlag
  • Bauchschmerzen
  • Geschwollener Hals
  • Schluckbeschwerden
  • Husten
  • Magen-Darm-Störungen

Neben Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen können seltener noch andere Krankheiten, Störungen und Stoffe Fieber auslösen:

  • Tumorerkrankungen
  • Hitzschlag
  • Medikamente
  • Autoimmunerkrankungen (rheumatisches Fieber)
  • Immundefekte
Kinderkrankheiten und ihre typischen Beschwerden

Wie äußert sich Fieber bei Kindern?

Fieber bei Kindern äußert sich durch erhöhte Körpertemperatur. Die normale Körpertemperatur schwankt im Laufe des Tages: Morgens beträgt die normale Körpertemperatur durchschnittlich 37 Grad Celsius, bis zum Abend kann sie auf bis zu 37,8 Grad Celsius ansteigen. Der individuelle Wert kann davon aber auch leicht abweichen (ca. 36,5 - 37,5 Grad Celsius).

Im Durchschnitt spricht man bei Kindern von Fieber, wenn der Körper bei rektaler Messung eine höhere Temperatur als 38 Grad hat. Neben der Erhöhung der Körpertemperatur zeigen sich bei Kindern - abhängig von Ursache und Höhe des Fiebers - noch weitere Begleiterscheinungen:

  • Schlechtes Trinkverhalten
  • Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen
  • Warme und gerötete Haut von Kopf und Rumpf
  • Schüttelfrost
  • Schwitzen
  • In schweren Fällen Wahrnehmungsstörungen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Husten

Wie wird Fieber bei Kindern diagnostiziert?

Die Diagnose von Fieber bei Kindern erfolgt durch die Messung der Körpertemperatur. Dafür wird ein Fieberthermometer verwendet. Gemessen werden kann die Körpertemperatur im Mund (orale Messung) oder im After (rektale Messung). Man kann die Körpertemperatur auch über die Haut, vor allem in der Achselhöhle messen. Die Ergebnisse dieser Messung sind allerdings ungenauer als bei oraler oder rektaler Bestimmung der Körpertemperatur.

Muss man Fieber bei Kindern therapieren?

Fieber bei Kindern hat bei der Abwehr von Krankheiten eine entscheidende Funktion: Wenn sich Krankheitserreger im Blut befinden, reagiert das für die Steuerung der Körpertemperatur zuständige Zentrale Nervensystem (ZNS), indem es die Körpertemperatur ansteigen lässt. Damit sollen die Krankheitserreger bekämpft werden. Es ist also nicht zwingend notwendig, Fieber zu behandeln. Vielmehr ist es ratsam, den Körper zunächst bei der Abwehrreaktion zu unterstützen: Dazu gehören erhöhte Flüssigkeitszufuhr und körperliche Schonung (Bettruhe).

Hat das Kind Fieber über einen längeren Zeitraum an oder steigt es schnell, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann - wenn nötig - fiebersenkende Maßnahmen einleiten. In erster Linie geschieht das durch Medikamente. Zudem kann der Arzt die für das Fieber ursächliche Erkrankung bestimmen und das Kind entsprechend behandeln.

Hausmittel bei Fieber

Wadenwickel oder kalte Umschläge sind bewährte Hausmittel, mit denen sich das Fieber ebenfalls senken lässt. Zudem ist die zugeführte Kälte bei Fieber wohltuend. Insbesondere hohes Fieber über 40 Grad sollte begleitend mit diesen Mitteln behandelt werden. Andere alte Hausmittel wie das Abreiben der Fußsohlen mit einer rohen Kartoffel oder Heilpflanzentees (z.B. Lindenblütentee)  können dem Kind bei Fieber zusätzlich verabreicht werden. Ein bewährtes Hausmittel gegen Fieber bei Kindern sind auch Essigsocken.

Wie verläuft Fieber bei Kindern?

Normalerweise klingt bei Kindern auch hohes Fieber nach der Behandlung der eigentlichen Erkrankung wieder ab. Bei hohem oder lang anhaltendem Fieber über 40 Grad ist es immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Kann man Fieber bei Kindern vorbeugen?

Da Fieber ein Symptom und kein eigenständiges Krankheitsbild bei Kindern ist, ist es nicht möglich, ihm gezielt vorzubeugen. Häufig wird Fieber von Infektionen verursacht. Ein starkes Immunsystem hilft bei der Abwehr von Infektionen, deshalb ist eine ausgewogene Ernährung und Bewegung im Freien immer sinnvoll.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. August 2017
Quellen: Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2013; Siegenthaler, W.: Differenzialdiagnose. Innere Krankheiten - vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005

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