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Fieberkrampf beim Baby oder Kleinkind: Was kann man tun?

Der Fieberkrampf ist eine gefürchtete Komplikation bei kranken Babys und Kleinkindern: Plötzlich beginnen sie heftig zu zucken wie bei einem epileptischen Anfall. Normalerweise ist der Fieberkrampf jedoch nicht gefährlich und in wenigen Minuten wieder vorbei. Was den Anfall verursacht und wie du dich verhalten solltest.

Fiebermessen bei kleinem Mädchen
© iStock.com/Sasha_Suzi

Ein Fieberkrampf ist ein vom Gehirn ausgehender Krampfanfall, der typischerweise bei Kindern zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr auftritt, wenn sie hohes Fieber bekommen. Er äußert sich wie ein epileptischer Anfall mit Bewusstseinsverlust, Zuckungen und Krämpfen.

Besonders häufig sind Kleinkinder im Alter von anderthalb bis zwei Jahren betroffen. Ein Fieberkrampf sieht zwar wirklich fürchterlich aus und versetzt viele Eltern in große Angst, doch er ist aus medizinischer Sicht harmlos und im Normalfall nach spätestens fünf Minuten vorbei.

Artikel-Inhalte im Überblick:

Fieber beim Baby: Was tun?

Fieberkrämpfe sind eine relativ häufige Begleiterscheinung bei fiebrigen Infekten von Kleinkindern – etwa drei bis fünf Prozent aller Kinder sind betroffen. Nachdem man eine familiäre Häufung der Anfälle beobachtet hat, wird eine erbliche Veranlagung vermutet. Warum aber manche Kinder einen Fieberkrampf bekommen und andere nicht, ist bisher nicht abschließend geklärt.

In jedem Fall sollte unbedingt eine andere Ursache für die Krämpfe wie beispielsweise eine Hirnhautentzündung oder eine Epilepsie ausgeschlossen werden, insofern muss das Kind nach einem erstmaligen Anfall unbedingt gründlich untersucht werden.

Auslöser sind meist fieberhafte Infekte und Kinderkrankheiten

Von Fieber spricht man bei Kindern ab 38 Grad Celsius im Po gemessen, von hohem Fieber ab 39 Grad. Ein Fieberkrampf entsteht jedoch nicht notwendigerweise, wenn das Fieber sehr hoch ist, sondern wenn es besonders schnell ansteigt. Aus diesem Grund krampfen die Kinder häufig, wenn der Infekt gerade beginnt, und die Eltern vielleicht noch gar nicht richtig realisiert haben, dass ihr Kind krank ist.

Ausgelöst werden kann der Anfall von grippalen Infekten und allen Infektionskrankheiten, die mit Fieber einhergehen. Eine besonders häufige Ursache ist das Drei-Tage-Fieber. Dies ist typischerweise die erste Kinderkrankheit, die kleine Kinder durchmachen, meist im Alter von ein bis zwei Jahren.

Das Drei-Tage-Fieber ist sehr ansteckend, aber ansonsten weitgehend harmlos. Allerdings kommt es wegen des rasch ansteigenden Fiebers oft zu den gefürchteten Fieberkrämpfen. Weitere häufige Auslöser von Fieberkrämpfen sind Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln. Auch nach einer Masern-Impfung kann es als seltene Nebenwirkung zu Fieber und Fieberkrampf kommen.

Kinderkrankheiten und ihre typischen Beschwerden

Symptome: So erkennt man einen Fieberkrampf

Ein Fieberkrampf wird vom ansteigenden Fieber ausgelöst und zwar typischerweise dann, wenn die Körpertemperatur besonders schnell in die Höhe geht und über 39 Grad Celsius ansteigt. Das Kind verliert plötzlich das Bewusstsein, dann versteift es sich am ganzen Körper. Kurz darauf treten heftige Zuckungen und Krämpfe am ganzen Körper auf.

Die Lippen können sich aufgrund der verlangsamten Atmung blau färben (Zyanose), manchmal muss das Kind auch erbrechen. Statt der Verkrampfung kann es auch zu Schlaffheit kommen, insbesondere bei Säuglingen.

Der Anfall ebbt meist ebenso schnell ab, wie er gekommen ist. In der Regel dauert er nur zwei bis drei Minuten, selten länger als fünf Minuten. Man spricht dann von einem einfachen oder unkomplizierten Fieberkrampf. Normalerweise erholt sich das Kind hinterher schnell, es ist aber meist müde und geschwächt, eventuell auch noch eine Zeit lang benommen.

Die typischen Symptome bei einfachem Fieberkrampf auf einen Blick:

  • schnell ansteigendes Fieber
  • Bewusstseinsverlust
  • Muskelanspannung und -zucken
  • Blaufärbung der Lippen (Zyanose)
  • Benommenheit
  • Dauer nicht länger als fünf Minuten

In seltenen Fällen hört der Fieberkrampf von alleine nicht wieder auf und kann 15 Minuten und länger andauern. In diesem Fall spricht man von einem komplizierten Fieberkrampf. Hier kommen meist noch andere Auffälligkeiten hinzu. Oft liegt eine Grunderkrankung oder Störung im Gehirn zugrunde, insofern steht zu befürchten, dass sich die Anfälle wiederholen. Ein Alarmzeichen ist auch, wenn die Anfälle bei größeren Kindern nach dem fünften Lebensjahr auftreten.

Fieberkrampf beim Baby

Bei Säuglingen unter fünf Monaten treten Fieberkrämpfe eher selten auf. Bei sehr kleinen Babys liegt meist eine andere Ursache zugrunde wie beispielsweise eine unerkannte Meningitis. Auch sind bei ihnen selten die typischen Symptome wie Krampfen und Zuckungen zu sehen, sie werden eher schlaff und apathisch. Wenn Sie bei Ihrem Baby einen Fieberkrampf vermuten, sollten Sie umgehend den Notarzt verständigen.

Sonderfall Affektkrampf – wenn sich das Kind in einen Krampfanfall hineinschreit

Manche Kinder steigern sich so sehr in Schmerzen oder in einen Wutanfall hinein, dass sie sich regelrecht "wegschreien", also in eine Bewusstlosigkeit hineinschreien. Kinderärzte sprechen dann von einem Affektanfall. Hier hilft es, dem Kind mit einem kalten Waschlappen übers Gesicht zu fahren. Dramatisiere den Vorfall nicht, sondern reagiere möglichst ruhig auf diese starken Emotionen, die herausmüssen.

Was tun? Notfallmaßnahmen bei einem Fieberkrampf

Wenn ein Kind das erste Mal einen Fieberkrampf hat, reagieren die Eltern verständlicherweise oft panisch. Deshalb ist es gut, sich vorher darüber zu informieren, was ein Fieberkrampf ist und wie man am besten reagieren sollte. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Versuche, ruhig zu bleiben!
  • Lege das Kind auf dem Boden auf eine Decke oder den Teppich oder halte es locker auf dem Arm.
  • Entferne alle harten, spitzen oder gefährlichen Gegenstände aus seinem Radius, damit es sich nicht verletzen kann.
  • Lockere gegebenenfalls einengende Kleidung, damit es ausreichend Luft bekommt.
  • Schau auf die Uhr, damit du ungefähr einschätzen kannst, wie lange der Fieberkrampf dauert.
  • Falls das Kind erbricht, drehe es vorsichtig auf die Seite und möglichst mit dem Kopf nach unten, damit das Erbrochene nicht in die Atemwege gelangt.
  • Verständige eure kinderärztliche Praxis oder setze einen Notruf ab, insbesondere beim ersten Fieberkrampf.

Was du bei einem Fieberkrampf nicht tun solltest:

  • Versuche nicht, das Kind am Zucken zu hindern.
  • Halte es nicht zu fest und drücke es nicht an sich.
  • Schüttle es auf keinen Fall!
  • Gib ihm nichts zu essen oder zu trinken – hier droht Erstickungsgefahr!
  • Gib ihm kein kaltes Wasser ins Gesicht.

Nach dem Fieberkrampf solltest du Fieber messen und das Fieber eventuell durch geeignete Maßnahmen wie ein Fieberzäpfchen oder Wadenwickel senken.

Falls noch nicht geschehen, solltest du nun den*die Kinderarzt*ärztin verständigen, der*die dein Kind in jedem Fall ausführlich untersuchen und zur Beobachtung in ein Krankenhaus einweisen wird.

Dort werden sicherheitshalber einige Untersuchungen durchgeführt wie beispielsweise ein EEG (Hirnstromkurve), die ausschließen sollen, dass der Krampfanfall von einer Hirnhautentzündung oder einer anderen Erkrankung des Gehirns herrührte.

Gute Prognose: Ein Fieberkrampf hat meist keine Spätfolgen

Die meisten Kinder haben in ihrem Leben einmal einen Fieberkrampf und nie wieder. Nur etwa ein Drittel der betroffenen Kinder bekommt die Fieberkrämpfe noch ein zweites Mal oder auch häufiger. Die Neigung zu Fieberkrämpfen lässt jedoch mit zunehmendem Alter deutlich nach und hat sich spätestens im Schulalter "verwachsen".

Wichtig zu wissen: Ein Fieberkrampf verursacht keine Schäden am Gehirn und es gibt bei unkomplizierten Verläufen auch keinen Zusammenhang mit Epilepsie. Das Kind hat also kein erhöhtes Risiko, im späteren Leben epileptische Anfälle oder andere Anfallserkrankungen zu bekommen. Nach einem Fieberkrampf entwickelt sich das Kind genauso gesund und normal weiter wie vorher. Es gibt auch keinerlei Anzeichen dafür, dass die Gefahr des Plötzlichen Kindstodes (SIDS) steigen würde.

Lediglich bei komplizierten und wiederholten Fieberkrämpfen, bei Anfällen, die nach dem fünften Geburtstag auftreten, und bei einer familiären Veranlagung zu epileptischen Anfällen, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass das Kind später an Epilepsie erkranken wird.

Kann man Fieberkrämpfen vorbeugen?

Einem Fieberkrampf kann man nicht wirklich vorbeugen. Meist tritt der Anfall "aus heiterem Himmel" auf. Wenn ihr als Eltern aber vorab über die Möglichkeit eines Fieberkrampfes Bescheid wisst, gelingt es euch vielleicht eher, ruhig und überlegt zu reagieren.

Nachdem Fieberkrämpfe zumeist harmlos sind, ist es nicht sinnvoll, bereits im Vorfeld fiebersenkende Maßnahmen zu ergreifen, wie beispielsweise vorsorglich bei einem nahenden Infekt ein Fieberzäpfchen zu geben.

Falls dein Kind zu wiederholten oder zu komplizierten Fieberkrämpfen neigt, kann die*der Kinderärztin*Kinderarzt aber ein krampflösendes Mittel verschreiben, das ihr dann für den Fall der Fälle zu Hause habt und gleich verabreichen könnt. Das krampflösende Mittel wird als Rektiole in den Po wie ein Zäpfchen gegeben und wirkt sehr schnell und zuverlässig. Es sollte aber wirklich nur bei einem Anfall und nicht vorbeugend gegeben werden.

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