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Montag, 23. April 2018
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Mittel gegen Kopfläuse

Läuse bei Kindern: Kopfläuse erkennen und behandeln

Läuse sind lästig und unangenehm – nicht nur bei Kindern. Setzt sofort nach dem Erkennen der Kopfläuse die Behandlung ein, verschwinden sie aber relativ schnell wieder. Wichtig ist, die Anzeichen richtig zu deuten. Kopfjucken und kleine rote Punkte auf der Kopfhaut können auf einen Läusebefall hinweisen. Die konsequente Anwendung von Läusemittel und Läusekamm ist unerlässlich, um Läusen den Garaus zu machen.

Läuse bei Kindern: Kopfläuse erkennen und behandeln
Vor allem Kinder können viele Symptome noch nicht deuten – achten Sie deshalb darauf, wenn sich Ihr Kind häufig am Kopf kratzt, denn Läuse können die Ursache sein
iStock/KevinDyer

Läuse stellen vor allem in Kindergärten und Schulen ein Problem dar, denn sie verbreiten sich schnell. Um Kopfläuse zu bekämpfen, sind einige Maßnahmen nötig. Trotzdem braucht man sich nicht beunruhigen lassen, denn Läuse sind kein medizinisches Problem. Auch mangelnde Körperhygiene hat nichts damit zu tun. Selbst bei täglichem Duschen und Haarewaschen kann ein Befall erfolgen, denn Kopfläuse lassen sich nicht mit herkömmlichen Shampoos bekämpfen.

Ein Befall tritt bevorzugt da auf, wo Menschen "die Köpfe zusammenstecken", also beim gemeinsamen Spielen, aber auch beim Schmusen. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass Eltern sich bei ihren Kindern mit Läusen "anstecken".

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Wo kommen Läuse her?

Die Kopflaus ernährt sich von menschlichem Blut. Da sie spätestens alle vier bis fünf Stunden trinken muss, benötigt sie einen ständigen Wirt. Beim Menschen lebt sie bevorzugt auf dem Kopf und sitzt vor allem im Bereich hinter den Ohren und im Nacken, da sie hier das ideale feucht-warme Klima für sich vorfinden. Etwa alle vier bis fünf Stunden ritzen sie die Haut an und saugen etwas Blut ab. Mit ihrem Speichel gelangt ein Blutgerinnungshemmer in die Wunde, der das Absaugen erleichtert und zu den beim Menschen typischen Symptomen von Läusen führt: heftiges Jucken. Unter bestimmten Umständen können auch kleine, eitrige Entzündungen an den Wunden entstehen, vor allem durch das Kratzen.

Die "Ansteckung" mit Läusen geschieht über engen Kopfkontakt, wie es beim typischen Köpfezusammenstecken von spielenden Kindern oft zu beobachten ist. Daher sind Kinder auch am häufigsten von Kopfläusen betroffen. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung können Läuse nicht springen, sie krabbeln aber relativ schnell von Kopf zu Kopf. Ihre Beine sind so geformt, dass sie sich äußerst gut an den Haaren festhalten können.

Hartnäckige Nissen

Gelangt eine weibliche, fruchtbare Laus auf einen Kopf, legt sie bis zu zehn Eier (Nissen) pro Tag direkt oberhalb der Kopfhaut an den Haarschaft. Die Nissen befestigt sie mit einem sehr harten Sekret am Haar, sodass sie sich nicht einfach so abwaschen lassen. Von der Ablage des Eis bis zum Schlüpfen der jungen Larve vergehen im Durchschnitt acht Tage. Die neu geschlüpften Läuse-Larven sind noch winzig klein und mit bloßem Auge kaum erkennbar. Sie beginnen sofort nach dem Schlüpfen mit dem Blutsaugen und wachsen in weniger als zwei Wochen zu erwachsenen Läusen heran. Befruchtete Weibchen können nun selbst Nissen ablegen.

Die besten Mittel und Tipps um Kopfläuse rasch loszuwerden

Läuse erkennen: Wie sehen Läuse und ihre Nissen aus?

Nicht immer machen sich Kopfläuse sofort durch Symptome wie starkes Jucken bemerkbar. Gerade Kinder, die zum ersten Mal betroffen sind, spüren die Reaktion auf die Bisse erst nach ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit werden die meisten Läuse übertragen.

Während erwachsene Läuse mit ihren etwa vier Millimetern Größe schon deutlich sichtbar im Haar sind, lassen sich Nissen und junge Läuse nur schwer mit bloßem Auge erkennen. Der Grund ist ihre geringe Größe von etwa anderthalb Millimetern. Gerade die hellen, eiförmigen und winzigen Nissen sitzen am Haarschaft in der Nähe der Kopfhaut und sind deshalb noch am ehesten beim Kämmen mit dem Läuse- oder Nissenkamm zu finden.

Nach dem Schlüpfen wachsen Läuse innerhalb von elf Tagen zu erwachsenen Kopfläusen heran.

Wenn Sie den Verdacht auf einen Kopfläusebefall haben – etwa, weil es in der näheren Umgebung (zum Beispiel im Kindergarten) gerade einen Befall gab, erkennen Sie Läuse, indem Sie die Haare nach dem Waschen mit einem speziellen Läusekamm oder Nissenkamm nass auskämmen. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  • Waschen Sie Ihre oder die Haare Ihres Kindes. Verwenden Sie am besten eine Haarspülung, so lassen sich die Haare im Anschluss besser kämmen.

  • Kämmen Sie nun nasse Haarsträhne für Haarsträhne mit dem Läusekamm durch.

  • Streichen Sie den Läusekamm nach jeder Strähne auf einem Papiertuch (Küchentuch) ab.

  • Untersuchen Sie zur Sicherheit das Ausgekämmte mit einer Lupe. So können Sie zum Beispiel Hautschuppen besser von Nissen unterscheiden.

Sobald Sie auch nur eine Laus oder eine Nisse finden, beginnen Sie am besten umgehend mit der Behandlung.

Läuse erkennen: Wie sehen Kopfläuse aus?

Anzeichen für Läuse: Hinter diesen Symptomen können Kopfläuse stecken

Bei Läusen ist das deutlichste Symptom der starke Juckreiz. Dieser entsteht als Reaktion auf den Speichel, den die Kopfläuse bei jedem Biss in die Wunde abgeben. Besonders hinter den Ohren oder im Nacken kratzt sich ein betroffenes Kind häufig. Auch wenn zunächst keine Läuse oder Nissen zu sehen sind, können sich trotzdem bereits kleine rote Stellen auf der Kopfhaut erkennen lassen, die manchmal auch entzündlich aussehen.

Bereits eine einzige sichtbare Laus sollte möglichst sofort behandelt werden, um eine Vermehrung der Läuse zu vermeiden.

Läuse: Was tun?

Wenn sie die Kopfläuse nicht selbst entdecken, erfahren Eltern meist durch die Schule oder den Kindergarten von einem Befall. In Deutschland besteht eine Meldepflicht, Eltern sind also gesetzlich dazu verpflichtet, umgehend die Leitung von Schule oder Kindergärten zu informieren, sobald sie bei ihrem Kind Läuse erkennen. So kann die Einrichtung wiederum andere Eltern darüber in Kenntnis setzen, sodass diese ihr Kind nach Kopfläusen absuchen und gegebenenfalls die Behandlung beginnen können.

Bleiben Sie ruhig und besorgen Sie sich in der Apotheke einen speziellen Läusekamm und ein Läuse-Shampoo oder eine Läuse-Tinktur. In der Apotheke kann man Sie umfassend beraten. Zu Hause sollten Sie umgehend mit der Behandlung beginnen, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.

Läuse bekämpfen: Die Behandlung von Kopfläusen

Die Behandlung von Läusen ist essentiell, denn Kopfläuse verschwinden nicht von allein. Sie besteht aus zwei wesentlichen Schritten: dem Abtöten der Läuse mit einem Gift oder Öl und dem Auskämmen der Nissen.

1. Das Abtöten der Läuse

Der erste Schritt zur Behandlung ist die Anwendung eines speziellen Läuse-Shampoos oder ein Läuse-Spray. Darin enthalten sind Insektizide chemischer oder pflanzlicher Herkunft, welche die Kopfläuse zuverlässig abtöten. Alle diese Produkte erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Je nach Produkt gelten verschiedene Einwirkzeiten. Bitte lesen Sie sich die Gebrauchsanweisung gründlich durch und halten Sie die Anwendungsempfehlungen und Einwirkzeiten unbedingt ein, denn nur so lassen sich die Läuse effektiv und nachhaltig bekämpfen. In der Regel sind nach korrekter Anwendung des Läusemittels schon nach der ersten Anwendung alle Kopfläuse getötet.

Zur Sicherheit sollte die Behandlung mit dem Läusemittel (mit anschließendem Auskämmen) nach acht Tagen wiederholt werden. Möglicherweise frisch geschlüpfte Läuse werden so zuverlässig entfernt.

2. Nasses Auskämmen der Läuse

Unmittelbar nach der Anwendung des Läusemittels kämmen Sie die noch feuchten Haare mit einem speziellen Läusekamm durch. Ein Läusekamm verfügt über sehr feine, eng zusammenstehende Zinken, mit denen sich auch noch die feinsten Nissen erfassen lassen. Sie erhalten ihn ebenfalls in der Apotheke. Kämmen Sie Strähne für Strähne sorgfältig durch und streifen Sie den Läusekamm nach jeder Strähne auf einem Papier- oder Küchentuch ab.

Das Durchkämmen wiederholen Sie nun insgesamt vier Mal alle vier Tage nach dem normalen Haarewaschen. So stellen Sie sicher, dass auch wirklich keine Nisse mehr im Haar überlebt hat. Verwenden Sie eventuell eine Pflegespülung, so lassen sich die Haare besser mit dem Läusekamm durchkämmen. Besonders für Kinder ist das Ziepen ja häufig unangenehm. Die gesamte Behandlung sollte nach acht bis zehn Tagen wiederholt werden.

Die Kinder können nach der Behandlung am nächsten Tag wieder in Kindergarten oder Schule gehen.

Manchmal kommt es vor, dass Läuse resistent gegen ein Läusemittel sind. Nach Rücksprache mit dem Arzt sollte dann ein anderes Läusemittel ausgewählt werden.

Auf einen Blick: So läuft die Läuse-Behandlung ab

  • Tag 1: Anwendung Läuse-Shampoo, -Tinktur oder -Spray, anschließend Auskämmen mit Läusekamm

  • Tag 5: Auskämmen mit Läusekamm (am besten vorher Pflegespülung verwenden, dann ist es leichter)

  • Tag 9: zweite Anwendung Läuse-Shampoo, -Tinktur oder -Spray, anschließend Auskämmen mit Läusekamm

  • Tag 13: Auskämmen mit Läusekamm und abschließende Kontrolle

Hausmittel gegen Kopfläuse?

Auf Hausmittel sollte bei Kopfläusen verzichtet werden, da die Läuse sich schnell vermehren. Auch auf Maßnahmen wie das heiße Föhnen des Kopfes sollte verzichtet werden. Sie sind nicht nur wirkungslos, sondern können bei zu hoher Temperatur auch zu Reizungen führen.

Die Wirkung von herkömmlichen Ölen wie Olivenöl oder Kokosöl gegen Parasiten konnte bislang nicht belegt werden. Für Schwangere oder stillende Frauen ist es empfehlenswert, sich in der Apotheke beraten zu lassen, welches Läusemittel für sie geeignet ist. Es gibt auch solche mit natürlichen Insektiziden.

Tipps zur Läusebekämpfung

Kann man Läusen vorbeugen?

Kopfläusen lässt sich nur in begrenztem Maße vorbeugen. Wird in der Schule oder im Kindergarten ein Fall festgestellt, wird das Kind zunächst einzeln an einen Tisch gesetzt. Zu Hause sollte dann umgehend die Behandlung erfolgen, um einer weiteren Ausbreitung der Läuse in der unmittelbaren Umgebung vorzubeugen.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung können Läuse nicht springen, sondern sie krabbeln von Wirt zu Wirt – dafür aber in schnellem Tempo. Da ein kurzer "Kopfkontakt" reicht, sollte das Köpfezusammenstecken vermieden werden, bis die erste Behandlung zum Abtöten der Läuse durchgeführt wurde. Auch wenn es Ihnen als Eltern schwerfällt - vermeiden Sie bis dahin allzu engen Kopfkontakt mit Ihrem Kind. Nur so lässt sich einer weiteren Verbreitung vorbeugen.

Was tun mit Bettwäsche und Co.?

Übertriebenes Putzen ist bei Läusen auch nicht notwendig, denn Läuse können maximal 55 Stunden ohne Wirt überleben. Eine Übertragung über die Luft ist nicht möglich und eine Übertragung über Textilien wie Bettwäsche, Kuscheltiere oder Kleidung ist zwar unwahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich.

Wechseln Sie auf jeden Fall Bettwäsche, Handtücher und Schlafanzug Ihres Kindes nach der ersten Läuse-Behandlung. Waschen Sie diese wenn möglich bei mindestens 60 Grad Celius. Wenn Sie bei nicht oder nur kalt waschbaren Textilien auf Nummer sicher gehen möchten, empfiehlt es sich, Teddybär und Co. drei Tage lang bei Zimmertemperatur in einer verschlossenen Tüte aufzubewahren. Kopfläuse können nämlich ohne Wirt nicht lange überleben. Auch Haarbürste und Kamm sollten gründlich heiß ausgewaschen oder gleich ganz entsorgt werden.

Verschiedene Läuse – verschiedene Aufenthaltsorte

Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten von Läusen. Neben Kopfläusen gibt es noch zwei weitere Läusearten: die Filzlaus und die Kleiderlaus.

Die kleine Filzlaus (sie misst gerade mal 1,6 Millimeter) kommt bei Kindern eher nicht vor. Sie wohnt gerne in Schamhaaren, Barthaaren, Wimpern oder Augenbrauen. Man findet die Filzlaus jedoch so gut wie nie in den Kopfhaaren. Sie wird häufig beim Geschlechtsverkehr übertragen und überlebt ohne Wirt gerade einmal zwölf Stunden.

Als dritte Lausart existiert die Kleiderlaus. Sie wird mit etwa 4,5 Millimetern am größten von allen drei Arten und legt ihre Eier am liebsten an Wollfasern und in Kleidernähten ab. Übertragen wird auch sie durch engen Körperkontakt.

In Mitteleuropa übertragen Läuse zum Glück so gut wie keine ernsthaften Erkrankungen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 10. April 2018
Quellen: Online-Informationen der Bundesgesundheitszentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.kindergesundheit-info.de (Abruf: April 2017); Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: http://www.rki.de (Stand: September 2013): Röhnelt, Dr. med. R.: Kindergesundheit. TRIAS, Stuttgart 2017

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