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Mikrozephalie

Mikrozephalie ist eine Art von Schädelverformung bei neugeborenen Säuglingen. Hierbei ist der Kopfumfang des Kindes deutlich verkleinert, was ein starkes Missverhältnis zwischen Hirn- und Gesichtsschädel hervorruft. Verantwortlich hierfür ist ein vermindertes Gehirnwachstum.

mikrozephalie
Bei Mikrozephalie ist der Schädelumfang des Babys deutlich verkleinert
© iStock.com/LCOSMO

In Deutschland kommen zwei bis drei Prozent alles Neugeborenen mit einer Mikrozephalie zur Welt.

Primäre und sekundäre Mikrozephalie

Fachleute unterscheiden eine primäre und eine sekundäre Mikrozephalie. Bei der primären Form spielen genetische Faktoren eine Rolle und sie wird deshalb vererbt. Die sekundäre Mikrozephalie kann infolge verschiedener Hirnverletzungen oder -entzündungen des Ungeborenen im Mutterleib entstehen. 

Ursachen für Mikrozephalie

Bisher wurden als Auslöser für Mikrozephalie bereits neun verschiedene Gendefekte (Chromosomenstörungen) identifiziert. Außerdem können verschiedene andere Grunderkrankungen bestehen, die eine Mikrozephalie zur Folge haben. Auch können Infektionen der Mutter wie Röteln  oder Zytomegalie während der Schwangerschaft eine Mikrozephalie beim Ungeborenen hervorrufen. Außerdem kann auch erhöhte Strahlenbelastung, Alkoholkonsum oder Drogenmissbrauch besonders in den ersten drei Monaten während der Hirnentwicklung im Mutterleib zu schweren Schädigungen führen.

Diagnose einer Mikrozephalie

Laut Definition liegt eine Mikrozephalie vor, wenn der Kopfumfang des Kindes mehr als zwei Standardabweichungen unter der Norm liegt. Dabei wird auch der Kopfumfang der Eltern zur Diagnostik ausgewertet. Um die Ursache der Mikrozephalie weiter abzuklären, wird ein MRT durchgeführt. Auch die Augen werden untersucht und verschiedene Blutwerte im Hinblick auf mögliche Infektionen bestimmt.

Aktuell: Zika-Virus wird als Ursache für Mikrozephalie diskutiert

Seit Herbst 2015 wird aus verschiedenen Ländern ein erhöhtes Aufkommen von Krankheitsfällen durch das Zika-Virus gemeldet. Immer häufiger kommen dort Babys mit vermindertem Kopfumfang wegen Mikrozephalie zur Welt. In einigen Ländern Südamerikas, der Karibik und Afrika, Südostasien und den Pazifischen Inseln wurden die meisten Fälle registriert.

Da insbesondere in einigen Regionen in Brasilien und Französisch Polynesien das Zika-Virus schon länger in der Bevölkerung grassiert, befürchten Experten, dass die hohe Zunahme von Mikrozephaliefällen in diesen Ländern in Verbindung mit dem Zika-Virus in der Schwangerschaft stehen könnten. In manchen Regionen in denen das Virus schon länger aktiv ist, wurde über ein achtmal höheres Vorkommen von Mikrozephaliefällen berichtet.

Bewiesen ist der Zusammenhang zwischen Zika-Viren und Mikrozephalie zwar (noch) nicht, Fachleute halten dies jedoch derzeit für möglich. Der Zusammenhang zwischen Mikrozephalie und dem Zika-Virus wird aktuell auf verschiedenen Ebenen diskutiert und untersucht.

Symptome und Auswirkungen einer Mikrozephalie

Außer der charakteristischen Schädelverformung bewirkt eine Mikrozephalie auch eine verzögerte geistige und motorische Entwicklung. Wie stark diese Einschränkungen sind, kann niemand sagen, da es auf die schwere der Mikrozephalie und die Beeinträchtigung des Gehirns kommt Es kann außerdem zu Bewegungsstörungen und zerebralen Anfällen (Krampfanfällen) des Kindes kommen. All diese Symptome können in unterschiedlicher Stärke auftreten.

Therapie bei Mikrozephalie

Bei einer Mikrozephalie können lediglich die Symptome behandelt werden. Die Schädelverformung kann zwar nicht verändert werden, aber die Bewegungsstörungen können sehr gut mit Physiotherapie behandelt werden. Die kognitiven Defizite können mit Ergotherapie, die Sprechprobleme mit Logopädie verbessert werden. Bei Bedarf können auch Medikamente, beispielsweise bei zerebralen Anfällen, verabreicht werden. Je mehr ein Kind mit Mikrozephalie gefördert wird, desto besser sind die Chancen der Entwicklungsverbesserung.

Lebenserwartung & Krankheitsverlauf bei Mirkozephalie

Da als Ursachen für die Mikrozephalie ganz unterschiedliche Aspekte in Frage kommen, sind auch die Ausprägungen des verkleinerten Kopfumfangs und der damit einhergehenden Defizite sehr unterschiedlich. Außerdem ist die Ursache bei vielen Mikrozephalie-Erkrankungen noch unklar und es fehlen dementsprechend therapeutische Ansätze. Der Krankheitsverlauf ist dementsprechend sehr unterschiedlich und hängt von der Schwere der Entwicklungsverzögerung ab. Auch zu der Lebenserwartung bei Mikrozephalie kann keine pauschale Aussage getroffen werden. Sie kann aufgrund schwerer Behinderungen eingeschränkt oder auch völlig normal sein.

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