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Dienstag, 22. August 2017
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Auswertungshilfen für Temperaturkurven

Auswertungshilfen für Temperaturkurven
Auswertungshilfen für die Basaltemperaturkurve erleichtern deren Interpretation
iStock/Blair_witch

Die eigene Temperaturkurve innerhalb des Zyklus ist einzigartig, trotzdem ist es manchmal hilfreich, Vergleichsmöglichkeiten zu haben. Anhand der abgebildeten Beispielkurven können Sie Ihre eigene Kurve gut einordnen und interpretieren.

So verschieden und einzigartig wie Frauen sind, so unterschiedlich verlaufen auch ihre Zyklen. Manchmal ist es jedoch hilfreich, zur Interpretation der eigenen Basaltemperaturkurve Beispiele zur Hand zur haben.

Eine typische Kurve

Hier sehen Sie eine typische Zykluskurve. Der Eisprung fand am 14. Zyklustag statt, erkennbar am Abfall der Temperatur und dem unmittelbar folgenden deutlichen Anstieg.

Die Gelbkörperphase dauert 14 Tage an. Um die Gelbkörperphase zu errechnen, zählen Sie die Anzahl der Tage, an denen die Temperatur über der Coverline liegt.

Eine typische Kurve

 

Coverline

Die Coverline ist eine gedachte (oder von einem Programm errechnete) Linie, über die bei einem Eisprung die Werte ansteigen.

Sie ist zu ermitteln nach dem ersten Anstieg der Basaltemperatur, die dann mindestens 0,2 °C höher liegen muss als der Durchschnittswert der letzten sechs Tage.

Die untenstehende Beispielkurve zeigt diese gedachte oder errechnete Linie. Manchmal wird die Coverline auch auf Höhe des höchsten Wertes der letzten sechs Tage vor dem Eisprung gezogen.

Coverline

 

Früheste Auskunft über den Eisprung

Die früheste Auskunft darüber, ob ein Eisprung stattgefunden hat, können Sie drei Tage nach dem Eisprung erwarten.

In Ihrer Basaltemperaturkurve zeigt sich das so:
Wenn die Temperatur, wie in der untenstehenden Basaltemperaturkurve gezeigt, mindestens drei Tage über der Coverline angestiegen ist, können Sie davon ausgehen, dass der Eisprung stattgefunden hat und dass danach bis zur nächsten Menstruation keine Befruchtung mehr möglich ist.

Früheste Auskunft über den Eisprung

 

Abfall der Temperatur beim Eisprung

Wie Sie an dieser Beispielkurve sehen können, gibt es Kurven, bei denen der letzte Wert unter der Coverline deutlich niedriger ist als die meisten anderen davor.

Dies liegt am hohen Östrogenspiegel. Das ist der ideale Tag für Geschlechtsverkehr bei Kinderwunsch.

Abfall der Temperatur nach dem Eisprung

 

Einmaliger Abfall nach dem Anstieg

Sinkt die Temperatur nach einem deutlichen Anstieg (0,1°C über der Coverline), der auf den Eisprung hinweist, für einen Tag ab und liegt danach wieder über der Coverline, so wird dieser Ausrutscher nicht bewertet. Man bezeichnet das in der untenstehenden Beispielkurve sichtbare Muster auch als "Fall-Back-Pattern", also etwa "Rückfallmuster".

Es gibt immer mal wieder äußere Umstände, die einen solchen Ausreißer verursachen, jedoch keinen Einfluss auf den Ablauf der Gelbkörperphase haben.

Einmaliger Abfall nach dem Anstieg

 

Hohe Durchschnittstemperatur

Eine relativ hohe Durchschnittstemperatur, wie sie in der untenstehenden Beispielkurve zu sehen ist, kann auf eine Überfunktion der Schilddrüse hinweisen.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion können sein:

  • Werte, die über längere Zeit durchschnittlich höher als etwa 37 Grad Celsius liegen
  • lange Zyklen
  • geringe Menstruationsblutung und
  • unerklärliche Unfruchtbarkeit.

Allerdings zeigt die Basaltemperaturkurve trotz der erhöhten Durchschnittstemperatur das typische Bild mit Abfall zum Eisprung und deutlicher Erhöhung über die Coverline während der Gelbkörperphase.

Hohe Durchschnittstemperatur

 

Zweite Zyklushälfe (Gelbkörperphase)

Die zweite Zyklusphase (auch Gelbkörperphase genannt) ist die Zeit zwischen der Ovulation (Eisprung) bis zum Eintritt der nächsten Menstruation. Die Anzahl der Tage wird gezählt als Tage, die über der Coverline liegen.

Abweichungen: Falls die Basaltemperatur schon ein oder zwei Tage vor Eintritt der Menstruation unter die Coverline fällt, werden diese Tage dennoch mitgezählt.

Bei der gezeigten Beispielkurve dauert die Gelbkörperphase vom 14. bis zum 27. Zyklustag an.

Zweite Zyklushälfte

 

Kurze Gelbkörperphase

Anhand der Basaltemperaturkurve lässt sich auch feststellen, wenn ein Zyklus eine zu kurze Gelbkörperphase hat.

In dem in der untenstehenden Kurve gezeigten 25-Tage-Zyklus dauert die Gelbkörperphase (die Tage über der Coverline) nur zehn Tage an. Eine zweite Zyklusphase, die weniger als zehn Tage dauert, kann ein Anzeichen für eine Gelbkörperschwäche sein und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Kurze Gelbkörperphase

 

Langsamer Anstieg

Typische Basaltemperaturkurven zeigen zum Zeitpunkt des Eisprungs einen deutlichen Abfall, um dann ebenso deutlich über die Coverline zu steigen.

Es gibt aber auch Kurven, bei denen nur ein langsamer Anstieg der Temperatur beim Eisprung zu verzeichnen ist. Das heißt, dass die Temperatur täglich nur um 0,1°C Grad steigt, wie Sie an der Beispielkurve sehen können. Dann liegt die Coverline schon 0,1 °C über dem Durchschnittswert der letzten sechs Tage.

Langsamer Anstieg

 

Niedrige Durchschnittstemperatur

Eine relativ niedrige Durchschnittstemperatur, wie in der untenstehenden Basaltemperaturkurve zu sehen ist, kann auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen.

Symptome einer möglichen Schilddrüsenunterfunktion können sein:

Allerdings zeigt die Basaltemperaturkurve trotz der niedrigen Durchschnittstemperatur das typische Bild mit Abfall zum Eisprung und deutlicher Erhöhung über die Coverline während der Gelbkörperphase.

Niedrige Durchschnittstemperatur

 

Später Temperaturabfall

In vielen typischen Fällen sinkt die Basaltemperatur unmittelbar mit Beginn der Menstruation deutlich ab.

Doch nicht bei allen Frauen ist die Temperatur schon zu Beginn der Menstruation gesunken. Auch ein später Temperaturabfall ist möglich, sodass die Temperatur durchaus auch erst im Laufe der Menstruation sinkt, wie die untenstehende Beispielkurve zeigt.

Wenn Ihre Kurve also so oder ähnlich aussieht, ist auch das völlig normal.

Später Temperaturabfall

 

Temperatur außer der Reihe

Falls in Ihrer Basaltemperaturkurve Temperaturen deutlich außer der Reihe vorkommen - wie in dieser Beispielkurve am 11. Zyklustag - sollten diese nicht berücksichtigt werden.

Solche einmaligen "Ausreißer" können zum Beispiel durch Fieber, zu wenig Schlaf, Alkohol oder ähnliche Faktoren verursacht werden.

Die restlichen Werte der Beispielkurve ergeben ein klares Bild. Erst ab dem 15. Zyklustag liegen die Temperaturen durchgängig über der gedachten Coverline.

Temperatur außer der Reihe

 

Beispiel Basaltemperaturkurve: 26 Zyklustage

Bei einem etwas kürzeren Zyklus von 26 Tagen findet auch der Eisprung etwas früher statt, da die zweite Zyklushälfte in der Regel 14 Tage betragen sollte.

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Beispiel Basaltemperaturkurve: 28 Zyklustage

Dies ist ein Beispiel für einen normalen Zyklus mit Eisprung am 14. Zyklustag.

Basaltemperaturkurve: 28 Zyklustage

 

Beispiel Basaltemperaturkurve: 32 Zyklustage

Bei einem Zyklus von 32 Tagen findet auch der Eisprung etwas später statt, normalerweise so um den 18. Zyklustag.

Basaltemperaturkurve: 32 Zyklustage

 

Beispiel Basaltemperaturkurve: Kein Eisprung

Bei dieser Kurve ist nicht zu erkennen, dass die Temperaturen von drei aufeinanderfolgenden Tagen um mindestens 0,2° C höher liegen als in den vorangehenden sechs Tagen. Somit hat sehr wahrscheinlich (noch) kein Eisprung stattgefunden.

Basaltemperaturkurve: Kein Eisprung

 

Beispiel Basaltemperaturkurve: Schwanger?

Fällt die Temperatur am Ende des Zyklus beziehungsweise auch während der Menstruation nicht ab und steigt sogar noch weiter an, ist eine Schwangerschaft sehr wahrscheinlich.

Basaltemperaturkurve: Schwanger?
Dies ist eine triphasische Kurve, die nach der vermutlichen Einnistung noch weiter ansteigt

 

Beispiel Triphasische Basaltemperaturkurve

Normalerweise steigt nach einem Eisprung die Basaltemperatur um mindestens 0,2 °C. Die Temperatur bleibt bis zur Menstruation auf dem erhöhten Level und sinkt während oder nach der Blutung wieder ab. Die meisten Kurven zeigen einen deutlichen zweiphasischen Verlauf.

Es gibt aber durchaus Kurven, bei denen die Temperatur noch ein zweites Mal deutlich ansteigt. Dies geschieht etwa sechs bis neun Tage nach dem Eisprung und man geht davon aus, das dieser zweite Temperaturanstieg um die Zeit der Einnistung stattfindet. Triphasische Kurven werden daher im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft interpretiert. Ein triphasischer Kurvenverlauf kann (!) also ein Hinweis auf eine Schwangerschaft sein.

Basaltemperaturkurve: Schwanger?
Dies ist eine triphasische Kurve, die nach der vermutlichen Einnistung noch weiter ansteigt

 

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Letzte Aktualisierung: 10. März 2017

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