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Lutealphase (Gelbkörperphase)

Lutealphase (Gelbkörperphase)
Die zweite Zyklushälfte bezeichnet man als Lutealphase oder Gelbkörperphase - sie beginnt nach dem Eisprung und endet mit der Periode
iStock/Wavebreakmedia

Die Lutealphase (Gelbkörperphase) ist der Zeitraum zwischen dem Eisprung und dem Einsetzen der nächsten Periode. Sie dauert durchschnittlich zwölf bis 14 Tage an. Umgangssprachlich spricht man von der zweiten Zyklushälfte.

In der Lutealphase kann es bei geschlechtsreifen Frauen zu einer Schwangerschaft kommen, wenn das Ei nach dem Eisprung befruchtet wird und sich in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Eine verkürzte Lutealphase kann die Ursache dafür sein, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt.

Das Wichtigste über die Lutealphase auf einen Blick:

  • Als Lutealphase bezeichnet man die zweite Zyklushälfte - die Zeit zwischen dem Eisprung und der nächsten Periode.
  • Die Lutealphase dauert durchschnittlich zwischen zwölf und 14 Tagen.
  • Der Gelbkörper (Corpus luteum) bildet sich nach dem Eisprung aus dem Follikel der leeren Eihülle im Eileiter.
  • Er produziert vor allem die Hormone Progesteron und Östrogen, die für eine eventuelle Schwangerschaft enorm wichtig sind.
  • Ist die Lutealphase zu Ende, bildet sich der Gelbkörper wieder zurück und stellt die Hormonproduktion ein - die Periode beginnt.

Was passiert in der Lutealphase?

Die Lutealphase beginnt unmittelbar nach dem Eisprung (Ovulation). Das luteinisierende Hormon (LH), das den Eisprung auslöst, ist auch dafür verantwortlich, dass sich unmittelbar danach aus dem Follikel der leeren, im Eierstock verbleibenden Hülle des Eis der Gelbkörper (Corpus luteum) bildet.

Der Gelbkörper produziert verschiedene Hormone, die für eine mögliche Schwangerschaft wichtig sind, allen voran das Gelbkörperhormon Progesteron und das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Progesteron ist eines der bedeutendsten weiblichen Sexualhormone. Es ermöglicht neben anderen Hormonen die Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut und ist für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft wichtig.

Kommt es innerhalb eines Zyklus nicht zur Befruchtung, bildet sich der Gelbkörper gegen Ende der Lutealphase wieder zurück. Dadurch geht auch die Hormonproduktion wieder zurück, die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen und die Periodenblutung setzt ein.

Dauer und Berechnung der Lutealphase

Die Dauer der Lutelphase beträgt durchschnittlich zwölf bis 14 Tage. Wann sie genau beginnt, hängt von der Dauer des Zyklus insgesamt ab. Bei einem kürzeren Zyklus mit 26 Tagen beginnt sie durchschnittlich ab dem 13. Tag, während bei einem längeren Zyklus beispielsweise von 31 Tagen ab dem 18. Tag mit ihren Beginn gerechnet werden kann.

Die Lutealphase folgt direkt auf den Eisprung. Während dieser Zeit, bis zur nächsten Monatsblutung, ist die Körpertemperatur ganz leicht erhöht. Frauen, die ihren Zyklus mittels Temperaturmethode kontrollieren, registrieren während dieses Zeitraums einen Temperaturanstieg etwa um 0,3 bis 0,5 Grad Celsius.

Mithilfe von Ovulationstests lässt sich der Eisprung im Zyklus relativ genau bestimmen. Man kann davon ausgehen, dass spätestens etwa einen Tag, nachdem der Eisprung angezeigt wird, die Lutealphase beginnt. Ob dieser Ablauf im Zyklus der Frau in Ordnung ist, kann mit einem Zyklusmonitoring herausgefunden werden.

Verkürzte Lutealphase: Was sind die Ursachen?

Wird Progesteron vom Gelbkörper in der Zeit um den Eisprung herum und in der anschließenden Lutealphase nicht in ausreichender Menge produziert, verkürzt sich die Lutealphase. Man spricht von einer Verkürzung, wenn sie weniger als zwölf Tage andauert. Dies führt möglicherweise zu Schmier- und Zwischenblutungen, zudem verringert sich die Länge des Zyklus. Eine verkürzte Lutealphase kann eine Ursache dafür sein, warum es mit dem Schwanger werden nicht klappt.

Medizinische Ursachen einer verkürzten Lutealphase sind oft eine Gelbkörperschwäche (Corpus-luteum-Insuffizienz) oder eine Lutealphaseninsuffizienz.

Lutealphaseninsuffizienz

Eine mögliche Ursache für die verkürzte Lutealphase ist die Lutealphaseninsuffizienz. Sie entsteht entweder aufgrund einer Gelbkörperschwäche (Corpus-luteum-Insuffizienz) oder aufgrund einer Störung anderer, progesteronabhängiger Prozesse. Bei der Gelbkörperschwäche handelt es sich um eine Funktionsstörung des Gelbkörpers, der daher das Hormon Progesteron nicht in ausreichender Menge produzieren kann.

Man nimmt an, dass bei einer Lutealphaseninsuffizienz, die nicht aufgrund einer Gelbkörperschwäche entstanden ist, die Rezeptoren der Fortpflanzungsorgane aus verschiedenen Gründen nicht mehr so stark auf Progesteron reagieren. Gründe dafür können sein:

  • erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie), zum Beispiel aufgrund von Stress oder in der Stillzeit, aber auch bei Nierenstörungen
  • erhöhter Androgenspiegel (Hyperandrogenämie) wie etwa beim PCO-Syndrom
  • Schilddrüsenfunktionsstörung
  • Essstörungen (Magersucht oder Bulimie)
  • unbekannte Ursache

Behandlung der Lutealphaseninsuffizienz

Besteht ein Kinderwunsch, wird die Lutealphaseninsuffienz mit der Gabe von Hormonen zur Unterstützung der Hormonproduktion behandelt. Vor allem Progesteron (Utrogest), Dydrogesteron (Duphaston) oder Clomifen kommen zum Einsatz. Dadurch sollen die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöht und gleichzeitig die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft unterstützt werden. Die Behandlung erfolgt durch den Frauenarzt beziehungsweise in einer Kinderwunschklinik.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 07. November 2017
Quellen: Coad, j., Dunstall, M.: Anatomie und Physiologie für die Geburtshilfe. Elsevier, München 2007; Von Wolff, M., Stute, P.: Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Schattauer, Stuttgart 2013

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