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Wirkung und Ablauf

PDA: Schmerzlinderung bei der Geburt durch Periduralanästhesie

In Deutschland gehört die PDA zu den häufigsten Formen der Schmerzlinderung während der Geburt. Der Vorteil der Periduralanästhesie: Nur der Schmerz ist ausgeschaltet, die Schwangere erlebt Wehen und Geburt bei vollem Bewusstsein mit.

PDA bei der Geburt (Periduralanästhesie)
Die PDA ist die häufigste Methode zur Schmerzlinderung bei der Geburt. Auf das Baby hat die Periduralanästhesie keinen Einfluss.
© iStock.com/isayildiz

Die PDA (Periduralanästhesie, Epiduralanästhesie) bewirkt, dass man unterhalb der Einstichstelle schmerzunempfindlicher wird oder überhaupt keinen Schmerz mehr spürt. In Deutschland ist die PDA die am häufigsten durchgeführte Maßnahme zur Schmerzreduktion während der Geburt. Da eine medizinische Schmerzdämpfung wie die PDA nur durch Anästhesisten durchgeführt werden darf, kann sie nur bei Geburten in Kliniken erfolgen. In Geburtshäusern ist sie nicht möglich.

Artikelinhalte auf einen Blick:

PDA (Periduralanästhesie): So läuft sie ab

So wirkt die PDA bei der Geburt

Eine PDA unterbricht die Weiterleitung von Schmerzen über die Rückenmarksnerven zum Gehirn. Im Gegensatz zur Vollnarkose sind Frauen bei der PDA bei vollem Bewusstsein, erleben Geburt und Wehen mit. Daher wird die PDA auch häufig bei einem Kaiserschnitt angewendet.

Für die PDA wird das Anästhesetikum in den Periduralraum injiziuert. Er ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Raum, der das Rückenmark umgibt und schützt. Dort verhindert das Betäubungsmittel ein Weiterleiten des Schmerzgefühls zum Gehirn. Nach durchschnittlich 15 bis 20 Minuten tritt die Wirkung der Periduralanästhesie ein und das Schmerzgefühl verschwindet. Ihre Wirkung hält etwa zwei bis drei Stunden an, kann aber jederzeit verlängert werden (zum Beispiel bei längeren Geburten). Über den PDA-Katheter kann der Arzt das Anästhetikum wenn erforderlich nachspritzen.

Ablauf der PDA unter der Geburt

Vor dem Setzen der PDA wird eine Venenverweilkanüle in eine Vene eingeführt. Die Kanüle verbleibt während der Geburt in der Vene, um eventuell weitere Medikamente geben zu können. Über sie wird zunächst eine Infusion mit Elektrolytlösung gegeben, um einem Blutdruckabfall vorzubeugen.

Die PDA lässt sich normalerweise im Sitzen oder seitlichen Liegen bei nach vorne gebeugtem Oberkörper (Rundrücken) setzen. Da das Setzen ein wenig schmerzhaft ist, wird zunächst die Haut rund um die Einstichstelle desinfiziert und lokal betäubt. Dann wird eine Hohlnadel mit Katheter zwischen zwei Dornfortsätze der Lendenwirbel (meistens zwischen dem 3. und 4. Lendenwirbel) bis in den Periduralraum, der das Rückenmark umgibt, eingeführt. Durch den Katheter gelangt das Anästhetikum in den Periduralraum. Während der PDA werden Puls, Blutdruck und Atmung der Schwangeren überwacht.

Verschiedene Formen der PDA:

  • Bei der klassischen PDA wird das Betäubungsmittel erneut durch den Katheter gegeben, wenn der Schmerz nachlässt oder die Betäubungsmitteldosis zu niedrig war. Immer häufiger kann man die Dosis per Knopfdruck auch selbst erhöhen. Eine Sicherung verhindert eine Überdosierung.
  • Die kontinuierliche PDA erfolgt nach einer Testdosis: Über einen festgelegten Zeitraum wird kontinuierlich das Betäubungsmittel injiziert.
  • Eine geringere Dosis des Anästhetikums wird bei der Methode Walking Epidural verwendet. Durch Zugabe eines Schmerzmittels (Opioid) soll die Wirkung trotz geringerer Dosis verbessert werden und die Schwangere sogar in der Lage sein, herumzulaufen. Die sogenannte Walking PDA ist heute in den meisten Kliniken möglich.

Der beste Zeitpunkt für eine PDA bei der Geburt

Eine PDA kann jederzeit während der Geburt gesetzt werden, im Idealfall jedoch eher zu Beginn. Ist der Muttermund bereits einige Zentimeter geöffnet, kann man davon ausgehen, dass die Geburt nicht mehr zum Stillstand kommt. Bis die Wirkung einsetzt, dauert es 15 bis 20 Minuten. Ist die Geburt schon sehr weit fortgeschritten, kann es dann für das Setzen einer PDA möglicherweise schon zu spät sein.

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Risiken und Nebenwirkungen der Periduralanästhesie

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen nach einer PDA. Sie können über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen immer wieder auftreten. Bis die Wirkung der PDA wieder nachlässt, können viele Frauen keinen Urin lassen. Infektionen und Blutergüsse an der Einstichstelle gehören ebenfalls zu möglichen Nebenwirkungen.

Während der PDA kann es zu einem plötzlichen Abfall des Blutdrucks oder zu Atemstörungen kommen. Übelkeit und Erbrechen als Reaktion auf das Anästhetikum sind ebenfalls möglich. In sehr seltenen Fällen kommt es zu einer allergischen Schockreaktion oder Nervenschädigungen.

Gründe für eine PDA-Geburt

Sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, hat jede Frau das Recht auf eine PDA oder andere Schmerzlinderungen unter der Geburt. Gerade während einer langen und anstrengenden Geburt kann die PDA dann eine große Erleichterung darstellen.

Viele Frauen nehmen sich anfangs vor, die Wehenschmerzen als Teil des Geburtenvorgangs bewusst mitzuerleben. Manche Frauen wünschen sich von vornherein eine weitgehend schmerzfreie Geburt, andere entscheiden sich für die PDA erst während der Geburt oder möchten andere schmerzlindernde Maßnahmen erhalten.

Gründe für eine PDA können eine sehr lange Geburt mit langer Eröffnungsphase oder als unerträglich empfundene Schmerzen sein. Vor allem bei einer Geburt, die sich über Stunden zieht, haben viele Frauen irgendwann keine Kraft mehr und wünschen sich eine kurze Erholung. Dieser Wunsch sollte gegenüber dem Klinikpersonal deutlich geäußert werden.

Die PDA ist häufig auch bei Geburtskomplikationen oder Risikogeburten medizinisch notwendig. Zu den Gründen gehören:

Wann eine PDA nicht durchgeführt wird

Bei einigen Frauen ist eine PDA nicht sinnvoll. Das betrifft solche mit einem sehr niedrigen Blutdruck, weil die PDA blutdrucksenkend wirkt. Ebenfalls nicht angebracht ist eine PDA bei Frauen mit Gerinnungsstörungen des Blutes oder bei Allergien auf die Inhaltsstoffe. Weitere Gründe sind:

  • Infektionen an der Punktionsstelle
  • Blutvergiftung (Sepsis)
  • Herzerkrankungen oder neurologische Erkrankungen, die gegen den Einsatz eines Anästhetikums sprechen
  • Anomalien der Wirbelsäule

Bei Tattoos am Kreuzbein kann eine PDA gelegentlich nicht durchgeführt werden. Durch die eingeführte Hohlnadel können Farbpartikel der Tätowierung in die Nähe des Rückenmarks gelangen. Dieses Risiko ist den meisten Anästhesisten zu groß, daher wird in solchen Fällen von einer PDA abgeraten.

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