Ein Angebot von Lifeline
Mittwoch, 25. April 2018
Menu

PDA (Periduralanästhesie)

Die PDA (Periduralanästhesie) – auch: Epiduralanästhesie (EDA) - ist eine lokale Betäubungsmöglichkeit, die vor allem während der Geburt angewendet wird. Dabei gelangt durch einen Katheter ein Betäubungsmittel in die Nähe des unteren Rückenmarks.

PDA (Periduralanästhesie)
Einige Frauen entscheiden sich von vornherein für eine PDA (Periduralanästhesie), weil sie eine schmerzfreie Geburt erleben möchten
© iStock/monkeybusinessimages

Die PDA bewirkt, dass man etwa ab der Taille abwärts schmerzunempfindlicher wird oder überhaupt keinen Schmerz mehr spürt. Ihre Wirkung hält etwa zwei bis drei Stunden an.

In Deutschland ist die PDA die am häufigsten durchgeführte Maßnahme zur Schmerzreduktion während der Geburt. Im Gegensatz zur Vollnarkose sind Frauen bei der PDA bei vollem Bewusstsein und erleben die Geburt mit. Daher wird die PDA auch häufig bei einem Kaiserschnitt angewendet.

PDA (Periduralanästhesie): So läuft sie ab

Wann und wie wird eine PDA (Periduralanästhesie) durchgeführt?

Die PDA wird entweder während der Eröffnungsphase oder während der Austreibungsphase durchgeführt. Im Idealfall sollte der Muttermund bereits einige Zentimeter geöffnet sein, weil man dann davon ausgehen kann, dass die Geburt nicht mehr zum Stillstand kommt.

Vorbereitung der PDA (Periduralanästhesie)

Vor dem Setzen der PDA wird eine Venenverweilkanüle in eine Vene eingeführt. Die Kanüle verbleibt während der gesamten Dauer der PDA in der Vene, um eventuell weitere Medikamente geben zu können. Über sie wird zunächst eine Infusion mit Elektrolytlösung gegeben, um einem Blutdruckabfall vorzubeugen.

Ablauf der PDA (Periduralanästhesie)

Die PDA wird normalerweise im Sitzen oder seitlichen Liegen bei nach vorne gebeutem Oberkörper (Rundrücken) gelegt. Da die PDA selbst ein wenig schmerzhaft ist, wird zunächst die Haut rund um die Einstichstelle desinfiziert und lokal betäubt.

Dann wird eine Hohlnadel mit Katheter zwischen zwei Dornfortsätze der Lendenwirbel (meistens zwischen dem 3. und 4. Lendenwirbel) bis in den Periduralraum, der das Rückenmark umgibt, eingeführt. Durch den Katheter gelangt das Anästhetikum in den Periduralraum.

Während der PDA werden Puls, Blutdruck und Atmung der Schwangeren überwacht.

Wirkung der PDA (Periduralanästhesie)

Im Periduralraum verhindert das Betäubungsmittel ein Weiterleiten des Schmerzgefühls über die Nerven zum Gehirn. Die Wirkung der PDA tritt etwa 15 bis 20 Minuten nach Einlass des Anästhetikums ein und hält für zwei bis drei Stunden an.

Formen der PDA (Periduralanästhesie)

Es können verschiedene Formen der PDA durchgeführt werden. Bei der klassischen PDA wird das Betäubungsmittel erneut durch den Katheter gegeben, wenn der Schmerz nachlässt oder die Betäubungsmitteldosis zu niedrig war. Immer häufiger kann man die Dosis per Knopfdruck auch selbst erhöhen. Eine Sicherung verhindert eine Überdosierung.

Die kontinuierliche PDA erfolgt nach einer Testdosis: Über einen festgelegten Zeitraum wird kontinuierlich das Betäubungsmittel injiziert.

Eine geringere Dosis des Anästhetikums wird bei der Methode Walking Epidural verwendet. Durch Zugabe eines Schmerzmittels (Opioid) soll die Wirkung trotz geringerer Dosis verbessert werden und die Schwangere sogar in der Lage sein, herumzulaufen.

Gründe für eine PDA

Die Gründe für eine PDA während der Geburt sind unterschiedlich. Viele Frauen wünschen sich eine weitgehend schmerzfreie Geburt. In diesem Fall sollte vorher mit dem für die Entbindung vorgesehenen Krankenhaus Kontakt aufgenommen und die Wünsche geäußert werden.

Viele Frauen nehmen sich anfangs vor, „natürlich“ zu entbinden und die Wehenschmerzen als Teil des Geburtenvorgangs bewusst mitzuerleben. Im Laufe der Geburt ändern einige Frauen ihre Meinung aber oder eine PDA wird sogar notwenig.

Gründe dafür können eine sehr lange Geburt mit langer Eröffnungsphase oder als unerträglich empfundene Schmerzen sein. Vor allem bei einer Geburt, die sich über Stunden zieht, haben viele Frauen irgendwann keine Kraft mehr und wünschen sich eine kurze Erholung. Dieser Wunsch sollte gegenüber dem Klinikpersonal deutlich geäußert werden.

Die PDA ist häufig auch bei Geburtskomplikationen oder Risikogeburten medizinisch notwendig. Zu den Gründen gehören:

Nachteile, Risiken und Nebenwirkungen der PDA (Periduralanästhesie)

Einige Frauen berichten über Kopfschmerzen im Anschluss an die PDA. Diese werden durch die Punktion ausgelöst und vergehen in der Regel von allein wieder. Bis die Wirkung der PDA wieder nachlässt, können viele Frauen keinen Urin lassen. Infektionen und Blutergüsse an der Einstichstelle können ebenfalls auftreten.

Während der PDA kann es zu einem plötzlichen Abfall des Blutdrucks oder zu Atemstörungen kommen. Übelkeit und Erbrechen als Reaktion auf das Anästhetikum sind ebenfalls möglich. In sehr seltenen Fällen kommt es zu einer allergischen Schockreaktion oder Nervenschädigungen.

Wann eine PDA (Periduralanästhesie) nicht durchgeführt wird

Bei einigen Frauen ist eine PDA nicht sinnvoll. Das betrifft solche mit einem sehr niedrigen Blutdruck, weil die PDA blutdrucksenkend wirkt. Ebenfalls nicht angebracht ist eine PDA bei Frauen mit Gerinnungsstörungen des Blutes oder bei Allergien auf die Inhaltsstoffe. Weitere Gründe sind:

  • Infektionen an der Punktionsstelle
  • Blutvergiftung (Sepsis)
  • Herzerkrankungen oder neurologische Erkrankungen, die gegen den Einsatz eines Anästhetikums sprechen
  • Anomalien der Wirbelsäule

Übrigens... Wussten Sie, dass bei Tattoos am Kreuzbein (umgangssprachlich häufig auch "Arschgeweih" genannt), eine PDA nicht durchgeführt wird? Durch die eingeführte Hohlnadel können Farbpartikel der Tätowierung in die Nähe des Rückenmarks gelangen. Dieses Risiko ist den meisten Anästhesisten zu groß, daher wird in solchen Fällen von einer PDA abgeraten. Wenn Sie selbst ein Tattoo auf der Höhe des Steißbeins haben, raten wir Ihnen, sich vor dem Entbindungstermin mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Alternativen zur PDA zu sprechen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2017
Quellen: Gätje, R. u.a.: Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2011

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Entbindung & Kaiserschnitt

Klinikgeburten sind in Deutschland der Regelfall. Mit etwa 98 Prozent bringen nahezu alle Schwangeren ihr Kind in einem Krankenhaus zur Welt. Nur etwa zwei Prozent entscheiden sich für eine Hausgeburt,... Mehr...

Entbindung & Kaiserschnitt

Prostaglandine haben im Körper viel Aufgaben, vor allem in der Schwangerschaft und während der Geburt. Sie werden häufig zur Einleitung der Geburt eingesetzt, um Wehen auszulösen. Mehr...

Entbindung & Kaiserschnitt

Ist die Geburt im Geburtshaus wirklich entspannter? Wie funktioniert das mit der Betreuung? Erfahren Sie mehr über den Ablauf, die Voraussetzungen und die Kosten dieses alternativen Geburtsortes. Mehr...

Weitere interessante Themen
  • Wehenschwäche

    Sind die Wehen bei der Geburt zu schwach, zu kurz oder zu selten, oder setzen sie gar nicht erst von alleine um den Geburtstermin ein, spricht man von einer Wehenschwäche.... Mehr...

  • Sitzende Geburt

    Die hockende, sitzende, kauernde oder kniende Gebärhaltung ist schon seit dem Altertum bekannt. Bis vor etwa 200 Jahren war auch in Europa die halbsitzende Stellung im Bett sowie... Mehr...

Zum Seitenanfang