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Eine ganz besondere Nahrung

Muttermilch: Optimale Ernährung für dein Baby

Sie ist in ihrer Zusammensetzung einzigartig – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Muttermilch ist die beste Ernährung für Säuglinge, denn ihre Zusammensetzung ist optimal auf das zu stillende Baby abgestimmt.

Baby stillt
© GettyImages/svetikd

Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe in ganz natürlicher Qualität, die ein Baby für ein gesundes Wachstum benötigt, ist leicht verdaulich und passt sich den Bedürfnissen des Babys in seiner Entwicklung an. Sie enthält außerdem viele wichtige Abwehrstoffe zum Schutz vor Krankheiten. Das kindliche Immunsystem wird durch die in der Muttermilch enthaltenen Immunbotenstoffe gestärkt.

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Zusammensetzung der Muttermilch

Die Zusammensetzung von Muttermilch verändert sich im Laufe eurer Stillbeziehung. In den ersten fünf Tagen nach der Geburt fließt das Kolostrum, die sogenannte Vormilch. Sie ist eher dünnflüssig, und enthält eine große Zahl an Abwehrstoffen, die für das Immunsystem des Babys essentiell sind. Immunglobulin A, Leukozyten und das enzymähnliche Lactoferrin versorgen das kindliche Immunsystem mit wichtigen Abwehrstoffen. Die Muttermilch ist in dieser Phase noch relativ arm an Laktose und Fett, enthält aber viel Protein.

Etwa ab dem fünften Tag bis zu zwei Wochen nach der Geburt verändert sich die Zusammensetzung der Muttermilch das erste Mal. Sie wird nun etwas dickflüssiger und fettreicher, der Proteingehalt nimmt ab. Diese sogenannte Übergangsmilch verändert sich schrittweise, bis spätestens vier bis sechs Wochen nach der Geburt die Muttermilch als "reif" gilt.

Reife Muttermilch enthält die Makronährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate und dazu zahlreiche Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie besteht zu 87 Prozent aus Wasser, sodass der Säugling immer mit genügend Flüssigkeit versorgt wird. Das ist auch der Grund dafür, warum ein voll gestilltes Baby keine zusätzliche Flüssigkeit benötigt.

  • Fett: Muttermilch hat einen natürlichen Fettgehalt von durchschnittlich 3,5 Prozent. Im Laufe des Tages kann sich der Fettanteil von Stillmahlzeit zu Stillmahlzeit verändern. Vor allem nachmittags und am Abend ist ihr Fettanteil relativ hoch. Die enthaltenen Fette können vom kindlichen Organismus besonders gut aufgenommen und verwertet werden. Muttermilch ist sehr reich an langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem an der Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure und der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure. Sie sind für die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem essentiell, können vom Säugling aber nicht selbst gebildet werden. Ein Baby bezieht etwa die Hälfte seines Energiebedarfs aus dem Fett in der Muttermilch.

  • Kohlenhydrate: Frauenmilch enthält etwa 7 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Milliliter, vor allem Laktose. Der Milchzucker fördert das Wachstum bestimmter erwünschter Darmbakterien (vor allem Lactobacillus bifidus) und ist damit ein wichtiger Baustein für den Aufbau einer gesunden Darmflora und die Abwehr krankmachender Keime. Vermutlich ist das ein Grund dafür, warum gestillte Babys seltener an schweren Durchfällen erkranken. Der hohe Gehalt an Kohlenhydraten ist außerdem wichtig für das Wachstum des Babys. Etwa 40 Prozent der täglichen Energie bezieht ein Baby aus den Kohlenhydraten der Muttermilch.

  • Eiweiß: Ihr Proteingehalt ist mit durchschnittlich 1,2 Gramm pro 100 Milliliter relativ niedrig (zum Vergleich: Kuhmilch hat einen Eiweißgehalt von 3,3 Gramm). Aufgrund ihrer besonderen Zusammensetzung werden die Proteine in der Muttermilch vom kindlichen Organismus vollständig aufgenommen, sodass die noch nicht voll arbeitenden Nieren des Babys nicht belastet werden.

  • Mikronährstoffe: Die Versorgung des Babys mit Vitaminen wird auch von der mütterlichen Ernährung in der Stillzeit beeinflusst. Eine ausgewogene, nährstoffdichte Ernährung in der Stillzeit sorgt in der Regel auch für einen ausreichenden Gehalt an Vitaminen in der Muttermilch. Lediglich für die Vitamine K und D gibt es eine Supplement-Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Der Mineralstoffgehalt der Muttermilch wird nur sehr begrenzt von der mütterlichen Ernährung beeinflusst. Bei mangelhafter Versorgung der Mutter mit bestimmten Nährstoffen werden diese aus den körpereigenen Reserven der Mutter "entnommen". Bei anderen wiederum entsteht beim Baby ein Mangel. Besonders auf eine ausreichende Versorgung mit B-Vitaminen, Fettsäuren, Jod, Selen und Mangan sollte deshalb geachtet werden.

Das passiert beim Stillen in der Brust

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Zusammensetzung von Vormilch, Übergangsmilch, reifer Muttermilch und Kuhmilch im Vergleich

je 100 ml Vormilch Übergangsmilch reife Frauenmilch Kuhmilch
Eiweiß (g) 2,7 1,6 1,2 3,3
Fett (g) 1,9 2,8 3,5 3,5
Kohlenhydrate (g) 5,3 6,5 7,0 4,8
Kalorien 65 70 75 66

Angaben nach Stiefel et al. (2013)

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Vorteile der Ernährung des Babys mit Muttermilch

Muttermilch ist aufgrund ihrer Zusammensetzung die beste Nahrung für Babys. Auch Frühgeburten oder Babys, die per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind, können gestillt werden – Frühchen profitieren besonders. Gestillte Babys leiden seltener unter Verdauungsproblemen, denn Frauenmilch ist wesentlich besser verdaulich als Pre-Nahrung und enthält viele Stoffe, die das Wachstum einer gesunden Darmflora fördern. Außerdem leiden mit Muttermilch ernährte Babys seltener an Erkrankungen der Atemwege und Ohren, Magen-Darm-Infektionen und Durchfall. Vor allem das Immunsystem wird gestärkt, es wird der sogenannte Nestschutz aufgebaut. Verantwortlich dafür sind zahlreiche Schutzstoffe des Immunsystems, insbesondere:

  • Antikörper (Immunglobuline) A, D, G und M
  • Leukozyten (weiße Blutkörperchen)
  • Lysozym
  • Lactoferrin

Zusätzlich sorgen zahlreiche andere Stoffe für ein schnelles und differenziertes Wachstum und Gedeihen des Kindes, haben eine hormonähnliche Wirkung oder regulieren den Stoffwechsel.

Weitere Vorteile der Muttermilch für das Baby:

  • Sie ist praktisch immer verfügbar.

  • Sie fördert die Mutter-Kind-Bindung.

  • Sie schützt vor Allergien.

  • Mit ihr ist eine Überernährung unmöglich.

  • Sie belastet den Stoffwechsel nicht.

  • Die enthaltenen Nährstoffe haben eine hohe Bioverfügbarkeit.

  • Das Risiko, an Leukämie, Diabetes (Typ I und II) oder nekrotisierender Enterokolitis zu erkranken, ist geringer.

  • Das Risiko des plötzlichen Kindstods ist geringer.

  • Kinder, die mindestens drei Monate gestillt werden, erkranken seltener an kindlichem Asthma.

  • Das Saugen an der Brust fördert die Kieferentwicklung.

Vorteile für die Mutter

Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Es bewirkt ein Zusammenziehen der Gebärmutter, sodass diese sich schneller zurückbildet. Länger stillende Frauen haben ein geringeres Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Es gibt Hinweise darauf, dass Frauen, die in ihrer Schwangerschaft keinen Schwangerschaftsdiabetes entwickelten und nach der Geburt gestillt haben, später ein geringeres Risiko für die Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2 hatten. Zudem leiden stillende Frauen seltener unter Wochenbettdepressionen. Das Füttern des Babys mit der Brust empfinden viele Frauen als praktischer, da keine Zubereitung erforderlich ist, was besonders in der Nacht sinnvoll sein kann.

Muttermilch abpumpen

Wenn du deine Muttermilch abpumpst und dein Baby zu einem späteren Zeitpunkt damit füttern möchtest, hast du die Auswahl zwischen manueller und elektrischer Milchpumpe. Pumpe deine Milch am besten zwei Stunden nach dem letzten Stillen ab. Am ehesten fließt die Milch jedoch, wenn du während des Stillens abpumpest. Stille dafür dein Baby an einer Brust und pumpe an der anderen ab. Achte darauf, dass du die Seiten variierst, also beim nächsten Mal die Seiten tauschst.

Du kannst deine Muttermilch im Kühlschrank bei maximal sechs Grad Celsius bis zu 72 Stunden lang aufbewahren. Bitte verwende sie nicht zu einem spätere Zeitpunkt oder wenn du dir nicht sicher bist, ob die Milch noch gut ist.

Worauf du beim Muttermilch-Abpumpen achten solltest:

  • Wasche vorher die Hände mit Wasser und Seife.

  • Reinige deine Milchpumpe gemäß Anleitung stets gründlich.

  • Sorge für eine lückenlose Kühlkette: Stelle die Milch gleich in den Kühlschrank oder friere sie unverzüglich ein.

Muttermilch einfrieren

Im Gefrierfach ist Muttermilch bei mindestens minus 18 Grad Celsius bis zu sechs Monate lang haltbar. Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Gefriergerät diese Temperatur wirklich erreicht, kontrolliere dies am besten vorab mit einem Thermometer. Friere die Milch möglichst in kleinen Portionen ein, sodass du diese einzeln entnehmen kannst. Bereits aufgetaute Muttermilch darf nicht wieder eingefroren werden.

Muttermilch erwärmen

Du kannst Muttermilch aus dem Kühl- oder Gefrierschrank problemlos erwärmen. Achte zunächst darauf, dass tiefgefrorene Milch vorher langsam (im Kühlschrank) aufgetaut werden sollte, bevor du sie erwärmst. Verwende zum Erwärmen der Muttermilch auf 37 Grad Celsius am besten ein Wasserbad, da dies die schonendste Methode ist. Kontrolliere die Temperatur bitte unbedingt mit einem Thermometer, bevor du die Milch fütterst.

Achte während des gesamten Prozesses darauf, dass die Muttermilch niemals über 55 Grad Celsius erhitzt wird, denn ab dieser Temperatur werden wichtige Inhaltsstoffe zerstört. Verwende nicht die Mikrowelle, da die Milch darin zu ungleichmäßig erwärmt wird. Einmal erwärmte Muttermilch darf nicht erneut erwärmt werden, da die Gefahr einer bakteriellen Vermehrung besteht.

Schadstoffe in der Muttermilch

Umweltgifte, Schwermetalle und andere Schadstoffe lassen sich auch in der Muttermilch nachweisen. Bereits 2005 hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) über 350 Schadstoffe in Frauenmilch gefunden. Zwar scheint die Belastung in den vergangen Jahren vermutlich durch strengere Vorschriften zurückzugehen. Man muss jedoch davon ausgehen, dass Schadstoffe in der Muttermilch enthalten sind und damit auch auf das Kind übergehen.

So wurden zum Beispiel Pestizide, die mittlerweile verboten sind, in Muttermilch nachgewiesen. Was heißt das für die Praxis? Zunächst einmal: Kein Grund zur Panik. Deine Milch ist immer noch die beste Nahrung für dein Baby. Es empfiehlt sich jedoch, die Aufnahme von Schadstoffen, die man selbst beeinflussen kann, zu vermeiden: Das gilt zum Beispiel für Schadstoffe aus Zigarettenrauch (auch Passivrauchen!), Alkohol oder Medikamenten.

Greife nach Möglichkeit zu Bio-Obst und -Gemüse und iss in der Stillzeit keine Raubfische wie Thunfisch oder Schwertfisch, da diese durch das Schwermetall Quecksilber belastet sein können. Meide Umweltgifte nach Möglichkeit bereits in der Schwangerschaft.

Milchbildung hemmen oder fördern

Die Bildung von Muttermilch richtet sich in der Regel nach der Nachfrage: Je mehr das Baby trinken möchte, desto mehr Milch wird produziert und umgekehrt. Nur in seltenen Fällen kommt es zu einem übermäßigen Milchfluss. Mittlerweile gibt es in Deutschland auch die Möglichkeit, Muttermilch zu spenden. Möglicherweise ist das eine Alternative zum Abpumpen und Wegschütten der Milch.

Angeregt wird die Milchbildung eigentlich durch das Saugen des Babys an der Brust. Manchmal kann eine falsche Stilltechnik für eine zu geringe Milchproduktion verantwortlich sein.

Achte darauf, dass dein Baby die Brustwarze vollständig mit dem Mund umschließt, lege es öfter an und kuschel viel. Auch Stress kann zu einer geringeren Milchbildung führen. Lass dir von Ihrer Hebamme oder Stillberaterin eine geeignete Technik zeigen. Die Krankenkassen übernehmen nach dem Ende der Nachsorgezeit bis zu acht Beratungsgespräche. In der Volksheilkunde wird oft ein Tee aus Anis, Kümmel und Fenchel getrunken, um die Produktion von Muttermilch zu fördern. Ob dieser oder andere die Milchbildung anregende Tees wirken, ist bislang nicht wissenschaftlich untersucht worden. Wenn du unter Heuschnupfen leidest, achten Sie bitte bei solchen Tees darauf, dass diese keine Allergene enthalten.

Wenn du abstillen möchtest, lass dir und deinem Baby genügend Zeit dafür, um Problemen wie Milchstau vorzubeugen. Nimm bitte nicht eigenständig Kräuter oder gar Medikamente ein, welche die Milchproduktion zum Versiegen bringen.

Lies hier mehr über das Abstillen.

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