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Vitamin D für Babys: Das sollten Sie wissen

Autor: Viola Booth
Letzte Aktualisierung: 14. November 2016

Während des ersten Lebensjahrs wird die zusätzliche Gabe von Vitamin D für Säuglinge empfohlen. Das Bundesernährungsministerium hat in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachgesellschaften Empfehlungen zur Vitamin-D-Dosierung ausgesprochen. Erfahren Sie, wie Vitamin D für Ihr Kind verabreicht werden sollte.

Vitamin D für Säuglinge: Das sollten Sie wissen
Für Babys, die im Winter geboren werden, wird die Gabe von Vitamin D über eine Dauer von eineinhalb Jahren empfohlen
(c) iStockphoto/bluehill75

Vitamin D ist ein ganz besonderes Vitamin. Es handelt sich dabei genau genommen um eine Hormonvorstufe. In der Nahrung kommt Vitamin D nur in sehr geringen Mengen vor (z. B. in fettreichen Fischen wie Makrele), weshalb der Vitamin-D-Bedarf alleine mit der Nahrungsaufnahme nicht gedeckt werden kann. Unser Körper kann Vitamin D aber selbst bilden – und zwar mit Hilfe von Sonnenbestrahlung. Deshalb ist es auch als "Sonnenvitamin" bekannt.

Durch die UVB-Strahlen des Sonnenlichtes auf unserer Haut wird Vitamin D gebildet und gespeichert. Es ist wichtig, von Frühling bis Herbst genug Sonne zu tanken, damit der Körper in den Wintermonaten noch ausreichend versorgt ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt an, dass zehn bis 20 Prozent des benötigten Vitamin D über die Nahrung aufgenommen werden, 80 bis 90 Prozent über die Sonnenbestrahlung.

Genau aus diesem Grund haben Babys ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Neugeborene dürfen keiner direkten Sonne ausgesetzt werden. Der Körper kann das Vitamin in dieser Lebensphase also noch nicht in ausreichendem Maße selbst bilden. Früher gab man Kindern deshalb den Vitamin-D-reichen Lebertran. Heute gibt es spezielle Medikamente, die nach den aktuellen Empfehlungen zur Ernährung für Babys genau an die Bedürfnisse der Kinder angepasst sind.

Wofür braucht der Körper Vitamin D?

Vitamin D übernimmt in unserem Körper wichtige Funktionen. Vor allem für den Kalzium- und Phosphathaushalt spielt es eine Schlüsselrolle. Erst durch Vitamin D kann unser Körper das Kalzium aus der Nahrung in den Knochen einlagern und ihnen dadurch ihre Festigkeit verleihen. Ein Mangel an Vitamin D kann im Erwachsenenalter bei älteren Menschen zu Osteoporose führen. Im Kindesalter droht bei Mangel im Extremfall eine Rachitis. Bei dieser Erkrankung ist die Mineralisierung der Knochen nicht ausreichend. Die Folge: Sie sind weich und es kommt zu Fehlbildungen und Verformungen des Skeletts (z. B. O-Beine, Verformung der Wirbelsäule, weiche Schädelknochen). Damit die Knochen im Wachstumsprozess genügend Festigkeit bekommen, ist ein ausreichendes Vitamin-D-Vorkommen wichtig. Darüber hinaus würde ein Mangel des Vitamins zu verminderter Muskelkraft und einer erhöhten Infektanfälligkeit führen.

Wie viel und wie lange? Vitamin-D-Dosierung für Säuglinge

Unabhängig davon, ob Ihr Baby Muttermilch oder Milchersatznahrung bekommt, reicht die Menge an Vitamin D aus der Nahrung nicht aus. Das Robert Koch-Institut beruft sich deshalb auf folgende Empfehlung:

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt für alle gestillten und nicht gestillten Säuglinge die tägliche Gabe einer Vitamin-D-Tablette von 10-12,5 µg (400-500 IE). Dies gilt von der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres, bei im Winter geborenen Kindern auch im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten.

Dieser Empfehlung schließt sich das Netzwerk „Gesund ins Leben“, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums und der beteiligten Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)) an.

Konkret bedeutet das für die Gabe von Vitamin D für Säuglinge Folgendes:

  • Ihr Kind sollte jeden Tag eine Vitamin-D-Tablette mit 10-12,5 µg (µg = Mikrogramm) (400-500 IE, IE = Internationale Einheiten) bekommen.
  • Beginnen Sie ab dem Ende der ersten Lebenswoche mit der Gabe und beenden Sie diese erst nach Vollendung des ersten Lebensjahrs.
  • Die Dauer der Gabe richtet sich nach dem Geburtsmonat: Wurde Ihr Kind in den Sommermonaten geboren, geben Sie die Tabletten 12 Monate (1 Jahr) lang. Wurde Ihr Kind in den Wintermonaten geboren, geben Sie die Tabletten 18 Monate (1,5 Jahre) lang.
  • Ob über das erste Lebensjahr hinaus noch Vitamin D verabreicht werden muss, ist individuell zu beurteilen und wird von Ihrem Kinderarzt festgestellt. Halten Sie sich mit Ihrem Kind oft im Freien auf, reicht die natürliche Sonnenbestrahlung in der Regel aus.
  • Eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel oder andere Supplemente ist nicht nötig und wird auch nicht empfohlen.

Vitamin-D-Tabletten für Säuglinge: Wie werden sie verabreicht?

Es gibt unterschiedliche Wege, Ihrem Baby Vitamin-D-Tabletten zu geben. Entweder, Sie lösen die Tablette mit kochendem Wasser oder Muttermilch auf einem Teelöffel auf und verabreichen sie so. Oder Sie legen die Tablette unmittelbar vor dem Stillen in die Wangeninnenseite Ihres Kindes. Während des Stillens löst sich diese dann auf. Zur Sicherheit können Sie das nach dem Stillen noch einmal kontrollieren.

Sind Vitamin-D-Tropfen für Säuglinge eine Alternative zu den Tabletten?

Generell ist die Gabe von Vitamin-D-Tropfen für Babys möglich. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt dem Deutschen Ärzteblatt zufolge aber vor möglichen Gefahren der Überdosierung. Je nach Raumtemperatur könne die Größe der Tropfen variieren und so auch die empfohlene Tagesdosis überschritten werden. Außerdem könne es Eltern leichter passieren, dass sie versehentlich mehr Tropfen verabreichen als angegeben. Einfacher sei deshalb die Gabe von Vitamin-D-Tabletten – diese sind standardisiert. Vitamin-D-Tabletten können auch ohne Gelatine verschrieben werden.

Kann es zu einer Vitamin-D-Überdosierung kommen?

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung kann es allein durch Sonneneinstrahlung nicht zu einer Vitamin-D-Überdosierung kommen – durch eine exzessive Gabe von Supplementen allerdings schon. Eine kurzfristige Überdosierung kann Symptome wie Übelkeit oder Erbrechen hervorrufen, eine langfristige die Ablagerung von Kalzium in den Organen und Nierenerkrankungen (z. B. Bildung von Nierensteinen). Beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft heißt es dazu: „Eine Vitamin D-Überversorgung ist bei Säuglingen kaum möglich. (...) Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Kinder bis 10 Jahre eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge von 50 µg Vitamin D pro Tag abgeleitet. Diese bezieht sich auf die Vitamin-D-Zufuhr aus allen Lebensmitteln (einschließlich Vitamin-D-Präparaten und angereicherten Lebensmitteln). Für Säuglinge besteht bei der empfohlenen Gabe von 10-12,5 µg (400-500 I.E.) Vitamin D damit keine Gefahr der Überdosierung (...) und ist sicher.“

Vitamin D für Säuglinge: Kritik

Immer wieder liest man, dass die Gabe von Vitamin D für Säuglinge kritisch sei. Verwiesen wird dabei meist auf die mögliche Überdosierung und dessen Folgen. Sollten Sie sich unsicher sein, ob Sie Ihrem Kind Vitamin D geben sollen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Bedenken. Er wird Sie genau zu den Nutzen und Risiken von Vitamin D für Babys beraten. Er kann Ihnen auch bei möglichen Unverträglichkeiten weiterhelfen.

Autor: Viola Booth
Letzte Aktualisierung: 14. November 2016
Quellen

Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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