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Ambulante Geburt in der Klinik oder im Geburtshaus

Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin | Jessica Schmid, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 23. März 2020

Bei der ambulanten Geburt verlassen die Mutter und ihr neugeborenen Kind die Entbindungsklinik oder das Geburtshaus spätestens 24 Stunden nach der Entbindung wieder.

Frau mit neugeborenem Baby
Wenn Mutter und Kind wohlauf sind, ist eine ambulante Geburt möglich
© istock.com/chameleonseye

Für eine ambulante Geburt in der Klinik oder einem Geburtshaus entscheiden sich werdende Mütter meistens deshalb, weil sie einen längeren Krankenhausaufenthalt vermeiden möchten. Vielmehr wollen sie schnell wieder nach Hause zurückkehren, da sie sich dort wohler und besser aufgehoben fühlen. Die wichtigsten Voraussetzungen eines ambulanten Aufenthalts sind: Während der Geburt kam es zu keinen nennenswerten Komplikationen und der Mutter sowie dem Baby geht es gut.

Ambulante Geburt während Coronavirus-Krise?

Die aktuelle Coronavirus-Pandemie verunsichert viele Schwangere und werdende Eltern. Um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen, haben viele Kliniken die Besuchsmöglichkeiten stark eingeschränkt. In den meisten Kliniken darf bisher eine weitere Person (Vater des Kindes oder vertraute Person der Schwangeren) die Schwangere zur Geburt in den Kreißsaal begleiten. Es gibt jedoch auch Kliniken wie das Universitätsklinikum Bonn, dass neben der Schwangeren keine Begleitperson zur ambulanten Geburt zulässt.

Am besten informieren sich werdende Mütter bei der ausgewählten Klinik oder dem Geburtshaus, welche Regelung derzeit für die jeweilige Einrichtung gültig ist.

Lesen Sie hier mehr darüber, was sich durch das Coronavirus bei Geburt und Schwangerschaftsvorsorge ändert.

Vorbereitung auf eine ambulante Geburt

Da sich die Mutter in den ersten Tagen nach der Entbindung erholen sollte und sich die Familie erst an ein neues Mitglied gewöhnen muss, ist es ratsam, bereits vor dem Geburtstermin zu klären, wer sich in diesen Tagen um die Alltagsabläufe kümmern wird. Es ist denkbar, dass Freunde und Verwandte den Haushalt besorgen oder ältere Geschwister und Haustiere betreuen.

Falls die Mutter auf diese Weise nicht entlastet werden kann, ist es möglich eine Haushaltshilfe einzustellen. Das ist vor allem sinnvoll, wenn bereits ältere Geschwister vorhanden sind, der Partner sich nicht von der Arbeit frei nehmen kann oder die Frau alleinstehend ist. Ob und wie lange die Kosten für eine Haushaltshilfe übernommen werden, sollte rechtzeitig mit der Krankenversicherung abgesprochen werden.

Ambulante Geburt im Geburtshaus

Ein Geburtshaus ist für Schwangere, die ambulant entbinden möchten, eine Alternative zur Klinik. In den meisten Fällen werden Geburtshäuser von Hebammen betrieben, möglich ist auch die Kooperation mit einem Frauenarzt. Ziel der ambulaten Geburt in einem Geburtshaus ist eine wohnliche Atmosphäre, in der sich die Gebärende wohlfühlt bei gleichzeitig hohen Sicherheits- und Hygienestandards.

Geburtshäuser in Deutschland sind mit den wichtigsten medizinschen Ausrüstungen wie Überwachungsgeräte für Sauerstoffversorgung und CTG ausgerüstet. Da Geburtshäuser oft in der Nähe von einem Krankenhaus angesiedelt sind, ist im Notfall eine schnelle Versorgung von Mutter und Kind gewährleistet.

Wer übernimmt Kosten für ambulante Geburt?

Grundsätzlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Hebammenleistung im Geburtshaus sowie die Betriebskosten. Die Abrechnung mit der Krankenkasse erfolgt direkt über das Geburtshaus. Daneben können weitere Kosten anfallen, zum Beispiel für die Rufbereitschaft der Hebamme rund um den errechneten Geburtstermin. Diese Kosten werden meist als Pauschale angesetzt, von der die gesetzlichen Krankenkassen üblicherweise einen bestimmten Anteil übernehmen.

Privat versicherte Schwangere sollten vorher bei ihrer Krankenkasse nachfragen, welche Leistungen diese übernimmt.

Wie ist die Betreuung nach einer ambulanten Geburt?

Wenn Frauen ambulant entbinden möchten, ist es ratsam, sich schon während der Zeit der Schwangerschaft von einer Hebamme betreuen zu lassen. Diese kann die Frau während der Geburt begleiten und übernimmt nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus auch die Betreuung des Wochenbetts.

Bereits im Krankenhaus wird von der Hebamme oder vom Arzt die erste Vorsorgeuntersuchung (U1) des Neugeborenen durchgeführt. Das Screening auf Stoffwechselerkrankungen findet zwischen der 48. und 72. Lebensstunde des Babys statt. Die Mutter muss mit dem Kind daher zu diesem Zweck noch einmal in das Krankenhaus zurück fahren. Alternativ kann die Hebamme die Blutabnahme durchführen und in das Labor schicken.

Zwischen dem vierten und dem zehnten Lebenstag des Babys wird die zweite Untersuchung (U2) erforderlich. Diese darf nur von einem Kinderarzt durchgeführt werden. Daher sollten sich Mütter, die ambulant entbinden möchten, rechtzeitig einen Kinderarzt suchen.

Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin | Jessica Schmid, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 23. März 2020
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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