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Die Geburt der Plazenta

Nachgeburt: Was erwartet dich?

Erst wenn die Nachgeburt vollständig ausgestoßen ist, gilt eine Geburt als beendet. Wie lange die Geburtsphase dauert und ob die Nachgeburt schmerzhaft ist? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Nachgeburt: Was erwartet dich?
© Getty Images/FatCamera

Kurzübersicht: Nachgeburt

Definition: Als Nachgeburt wird die Plazenta bezeichnet, die im Anschluss an die Geburt des Babys ausgestoßen wird.

Ablauf: Durch die Nachgeburtswehen löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und wird zusammen mit den Eihäuten geboren. Häufig werden Wehenmittel verabreicht, um die Kontraktionen der Gebärmutter anzuregen. Die Nachgeburtwehen können unterschiedlich stark sein, die Geburt der Plazenta selbst ist nicht schmerzhaft.

Komplikationen: Mögliche Komplikationen sind starke Blutungen oder das Verbleiben von Plazentaresten in der Gebärmutter, die zu Infektionen führen können. Um solche Komplikationen zu verhindern, wird in der Nachgeburtsphase mit größter Sorgfalt vorgegangen.

Artikelinhalte im Überblick:

Welche Geburtspositionen gibt es?

Was ist die Nachgeburt?

Während der Schwangerschaft dient die Plazenta (Mutterkuchen) als Austauschorgan: Sie versorgt das Ungeborene über die Nabelschnur mit Sauerstoff und Nährstoffen. Ist das Baby geboren, kommt im Anschluss auch die Plazenta zur Welt. Dies wird als Nachgeburt bezeichnet.

Die sogenannte Nachgeburtsphase (oder Nachgeburtsperiode) beginnt mit der Geburt des Babys und endet bis zu zwei Stunden danach. Es handelt sich dabei um die letzte Geburtsphase. Erst wenn die Plazenta und die Eihäute, die zuvor die Fruchtblase gebildet haben, vollständig ausgestoßen sind, ist die Geburt abgeschlossen. Auch ein größerer Schwall Blut wird dabei ausgestoßen (Lösungsblutung). Der normale Blutverlust liegt bei 200 bis 400 Millilitern.

Die Nachgeburtsphase wird in zwei Perioden eingeteilt:

  • Plazentarperiode: Dieser Abschnitt beginnt mit der Geburt des Babys und endet mit der vollständigen Geburt der Plazenta. Sie wird auch Plazentalösungszeit genannt.
  • Postplazentarperiode: Diese Periode beginnt mit der Geburt der Plazenta und endet etwa zwei Stunden danach.

Bei einem Kaiserschnitt wird die Plazenta auf dem gleichen Weg wie das Baby über die Öffnung der Bauchdecke herausgeholt.

Nachgeburt: Wie läuft die Geburt der Plazenta ab?

Für die Nachgeburtsphase gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Welche davon infrage kommt, ist von der individuellen Situation abhängig. Lasse dich für deinen persönlichen Fall vom betreuenden Fachpersonal zu beiden Optionen beraten und ausführlich über die Vor- und Nachteile informieren.

  • Abwartendes Management in der Nachgeburtsphase: Es wird angestrebt, dass die Plazenta spontan und ohne Gabe von Uterotonika (Medikamente zur Kontraktion der Gebärmutter) geboren wird. Die Hebamme achtet auf die Zeichen der Plazentalösung. Gegebenenfalls wird die Mutter darum gebeten, die Plazenta durch Mitdrücken zu gebären. Auch die Schwerkraft kann hierzu einen Beitrag leisten. Dieses Vorgehen kann ungeeignet sein, wenn ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht. Tritt eine verstärkte vaginale Blutung auf oder wird die Plazenta nicht innerhalb von einer Stunde nach dem Baby geboren, wird der Wechsel zu einem aktiven Management in Betracht gezogen.

  • Aktives Management in der Nachgeburtsphase: Die Plazenta wird hierbei so schnell wie möglich geboren – in bis zu 30 Minuten nach der Geburt des Babys. Dazu wird in der Regel Oxytocin verabreicht, das die Kontraktionen der Gebärmutter anregt. Die Gabe eines Uterotonikums soll dem Risiko eines starken Blutverlusts vorbeugen. Deshalb wird dieses Vorgehen bei Entbindungen in der Regel auch routinemäßig empfohlen.

Was sind Nachgeburtswehen?

Die Nachgeburtswehen treten auf, nachdem das Baby bereits geboren wurde. Bei diesen Kontraktionen zieht sich die Gebärmutter stark zusammen. Das sorgt dafür, dass sich die Plazenta von der Gebärmutterwand löst und zusammen mit den Eihäuten ausgeschieden wird. Im Anschluss sorgen die Nachwehen dafür, dass sich die entstandene Wundfläche durch das Zusammenziehen der Gebärmutter verkleinert und die Blutung abnimmt.

Die Gabe von Oxytocin regt die Nachgeburtswehen an. Auch das Anlegen des Babys kann hilfreich sein, da durch das Saugen an der Brust ebenfalls Oxytocin ausgeschüttet wird.

Alles rund um die Nachwehen haben wir hier für dich zusammengestellt.

Wie lange dauert es, bis die Nachgeburt geboren wird?

Die Plazentalösungszeit kann unterschiedlich ausfallen und ist auch abhängig von dem gewählten Vorgehen:

  • Abwartendes Management in der Nachgeburtsphase: Ohne die Gabe von Oxytocin beträgt die Dauer bis zur Ablösung meist fünf bis 30 Minuten und sollte nicht länger als 60 Minuten betragen. Nach 60 Minuten spricht das Fachpersonal von einer verlängerten Nachgeburtsphase.

  • Aktives Management in der Nachgeburtsphase: Hier beträgt die Dauer in der Regel fünf bis 20 Minuten und sollte nicht mehr als 30 Minuten andauern. Von einer verlängerten Nachgeburtsphase wird nach dem Ablauf von 30 Minuten gesprochen.

Ist die Nachgeburt schmerzhaft?

Welche Intensität die Nachgeburtswehen haben, ist individuell verschieden. Das Ausscheiden der Nachgeburt selbst wird in der Regel nicht als schmerzhaft empfunden. Da die Plazenta im Verhältnis zur Größe des Kindes sehr klein ist und sich außerdem gut dem Geburtskanal anpasst. Viele Mütter sind durch ihr gerade geborenes Baby ohnehin abgelenkt und bekommen von der Geburt der Plazenta gar nichts oder kaum etwas mit.

Komplikationen bei der Nachgeburt

Es gibt Komplikationen, die in der Nachgeburtsphase auftreten können. Um das Risiko solcher Komplikationen zu verringern, arbeitet das Fachpersonal in dieser Geburtsperiode ausgesprochen sorgfältig. Mögliche Komplikationen sind:

  • Starke Blutungen: Eine verzögerte Plazentalösung geht mit einem erhöhten Blutungsrisiko einer: Je länger die Lösung der Plazenta dauert, desto größer ist es. Um schweren Komplikationen vorzubeugen, werden präventiv verschiedene Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören die Gabe von Wehenmitteln, der vorsichtige Zug an der Nabelschnur, die Entleerung der Harnblase und ein bestimmter Handgriff, durch den leichter Druck ausgeübt wird. Ist die Plazenta nach 30 Minuten (aktives Management) oder nach 60 Minuten (abwartendes Management) nicht geboren, kann eine manuelle Plazentalösung vorgenommen werden. Käme es nach der Plazentalösung zu einer Kontraktionsschwäche der Gebärmutter, wäre das Risiko für starke Blutungen ebenfalls erhöht, da die Nachwehen erheblich zur Blutstillung an der entstandenen Wundfläche beitragen.

  • Infektionen im Wochenbett: Nach der Geburt der Plazenta wird der Mutterkuchen sofort auf seine Vollständigkeit hin überprüft. Verbleiben Reste in der Gebärmutter, können Komplikationen wie Blutungen und Infektionen auftreten. Werden Plazentareste entdeckt, müssen sie daher durch eine Ausschabung der Gebärmutter entfernt werden.

  • Chorionepitheliom (Zottenkrebs): Sehr selten kann es passieren, dass sich aus verbleibenden Plazentaresten ein bösartiger Tumor entwickelt. Auch deshalb werden verbleibende Zotten (Ausstülpungen der Keimblasenhülle, die in die Gebärmutterwand einwachsen) bei einer Ausschabung entfernt.

Was passiert mit der Nachgeburt?

Im Regelfall wird die Plazenta nach der Prüfung auf Vollständigkeit im Klinikmüll entsorgt. Einige Eltern möchten den Mutterkuchen stattdessen mit nach Hause nehmen. Der Wunsch kann aus verschiedenen Gründen bestehen: Manche möchten die Plazenta im Garten vergraben, andere lassen sie trocknen oder pulverisieren und zu Kapseln oder Globuli verarbeiten. Von der Einnahme der Plazentapräparate versprechen sie sich positive Effekte – zum Beispiel die Anregung der Milchbildung oder die Vorbeugung von Wochenbettdepressionen.

Aus wissenschaftlicher Sicht reichen die Untersuchungen dazu aktuell nicht aus, um solche positiven Effekte zu belegen und potenzielle Risiken auszuschließen. Wer seine Plazenta mit nach Hause nehmen möchte, sollte diesen Wunsch unbedingt vorab mit der Klinik besprechen und sich um eine geeignete Möglichkeit des Transports und der Aufbewahrung kümmern.

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