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Wenn die Plazenta Richtung Bauchdecke zeigt

Vorderwandplazenta: Das bedeutet sie für Schwangerschaft und Geburt

Von einer Vorderwandplazenta spricht man, wenn sich die Plazenta an der vorderen Wand der Gebärmutter befindet. Dieser Sitz der Plazenta ist in der Regel kein Grund zur Sorge. Schwangere mit einer Vorderwandplazenta spüren allerdings möglicherweise die Kindsbewegungen später und auch weniger intensiv.

Vorderwandplazenta: Was bedeutet sie für Schwangerschaft und Geburt?
© GettyImages/Blue Planet Studio

Wie der Name schon verrät, befindet sich die Vorderwandplazenta – im Gegensatz zur Hinterwandplazenta – an der Vorderwand der Gebärmutter (Uterus). Das Wichtigste vorweg: Dieser Sitz der Plazenta ist eine Normvariante, die Position an der Vorderwand geht nicht mit einem gesteigerten Risiko für Komplikationen einher. Die Hinterwandplazenta ist jedoch häufiger. Die Lage der Plazenta wird bereits bei der ersten großen Ultraschalluntersuchung (meist zwischen Schwangerschaftswoche 9 und 12) festgestellt und vermerkt.

Artikelinhalte auf einen Blick:

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Vorderwandplazenta: Wo sitzt die Plazenta?

Die Plazenta (Mutterkuchen) bildet während der Schwangerschaft zusammen mit der Nabelschnur die Verbindung zwischen dem Baby im Bauch und der Mutter. Über sie werden Nährstoffe und Stoffwechselprodukte ausgetauscht, zudem ist sie wichtige Hormonproduzentin.

Bereits ganz zu Beginn der Schwangerschaft entsteht die Plazenta mit der Einnistung der Blastozyste in die Gebärmutterschleimhaut. Sie besteht sowohl aus mütterlichen als auch kindlichen Zellen. Im Laufe der Schwangerschaft wächst die scheibenförmige Plazenta auf 15 bis 20 Zentimeter Durchmesser und in ihrer Mitte auf zwei bis vier Zentimeter Dicke an.

Welche genaue Position die Plazenta während der Schwangerschaft innerhalb der Gebärmutter (Uterus) einnimmt, ist von Frau zu Frau verschieden. Am häufigsten sitzt sie im oberen Bereich der Gebärmutter, also gegenüber vom Muttermund.

Vorderwandplazenta deutet Richtung Bauch der Schwangeren

Ein oberer Sitz hat den Vorteil, dass die Plazenta in diesem Bereich der Gebärmutter mehr Platz zur Verfügung hat und sie während der Geburt nicht den Geburtskanal blockieren kann. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, würde sich der Mutterkuchen im unteren Bereich platzieren.

Von einer Vorderwandplazenta spricht man, wenn sich die befruchtete Eizelle im vorderen Bereich der Gebärmutter einnistet. Dabei handelt es sich um die dem Bauchnabel der Mutter zugewandte Region.

Was bedeutet eine Vorderwandplazenta für die Schwangerschaft?

Die Vorderwandplazenta ist eine der vielen möglichen Positionen der Plazenta in der Gebärmutter und nicht gefährlich. Auf die Versorgung des Kindes hat sie keinen Einfluss. Das Baby wird genauso versorgt wie bei jeder anderen Plazentaposition.

Auf Größe und Form des Babybauchs können Lage, aber auch Form der Plazenta einen (geringen) Einfluss haben. Ob der Babybauch jedoch mit einer Vorderwandplazenta größer oder kleiner ist, kann man nicht pauschal beantworten. Das ist eher Veranlagung und sehr individuell.

Babys Bewegungen sind später und schwächer spürbar

Fest steht jedoch, dass man die Bewegungen des Ungeborenen wie Tritte bei einer Vorderwandplazenta häufig weniger spüren und sehen kann, da sie durch die Plazenta gedämpft und somit abgemildert werden. In der Regel werden die Kindsbewegungen auch etwas später spürbar, wenn das Kind schon kräftiger tritt.

Oft ist es um die 20. Woche herum so weit, bei einer Hinterwandplazenta kann es (vor allem bei Mehrgebärenden) schon ein paar Wochen früher der Fall sein. Der genaue Zeitpunkt der ersten Kindsbewegungen ist aber – bei jedem Plazentasitz! – sehr individuell. 

Festgestellt wird die Vorderwandplazenta während der Ultraschall-Untersuchung im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge. Der Sitz der Plazenta wird auch in den Mutterpass eingetragen, häufig mit dem Kürzel "VWP" für Vorderwandplazenta. Es kann sein, dass die Vorderwandplazenta im Laufe der Schwangerschaft noch etwas ihre Lage verändert und weiter nach hinten wächst.

Verursacht eine Vorderwandplazenta Probleme?

Eine vorn sitzende Plazenta verursacht keine Komplikationen. Hat die Vorderwandplazenta genügend Platz zum Wachsen und versorgt sie das sich entwickelnde Kind dadurch ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen, verläuft die Schwangerschaft ganz normal. Die normale Vorderwandplazenta verursacht auch keine Schmerzen oder Blutungen.

Eine mögliche Komplikation – nicht nur bei der Vorderwandplazenta – ist die Placenta praevia. Dabei sitzt die Plazenta sehr tief in der Gebärmutter und bedeckt den Muttermund teilweise oder vollständig. Je nach individueller Situation können bei einer Placenta praevia Blutungen auftreten.

Schwangere mit einer Placenta praevia müssen – je nachdem, wie tief die Plazenta sitzt –, gerade in den letzten Wochen der Schwangerschaft einige Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Dazu gehören zum Beispiel körperliche Schonung und der Verzicht auf Sex. Deine*dein Ärztin*Arzt wird dir genau erklären, was empfehlenswert ist und was nicht.

Vorderwandplazenta: Welche Rolle spielt sie bei der Geburt?

Auf den Verlauf der Geburt hat eine Vorderwandplazenta keinen Einfluss, sie erhöht auch nicht das Komplikationsrisiko. Sowohl die vaginale Geburt als auch ein Kaiserschnitt ist mit Vorderwandplazenta ganz normal möglich.

Zu Problemen kann es jedoch bei einer Placenta praevia kommen. Dann besteht die Gefahr, dass die Plazenta bei der Geburt verletzt wird und es zu lebensbedrohlichen Blutungen bei Mutter und Kind kommt. In vielen Fällen wird deshalb vorsorglich per Kaiserschnitt entbunden.

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