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Freitag, 20. April 2018
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Fontanelle beim Baby

Erblickt ein Baby das Licht der Welt, sieht das kleine Köpfchen meist noch ziemlich verformt aus. Schließlich musste es den Weg durch den engen Geburtskanal bestreiten. Wie praktisch, dass die Natur daran gedacht und dafür extra eine „Knautschzone“ eingerichtet hat – die Fontanelle.

Fontanelle
Trotz der weichen Fontanelle ist der Kopf Ihres Babys gut geschützt - gehen Sie aber behutsam damit um
(c) iStockphotoelenaleonova

Was ist die Fontanelle?

Tasten Sie über den Kopf Ihres Babys werden Sie gleich zwei Fontanellen spüren: die größere und die kleinere. Diese beiden Hauptfontanellen sind die Bereiche, an denen die Schädelknochen noch nicht zusammengewachsen sind.

Die kleinere Fontanelle befindet sich am Hinterkopf, etwa eine Handbreit über dem Nacken. Sie ist ein knöcherner, dreieckiger Winkel. Die größere Fontanelle ist rautenförmig und liegt zwischen Stirn- und Scheitelbein auf dem Vorderhaupt. An diesem weichen Bereich des Kopfes können Sie den Pulsschlag Ihres Babys deutlich spüren und manchmal – zum Beispiel, wenn Ihr Kind weint – sogar sehen. Ist Ihr Baby aufgerichtet, fällt die Fontanelle meist leicht ein. Liegt Ihr Kind, ist die Fontanelle etwas gewölbt.

Funktionen der Fontanelle

Die Fontanelle ist eine wirklich kluge Erfindung der Natur, denn sie erfüllt gleich mehrere Funktionen. Damit der Kopf des Babys durch den Geburtskanal passt, sind die Schädelknochen im Mutterleib noch nicht zusammengewachsen. So bleiben sie anpassungsfähig, können sich bei der Geburt verschieben und sogar übereinanderlappen. Praktischer Nebeneffekt: Die Geburtshelfer haben die Möglichkeit sich bei der Geburt anhand der Fontanellen zu orientieren und die Lage, Stellung und Haltung des Kindes im Geburtskanal festzustellen. Dass sich die Fontanellen nach der Geburt nicht sofort schließen, hat ebenfalls einen Sinn: Das Gehirn und der Kopf Ihres Kindes werden in den ersten Lebensmonaten rasant wachsen. Die beweglichen Knochenplatten machen dieses schnelle Wachstum möglich.

Wann schließt sich die Fontanelle?

Die kleinere, hintere Fontanelle wächst meist nach etwa drei Monaten zusammen. Die größere, vordere Fontanelle öffnet sich nach der Geburt häufig noch weiter und bleibt erst einmal für einige Zeit unverändert. Nach und nach wird sie sich verkleinern und sich im Laufe des zweiten Lebensjahres schließen.

Warnsignale: Fontanelle stark eingefallen oder gewölbt

Bei einem gesunden Baby pulsiert die Fontanelle leicht und ist nicht stark eingefallen oder ausgewölbt. Zieht sich die Fontanelle extrem nach innen, kann dies ein Zeichen für einen Flüssigkeitsmangel sein. Wölbt sie sich sehr nach außen, könnte dies auf einen erhöhten Druck im Hirnschädel hinweisen. Wenn Sie Unregelmäßigkeiten feststellen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch Ihre Nachsorgehebamme können Sie jederzeit um Rat bitten. Während der Vorsorgeuntersuchungen wird Ihr Kinderarzt den Zustand der Fontanelle begutachten. Schon bei der ersten Untersuchung (U1) direkt nach der Geburt, schaut sich der Arzt die Fontanelle genau an.

Tipps zum Umgang mit der Fontanelle

Dass es am Köpfchen des Babys einen Bereich gibt, der nicht von Knochen geschützt wird, macht vielen Eltern Angst. Generell gilt: Gehen Sie mit dem Kopf Ihres Babys behutsam und vorsichtig um. Schützen Sie ihn, drücken Sie nicht stark und vermeiden Sie Stöße. Sie müssen ihn aber auch nicht in Watte packen und wie ein rohes Ei behandeln. Denn der Kopf Ihres Babys wird an diesen verletzlichen Stellen von einer Bindegewebsschicht bedeckt. Die widerstandsfähige Membran schützt das kleine Köpfchen sehr gut.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 09. November 2016
Quellen: Höfer, S., Szász N.: Hebammen-Gesundheitswissen. Gräfe und Unzer Verlag. München, 2014; Manavi M.: Gynäkologie & Geburtshilfe: Methodik bei Untersuchungen und Eingriffen. Facultas Verlags- und Buchhandels AG. Wien, 2006; Nolden A., Nolte S.H.: Das große Buch für Babys erstes Jahr: Das Standardwerk für die ersten 12 Monate. Gräfe und Unzer Verlag. München, 2013; Online-Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit: www.bmg.bund.de, Stand: 17.11.2014

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