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Dienstag, 26. März 2019
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Wenn sie pulsiert oder eingefallen ist

Fontanelle beim Baby: Darauf sollte man achten

Autor: Viola Booth, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 26. Oktober 2018

Die Fontalle ist Babys "Knautschzone" für die Geburt: Der Schädel ist noch nicht richtig zusammengewachsen, damit sich die Schädelknochen bei der Geburt verschieben können, um durch den Geburtskanal zu passen. Schon drei Monate nach der Geburt schließt sich die hintere Fontanelle, im Laufe des zweiten Lebensjahres ziehen die anderen nach. Doch was ist eigentlich, wenn die Fontanelle eingefallen oder vorgewölbt ist oder pulsiert?

Fontanelle
Trotz der weichen Fontanelle ist der Kopf Ihres Babys gut geschützt - gehen Sie aber behutsam damit um
© iStock.com/elenaleonova

Erblickt ein Baby das Licht der Welt, sieht das kleine Köpfchen meist noch ziemlich verformt aus. Schließlich musste es den Weg durch den engen Geburtskanal bestreiten. Wie praktisch, dass die Natur daran gedacht und dafür extra eine "Knautschzone" eingerichtet hat – die Fontanelle.

Was ist die Fontanelle?

Tasten Sie über den Kopf Ihres Babys werden Sie gleich zwei Fontanellen spüren: die größere und die kleinere. Diese beiden Hauptfontanellen sind die Bereiche, an denen die Schädelknochen noch nicht zusammengewachsen sind.

Die kleinere Fontanelle befindet sich am Hinterkopf, etwa eine Handbreit über dem Nacken. Sie ist ein knöcherner, dreieckiger Winkel. Die größere Fontanelle ist rautenförmig und liegt zwischen Stirn- und Scheitelbein auf dem Vorderhaupt. An diesem weichen Bereich des Kopfes können Sie den Pulsschlag Ihres Babys deutlich spüren und manchmal – zum Beispiel, wenn Ihr Kind weint – sogar sehen. Ist Ihr Baby aufgerichtet, fällt die Fontanelle meist leicht ein. Liegt Ihr Kind, ist die Fontanelle etwas gewölbt.

An den Seiten gibt es noch vier weitere Fontanellen, die oft gar nicht bemerkt werden: zwei an den vorderen- und zwei an den hinteren Seiten.

Funktionen der Fontanelle

Die Fontanelle ist eine wirklich kluge Erfindung der Natur, denn sie erfüllt gleich mehrere Funktionen. Damit der Kopf des Babys durch den Geburtskanal passt, sind die Schädelknochen im Mutterleib noch nicht zusammengewachsen. So bleiben sie anpassungsfähig, können sich bei der Geburt verschieben und sogar übereinanderlappen. Praktischer Nebeneffekt: Die Geburtshelfer haben die Möglichkeit sich bei der Geburt anhand der Fontanellen zu orientieren und die Lage, Stellung und Haltung des Kindes im Geburtskanal festzustellen. Dass sich die Fontanellen nach der Geburt nicht sofort schließen, hat ebenfalls einen Sinn: Das Gehirn und der Kopf Ihres Kindes werden in den ersten Lebensmonaten rasant wachsen. Die beweglichen Knochenplatten machen dieses schnelle Wachstum möglich. Zum Zeitpunkt der Geburt bestehen die Fontanellen aus Bingewebe und Kollagenfasern.

Wann schließt sich die Fontanelle?

Die kleinere, hintere Fontanelle schließt sich meist schon nach etwa drei Monaten, während die vier Seitenfontanellen erst später, im Laufe der ersten 18 Lebensmonate, zusammenwachsen. Die größere, vordere Fontanelle öffnet sich nach der Geburt häufig noch weiter und bleibt erst einmal für einige Zeit unverändert. Nach und nach wird sie sich verkleinern und sich im Laufe des zweiten Lebensjahres schließen. Bei den Vorsorgeuntersuchungen werden die Fontanellen vom Kinderarzt regelmäßig überprüft.

Fontanelle zu früh geschlossen?

Wenn sich die Fontanelle zu früh geschlossen hat, wird der Kinderarzt die Entwicklung des Kopfes bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig kontrollieren und eventuell Ultraschall-Untersuchungen des Kopfes durchführen. Der vorzeitige Nahtverschluss, medizinisch prämature Nahtsynostose, ist eine etwas häufigere Fehlentwicklung des Kindes - ungleichmäßiges Schädelwachstum ist die Folge. Bei Verdacht auf einen vorzeitigen Nahtverschluss sollte sobald wie möglich ein Krankenhaus mit einer (Kinder-)Neurochirurgie zur weiteren Klärung aufgesucht werden.

Je nachdem, welche Fontanellen sich zu früh geschlossen haben und je nach Zeitpunkt erfolgt die Behandlung interdisziplinär. Beteiligt können Kinderärzte, Kieferorthopäden, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen, Neurochirurgen sowie Hals-, Nasen-, Ohrenärzte sein. Eine Operation gilt als sicherste Therapie.

Die Ursachen für den vorzeitigen Nahtverschluss sind vermutlich multifaktoriell und treten oft auch familiär gehäuft auf.

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Eingefallene Fontanelle: Bedeutung

Bei einem gesunden Baby pulsiert die Fontanelle leicht und ist nicht stark eingefallen oder ausgewölbt. Eine stark eingefallene Fontanelle kann ein Zeichen für einen Flüssigkeitsmangel sein. Das gilt vor allem, wenn sich die eingefallene Fontanelle im Liegen zeigt. Schon innerhalb weniger Stunden kann sich beim Baby zum Beispiel aufgrund von Durchfall ein so großer Flüssigkeitsverlust einstellen, dass es zur Dehydrierung kommt. Die eingefallene Fontanelle ist neben trockener Haut und Schleimhäuten, Augenringen und stehenden Hautfalten nur ein Symptom von vielen. In diesem Fall sollten Sie, sofern sich der Flüssigkeitsverlust nicht ausgleichen lässt, sobald wie möglich mit Ihrem Baby einen Kinderarzt aufsuchen.

Ist die Fontanelle nur ganz leicht eingefallen, geht es dem Baby ansonsten gut und es fühlt sich offensichtlich wohl und zeigen sich keine Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt, sollten Sie Ihr Baby zunächst nur beobachten. Die Fontanelle

Wölbt sie sich sehr nach außen, vor allem, wenn das Baby aufrecht sitzt, könnte dies auf einen erhöhten Druck im Hirnschädel hinweisen. Wenn Sie Unregelmäßigkeiten feststellen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch Ihre Nachsorgehebamme können Sie jederzeit um Rat bitten. Während der Vorsorgeuntersuchungen wird Ihr Kinderarzt den Zustand der Fontanelle begutachten. Schon bei der ersten Untersuchung (U1) direkt nach der Geburt, schaut sich der Arzt die Fontanelle genau an.

Woran liegt es, dass die Fontanelle pulsiert?

Es ist völlig normal, dass die Fontanelle ganz leicht pulsiert. Das Pulsieren ist ganz normal, schließlich fehlt an der Stelle der Schädelknochen und so kann man die darunter liegenden Blutgefäße fühlen und manchmal auch sehen. Die Fontanelle ist einem ständigen Wandel unterzogen und verändert sich, wenn Ihr Baby zum Beispiel stark schreit oder angespannt ist. Dann kann es etwa sein, dass die Fontanelle etwas stärker pulsiert. Wenn Sie allerdings das Gefühl haben, dass das Pulsieren zu heftig ist oder etwas mit Ihrem Baby nicht stimmt, dann suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Das gilt auch für den Fall, dass die Fontanelle sich sehr gestrafft und gespannt anfühlt. Vertrauen Sie auf Ihren Instinkt. Sie kennen Ihr Baby am besten.

Tipps zum Umgang mit der Fontanelle

Dass es am Köpfchen des Babys einen Bereich gibt, der nicht von Knochen geschützt wird, macht vielen Eltern Angst. Generell gilt: Gehen Sie mit dem Kopf Ihres Babys behutsam und vorsichtig um. Schützen Sie ihn, drücken Sie nicht stark und vermeiden Sie Stöße. Sie müssen ihn aber auch nicht in Watte packen und wie ein rohes Ei behandeln. Denn der Kopf Ihres Babys wird an diesen verletzlichen Stellen von einer Bindegewebsschicht bedeckt. Die widerstandsfähige Membran schützt das kleine Köpfchen sehr gut.

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Zusammenfassung

Die Fontanelle ist Babys "Knautschzone" für die Geburt: Der noch nicht zusammengewachsene Schädel ermöglicht das Durchtreten des Geburtskanals. Zudem wächst das Gehirn von Babys anfangs sehr schnell, sodass es genügend Platz braucht, um sich zu entwickeln. Eigentlich haben Babys bei der Geburt sechs Fontanellen. Wahrgenommen wird aber in der Regel vor allem die große, vordere. Sie schließt sich im Laufe des zweiten Lebensjahres.

Autor: Viola Booth, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 26. Oktober 2018
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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