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Entwicklung: Ihr Baby im zweiten Monat

Das erste Lächeln vergessen Sie nie: Im zweiten Lebensmonat entdeckt Ihr Baby seine Mimik, wird aufmerksamer, wacher und gesprächiger. Neugierig betrachtet es alles, was in seiner Umgebung geschieht.

Entwicklung: Ihr Baby im zweiten Monat
Knuddeln, knutschen, streicheln – Ihr Baby liebt es im zweiten Monat, Ihre volle Aufmerksamkeit zu haben.
© iStock.com/AleksandarNakic

Menschliche Babys kommen noch relativ unreif auf die Welt. Ihr Nervensystem, ihre Sinne und sogar ihre Verdauung reifen in den ersten Monaten noch nach. Das mag auch der Grund für die teilweise rasanten Entwicklungsschritte Ihres Babys gerade in den ersten Lebensmonaten sein. Manchmal kommt es dabei zu regelrechten Wachstumsschüben, die eigentlich eher Entwicklungsschübe sind: Während solcher Schübe bilden sich viele neue Vernetzungen im Gehirn und im Nervensystem.

Artikelinhalte auf einen Blick:

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Der erste Wachstumsschub

Etwa ab der 5. Woche macht Ihr Baby seinen ersten größeren Entwicklungsschub durch. Häufig wird dieser Schub auch "5-Wochen-Schub" genannt, dabei kann er sich genau so gut in der sechsten oder vierten Woche ergeben. Jedes Baby ist einzigartig und entwickelt sich deshalb ganz individuell.

Wie sich der erste Wachstumsschub beim Baby äußerst, ist entsprechend unterschiedlich. Eltern berichten häufig von diesen Anzeichen für den 5-Wochen-Schub:

  • Ihr Baby hat mehr Hunger.
  • Es schreit mehr als sonst und lässt sich dann nur schwer beruhigen.
  • Mit mehr Körperkontakt bessert sich die "innere Unruhe".

Wenn ein Baby viel schreit

Völlig unbemerkt von außen machen Babys besonders in den ersten drei Lebensmonaten viele anstrengende Entwicklungsschritte durch. Genau wie Erwachsene können auch Babys davon überfordert, vermehrtes Schreien und Weinen die Folge sein. Aber auch Verdauungsstörungen und Bauchschmerzen sind häufige Ursachen. Früher diagnostizierten Ärzte dann meist die sogenannte Dreimonatskoliken. Heute weiß man, dass dies aber eher selten der Grund für ein schreiendes Baby ist. Babys, die viel schreien, haben oft Blockaden im Körper, die sie in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken oder manche Bewegungen oder Griffe schmerzhaft machen. Manche Babys kommen schon mit solchen Blockaden auf die Welt, etwa, weil sie im Mutterleib zu wenig Platz hatten, andere entstehen bei bei der Geburt oder durch Geburtseingriff wie die Zangen- oder die  Saugglockenentbindung.

Solche Blockaden lassen sich beim Physiotherapeuten oder Osteopathen gut behandeln. Viele Praxen bieten eine spezielle Baby-Sprechstunde an.

Lesen Sie hier mehr über Osteopathie für Babys.

Babys Entwicklung im zweiten Monat

Waren sie kurz nach der Geburt noch sehr wichtig, lassen manche frühkindlichen Reflexe im zweiten bis zum dritten Monat allmählich nach. Ihr Baby lernt dafür, seine Sinne bewusster einzusetzen – schließlich ist es ab der fünften Woche auch kein Neugeborenes mehr.

Ihr Baby nimmt die Welt wahr

Neugierig beobachtet Ihr Baby nun alles, was um es herum passiert. Es fixiert Bewegungen in seinem Blickfeld mit den Augen, will Geräuschen auf den Grund gehen und äußert sich auch selbst abwechslungsreicher: Sie werden nun vermehrt auch Glucksen, Lallen und Jauchzen von Ihrem Baby hören. Besonders aktiv sind Babys dabei übrigens nach dem Aufwachen und vor dem Schlafen. Da es farbige Flächen besser sieht, richtet es seine Aufmerksamkeit eher auf bunte statt auf graue Flächen.

Dieses Lächeln vergessen Sie nie

Etwa ab der siebten Woche vergießt Ihr Baby zum Weinen auch seine ersten Tränchen. Insgesamt kann es seine Gesichtsmuskeln nun viel besser kontrollieren und aktiv einsetzen. Wenn sich die Mundwinkel Ihres Babys etwa ab der sechsten Lebenswoche zum ersten Mal bewusst nach oben bewegen, ist nicht nur ein wichtiger Entwicklungsschritt getan, es bedeutet auch: Ihr Baby nimmt von nun an bewusst Kontakt mit Ihnen und seiner Umwelt auf.

Kaum jemand kann wohl einem lächelnden Baby widerstehen - und das ist auch gut so: Lächeln Sie zurück, weiß Ihr Kind, dass Sie sich auf seine Gefühle beziehen. Im Laufe der nächsten Monate lernt es dadurch immer besser, seine Emotionen einzuordnen. Helfen Sie Ihm dabei, indem Sie seine Mimik und damit seine Emotionen spiegeln. Diese mimische Kommunikation zwischen Eltern und Kind ist ein wichtiger Aspekt der Eltern-Kind-Bindung. Ob Babys im zweiten Monat wirklich schon Grimassen, Mimik oder sogar Gestik von Bezugspersonen nachahmen können, ist noch nicht eindeutig geklärt. Entscheidend ist daher das Wechselspiel zwischen der Mimik seiner Bezugspersonen und der eigenen.

Lesen Sie hier mehr über die Eltern-Kind-Bindung.

Babys lieben Singen

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum es so unendlich viele Kinderlieder gibt? Ganz einfach: Weil Babys sie wirklich lieben. Schon jetzt wird Ihr Baby verzückt Ihren Tönen lauschen und sein Wohlbehagen dabei nicht nur mit Lächeln, sondern auch mit begeistertem "Mitsingen" ausdrücken. Vor allem Ihre gute Laune beim Singen wirkt auf Babys ansteckend und wird oft mit einem zufriedenen Zurücklächeln belohnt.

Nehmen Sie Kontakt auf

Körperkontakt ist für Ihr Baby das Allergrößte - und für Sie vermutlich auch. Beim Kuscheln und liegen auf nackter Haut spürt Ihr Baby Ihre Nähe besonders intensiv, nimmt Sie mit all seinen Sinnen wahr. Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihr Baby es immer schön warm hat und legen Sie sich eine leichte Decke parat.

Auch das Wickeln lässt sich mit einer kleinen Schmuseeinheit verbinden: Streicheln Sie Ihr Baby liebevoll mit der Hand oder sanft mit dem warmen, weichen Waschlappen. Regen Sie sanft die Durchblutung an, indem Sie seine Haare (wenn vorhanden) mit der Babybürste bürsten, die Füßchen massieren oder seinen Rücken kraulen.

Probieren Sie es doch mal mit Babymassage

Eines ist klar: Babys lieben Berührungen, möchten gestreichelt, bekuschelt und geschaukelt werden. Bei der Babymassage ist der Kontakt zwischen Eltern und Kind besonders intensiv. In vielen Kulturen hat dieser intensive Streichelkontakt Tradition. Auch bei uns erfreut sie sich immer größerer Beliebtheit. Um Ihr Baby sanft zu massieren, benötigen Sie keinen Kurs, aber natürlich Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl.

Lesen Sie hier mehr über die Babymassage.

Ihr Baby sieht und erkennt Sie

Das Sehvermögen Ihres Babys ist zwar immer noch relativ eingeschränkt, es erkennt jetzt aber schon viel mehr, zum Beispiel die Gesichter seiner Eltern. Es weiß genau, ob es gerade seine engsten Vertrauenspersonen vor sich hat oder Fremde. Dabei helfen ihm seine Sinne, die sich auch im zweiten Monat rasant entwickeln. Durch Kuscheln, Streicheln und sanfte Ansprache intensivieren Sie Ihre Bindung.

So fördern Sie Ihr Baby ganz spielerisch

Die Sinne anregen: Der Geruchssinn Ihres Babys ist auch im zweiten Monat noch der ausgeprägteste Sinn. Stellen Sie ihm doch mal ungewohnte (natürliche!) Düfte vor. Auch bei einer Spazierfahrt im Wald entdecken Babys neue interessante Geruchskompenten.

Den Überblick behalten: Babys lieben es, zu beobachten. Ein guter Aussichtspunkt ist auf dem Arm der Eltern oder gleich im Tragetuch oder der Babytrage. Hier fühlt sich Ihr Baby geborgen und kann aus der elterlichen Sicherheit heraus die Welt mit den Augen entdecken.

Auf dem Bauch liegen: Ihr Baby kann seinen Kopf noch nicht alleine tragen. Dafür benötigt es noch etwas mehr Nackenmuskulatur. Legen Sie es deshalb ab und zu kurz auf den Bauch, sodass es kurz seinen Kopf anheben und seine Nackenmuskulatur dabei ganz nebenbei trainieren kann. Viele Babys lieben es auch, bei Mama oder Papa auf dem Bauch zu liegen. Hier ist der Anreiz zum Kopfheben noch etwas höher, schließlich interessiert sich Ihr Kind besonders für Sie, wenn Sie mit ihm sprechen.

Vorsorgeuntersuchung U3 steht an

In der vierten bis fünften Lebenswoche steht die U3 an. Wie in den vorherigen Vorsorgeuntersuchungen, der U1 und der U2, wird Ihr Baby gewogen und gemessen und körperlich untersucht. Im Alter von zwei Monaten wiegen Mädchen durchschnittlich fünf Kilogramm, Jungen sind mit 5,43 Kilogramm im Durchschnitt etwas schwerer. Wie bei allen Durchschnittswerten gilt aber auch hier: Durchschnittswerte dienen lediglich der Orientierung, etwa 800 Gramm mehr oder weniger, je nach Größe des Babys, liegen völlig im grünen Bereich.

Lesen Sie hier mehr über die Vorsorgeuntersuchung U3.

Bei der U3 erhält Ihr Baby seine dritte und letzte Dosis Vitamin K zur Unterstützung der Blutgerinnung.

Lesen Sie hier mehr über die Vitamin-K-Prophypaxe bei Babys.

Darauf schaut der Arzt bei der U3

Sofern bei der letzten Vorsorgeuntersuchung noch nicht geschehen, führt Ihr Kinderarzt bei der U3 einen Ultraschall der Hüftgelenke durch. Dies dient dem frühzeitigen Erkennen von Entwicklungsstörungen der Hüfte, allen voran der Hüftdysplasie. Sie ist die häufigste Fehlbildung des Skeletts beim Neugeborenen und betrifft Mädchen öfter als Jungen. Frühzeitig entdeckt, kann diese Hüftfehlstellung durch "breites Wickeln" oder eine Spreizhose in der Regel gut behandelt werden.

Lesen Sie hier mehr über die Hüfdysplasie beim Baby.

Die erste Impfung

Rotaviren sind die häufigste Ursache von Magen-Darm-Infektionen beim Baby. Sie verursachen Symptome wie schweren Durchfall und Erbrechen, Fieber und Bauchschmerzen. Behandelt werden kann die Infektion nur symptomatisch, aber vorbeugen lässt sich ihr gut: mit der Impfung gegen Rotaviren.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Rotaviren-Impfung in der sechsten Lebenswoche. Theoretisch kann diese also bereits im Rahmen der U3 erfolgen. Sprechen Sie das am besten vorher mit Ihrem Arzt ab. Wenn Sie mit dem Impfen noch etwas warten möchten, denken Sie bitte daran: Für einen bestmöglichen Schutz sollte die erste Impfung gegen Rotaviren unbedingt bis spätestens zur zwölften Lebenswoche erfolgt sein. Je nach Impfstoff sind für die Grundimmunisierung zwei bis drei Schluckimpfungen im Abstand von je vier Wochen nötig.

Lesen Sie hier mehr über Rotaviren.

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