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Entwicklung: Ihr Baby im ersten Monat

Bereits im ersten Monat macht ein Baby eine erstaunliche Entwicklung durch. Was in den ersten vier Wochen passiert und welche U-Untersuchungen anstehen, erfahren Sie hier. Plus: Wie man die Entwicklung des Babys im ersten Monat fördern kann.

Mutter und neugeborenes Baby im Krankenhaus
Bereits im ersten Monat macht das neugeborene Baby eine große Entwicklung durch.
© iStock.com/kieferpix

Babys Entwicklung im ersten Monat

Die Schwangerschaft ist vorbei – und es beginnt ein neuer, aufregender Lebensabschnitt für Sie als Eltern! In den ersten Stunden nach der Geburt steht Bonding im Vordergrund. Durch viel Körperkontakt wird eine intensive Verbindung zwischen Eltern und Neugeborenem geschaffen. Damit beginnt die Entwicklung Ihres Babys und bereits im ersten Monat macht ein Baby viele Entwicklungsschritte – wir zeigen Ihnen, was in den ersten vier Lebenswochen passiert und wie Sie die Babyentwicklung spielerisch fördern können.

Artikelinhalte auf einen Blick:

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Moro-Reflex und andere Reflexe im ersten Monat

Von Geburt an hat Ihr Baby frühkindliche Reflexe wie saugen oder schlucken. Sie bilden sich auch erst dann zurück, wenn sie durch bewusste Handlungen ersetzt werden: Je mehr sich das Nervensystem des Babys entwickelt, desto stärker treten die intuitiven Reflexe in den Hintergrund. Bereits im ersten Monat zeigt Ihr Baby folgende instinktiven Reflexe:

  • Moro-Reflex: Der Schreckreflex tritt auf, wenn das Baby das Gefühl hat zu fallen – indem es zum Beispiel (zu) schnell nach hinten gelegt wird. Dann streckt das Baby ruckartig die Arme aus, spreizt die Finger und öffnet den Mund. Danach schließt es den Mund wieder, ballt eine Faust und führt die Arme vor der Brust zusammen. Bei Babys mit stark ausgeprägtem Moro-Reflex kann Pucken helfen, um ihnen mehr Sicherheit und Halt zu vermitteln. Dieser Reflex besteht in der Regel bis zum dritten oder vierten Lebensmonat.
  • Saugreflex: Wenn Sie die Lippen oder den Mundwinkel Ihres Babys mit dem Finger berühren, öffnet es den Mund und beginnt zu saugen. Normalerweise ist der angeborene Saugreflex in den ersten sechs Monaten zu beobachten.
  • Suchreflex: Ist das Baby hungrig und Sie streicheln oder berühren seine Wange, wendet es seinen Kopf diese Richtung und sucht nach der Brust seiner Mutter. Ab dem dritten Monat kann das Baby die Brust mit den Augen erkennen, sodass der Suchreflex dann nachlässt.
  • Greif- oder Klammerreflex: Sobald Sie die Handfläche Ihres Babys mit dem Finger berühren, umschließt es diesen sofort und klammert sich fest. Auch die Fußsohlen werden gebeugt, wenn man diese berührt. Meist lässt der Greifreflex nach dem dritten Monat nach und verschiwndet bis zum fünften.
  • Schreitreflex: Berührt das Baby mit den Fußsohlen den Boden oder stellt man es aufrecht hin, macht es leichte Gehbewegungen. Nach dem dritten Monat ist der Schreitreflex nicht mehr auslösbar.
  • Rückgratreflex: Wenn Sie seitlich am Rückgrat des Babys entlang streichen, biegt es den Rücken in diese Richtung. Bis zum sechsten Monat besteht dieser Reflex.
  • Tonischer Labyrinthreflex (TLR): In Abhängigkeit zur Kopfbewegung ändern sich Muskelspannung und Körperhaltung: Wird der Kopf des Babys nach vorne gebeugt, macht es den Rücken rund und beugt Arme und Beine. Die Neigung des Kopfes nach hinten löst dagegen eine Streckung des gesamten Körpers aus. Mit dem Reflex versucht das Baby mit der Schwerkraft zurechtzukommen.
  • Asymmetrisch-tonischer Nackenreflex (ATNR): Wird der Kopf des Babys zur Seite gedreht, streckt es automatisch die Extremitäten auf diese Seite, dabei öffnet das Baby die Hand. Gleichzeitig beugt es Arm und Bein der anderen Seite. In der Regel lässt der Reflex im vierten bis sechsten Monat nach, verschwindet jedoch nie ganz.

Sinne: Wie sehen Babys im ersten Monat?

Von Anfang an nehmen Babys ihre Umgebung mit allen Sinnen wahr, auch wenn sie sich nach der Geburt zunächst erholen und viel Schlafen. Doch gerade in den Wachphasen entdecken Babys im ersten Monat die Welt um sich herum aktiv mit ihren fünf Sinnen.

Sehen

Zu Beginn ist das Sehvermögen von Babys noch verhältnismäßig schlecht. Bis zu einem Abstand von 20-25 cm können Babys sehen, danach wird alles unscharf für das Neugeborene. Dies entspricht in etwa auch dem Abstand, der zwischen Mutter und Kind liegt, wenn es an der Brust gestillt wird. Am liebsten beobachten Babys im ersten Monat großflächige Muster, starke Kontraste von Hell und Dunkel sowie die Gesichter seiner Eltern. Manche Babys schielen, wenn sie konzentriert etwas betrachten oder mit den Augen fixieren. Zu diesem frühen Zeitpunkt können sie ihre Augenmuskeln noch nicht kontrollieren. Da auch die Nervenbahnen noch nicht so stark ausgeprägt sind, weinen viele Babys im ersten Monat ohne Tränen zu vergießen.

Hören

Bereits während der Schwangerschaft nehmen Babys im Bauch Geräusche wahr – von innerlich erzeugten Tönen wie dem Herzschlag der Mutter bis hin zu äußerlichen Geräuschen wie Musik oder Stimmen. Innerhalb der ersten zwölf Stunden kann ein neugeborenes Baby die Stimme seiner Mutter von anderen unterscheiden. Viele Babys bevorzugen sanfte, hohe Töne, während sie tiefe und laute Geräusche eher erschrecken. Nach der Geburt kann der Gehörgang in den ersten Tagen noch mit Fruchtwasser oder Käseschmiere verstopft sein. Anschließend ist das Hörvermögen schon gut entwickelt.

Riechen und Schmecken

Neugeborene Babys verfügen bereits ab der Geburt über einen ausgeprägten Geruchssinn. Dieser bildet sich schließlich schon während der Schwangerschaft aus. Der Geruchssinn hilft dem Baby, seine Mutter von anderen Menschen zu unterscheiden und weist ihm den Weg zur Brust. Auch die Muttermilch kann das Baby nach wenigen Tagen von der Milch anderer Mütter sicher unterscheiden. Bereits im Alter von wenigen Tagen reagieren Babys auf starke Gerüche mit Strampeln und einer schnelleren Atmung und einem erhöhten Herzschlag. Da das Baby bereits im Bauch geringe Mengen Fruchtwasser getrunken hat, dessen Geschmack von der Ernährung der Mutter beeinflusst wird, sind die vier Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter beim Baby ausgeprägt.

Fühlen

Auch der Tastsinn entwickelt sich bereits während der Schwangerschaft. Auf der Haut befinden sich Millionen Nervenfasern, sodass sie ein sehr empfindliches Organ ist. Hautkontakt zur Berührung, Streicheln oder Massagen vermitteln dem Baby ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Daher sind Berührungen im ersten Monat für das Baby und seine Entwicklung wichtig.

U-Untersuchungen im ersten Monat

Hinter dem Begriff "U-Untersuchung" stecken eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen, um frühzeitig Krankheiten und Entwicklungsstörungen beim Baby und Kind festzustellen. Damit soll auch die altersgemäße Entwicklung regelmäßig vom Kinderarzt überprüft werden. Ebenfalls Teil der U-Untersuchungen ist die Überprüfung des Impfstatus des Kindes. Von den gesetzlichen Krankenkassen sind insgesamt neun U-Untersuchungen vorgehesen. Daneben gibt es Krankenkassen, die die Kosten für weitere Untersuchungen im Grundschulalter (U10 und U11) übernehmen.

Im ersten Monat werden folgende Untersuchungen vorgenommen:

  • U1: Die Neugeborenen-Erstuntersuchung findet in der Regel direkt nach der Geburt statt. Zur Bestimmung des Allgemeinzustands dient der APGAR-Test: Mit ihm werden Hautfarbe, Herzfrequenz, Absaugreflexe, Atmung und Muskelspannung bewertet. Ebenso wird das Baby gewogen und gemessen. Um eine Unterversorgung auszugleichen, erhält das neugeborene Baby außerdem Tropfen mit Vitamin K.
  • Erweitertes Neugeborenen-Screening: Es umfasst die Untersuchung auf Stoffwechselerkrankungen und das Mukoviszidose-Screening, um frühzeitig angeborene Störungen zu diagnostizieren. Oftmals wird das erweitere Neugeborenen-Screening auch innerhalb der U2 angeboten.
  • Neugeborenen-Hörscreening: Das Screening dient der Erkennung von Hörstörungen.
  • U2: Die kinderärztliche Grunduntersuchung findet zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag statt. Auch bei dieser U-Untersuchung wird das neugeborene Baby gewogen und gemessen. Außerdem werden die Organe, Stoffwechselfunktion, Reflexe, Trinkverhalten und Sinnesorgane untersucht. Im Rahmen der U2 erhält das Baby die zweite Vitamin-K-Prophylaxe, zusätzlich verordnet der Kinderarzt Vitamin D für eine ausreichende Versorgung und unter Umständen Fluorid, um Karies vorzubeugen.
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Die Entwicklung des Babys spielerisch fördern

Es ist ganz natürlich, dass Ihr Baby im ersten Monat viel schläft. Schließlich muss es sich, ebenso wie seine Mutter, von den Strapazen der Geburt erholen. Die Wachphasen können beide Seiten vor allem im ersten Monat dann nutzen, um sich gegenseitig kennenzulernen. Bereits in dieser frühen Entwicklungsphase können Sie Entwicklung Ihres Babys auf spielerische Art fördern – egal, ob mit oder ohne Babyspielzeug.

Mobile für Babys

Da das Sehvermögens eines Babys im ersten Monat noch recht eingeschränkt ist ist, kann man die Sehkraft mit einem Mobile für Babys stimulieren. Am besten geeignet sind zu diesem frühen Zeitpunkt klare geometrische Formen wie ein Kreis, Dreieck oder Viereck. Die Figuren sollten in einem kräftigen Farbton gestaltet sein und sich von einem hellen Untergrund gut abgrenzen. Weil ein Baby im ersten Monat nur etwa 25 cm weit sehen kann, sollte das Mobile nicht höher über dem Wickeltisch oder dem Bett angebracht werden. Variieren Sie von Zeit zu Zeit die Figuren des Mobiles, sodass Ihr Baby immer wieder neue Impulse für das Sehen erhält.

Hörvermögen stimulieren

Machen Sie Ihrem Baby regelmäßig unterschiedliche Geräusche vor: Rascheln Sie mit Papier, klingeln Sie eine kleine Glocke, schütteln Sie eine Rassel, sprechen Sie in unterschiedlichen Tonlagen oder singen Sie Ihrem Baby etwas vor. Je mehr unterschiedliche Töne das Baby hört, desto stärker wird das Hörvermögen stimuliert. Variieren Sie auch den Ort der Geräusche, indem Sie mal vor dem Gesicht, dann hinter dem Kopf oder Ohr Ihres Babys ein Geräusch machen. So wird es zusätzlich dazu animiert, den Kopf zu drehen oder sich mit dem gesamten Körper in Richtung der Geräuschquelle zu bewegen.

Berührungen und sanfte Massagen

Die meisten Babys lieben Berührungen und wenn sie sanft massiert werden. Streichen Sie zum Beispiel sanft über den Bauch oder die Beine, bevor sie Ihr Baby wieder anziehen, wenn es auf dem Wickeltisch liegt. Oder kitzeln Sie die Handflächen und Fußsohlen. Sie können auch Fingerspiele machen: Zählen Sie dazu die Finger oder Zehen einzeln und singen Sie dabei einen Reim. Eine Babymassage ist wohltuend für alle Beteiligten, baut Nähe auf und kann die Eltern-Kind-Beziehung verbessern.

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