Suchen Menü

Entwicklung: Ihr Baby im dritten Monat

Im dritten Monat lernt Ihr Baby, seine Bedürfnisse immer deutlicher auszudrücken und will aktiv überall dabei sein. Sobald es seinen Kopf alleine halten kann, eröffnen sich ihm neue Bewegungsmöglichkeiten.

Entwicklung: Ihr Baby im dritten Monat
Für Ihr Baby sind Sie einfach das Größte – ab dem dritten Monat ist es zumindest mit den Augen überall dabei.
© iStock.com/balenopix

Im dritten Monat hat Ihr Baby einen weiteren Wachstumsschub: Es entdeckt nicht nur seine eigene Stimme, sondern auch seine Hände. Tasten und möglicherweise auch kurzes Greifen ist nun möglich. Es hört nun auch nicht-stimmliche Geräusche besser. Damit eröffnen sich ihm völlig neue Möglichkeiten, die Welt zu entdecken. Indem Sie es aktiv begleiten und anregen, fördern Sie die neuralen Vernetzungen seiner Sinne im Gehirn.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Tipps und Hausmittel gegen Windeldermatitis

Babys Entwicklung im dritten Lebensmonat

Ihr Baby macht sich nun immer deutlicher bemerkbar. Während in den Wochen zuvor ein Lächeln eher von Jauchzen oder Glucksen unterstrichen wurde, kann es nun schon richtig "laut" lachen. Auch sonst kann es sich nun sehr deutlich bemerkbar machen. Nicht nur über seine Stimme, auch durch seine neuen körperlichen Fähigkeiten.

Ihr Baby entdeckt seine Hände

Die kleinen Fäustchen Ihres Babys öffnen sich nun mehr und mehr, bis die Hände spätestens zum Ende des dritten Monats ganz geöffnet sind. Gleichzeitig verschwindet der Greifreflex. Damit eröffnen sich Ihrem Baby völlig neue Welten. Zunächst möchte es seine Finger aber selbst kennenlernen und sie untersuchen, in den Mund nehmen und fasziniert hin- und herdrehen, bis es irgendwann feststellt, dass die Finger zu ihm gehören.

Bewegungen werden gezielter

Längeres Greifen fällt noch schwer, aber ein "Abtasten" und kurzes Festhalten ist im dritten Monat schon möglich. Ihr Baby versucht dennoch bereits, seine Arme, Hände und Finger gezielt zu bewegen. Sie erkennen diese Entwicklung daran, dass bei den Bewegungen nicht mehr der ganze Körper mitwippt. Auch seinen Kopf hat Ihr Baby nun schon gut unter Kontrolle. Es kann ihn in Bauchlage schon ganz alleine hochhalten und nimmt ihn mit, wenn Sie es zum Sitzen hochziehen. Auf dem Rücken liegt es aber trotzdem noch am liebsten – schließlich ist das einfach am bequemsten.

Jetzt ist Drehen angesagt

Die Rückenmuskulatur Ihres Babys wird von Tag zu Tag stärker. Strampeln und Wedeln in Rückenlage machen ihm jetzt sichtlich Spaß. Mit einem Spielbogen schaffen Sie zusätzliche Bewegungsanreize. Ein Meilenstein ist aber das selbstständige Drehen vom Rücken auf den Bauch, das anfangs eher zufällig geschieht. Achten Sie deshalb beim Wickeln ab nun besonders darauf, dass es nicht versehentlich vom Wickeltisch herunterrollt. Es gilt: Immer eine Hand am Baby!

Besser sehen und hören

Etwa ab dem dritten Monat erreicht Ihr Baby in puncto Sehvermögen einen wichtigen Meilenstein: Liefen visuelle Informationen, die es über seine Augen aufnimmt, bislang getrennt voneinander im Gehirn zusammen, synchronisieren sie sich nun – eine wichtige Voraussetzung für die Fähigkeit des räumlichen Sehens.

Auch die Wahrnehmung von Geräuschen präzisiert sich. Ihr Baby schaut nun ganz genau, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt und ist nicht mehr so auf die Geräusche fixiert, die Sie mit Ihrer Stimme machen.

Immer dabei

Ihr Baby zeigt Ihnen jetzt schon ganz deutlich, dass es überall dabei sein will – am liebsten natürlich bei seinen Eltern. Es schaut gern zu, wenn Sie etwas tun, beobachtet seine Umgebung dabei aufmerksam und äußert sich lautstark, wenn ihm etwas nicht passt. Seine Bedürfnisse und Befindlichkeiten wie Freude, gute Laune, aber auch Schmerzen und Trauer, immer deutlicher ausdrücken zu können, ist ein wichtiger Entwicklungsschritt.

Der Tag-Nacht-Rhythmus entwickelt sich

Im dritten Monat haben Babys schon ein gutes Gespür dafür, wann Tag und wann Nacht ist. Der Tag-Nacht-Rhythmus entwickelt sich von nun an zusehends. Bis Ihr Baby aber nachts durchschläft, also sechs bis acht Stunden am Stück schläft, wird es noch etwas dauern. Manche Babys werden aber bereits jetzt zunehmend am Tag aktiv und nachts schon ruhiger. Der durchschnittliche Schlafbedarf pro Tag liegt bei etwa 14,5 Stunden – Abweichungen vom Durchschnitt sind ganz normal.

Lesen Sie mehr über Schlaf im ersten Lebensjahr.

Größe und Gewicht im dritten Monat

  • Durchschnittliches Gewicht: Mädchen 5,8 kg, Jungen 6,4 kg
  • Kopfumfang: 38-46 cm
  • Kleidergröße: 56-68
  • Schuhgröße: 15-16

Babys Entwicklung im dritten Monat spielerisch fördern

Spaß beim Babyschwimmen

Babys, die schon sicher ihren Kopf halten können, dürfen mit ihren Eltern am Babyschwimmen teilnehmen. Vielen Babys macht die Bewegung im Wasser großen Spaß, andere wiederum sind nicht so begeistert. Probieren Sie es doch einfach mal aus! Wenn Ihr Baby gerne gebadet wird, ist das schon ein gutes Indiz dafür, dass es Wasser gegenüber generell nicht abgeneigt ist. Isländisch-britische Forscher fanden übrigens heraus, dass Babys, die einen viereinhalb Monate langen Babyschwimm-Kurs besucht haben, im Alter von fünf Jahren eine bessere Koordinationsfähigkeit hatten als Gleichaltrige, die nicht babyschwimmen waren.

Lesen Sie mehr über Babyschwimmen.

Fingerspiele sind perfekt für Babys im 3. Monat

Ihr Baby benutzt nun immer häufiger seine Fingerchen – unterstützen Sie es mit Fingerspielen beim Kennenlernen seiner Fähigkeiten. Bei Fingerspielen dürfen Babys all ihre Sinne einsetzen und vernetzen sie so auf ganz natürliche Weise. Besonders das Singen in Verbindung mit Berührung und Bewegung fördert Koordination und Geschicklichkeit und festigt komplexere Verbindungen im Gehirn. Viele Babys "singen" gern Vokale mit den Eltern mit. Übertreiben Sie es daher ruhig mit der Betonung. Bei solchen Spielen sind sich Eltern und Baby ganz nah und kommunizieren auf ganz neue und intensive Art miteinander. Kein Wunder, dass Babys sie lieben.

Fingerspiele für Beginner: "Das ist der Daumen ..."

Der Klassiker unter den Fingerspielen ist wohl "Das ist der Daumen". Legen Sie Ihr Baby dafür auf den Rücken. Achten Sie darauf, dass es bequem und sicher liegt und in aufgeschlossener Stimmung ist. Mit jeder Strophe berühren und wackeln Sie mit dem jeweils angesprochenen Finger.

Lesen Sie hier mehr über Fingerspiele für Kinder.

Kommunikation mit den Augen

Ihr visuelles Interesse an Ihrer Umwelt steigern Babys im dritten Monat dank ihrer immer besseren Sehfähigkeiten noch mal. Beliebt sind neben den Gesichtern der Eltern vor allem bunte Gegenstände, die sich bewegen. Lassen Sie doch mal einen Gummiball hüpfen und staunen Sie, wie interessiert und voller Freude Ihr Baby diesem mit den Augen folgt. Vielleicht strampelt und jauchzt es sogar vor Freude dabei.

Rituale geben Babys Sicherheit

Babys lieben einen "geregelten" Tagesablauf. Aus dieser Sicherheit heraus lässt sich die Welt gleich noch viel entspannter entdecken. Es hilft ihnen außerdem, nach und nach einen geregelten Rhythmus für Schlaf- und Wach- sowie für Essenszeiten zu entwickeln.

Unterstützen Sie das, indem Sie Rituale für das Schlafengehen, die Mahlzeiten oder den Spaziergang entwickeln. Singen Sie etwa immer ein bestimmtes Lied, bevor Sie Ihr Baby zum Schlafen hinlegen, zeigen Sie ihm sein Mäntelchen, wenn Sie zum Spazierengehen aufbrechen, holen Sie ein bestimmtes Kissen, das Sie sich für Still- oder Fütterungszeiten zurechtlegen.

Vorsorgeuntersuchung U4

Bei der U4 wird Ihr Baby vom Kinderarzt untersucht, gewogen und gemessen. Im Durchschnitt 5,61 Kilogramm wiegen Mädchen im Alter von drei Monaten, Jungen sind mit durchschnittlich 6,13 Kilogramm etwas schwerer. Abweichungen von bis zu 800 Gramm (mehr oder weniger) gelten als normal.

Motorische und geistige Entwicklung werden bei der Vorsorgeuntersuchung U4 ebenfalls kontrolliert. Vielleicht haben Sie es schon selbst bemerkt: Im dritten Monat schließt sich die kleine, hintere Fontanelle am Schädel Ihres Babys. Der Kinderarzt wird durch Abtasten überprüfen, ob die vorderen und seitlichen Fontanellen noch offen sind und dem Schädel Ihres Babys genug Platz zum Wachsen lassen.

Lesen Sie hier mehr über die Fontanelle beim Baby.

Möglicherweise hat Ihr Kinderarzt bei einer der früheren Vorsorgeuntersuchungen die Fehlstellung Hüftdysplasie festgestellt und Maßnahmen wie breites Wickeln oder das Tragen einer Spreizhose empfohlen. Dann wird er bei der U4 per Ultraschall kontrollieren, ob die Maßnahmen wirksam waren.

Impfen: Grundimmunisierung beginnt

Laut Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) stehen ab Vollendung des zweiten Lebensmonats (ab der 9. Woche) die ersten Standardimpfungen für Babys an. Die U4 ist eine gute Gelegenheit, die ersten Schutzimpfungen gegen einige schwere Infektionskrankheiten zu verabreichen. Üblicherweise wird ein Kombinationspräparat (die sogenannte Sechsfachimpfung) injiziert. Geimpft wird gegen:

Entweder zeitglich oder zu einem anderen Termin wird außerdem die Impfung gegen Pneumokokken empfohlen. Im dritten Lebensmonat erhalten Babys zusätzlich die zweite Grundimmunisierung gegen Rotaviren. Je nach verwendetem Impfstoff ist die Immunisierung gegen Rotaviren nun abgeschlossen oder es wird bis spätestens zum vierten Monat die letzte Dosis gegeben.

Hier finden Sie einen Impfkalender für Kinder.

Neuste Artikel in dieser Rubrik
Gesundheit & Entwicklung

Wie entwickeln sich eigentlich Kinder zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr und welches Gewicht gilt als "normal"? Mehr...

Entwicklungspsychologie

Sigmund Freud war ein Wiener Arzt, Neurologe und Psychologe. Er gilt als der Begründer der Psychoanalyse. Teilweise haben seine Entdeckungen noch heute Bestand in der Psychologie. Seine Modelle werden heute... Mehr...

Entwicklungskalender

Diese Schritte macht Ihr Nachwuchs Monat für Monat! Mehr...

Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen sichern Sie sich hochwertige Preise für sich und Ihre Liebsten!

Jetzt gewinnen