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Wichtige Entwicklungssprünge

Wachstumsschübe des Babys: Schub-Anzeichen erkennen und schwierige Phasen meistern

Das Baby quengelt, ist anhänglich und schläft schlecht – könnte dahinter ein Wachstumsschub stecken? Wir erklären, was es damit auf sich hat, welche Entwicklungsschübe stattfinden und an welchen Symptomen du sie erkennst.

Wachstumsschübe beim Baby: Anzeichen erkennen und schwierige Phasen meistern
© Getty Images/Vesnaandjic

Vor allem im ersten Lebensjahr verläuft die Entwicklung eines Babys in rasantem Tempo: Dein Nachwuchs nimmt an Gewicht und Größe zu und erwirbt motorische, sprachliche und kognitive (soziale und geistige) Fähigkeiten. Oft heißt es, diese anstrengenden Veränderungen würden zu bestimmten Zeiten auftreten und sich dann auf Laune, Schlaf und Appetit auswirken. In vielen Ratgebern werden solche Phasen als Entwicklungsschübe oder Wachstumsschübe bezeichnet. Doch was hat es damit eigentlich auf sich?

Artikelinhalte im Überblick:

Schübe beim Baby: Diese mentalen Sprünge macht dein Kind im ersten Lebensjahr

Was sind (Wachstums-)Schübe oder Sprünge überhaupt?

Eigentlich bedeutet der Begriff Wachstumsschub, dass ein Kind an Größe zunimmt. Ein solcher Wachstumsschub findet zum Beispiel in der Pubertät statt, wenn Mädchen und Jungen noch einmal um viele Zentimeter wachsen, bevor sie nach dem Abschluss der Pubertät ihre endgültige Körpergröße erreichen. Auch die Zähne wachsen schubweise und schieben sich nach und nach durch das Zahnfleisch hindurch.

Häufig wird der Begriff Wachstumsschub in gängigen Elternratgebern allerdings anderweitig verwendet. Hier geht es nicht um das Längenwachstum, sondern um die Weiterentwicklung von bestimmten Fähigkeiten. Jeder Wachstumsschub soll den kleinen Menschen weiter reifen lassen. Dazu sollen sich folgende Fähigkeiten schubweise entwickeln:

  • motorische Fähigkeiten
  • kognitive Fähigkeiten
  • sprachliche Fähigkeiten
  • Wahrnehmung

Aufgrund der irreführenden Bezeichnung werden diese Phasen heute häufiger als Entwicklungsschübe oder einfach Schübe beziehungsweise Sprünge und nicht mehr als Wachstumsschübe bezeichnet. Da die Bezeichnung Wachstumsschub in der Allgemeinheit aber weiterhin geläufig ist, verwenden wir diesen Begriff hier ebenfalls, auch wenn es eigentlich eher um die Reifung des Gehirns geht und weniger um die Körperlänge.

Gibt es Wachstumsschübe bei Babys und Kindern wirklich?

Alle Angaben zu möglichen Wachstumsschüben sollten immer nur zur Orientierung dienen. Sie geben einen guten Überblick dazu, wie sich dein Kind in den nächsten Monaten entwickeln wird. In welcher Zeitspanne solche Entwicklungen stattfinden, ist aber individuell verschieden. Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Es gibt daher auch keine allgemeingültige Entwicklungstabelle, an die sich Kinder halten müssten. Auf Vergleiche mit Gleichaltrigen sollte ebenfalls verzichtet werden.

Ob es tatsächlich Entwicklungsschübe gibt, in denen sich plötzlich die geistigen Fähigkeiten von Kindern weiterentwickeln, wird kontrovers diskutiert. Einige Expert*innen beschreiben die Entwicklung als einen ganzheitlichen Prozess, in dem sich die Schritte nicht auf künstliche Weise voneinander trennen lassen. Es gibt aber auch die Theorie, dass Kinder ihre Fähigkeiten sprunghaft weiterentwickeln.

Zeitpunkt der Schübe: Naht ein Wachstumsschub des Babys?

Geht man davon aus, dass mit einem Wachstumsschub das Längenwachstum gemeint ist, heißt es häufig: Diese Schübe treten im ersten Lebensjahr ungefähr zwei bis drei Wochen, sechs Wochen und drei Monate nach der Geburt auf. Oft wird auch davon gesprochen, dass Kinder in vielen kleinen Intervallen wachsen.

In Bezug auf Entwicklungsschübe werden am häufigsten die Erkenntnisse von Dr. Hetty van de Rijt, Frans X. Plooij und Xaviera Plooij aus dem populären Ratgeber „Oje, ich wachse!“ zitiert. Hier werden acht mentale Sprünge beschrieben, die ein Baby in seinen ersten 14 Lebensmonaten macht (mit etwa fünf, acht, zwölf, 19, 26, 37, 46 und 55 Wochen). Die folgende Tabelle zeigt dir, welche mentalen Sprünge nach „Oje, ich wachse!“ in diesem Zeitraum erfolgen. Außerdem haben wir dir dazu passend wichtige Entwicklungsschritte zusammengestellt. Bitte beachte, dass diese Entwicklungen nur ungefähr in dieser Zeit stattfinden und nicht zwingend zu diesem Zeitpunkt erfolgen müssen.

Wachstumsschübe beim Baby: Tabelle

Wachstumsschub Alter Mentaler Sprung in der Entwicklung: Entwicklungen, die ungefähr zu dieser Zeit stattfinden:
1. Schub mit etwa fünf Wochen Die Sinnesorgane des Babys entwickeln sich und es nimmt seine Umwelt aufmerksamer war. Das Baby entwickelt erste soziale Fähigkeiten.
2. Schub mit etwa acht Wochen Das Baby kann Muster erkennen und beginnt, seine Umwelt anders wahrzunehmen – es ist zum Beispiel fasziniert von seinen eigenen Händen und Füßen. Das Baby lächelt, lokalisiert Geräusche und beobachtet.
3. Schub mit etwa zwölf Wochen Die Bewegungen des Babys werden geschmeidiger. Das Baby kann seinen Kopf kontrollieren, macht andere Geräusche als nur zu schreien.
4. Schub mit etwa 19 Wochen Das Baby kann sehen, hören, riechen, schmecken. Es erfreut sich bereits an äußeren Reizen wie an einem hüpfenden Ball. Das Baby kann greifen, steckt alles in den Mund (orale Phase) und macht erste Drehversuche.
5. Schub mit etwa 26 Wochen Nun lernt das Baby, Zusammenhänge zu verstehen – zum Beispiel Entfernungen und dessen Folgen, wenn die Eltern den Raum verlassen. Das Baby kann sich aktiv umdrehen, kann mit Gegenständen besser umgehen, unterscheidet bekannte von fremden Personen.
6. Schub mit etwa 37 Wochen Das Baby beginnt, Dinge zu kategorisieren. Es lernt zum Beispiel, dass ein Hund kein Pferd ist. Das Baby kann ohne Hilfe sitzen, fremdelt, spricht die ersten Wörter.
7. Schub mit etwa 46 Wochen Jetzt lernt es, den Ablauf von Ereignissen und Beziehungen zu erkennen und sie zu steuern. Zum Beispiel: Der Löffel wandert erst in den Brei, dann in den Mund. Das Baby krabbelt und zieht sich an Möbeln hoch.
8. Schub mit etwa 55 Wochen Das Baby kann eine Kette von Handlungen erkennen und möchte mithelfen. Zum Beispiel: Ein schmutziger Teller muss abgespült werden. Das Baby läuft, versteht einfache Wörter und beginnt, seinen eigenen Willen durchzusetzen.

Du willst nachprüfen, ob bei deinem Baby ein Schub naht und benötigst dafür sein Lebensalter in Wochen? Probiere hier unseren Altersrechner aus! Du gibst nur den Geburtstag deines Babys ein und erfährst in Sekundenschnelle sein genaues Alter in Tagen, Wochen sowie Monaten.

Anzeichen: Wie äußern sich Schübe bei deinem Baby?

In der Theorie der Entwicklungssprünge gibt es bestimmte Anzeichen, die auf einen solchen Schub hinweisen. Es wird davon ausgegangen, dass die sprunghafte Entwicklung der Fähigkeiten für die Kinder aufwühlend ist und sich diese Anstrengung in ihrem Verhalten äußert. Dies sei der Fall, weil Babys ihre Umwelt plötzlich anders wahrnehmen, was beängstigend sein kann und einer Gewöhnungszeit bedarf. Eltern sprechen dann oft davon, dass sich das Baby gerade in einer schwierigen Phase befindet, weil sich das Verhalten ändert.

Folgende Anzeichen für einen Wachstumsschub werden häufig genannt:

  • Das Baby ist quengelig.
  • Das Baby weint öfter.
  • Das Baby ist anhänglicher und sucht mehr Körperkontakt.
  • Das Baby schläft schlecht.
  • Das Baby hat einen veränderten Appetit und will zum Beispiel dauernd an die Brust genommen werden.

Beobachte dein Kind genau: Ist es nur ein wenig quengelig oder zeigt es echte Krankheitszeichen? Bekommt dein Kind Fieber, wirkt schlapp oder will nicht trinken, deutet dies nicht auf einen Wachstumsschub hin. Lasse solche Beschwerden von deinem*deiner Kinderarzt*Kinderärztin abklären.

Wachsen Kinder in ihrer Körpergröße, kann dies übrigens mit Wachstumsschmerzen verbunden sein. Vor allem Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren leiden darunter: Sie klagen nachts im Ruhezustand über brennende, ziehende oder klopfende Schmerzen in beiden Beinen oder Armen, die am nächsten Tag wieder verschwunden sind. Länger andauernde Schmerzen sollten orthopädisch abgeklärt werden, um krankhafte Ursachen auszuschließen.

Zu wenig Milch für den Wachstumsschub?

Ein Wachstumsschub, bei dem sich nachfolgend tatsächlich die Körpergröße des Kindes erhöht, geht bei vielen Babys mit einem gesteigerten Appetit einher. In etwa zu den genannte Zeiten – zwei bis drei Wochen, sechs Wochen und drei Monate nach der Geburt – kann es daher sein, dass dein Baby öfter und mehr trinken möchte. Es benötigt die Energie und die Nährstoffe für seinen Wachstumsschub.

Die Sorge von Müttern, dass die Milchmenge beim Stillen aufgrund des gesteigerten Appetits nicht ausreichen könnte, ist meist unbegründet. Ein Zufüttern ist in der Regel nicht nötig. Hebammen empfehlen, das Baby einfach öfter anzulegen. Denn es gilt das Prinzip: Die Nachfrage vom Vortag steigert das Angebot am Folgetag. Durch häufigeres Saugen an der Brust wird die Milchproduktion automatisch angeregt und nach kurzer Zeit pendelt sich wieder ein Stillrhythmus ein.

Was hilft Babys bei Wachstumsschüben?

Unabhängig davon, warum dein Baby gerade eine schwierige Phase durchmacht, solltest du auf seine jeweiligen Bedürfnisse eingehen:

  • Körperkontakt: Ob Kuscheln im Bett oder ein Spaziergang mit der Babytrage: Wenn dein Baby sich Körperkontakt wünscht, zeige ihm, dass du da bist. Schenke ihm die Aufmerksamkeit und Zuwendung, die es gerade benötigt.

  • Beschäftigung: Biete deinem Kind Beschäftigungen an, die zu seinem aktuellen Entwicklungsstand passen. Lasse es zum Beispiel in der Küche mithelfen, wenn es das möchte. Eine spezielle Förderung ist nicht nötig.

  • Keine Überforderung: Natürlich ist es wunderbar, wenn ein Baby plötzlich krabbeln oder gar laufen kann. Für Kinder sind die neu erworbenen Fähigkeiten aber auch mit Anstrengung verbunden. Gib deinem Baby also Zeit für Pausen.

  • Durchhalten: Viele Eltern fürchten sich vor schwierigen Phasen, in denen Babys plötzlich quengeliger sind und schlecht schlafen. Doch egal, ob dein Kind gerade wirklich einen Entwicklungsschub durchmacht oder sich bloß ein neuer Zahn anbahnt – nach ein paar Tagen oder Wochen wird sich das Verhalten des Babys wieder verändern.

  • Unterstützung: Der Alltag mit einem Baby, das ständig weint und viel Aufmerksamkeit braucht, kann belastend sein. Wenn es dir zu viel wird, zögere nicht, dir Hilfe zu suchen. Bitte deine Hebamme um Rat oder lasse die Familie zur Abwechslung als Babysitter einspringen. Wenn du ernsthafte Schwierigkeiten mit der Situation hast, kannst du auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Eine passende Anlaufstelle für Familien ist zum Beispiel das Nationale Zentrum Frühe Hilfen. Eine Übersicht zu Hilfen und Beratungen für Familien findest du auch hier auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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