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Mittwoch, 21. Februar 2018
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Blutdruckabfall in der Schwangerschaft

Vena-cava-Syndrom

Vena-cava-Syndrom (genauer: Vena-cava-Kompressionssyndrom) ist die Bezeichnung für einen plötzlichen Blutdruckabfall (nicht nur) in der Schwangerschaft. Es tritt eher im fortgeschrittenen Verlauf der Schwangerschaft in Rückenlage auf, wenn die Gebärmutter schon recht schwer ist und dadurch auf eine wichtige Vene drückt.

Vena-cava-Syndrom
Die optimale Liegenposition für Schwangere ist die linke Seitenlage - so wird dem Vena-cava-Syndrom am besten vorgebeugt
iStock/kupicoo

Die meisten Frauen hören irgendwann im Laufe ihrer Schwangerschaft den Ratschlag: "Du solltest besser nicht auf dem Rücken liegen. Das ist gefährlich fürs Baby." Doch stimmt das so wirklich? Die kurze Antwort: Rückenlage ist nicht per se gefährlich fürs Baby oder die Schwangerschaft. Das Vena-cava-Syndrom unter Umständen schon. Und dazu kann es kommen, wenn die Vena cava, die große Hohlvene, versehentlich abgeklemmt wird. Aber der Reihe nach:

Was ist die Vena cava?

Vena cava ist die lateinische Bezeichnung für die beiden großen Hohlvenen (untere und obere Hohlvene). Sie transportieren sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen, von wo es zur Lunge gepumpt wird, um dort Kohlendioxid abzugeben (der nächste Schritt wäre hier das Ausatmen) und Sauerstoff aufzunehmen (durch das Einatmen). Die Vena cava ist damit ein enorm wichtiger Teil des Blutkreislaufes.

In der Schwangerschaft wird das Baby im Bauch über das mütterliche Blut via Plazenta mit Sauerstoff versorgt, da es erst nach der Geburt eigenständig über seine Lungen atmet. Es ist dadurch an den mütterlichen Blutkreislauf "angeschlossen" und natürlich ebenfalls auf die Funktion der Vena cava angewiesen.

Wie kommt es zum Vena-cava-Syndrom?

Gebärmutter samt Baby und Plazenta wachsen im Verlauf der Schwangerschaft und nehmen kontinuierlich an Gewicht zu. Auch die Menge des Fruchtwasser steigt. Liegt eine schwangere Frau in Rückenlage, kann es passieren, dass die schwerer gewordene Gebärmutter nach hinten in Richtung Wirbelsäule absinkt und die hinter ihr verlaufende Hohlvene abdrückt. Dadurch kommt es zur kurzfristigen Unterbrechung des Blutkreislaufs.

Welche Beschwerden treten beim Vena-cava-Syndrom auf?

Wird die Vena cava abgeklemmt, treten die typischen Zeichen eines plötzlichen Blutdruckabfalls auf:

  • Nervosität und Unruhe
  • Herzklopfen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • ein kaltes Gefühl im Nacken
  • kalter Schweiß
  • Bedürfnis, tiefer zu atmen
  • Blässe
  • in schweren (seltenen) Fällen Bewusstlosigkeit und Schock

Was tun?

Sobald Sie die Symptome des Vena-cava-Syndroms bei sich bemerken, sollten Sie sich unverzüglich auf die Seite legen. Bevorzugt auf die linke Seite, denn die Hohlvene verläuft leicht rechts der Wirbelsäule und wird durch die Linkslage ideal entlastet. Die Beschwerden lassen nun nach kurzer Zeit nach.

Ist das Vena-cava-Syndrom gefährlich fürs Baby?

Da Mutter und Baby über den mütterlichen Blutkreislauf miteinander verbunden sind, wirkt sich der plötzliche Blutdruckabfall natürlich auch auf das Baby aus. Würden während des akuten Auftreten eines Vena-cava-Syndroms gerade im Wehenschreiber (CTG) die Herztöne des Babys aufgezeichnet, könnte man sehen, wie sie abrupt abfallen - sich aber später auch wieder erholen. Die Unterbrechung des Blutflusses ist ja nie so lang, dass das Baby unterversorgt würde, da Schwangere solche Kreislaufbeschwerden sofort bemerken und Gegenmaßnahmen einleiten.

Im Herbst 2017 gab eine britische Studie der Universität Manchester Hinweise darauf, dass Frauen, die während der Schwangerschaft abends vor allem in Rückenlage eingeschlafen waren, mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Totgeburt erleiden (Faktor 2,3). Betont werden muss dabei, dass es vor allen Dingen um die Einschlafposition ging und nicht um die Position beim Aufwachen. Die Ergebnisse der Studie werden nun weiter erforscht.

Ich liege gerne auf dem Rücken - wie verhindere ich das Vena-cava-Syndrom?

Da das Vena-cava-Syndrom zwar selten, aber durchaus auch schon im Sitzen vorkommen kann, gibt es keine ganz sichere Vorbeugung. Wenn Sie bevorzugt auf dem Rücken schlafen, empfiehlt es sich, den Oberkörper etwas höher zu lagern, sodass Sie eine halb sitzende Position einnehmen und nicht ganz flach auf dem Rücken liegen. Bemerken Sie Symptome wie Schwindel, Schweißausbruch, drohende Ohnmacht, sollten Sie sich unverzüglich auf die Seite legen, und zwar am besten auf die linke Seite, um den Druck von der Hohlvene zu nehmen.

Auch wenn Sie sich nachts während des Schlafs zurück auf den Rücken drehen, werden Sie automatisch wach, wenn die Hohlvene abgeklemmt wird, bzw. legen sich automatisch wieder auf die Seite. Um nächtliches Umdrehen zu verhindern, können Sie sich ein "Nest" bauen, indem Sie sich zum Beispiel ein festes Kissen (vielleicht haben Sie schon ein Stillkissen) an den Rücken legen, wenn Sie sich abends auf die Seite ins Bett legen.

Warum die Seitenlage in der Schwangerschaft außerdem besser ist

Vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen ist es empfehlenswert, eher in Seitenlage zu liegen. Dadurch wird nicht nur dem Vena-cava-Syndrom vorgebeugt, das Kind liegt auch in einem etwas günstigeren Winkel zum Beckeneingang.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2018
Quellen: Coad, J., Dunstfall, M: Anatomie und Physiologie für die Geburtshilfe. Elsevier, München 2015; Gätje, R. u.a.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2011; Heazell, AEP, u.a.: Association between maternal sleep practices and late stillbirth - findings from a stillbirth case-control study. In: BJOG: An International Journal of Obstetrics and Gynaecology. November 2017

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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