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Nagelmodellage

Gelnägel in der Schwangerschaft: Harmlos oder lieber entfernen?

Beim Thema Gelnägel in der Schwangerschaft scheiden sich die Geister: Während die einen nicht auf bunte und gepflegt aussehende Fingernägel verzichten wollen, möchten andere ihre Kunstnägel so schnell wie möglich loswerden. Ist die Nagelmodellage mittels Gel für Schwangere wirklich bedenklich? Und was ist mit Acrylnägeln und Shellac? Wir klären auf!

Manikürte Hand mit Gelnägeln
© Getty Images/Mariia Demchenko

Kurzübersicht: Gelnägel in der Schwangerschaft

Was sind Gelnägel? Bei dieser Variante der Nagelmodellage wird ein spezielles kunststoffhaltiges Gel Schicht für Schicht auf die Naturnägel aufgetragen und unter einer UV-Lampe ausgehärtet. Um sie zu entfernen, müssen sie abgefräst werden.

Schaden Gelnägel dem Baby? Ähnlich wie beim Nagellack oder bei Haarfarben gibt es keine Studien, die einen schädigenden Einfluss auf die Schwangerschaft oder auf das Baby belegen. Dass der Körper aber auch Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten über die Haut aufnimmt, ist unbestritten.

Warum sind Gelnägel in der Schwangerschaft umstritten? Gelnägel stecken voller Konservierungs- und Lösungsmittel, Weichmacher und weiteren Chemikalien. Beim Auftragen werden reizende Dämpfe freigesetzt. Zudem kann es unter den Gelschichten zu Infektionen kommen.

Was ist mit Acrylnägeln und Shellac? Acrylnägel enthalten meist noch schärfere Chemikalien. Genau wie der Shellac, eine Mischung aus Gelnägeln und normalem Nagellack, werden sie mit Aceton entfernt. Auf den reizenden Stoff solltest du in der Schwangerschaft verzichten, da das Einatmen die Atemwege reizen kann und in größerer Menge gesundheitsschädlich wirkt.

Ist normaler Nagellack eine Alternative? Herkömmlicher Nagellack gilt als weniger belastet, enthält aber auch zahlreiche Chemikalien. Eine Alternative können sogenannte Free-Nagellacke sein, bei deren Produktion auf bestimmte Schadstoffe verzichtet wird.

Gepflegte Hände und vor allem Fingernägel sind vielen Menschen wichtig. Entsprechend weit verbreitet sind Gelnägel. Aber auch Acrylnägel und Shellac erfreuen sich neben dem klassischen Nagellack einiger Beliebtheit. Kein Wunder, schließlich versprechen solche Techniken lange Haltbarkeit ohne Absplittern.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Gelnägel und Co.: Nagelmodellage mit Acryl

Wenn du in Sachen Maniküre gerne bunt trägst, kennst du das sicher: Deine Fingernägel sind frisch und sorgsam lackiert, doch schon am nächsten Tag splittert hier und da ein Eckchen ab, und nach dem nächsten Großputz kannst du den Nagellack eigentlich wieder entfernen und neu auftragen.

Gelnägel, Acrylnägel und Shellac können dann eine Alternative sein, denn sie sind sehr haltbar und eignen sich im Fall von Gelnägeln sogar für eine Verlängerung der Fingernägel. Gerade, wenn deine Nägel weich sind und schnell abbrechen oder du den aktuellen Lange-Nägel-Trend mitmachen möchtest. Hauptbestandteil ist bei allen Varianten Acryl.

Für Gelnägel wird ein pigmentiertes UV-Gel schichtweise aufgetragen und nach jeder Schicht unter einer UV-Lampe ausgehärtet. Je nach System sind mehrere Schichten nötig, weshalb Gelnägel oft unnatürlich dick aussehen. Acrylnägel bestehen aus zwei Varianten, einem Pulver und einer Flüssigkeit, die kurz vor dem Auftragen vermischt werden. Da sie nach dem Anrühren schnell aushärtet, muss die Mischung zügig verarbeitet werden. Shellac ist eine Mischung aus Gelnägeln und herkömmlichem Nagellack, die ebenfalls unter einer UV-Lampe aushärtet.

Was spricht gegen Gelnägel in der Schwangerschaft?

Gelnägel sind in Deutschland unter den Nagelmodellagen am beliebtesten, da sie gut halten und vergleichsweise einfach zu verarbeiten sind. Sie eignen sich besonders für leicht splitternde Nägel. Auf Gelnägeln lassen sich außerdem gut Verzierungen (Nail Art) anbringen, da sie erst unter der Lampe aushärten. Daher können sie mit etwas Übung auch selbst aufgetragen werden. Jedoch spricht gerade in der Schwangerschaft einiges gegen Gelnägel.

Sie enthalten genau wie Acrylnägel oder Shellac viele Chemikalien wie Konservierungs- und Lösungsmittel, Weichmacher und Kunstharze. Diese Stoffe können über die Hornplatte des Nagels, die Nagelhaut und das Nagelbett in den Körper gelangen, aber auch beim Auftragen eingeatmet werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt außerdem vor der Verwendung von Methylmethacrylaten (MMA), die als Bindemittel in der Nagelmodellage verwendet werden können. Diese hatte das Institut in importierten Zwei-Komponentensystemen für Acrylnägel nachgewiesen. Die Stoffe können zu Reizungen der Atemwege führen und Asthmasymptome verstärken, Nagelfalzentzündungen sowie Nagelablösungen verursachen. Du erkennst enthaltenes Methylmethacrylat vor allem am stechenden Geruch.

Bedenkliche chemische Inhaltsstoffe

Nicht überraschend enthalten die haltbaren Gelnägel zahlreiche Chemikalien. Als besonders gesundheitlich bedenklich gelten:

  • Formaldehyd: Das Konservierungsmittel wirkt reizend und allergieauslösend und gilt als krebserregend.

  • Toluol: Das Lösungsmittel kann Kopfschmerzen verursachen und schon in kleineren Mengen möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit einschränken.

  • Dibutylphtalat (DBP): Der Weichmacher kann das hormonelle System beeinflussen und möglicherweise in größeren Mengen das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen.

Gefahr von Infektionen an den Naturnägeln

Vor dem Auftragen muss die Hornplatte des Nagels etwas aufgeraut werden, damit die aufgetragenen Gelschichten besser haften. Je öfter die Prozedur durchgeführt wird, desto strapaziöser für die Naturnägel, denn sie werden immer dünner und durchlässiger. Durch die Gelschichten gelangt kein Sauerstoff mehr zum Nagel. Auch Kontaktallergien sind möglich.

Kleinere Verletzungen können auch beim Abfräsen der Gelnägel entstehen, wodurch die Gefahr von Entzündungen und Pilzinfektionen steigt. Sie belasten den Körper in der Schwangerschaft unnötig und bei der medikamentösen Behandlung gibt es für Schwangere Einschränkungen.

Höhere Verletzungsgefahr

Gerade mit langen Nägeln bleibt man schnell irgendwo hängen, dadurch besteht ein erhöhtes Risiko für den Naturnagel, da dieser mit abbricht oder "abheben" kann.

Lange Fingernägel sind zudem stärker mit Keimen besiedelt als kurze, weshalb gründliche Handyhgiene das A und O ist. Zum Ende der Schwangerschaft solltest du darüber nachdenken, deine Gelnägel einzukürzen, damit du sicherer mit deinem neugeborenen Baby hantieren kannst.

Krebsrisiko steigt durch UV-Licht

Gelnägel werden unter einer UV-Lampe ausgehärtet, wofür du deine Hand unter das Licht halten musst. Häufiges Aushärten unter UV-Licht kann das Risiko von Hautkrebs erhöhen, wie eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2014 zeigt. Das gilt auch in der Schwangerschaft. Die Forschenden betonen aber auch, dass das Hautkrebsrisiko bei gelegentlichen Anwendungen nicht erhöht ist.

Gelnägel in der Schwangerschaft entfernen

Du bist schwanger geworden und möchtest deine Gelnägel jetzt gern komplett entfernen lassen? In puncto Entfernung sind Gelnägel tatsächlich die sanftere Variante – zumindest, wenn es um die Vermeidung von Chemikalien geht. Deine Nägel wird das weniger freuen, denn die Gelschicht wird bei der Entfernung bis auf den Naturnagel abgeschliffen.

Dabei entsteht Feinstaub, vor dem du dich unbedingt mit einem Mund-Nasen-Schutz schützen und zusätzlich für gute Belüftung sorgen solltest. Zusätzlich kann dein Naturnagel durch das Abschleifen beschädigt werden.

Aceton in der Schwangerschaft meiden

Acryl- und Shellac wird mit acetonhaltigem Nagellackentferner abgenommen. Dafür kommen Nägel und Nagelbett mit Aceton und anderen Lösungsmitteln sowie dem Weichmacher Triphenylphosphat in Kontakt. Aceton entfettet und kann bei häufiger Anwendung Infektionen der Haut begünstigen.

Das Einatmen kann zu Reizungen der Atemwege, Schwindel, Kopfschmerzen und sogar Benommenheit führen, bei längerer Exposition und höherer Dosis auch zu Hirnfunktionsstörungen. In der Schwangerschaft solltest du auf diese Stoffe deshalb lieber verzichten. Falls es sich nicht vermeiden lässt, sorge für eine gute Belüftung und trage einen Mund-Nasen-Schutz, damit du so wenig wie möglich einatmest.

Herauswachsen lassen als Alternative

Eine Alternative zur Entfernung von Gelnägeln sowie Shellac- oder Acrylnägeln: Lass sie herauswachsen. Das ist zwar nicht unbedingt optisch ansprechend, definitiv aber die sanftere, denn sie kommt ganz ohne bedenkliche Inhaltsstoffe aus und schont deine Naturnägel.

Weil die Gelschicht bei Gelnägeln vergleichsweise dick ist, kannst du durch konsequentes Kurzhalten deiner Nägel dafür sorgen, dass dieser Prozess etwas unauffälliger abläuft.

Gelnägel und Schwangerschaft: Tipps für das Auftragen

Da sich keine generelle Aussage für oder gegen Gelnägel in der Schwangerschaft treffen lässt, kann vor der Anwendung auch nicht grundsätzlich gewarnt werden. Eine Alternative ist herkömmlicher Nagellack, und hier besonders die sogenannten Free-Nagellacke, die bestimmte Chemikalien nicht enthalten. Hier erfährst du mehr über die Sicherheit von Nagellack in der Schwangerschaft.

Wenn du nicht auf schön modellierte bzw. dauerhaft lackierte Fingernägel verzichten möchtest, kommen hier einige Tipps für dich:

  • Achte auf gute Belüftung: Ob im Nagelstudio oder zu Hause, beim Auftragen von Gelnägeln, Nagellack und Co. heißt es: Fenster auf bzw. Lüftung an! Um das Einatmen schädlicher Dämpfe von Lösungsmitteln und Co. zu vermeiden, kannst du auch einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

  • Verzichte auf Aceton: Vermeide beim Entfernen auf jeden Fall den Inhaltsstoffe Aceton, da dieser in größeren Mengen vor allem beim Einatmen gesundheitsschädigend wirkt. Da Shellac und Acrylnägel mittels Aceton entfernt werden, lautet unser Tipp in diesem Fall tatsächlich: Lass sie lieber herauswachsen.

  • Verzichte auf Acrylnägel: Acrylnägel sind zwar härter und damit langlebiger als Gelnägel, aber sie enthalten auch mehr Chemikalien. Es kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass sie gesundheitsschädliche Methylmethacrylate enthalten.

  • Wasche dir nach dem Auftragen gut die Hände mit Wasser und Seife, um Rückstände zu entfernen.

Gelnägel und Schwangerschaft: Erfahrungen sind unterschiedlich

Sucht man im Internet nach Erfahrungen rund um das Thema Gelnägel in der Schwangerschaft, findet man sehr unterschiedliche Informationen. Die meisten Frauen achten in der Schwangerschaft besonders darauf, was sie ihrem Körper zuführen. Das gilt auch für Kosmetikprodukte.

Viele berichten, dass sie aufgrund einer erhöhten Geruchsempfindlichkeit den Geruch beim Auftragen der Gelnägel nicht mehr ertragen können. Fun Fact: Sogar darüber, dass die Gelnägel während der Schwangerschaft nicht mehr auf den Naturnägeln halten, kann man lesen.

Im ersten Trimester der Schwangerschaft lieber vorsichtig sein

Das erste Trimester einer Schwangerschaft gilt als sensible Phase, da sich in dieser Zeit die Organe des Babys ausbilden. Fachleute raten, in dieser Phase besonders umsichtig zu sein. So wird beispielsweise häufig empfohlen, in dieser Zeit auf das Haare färben zu verzichten, da die Inhaltsstoffe über die Kopfhaut vom Körper aufgenommen werden.

Fest steht: Für die meisten Stoffe liegen bezüglich der Anwendung bei Schwangeren keine Untersuchungen vor. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, solltest du auf Gelnägel zumindest in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft verzichten.

Alternative für die Schwangerschaft: Gelnägel mit "Free"-UV-Gel

Was bei herkömmlichen Nagellacken mittlerweile einen festen Platz hat, scheint auch in Sachen Gelnägel im Kommen zu sein: Manche Hersteller bieten mittlerweile Gele an, die auf bestimmte bedenkliche Chemikalien verzichten. "3-free"-, "5-free"- oder sogar "15-free"-Gele sind bereits erhältlich. Je höher die Zahl, auf desto mehr Chemikalien wird verzichtet. Sprich das doch beim nächsten Besuch in deinem Nagelstudio mal an, vielleicht kann man dir dort diese Produkte besorgen.

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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