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Baby-Blues: Tipps & Hilfe für die Heultage

Autor: Viola Booth
Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2016

Endlich ist das Baby da und eigentlich sollte jetzt alles perfekt sein. Doch statt Freudensprüngen gibt es Heulattacken. Typisch Baby-Blues!

Baby-Blues: Tipps & Hilfe für die Heultage
Kurz nach der Geburt leiden viele Frauen am Baby-Blues - auch wenn wenige darüber sprechen
(c) iStockphoto

Fast jede zweite Frau leidet kurz nach der Geburt unter den Symptomen des Baby-Blues. Stimmungsschwankungen, Erschöpfung, Energielosigkeit, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Aggressivität, Traurigkeit und Ängstlichkeit – diese typischen Baby-Blues-Anzeichen treten meist zwischen dem dritten und fünften Tag nach der Entbindung auf. Die Zeit des Baby-Blues wird auch „Heultage“ genannt.

Warum leiden Mütter unter Baby-Blues?

Dass statt Mutterglück gerade depressive Verstimmungen auf der Tagesordnung stehen, ist ganz normal. Frauen mit Baby-Blues sind keine Rabenmütter und müssen kein schlechtes Gewissen haben. Für das Stimmungstief im Wochenbett sind mehrere Faktoren verantwortlich. Nach der Geburt fällt der Östrogen- und Progesteronspiegel ab, während die Prolaktin-Produktion steigt. Mit den Baby-Blues-Symptomen reagiert der Körper auf diese enorme Hormonumstellung. Untersuchungen zufolge spielen aber nicht nur die Hormone eine Rolle. Auch der Schlafmangel, das Erlebnis der Geburt, das Gefühl der neuen Verantwortung und die radikale Umstellung der Lebenssituation können für das Wechselbad der Gefühle mit verantwortlich sein.

Wie lange dauert der Baby-Blues?

Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt – diese schwankenden Gefühle halten zum Glück nicht lange an. Der Baby-Blues kann von wenigen Stunden bis zu zwei Wochen dauern – dann verschwindet er wieder ganz von alleine. Die harmlose vorübergehende Verstimmung ist also noch kein Grund zur Sorge. Aber Achtung: Hält dieser emotionale Zustand länger an, könnte es sich nicht um Baby-Blues, sondern um eine postnatale Depression (Wochenbettdepression) handeln. Diese dauerhafte Traurigkeit und fehlende Bindung zum Kind tritt etwa bei fünf bis zehn Prozent aller Mütter auf. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an einer Wochenbettdepression leiden, trauen Sie sich darüber zu sprechen. Machen Sie hier den Selbsttest für Wochenbettdepressionen und vertrauen Sie sich Ihrem Partner, Ihrer Familie und Ihrer Hebamme oder Ärztin an.

Tipps & Hilfe bei Baby-Blues

Sie weinen ständig und haben Angst etwas falsch zu machen? Was gegen den Baby-Blues hilft? Hier kommt unsere „A-List“ mit lauter Tipps und Tricks.

  • Annehmen: Die Erwartungen der Außenwelt an eine Mutter sind hoch. Schließlich hat der Sprössling doch gerade das Licht der Welt erblickt und es gibt allen Grund zur Freude. Neben Stillen, Windeln wechseln und Wäsche waschen sollen Sie also am besten auch noch um die Wette strahlen. Das mag im Kinofilm vielleicht so sein, in der Realität sieht es meist anders aus. Sie sind gestresst, müde und der Baby-Blues bringt sie ständig zum Weinen – das ist vollkommen in Ordnung. Sie müssen deshalb keinerlei Schuldgefühle haben.
  • Ausweinen: Sprechen Sie offen und ehrlich über Ihre Baby-Blues-Gefühle und lassen Sie sich trösten. Umgeben Sie sich mit Menschen, bei denen Sie sich wohlfühlen und die Ihnen zuhören. Besserwisser dürfen Sie in den Tagen des Baby-Blues ruhig meiden.
  • Arbeitsteilung: Ob Partner, Familie oder Freunde – geben Sie während des Baby-Blues ruhig ein paar Aufgaben ab. Sie müssen nicht alles selbst erledigen. Holen Sie sich Hilfe und Unterstützung bei Ihren Liebsten. Vielleicht haben Sie vor der Geburt auch schon Vorbereitungen für das Wochenbett getroffen und wissen jetzt genau, auf welche Hilfe Sie bauen können. Und ganz wichtig: Verabschieden Sie sich vom Perfektionismus.
  • Ablenkung: Schnappen Sie sich Kind und Kinderwagen und dann nichts wie ab nach draußen. Gehen Sie spazieren und machen Sie einen Abstecher zum Kaffeeklatsch mit der besten Freundin. Das vertreibt die typischen, schlechten Baby-Blues-Gedanken. Positiver Nebeneffekt: Bei Ihrer Freundin können Sie sich bestimmt ein kleines Kompliment für Ihr Mama-Dasein abholen – eine Wohltat für die Seele.
  • Ausschlafen: Besprechen Sie mit Ihrem Partner, wie Sie am besten zu einer Verschnaufpause kommen. Sie können Ihre Hebamme bei Baby-Blues um Rat bitten. Sie erarbeitet mit Ihnen einen Lösungsvorschlag, damit Sie Ihre Kapazitäten besser verteilen und Sie selbst auch eine Mütze Schlaf bekommen.
  • Aufbrezeln & Ausgehen: Wer kann heute den Babysitter spielen? Gönnen Sie sich einen Friseurbesuch, machen Sie sich hübsch und dann geht’s mit dem frisch gebackenen Papa zum Essen oder ins Kino. Das macht Spaß und bringt Sie bei Baby-Blues auf andere Gedanken.
Autor: Viola Booth
Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2016
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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