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Samstag, 24. Februar 2018
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Schwangerschaftsschnupfen

Beim Schwangerschaftsschnupfen ist die Nasenatmung erschwert. Verursacht wird das durch die stärker durchblutete und dadurch angeschwollene Nasenschleimhaut in der Schwangerschaft. Nach der Geburt verschwindet der Schwangerschaftsschnupfen wieder von allein.

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Bei Schwangerschaftsschnupfen lässt sich leicht erhöht besser schlafen
(c) iStockphoto/fizkes

Der Schwangerschaftsschnupfen gehört zu den harmlosen Schwangerschaftsbeschwerden, er kann aber durchaus lästig werden. Obwohl es sich eigentlich nicht um einen durch Viren verursachten Schnupfen handelt, wird der Schwangerschaftsschnupfen in der Medizin Schwangerschaftsrhinitis („-itis“ = Entzündung) genannt. Die Symptome sind tatsächlich durchaus ähnlich. Die Nase fühlt sich verstopft an und die Nasenatmung wird dadurch erschwert. Auch nächtliches Schnarchen kann beim Schwangerschaftsschnupfen auftreten.

Was sind die Ursachen von Schwangerschaftsschnupfen?

Der Schwangerschaftsschnupfen wird durch anschwellende Blutgefäße in den Schleimhäuten verursacht. Dadurch unterscheidet er sich vom normalen, durch Erkältungsviren bedingten Schnupfen. Das Anschwellen der Nasenschleimhäute wird wahrscheinlich durch Schwangerschaftshormone und die in der Schwangerschaft vergrößerten Blutgefäße verursacht.

Im Laufe der Schwangerschaft steigt das Blutvolumen der Mutter um durchschnittlich 30 bis 50 Prozent an. Neben der wachsenden Plazenta müssen die mütterlichen Organe in der Schwangerschaft mehr als sonst arbeiten und benötigen daher mehr Blut. Der mütterliche Organismus passt sich an das vergrößerte Blutvolumen an, indem sich die Blutgefäße erweitern. Sie können so eine größere Menge Blut durch den Körper transportieren. In der Nasenschleimhaut befinden sich viele feine Blutgefäße, die sich während der Schwangerschaft ebenfalls vergrößern. Als Folge kann die Nasenschleimhaut anschwellen.

Auch Wassereinlagerungen im Gewebe begünstigen das Anschwellen der Nasenschleimhaut.

Anzeichen: Woran erkennt man einen Schwangerschaftsschnupfen?

Der Schwangerschaftsschnupfen äußert sich durch eine sich verstopft anfühlende Nase. Man bekommt nicht genügend Luft durch die Nase und atmet dadurch vermehrt durch den Mund. Nachts kann das zu Schnarchen führen. Da die Nasenschleimhaut stärker durchblutet ist, tritt manchmal auch Nasenbluten auf. Die Schleimhäute sind gereizt und fühlen sich trocken an. Im Unterschied zum normalen Schnupfen entsteht beim Schwangerschaftsschnupfen kein Sekret und die Nase läuft nicht. Schwangerschaftsschnupfen ist außerdem nicht ansteckend. Betroffene Schwangere schlafen oft schlecht oder wachen nachts häufiger auf. Tagsüber kann das zu Müdigkeit oder vermehrter Gereiztheit führen, manche Frauen bekommen auch Kopfschmerzen.

Die Unterscheidung zum herkömmlichen Schnupfen ist eigentlich leicht. Kommen zur verstopfen Nase weitere Beschwerden wie Halsschmerzen, ein allgemeines Krankheitsgefühl, Husten, Kopf- oder Gliederschmerzen hinzu, kann es sich um einen grippalen Infekt handeln. Tritt Fieber auf, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Den Schwangerschaftsschnupfen vom allergischen Schnupfen zu unterscheiden, ist dagegen schon etwas schwieriger. Manche Frauen entwickeln während ihrer Schwangerschaft zum ersten Mal überhaupt eine Allergie, während eine bestehende Allergie bei anderen sogar besser wird oder verschwindet. Hinweise auf eine Allergie können tränende, juckende Augen und eine laufende Nase sein.

Behandlung: Was hilft gegen Schwangerschaftsschnupfen?

Bei der Behandlung von Schwangerschaftsschnupfen empfiehlt es sich, eher auf sanfte Hilfe zurückzugreifen. Nasenspray ist in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert, denn die gefäßverengende Wirkung von Nasenspray entfaltet sich nicht nur in der Nase, sondern auch im restlichen Körper. Es kann auch zu einer Verengung der Blutgefäße in der Plazenta kommen, wodurch die Versorgung des Babys eingeschränkt wird. Abschwellende Nasensprays können die Nasenschleimhaut außerdem zusätzlich austrocknen und reizen.

Eine gute Alternative zu herkömmlichen Nasensprays sind Meerwasser-Nasensprays. Man kann sie in Drogerien oder Apotheken kaufen. Sie sorgen für eine Befeuchtung der Nasenschleimhaut. Auch Nasenduschen (wer sie mag) haben diesen Effekt. Wenn die Luftfeuchtigkeit in Räumen in der kalten Jahreszeit zu niedrig ist, helfen Luftbefeuchter: Ein Kännchen Wasser auf die Heizung gestellt oder feuchte Handtücher im Raum sorgen für ein angenehmeres, feuchteres Raumklima.

Was Sie sonst noch gegen Schwangerschaftsschnupfen tun können:

  • Bewegen Sie sich täglich an der frischen Luft. Ein kurzer Spaziergang ist schon ausreichend.
  • Trinken Sie genug, am besten mindestens zwei Liter täglich.
  • Nehmen Sie ab und an ein warmes Bad (maximal 38 Grad Celsius warm), denn durch den Wasserdampf können die Schleimhäute etwas abschwellen.
  • Schlafen Sie nachts mit leicht erhöhtem Oberkörper. Das hilft nicht nur gegen Sodbrennen, sondern erleichtert auch die Atmung.
  • Manche Schwangere berichten, dass sich die Beschwerden durch Saunagänge etwas verbessern. In Maßen ist während der Schwangerschaft das Saunieren erlaubt, wenn keine gesundheitlichen Probleme dagegen sprechen.  
  • Manche Schwangere haben gute Erfahrungen mit Homöopathie zur Linderung der Beschwerden bei Schwangerschaftsschnupfen gemacht. Wenn Sie sich für eine homöopathische Behandlung interessieren, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt/Frauenarzt.

Ab wann und wie lange tritt Schwangerschaftsschnupfen auf?

Ab wann Schwangerschaftsschnupfen auftritt, ist von Frau zu Frau verschieden. Manche Frauen berichten schon zu Beginn ihrer Schwangerschaft von den typischen Symptomen, andere entwickeln erst in den letzten Schwangerschaftswochen einen Schwangerschaftsschnupfen. Betroffene Frauen können sich darüber freuen, dass der lästige Schwangerschaftsschnupfen nach der Geburt von ganz alleine wieder verschwindet.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. März 2017
Quellen: Coad, J., Dunstall, M.: Anatomie und Physiologie für die Geburtshilfe. Elsevier, München 2012; Höfer, S., Szász, N.: Hebammen Gesundheitswissen. Gräfe und Unzer, München 2012; Stiefel, A., Geist, C., Harder, U.: Hebammenkunde. Hippokrates, Stuttgart 2013;

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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