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Vorbeugung von Geburtsverletzungen

Dammmassage: Ab wann und wie oft?

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 17. September 2018

Dammmassage ist ein Verfahren, das jeder Frau in der Schwangerschaft empfohlen wird, um den Damm dehnfähiger und weicher für die Geburt zu machen und dadurch Geburtsverletzungen wie dem Dammriss vorzubeugen. Ab etwa neun Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und dann ein Mal täglich sollte die Massage durchgeführt werden

Dammmassage: Ab wann und wie oft?
Die Dammmassage während der Schwangerschaft dient der Vorbeugung von Dammschnitt und Dammriss - am besten fängt man schon 9 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin damit an.
© iStock.com/kupicoo

Unter anderem auch deshalb geht die Zahl der Dammschnitte in Deutschland zurück:

Von 1990 bis 2005 sank sie auf 45 Prozent – das bedeutet, dass bei etwa der Hälfte aller Frauen in Deutschland Dammschnitte während der Geburt durchgeführt werden müssen. Allerdings unterscheiden sich die Häufigkeiten von Krankenhaus zu Krankenhaus teilweise sehr deutlich.

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Dammmassage als Vorbeugung gegen den Dammschnitt

Während der Geburt wird das Gewebe zwischen After und Scheide, der Damm, stark beansprucht. Häufig kommt es dabei zu kleinen Rissen im Damm. Diese Risse sind zwar nach der Geburt noch einige Wochen etwas schmerzhaft, heilen aber in der Regel gut ab. Komplizierter wird es bei einem Dammschnitt: Der Dammschnitt wird durchgeführt, wenn das Gewebe der Vagina sich bei der Geburt nicht ausreichend dehnen kann, damit der Kopf des Babys hindurch passt.

Zwar hat man mittlerweile erkannt, dass der Dammschnitt eine bislang unterschätzte Verletzung des weiblichen Intimbereichs darstellt – die Zahl der Dammschnitte ist stark rückläufig – sie kommen aber immer noch vor. Umso wichtiger, dass das Dammgewebe während der Dammmassage ausreichend gedehnt und dadurch elastischer wird. Dadurch wird der Geburtskanal erweitert. Außerdem regt die Massage die Durchblutung des Gewebes an. So lässt sich ein Dammschnitt gelegentlich vermeiden.

Ab wann? Beginn und Dauer der Dammmassage

Der richtige Zeitpunkt, um mit der Dammmassage zu beginnen, ist etwa neun Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Von da an ist noch genügend Zeit, den Damm mit der Massage elastischer zu machen. Sie sollte bis zur tatsächlichen Geburt ein Mal täglich durchgeführt werden.

Dammmassage: Anleitung

Bei der Dammmasse wird der Damm mit den Fingern massiert und die Scheide leicht gedehnt. Ein mildes Öl wirkt dabei unterstützend. Zunächst werden die Hände gründlich gereinigt und anschließend etwas Massageöl auf Daumen, Zeige- und Mittelfinger geträufelt. Gehen Sie dann wie in dieser Anleitung vor:

  • Führen Sie anfangs einen, später zwei Finger vorsichtig zwei bis drei Zentimeter in die Scheide ein.
  • Legen Sie dann Ihren Daumen auf den Damm und massieren Sie ihn u-förmig.
  • Gleichzeit massieren Sie die dem Damm zugerichtete Scheidenwand von innen.
  • Nach einigen Minuten sollte die Scheide mit den Fingern von innen in Richtung Damm gedehnt werden.

Achten Sie bitte darauf, dass es zwar ein wenig "ziehen" darf, aber nicht wirklich schmerzen soll.

Auch die Schamlippen werden bei der Dammmassage massiert

Nach etwa sieben Minuten können Sie erneut etwas Massageöl auf die Finger träufeln und dann die Schamlippen massieren und leicht nach außen dehnen.

Was muss man bei einer Dammmassage beachten?

Wichtig ist die gründliche Reinigung der Finger, bevor man mit der Dammmassage beginnt. Alle Bewegungen während der Massage sollten langsam ausgeführt werden, da bei schnellen, ruckartigen Bewegungen Verletzungsgefahr besteht. Nach der Massage ist es ratsam, überschüssiges Öl im Intimbereich mit einem Tuch aufzunehmen - das Gewebe nimmt während der Dammmassage schon so viel Öl auf, wie es benötigt.

Um trotz gründlicher Hygiene zu vermeiden, dass Bakterien in die Blase gelangen, ist es sinnvoll, den Bereich der Harnröhre (am oberen Ende der kleinen Schamlippen) zu meiden. So reduziert man das Risiko einer Harnwegsinfektion.

Welches Öl eignet sich für die Dammmassage?

Im Grunde eignen sich alle pflanzlichen Öle, zum Beispiel Jojobaöl, Mandelöl, Weizenkeimöl, aber auch Olivenöl. Hebammen empfehlen häufig Muskatellersalbeiöl für die Dammmassage, da dieses desinfizierend ist und eine entspannende, krampflösende Wirkung hat.

Einige Hebammen bieten auch eigene Ölmischungen für die Dammmassage an.

Die ideale Position für die Dammmassage

Es gibt keine "typische" Stellung für die Dammmassage. Letztlich entscheidet jede Frau selbst, welche Position sie als angenehm empfindet. Von vielen Frauen wird die Dammmassage im Stehen empfohlen, wobei ein Bein hoch-, zum Beispiel auf den Badewannenrand, gestellt wird. Einige Frauen bevorzugen aber auch die Massage in der Hocke.

Obwohl die meisten Frauen die Dammmassage selbst durchführen, ist es grundsätzlich auch möglich, dass der Partner dabei behilflich ist. Das ist aber Geschmackssache - einige Frauen befürchten dabei eine sexuelle Komponente, während andere wiederum genau das genießen.

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Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 17. September 2018
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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