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Narbe nach der Geburt

Kaiserschnittnarbe: Richtig pflegen und Heilung unterstützen

Sie ist wahrscheinlich die bedeutsamste Narbe im Leben: Bei einem Kaiserschnitt bleibt im unteren Bereich des Bauches eine Wunde zurück. Nach einiger Zeit bildet sich dort, wo der Einschnitt war, die Kaiserschnittnarbe. Hier erfährst du alles über die richtige Pflege, den Heilungsprozess und welche Beschwerden du ernst nehmen solltest.

Mama mit Kind und Kaiserschnittnarbe
© Getty Images/AleksandarNakic

Kurzübersicht: Kaiserschnittnarbe

So entsteht sie: Der Schnitt ist zwischen zehn und 14 Zentimeter lang und wird oberhalb des Schamhügels, an der Grenze zum Schamhaar, gesetzt. Nach der Geburt wird er vernäht oder geklammert.

Wie lange dauert die Heilung? Die Heilungsdauer ist von Frau zu Frau verschieden. Schon zwei bis drei Wochen nach dem Kaiserschnitt ist die Hautnarbe oft gut verheilt. Innenliegende Gewebe und die Gebärmutter brauchen etwas länger.

Was bringt eine Narbenmassage? Regelmäßige Massage der Narbe hilft, die Hautstruktur zu verfeinern und kann einer wulstigen Narbe vorbeugen. Zudem verbessert sie die Durchblutung und fördert die Regeneration der feinen Nervenzellen.

Ist Brennen, Zwicken und Taubheitsgefühl normal? Direkt nach dem Kaiserschnitt, aber auch noch einige Wochen oder Monate kann sich die Haut im Narbenbereich taub anfühlen, brennen oder zwicken, vor allem bei Bewegung. Das ist normal, kann aber auch von innenliegenden Narben kommen. Oft hilft eine spezielle Physiotherapie.

Womit eincremen? Verwende für die Pflege der Kaiserschnittnarbe ein natürliches Öl oder ein spezielles Öl (ggf. auf Stillverträglichkeit achten). Auch Narbencremes oder einfach Sheabutter haben sich für die Narbenpflege bewährt.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Rückbildung im Alltag: Die besten Übungen für zu Hause

Kaiserschnitt ist die häufigste Operation bei Frauen

Knapp ein Drittel aller Babys kommen in Deutschland per Kaiserschnitt auf die Welt. Seinen Namen hat der medizinisch Sectio caesarea genannte Eingriff möglicherweise dem römischen Kaiser Caesar zu verdanken, der per Schnittentbindung auf die Welt gekommen sein soll.

Beim Kaiserschnitt wird das Baby in einem operativen Eingriff durch die Bauchdecke geboren. Dafür nötig ist ein Schnitt knapp oberhalb des Schamhügels, bei dem Muskeln, Gewebe und die Gebärmutter aufgeschnitten werden, um das Baby herauszuholen.

Das durchtrennte Gewebe wird im Anschluss desinfiziert und vernäht oder mit Klammern verschlossen. Die Haut heilt an der Schnittstelle und bildet nach und nach Narbengewebe, die Kaiserschnittnarbe entsteht. Hier mehr über den Kaiserschnitt erfahren!

Eine bedeutsame Narbe entsteht

Die Kaiserschnittnarbe gilt wohl zurecht als eine der bedeutsamsten Narben im Leben. Sie verbleibt als sichtbares Zeichen an der Stelle, an der dein Baby aus dem Bauch geholt wurde. Je nach den Umständen hadern manche Frauen damit, andere wiederum tragen ihre Narbe mit Stolz. In der letzten Zeit hört man auch immer öfter den Begriff "Bauchgeburt", um daran zu erinnern, dass es sich beim Kaiserschnitt auch um eine Geburt handelt.

Ob du die Narbe später zeigen oder lieber diskret damit umgehen willst – mit einer guten Pflege kannst du zur Heilung beitragen, dafür sorgen, dass die Haut elastisch bleibt und die Kaiserschnitt auch bei Bewegung nicht zieht oder brennt.

Kaiserschnittnarben sind heute kleiner

Während der Operation versucht man, den Schnitt nach Möglichkeit kurz zu halten und schneidet horizontal etwas oberhalb des Schamhügels, in der kleinen Spalte zwischen Bauch- und Schamhügelansatz, am oberen Ende der Schamhaargrenze. Der Schnitt ist zwischen zehn und 14 Zentimeter lang.

Im Idealfall wird er so gesetzt, dass die Kaiserschnittnarbe später von der Unterwäsche oder der Bikinihose verdeckt ist. Nur in ganz seltenen Fällen muss heute noch ein Längsschnitt durchgeführt werden, dessen Narbe dann entsprechend auffälliger ist.

Die Kaiserschnittnarbe ist anfangs noch deutlich zu sehen und etwas wulstiger oder leicht geschwollen. Sie wird mit der Zeit flacher und verblasst, das Narbengewebe bleibt etwas härter als das umliegende Hautgewebe. Wie die Narbe später aussieht, kann niemand vorhersagen. Manche sind eher fein und kurz, manche länger, andere wiederum wulstiger.

Die Wunde und Gewebe brauchen zunächst aber auch einfach Zeit für die Regenration. Während die Hautnarbe bereits nach einigen Monaten als "verheilt" gilt, brauchen Gebärmutter, Muskel- und Gewebeschichten im Bauch Zeit. Abgeschlossen ist die Narbenbildung also erst nach etwa einem Jahr. In dieser Zeit kannst auch auch selbst einiges tun, um diesen Prozess zu unterstützen.

Kaiserschnittnarbe pflegen und Heilung unterstützen

Wenn alles komplikationslos verheilt, können die Fäden oder Klammern etwa zehn bis 14 Tage nach der Geburt entfernt werden. Darauf solltest du jetzt achten:

  • Trage lockere Kleidung, die nicht auf die Narbe drückt oder an ihr scheuert. Tipp: Besonders hoch oder besonders niedrig geschnittene Unterhosen ohne Spitzenbündchen anziehen.
  • Dusche lieber und verzichte erstmal auf ein Wannenbad, da darin die Haut zu stark aufweicht.
  • Schweres Heben sollte jetzt tabu sein. Faustregel: Immer nur so schwer wie dein Kind gerade ist.
  • Meide Sonnenlicht, denn die UV-Strahlung kann zu Pigmentierungsstörung im Narbenbereich führen.
  • Creme die Narbe sanft und starte mit täglicher Narbenmassage, sobald Hebamme oder Ärztin*Arzt ihr Okay geben.
  • Achte auf saubere Hände, bevor du die Narbe mit den Fingern berührst.

Narbenmassage fördert die Heilung

Die Narbenmassage hat diverse positive Effekte, denn sie fördert die Durchblutung im Bereich der Narbe und fördert so den Heilungsprozess. Außerdem trägt sie dazu bei, die normale Elastizität und Beweglichkeit an der Narbe zu erhalten. Gerade, wenn der Bereich um die Narbe taub ist, kann die sanfte Massage die Nervenzellen bei ihrer Regeneration unterstützen.

Außerdem wirkt sich das Massieren positiv auf die Hautstruktur aus und kann mithelfen, die Narbe möglichst fein zu halten, also Verwulstungen vorzubeugen. Entscheidend ist die Kontinuität der Pflege: Möglichst täglich einmassieren und das über einen Zeitraum von mehreren Wochen.

Vorteile der Narbenmassage auf einen Blick:

  • Sie fördert die Durchblutung im Bereich der Narbe.
  • Sie erleichtert und beschleunigt den Heilungsprozess.
  • Sie reduziert Taubheit und unterstützt die Regeneration der durchtrennten Nervenbahnen.
  • Sie trägt dazu bei, die normale Elastizität und Beweglichkeit der Haut an der Narbe zu erhalten.

Die Narbenmassage sollte nur mit sauberen Fingern erfolgen. Entweder in leichten, kreisenden Bewegungen oder von außen sanft auf die Narbe "zustreichen". Deine Hebamme kann dir zeigen, wie du es am besten machst.

Creme, Pflegeöl oder spezielle Narbenpflege?

Es gibt viele verschiedene Cremes und Öle zur Narbenpflege. Möglicherweise wird dir sogar eines verschrieben. Achte jedoch auf die Wirkstoffe, denn in der Stillzeit eignet sich tatsächlich nicht jede Creme zur Pflege der Kaiserschnittnarbe. Über die Haut werden Wirkstoffe aufgenommen, die sich letztlich auch in der Muttermilch finden können. Ein natürliches Öl wie Mandelöl oder eine Creme frei von bedenklichen Inhaltsstoffen (zum Beispiel Naturkosmetik) eignen sich am besten.

Hebammen empfehlen neben natürlichen Ölen Salben mit Calendula und Johanniskraut (wirken wundheilend und entzündungshemmend). Auch reine Sheabutter eignet sich für die Narbenmassage.

Wie lange dauert die Heilung?

Die oberflächliche Wundheilung der Kaiserschnittnarbe dauert in der Regel – wenn keine Komplikationen aufgetreten sind – etwa zehn Tage bis zwei Wochen. Nach dem Ziehen der Fäden oder Klammern beginnt die Heilung von Haut und Nerven.

Die Kaiserschnittnarbe ist in den ersten Wochen noch sehr empfindlich, deshalb empfiehlt sich körperliche Schonung. Die Haut in dem Bereich sollte nicht strapaziert werden, denn sie kann schneller reißen als unverletzte Haut, weil sie bindegewebsärmer ist. Nach einigen Wochen ist die Narbe schon nicht mehr so rot und in den nächsten Monaten wird sich auch die Narbenstruktur etwas glätten und fester werden.

Die unter der Haut liegenden Muskel- und Gewebeschichten – auch die Gebärmutter – müssen nach dem Eingriff neues Gewebe bilden. Auch dafür braucht es Zeit.

Schmerzen an der Kaiserschnittnarbe sind erst einmal normal

Nach einer Geburt per Kaiserschnitt bleibst du etwas länger als nach einer vaginalen Geburt im Krankenhaus, meist zwischen vier und sechs Tagen. Pflegekräfte und Ärzt*innen kontrollieren in dieser Zeit regelmäßig die Wunde. Zu Hause wird auch deine Hebamme den Heilungsverlauf überprüfen.

Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt schmerzt der Bereich um die Narbe. Das ist völlig normal; der Kaiserschnitt ist eine Bauchoperation, bei der mehrere Gewebe- und Muskelschichten sowie Nerven durchtrennt werden. Selbst das Aufstehen aus dem Bett kann anfangs Probleme machen kann. Das wird aber von Tag zu Tag besser. In der Regel haben die Schmerzen schon erheblich nachgelassen, wenn deine Entlassung aus dem Krankenhaus ansteht. Das Pflaster über der Wunde darfst du schon nach wenigen Tagen abnehmen.

Wie lange eine Kaiserschnittnarbe Schmerzen verursacht, ist von Frau zu Frau verschieden. Während manche Mütter schon kurz nach dem Eingriff beschwerdefrei sind, haben andere Frauen länger Schmerzen. Viele Frauen spüren auch eine Druckempfindlichkeit oder berichten, dass ihre Kaiserschnittnarbe brennt und/oder juckt. Das sind alles ganz normale Begleiterscheinungen der Wundheilung.

Deine Kaiserschnittnarbe brennt, juckt oder fühlt sich taub an?

In den ersten Wochen nach der Operation kann eine Kaiserschnittnarbe immer noch gelegentlich schmerzen, jucken, brennen oder sich taub anfühlen. Bei der einen Frau mehr, bei der anderen weniger.

Vor allem Gefühlsstörungen im Narbenbereich sind häufig, die Stelle kann sich taub anfühlen oder kribbeln. Auch das ist nach einem Kaiserschnitt nichts ungewöhnliches, schließlich werden bei der Operation auch Nerven durchtrennt.

In den meisten Fällen lassen diese Empfindungsstörungen im Laufe des ersten Jahres nach dem Kaiserschnitt nach und die Haut ist wieder berührungsempfindlich wie vorher. Manchmal dauert es jedoch länger. Eine regelmäßige Massage der Narbe kann Haut und Nerven helfen, wieder zusammenzufinden.

Tipp: Streiche mit einer weichen Babybürste ganz leicht über den Narbenbereich, dadurch kann die Hautsensibilität stimuliert werden.

Sollte deine Kaiserschnittnarbe noch länger brennen oder zwicken, besonders bei Bewegung, kann möglicherweise eine spezielle Physiotherapie helfen. Dabei das innere Narbengewebe angesprochen und mobilisiert.

Hat sich meine Kaiserschnittnarbe entzündet?

Da es sich bei der Kaiserschnittnarbe um eine Operationsnarbe handelt, besteht gerade in den ersten Wochen nach der Operation immer auch das Risiko einer Entzündung der Wunde.

Auf diese Zeichen solltest du achten

  • Die Narbe sieht entzündet aus, ist gerötet und/oder stark geschwollen.
  • Die Wunde blutet.
  • Die Narbe riecht unangenehm.
  • Eiter oder andere Flüssigkeit tritt aus der Wunde aus.
  • Du bekommst Fieber.

Bitte suche dann baldmöglichst deine ärztliche Praxis auf oder informiere deine Hebamme. Am Wochenende darf es auch der ärztliche Notdienst sein. Das gilt besonders, wenn du Fieber hast! Fieber ist ein Hinweis auf eine (Wund-)Infektion, die vielleicht von außen gar nicht sichtbar ist.

Und bei der nächsten Schwangerschaft?

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei deiner nächsten Geburt auch ein Kaiserschnitt nötig wird. Das ist aber nicht zwangsläufig so. Sprich mit deiner Hebamme und deinem Ärzteteam darüber, wenn du dir eine vaginale Geburt wünscht. Möchtest du eine Kaiserschnittgeburt, spricht ebenfalls nichts dagegen. Das Gewebe vernarbt danach erneut. Hier erfährst du mehr über den Wunschkaiserschnitt.

Ein Riss der Narbe während der Schwangerschaft oder unter der Geburt kommt heute extrem selten bei Folgeschwangerschaften vor. Hatte dein Körper genug Zeit zur Regenration zwischen den Geburten (idealerweise ein Jahr), kann dadurch das Risiko weiter sinken.

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