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Samstag, 18. November 2017
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Risikogeburt

Risikogeburt
Bei einer Risikogeburt müssen die Ärzte das weitere Vorgehen individuell entscheiden
iStock/fotostorm

Risikogeburt ist eine Geburt, der eine Risikoschwangerschaft vorausgeht oder eine Geburt, bei der plötzlich Komplikationen eintreten, die zu einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung von Mutter oder Ungeborenem führen können.

Während bei uns pro Jahr etwa zwei Drittel aller Kinder ohne Komplikationen geboren werden, besteht bei etwa einem Drittel der Geburten das Risiko einer Gefährdung von Gesundheit und Leben für Mutter und Kind. Allein die Tatsache, dass ein erhöhtes Risiko besteht bedeutet jedoch nicht, dass Mutter und Kind tatsächlich gesundheitlichen Schaden nehmen werden.

Was sind die Ursachen einer Risikogeburt?

Zu einer Risikogeburt führen alle Ursachen, die bereits zur Einstufung der Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft führen. Vor allem wenn ein Risiko für eine Frühgeburt, eine vorzeitige Plazentalösung oder Placenta praevia vorliegt oder wenn sich das Kind in einer ungünstigen Lage zum Geburtsweg befindet, besteht auch ein erhöhtes Risiko für die Geburt. Allein durch die Einstufung als Risikoschwangerschaft gelten bereits 20 Prozent aller Geburten in Deutschland als Risikogeburt.

Daneben können trotz einer bislang komplikationsfrei verlaufenden Schwangerschaft während des Geburtsvorgangs plötzlich Komplikationen eintreten, die zu einer Risikogeburt führen. Mögliche Komplikationen sind beispielsweise:

  • eine Geburtsverlauf, der sich sehr in die Länge zieht
  • ein frühzeitiger Blasensprung
  • ein verschlossener Muttermund
  • unregelmäßige Wehen
  • abnormale Herztöne des Ungeborenen

Wie wird eine Risikogeburt behandelt oder beendet?

Nach den Mutterschaftsrichtlinien werden Frauen, bei denen eine Risikoschwangerschaft oder Risiken für die Geburt festgestellt wurden, besonders intensiv medizinisch betreut. Das bedeutet, dass sie während der Schwangerschaft häufiger als gesunde Frauen zur Vorsorgeuntersuchung gehen, um die Risiken für Mutter und Kind so gering wie möglich zu halten oder abzuwenden.

Wenn eine Risikogeburt nicht verhindert werden kann oder unerwartet Komplikationen während des Geburtsvorgangs eintreten, müssen Hebammen und Ärzte auf die Gegebenheiten individuell reagieren.

Bei einem vorzeitigen Blasensprung kann es nach einem gewissen Zeitraum notwendig sein, die Geburt einzuleiten. Befindet sich das Kind in einer ungünstigen Geburtsposition, kann es eventuell durch eine bestimmte Lage der Mutter und Hilfen der Hebamme dazu bewegt werden, eine andere Haltung einzunehmen. Besteht die Gefahr, dass sich die Geburt zu lange verzögert oder sind vom Ungeborenen nur unregelmäßige Herztöne auszumachen, muss das Baby möglicherweise per Kaiserschnitt oder mit einer Saugglocke entbunden werden.

Welchen Verlauf kann eine Risikogeburt nehmen?

Risikogeburten können sehr unterschiedlich verlaufen. Bei einer Frühgeburt kann das Kind beispielsweise Behinderungen davon tragen oder nach kurzer Zeit sterben. Bei Komplikationen mit der Nabelschnur muss das Kind eventuell per Kaiserschnitt entbunden werden - oder aber es kann ohne negative Folgen für die Gesundheit normal zur Welt kommen.

In Zusammenhang mit der Geburt hat sich durch den medizinischen Fortschritt die Müttersterblichkeit im letzten Jahrhundert sehr stark verringert und auch die meisten Babys kommen ohne schwerwiegenden gesundheitlichen Schaden zur Welt.

Wie können Schwangere einer Risikogeburt vorbeugen?

Da einer Risikogeburt häufig eine Risikoschwangerschaft voraus geht ist es sinnvoll, die engmaschigen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt wahrzunehmen, um alle Risiken frühzeitig erkennen zu können. Nur so können sich Ärzte auf die besondere Situation einstellen und nötige Untersuchungen vornehmen oder Medikamente verschreiben.

Daneben sollten sich Frauen während einer Schwangerschaft auf diese besondere Situation einstellen, sich nicht überanstrengen und beispielsweise auch frühzeitig ihren Arbeitgeber über die Schwangerschaft in Kenntnis setzen. Nur so können die Mutterschutzrichtlinien greifen, wonach Schwangere beispielsweise keine schweren Gegenstände mehr heben oder mit giftigen Substanzen arbeiten dürfen.

Während einer Geburt kommt es oft ganz spontan zu Komplikationen. Diesen Faktoren kann nicht gezielt vorgebeugt werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 26. Januar 2017
Quellen: Breckwoldt, M. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2008; Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): http://www.schwanger-info.de (Stand: Juli 2009) ; Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Berlin, Walter de Gruyter GmbH & Co. KG 2007; Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinie) Online-Publikation (Stand: 28. Juni 2008)

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